Woche 16: Das Leben in leeren Zügen genießen

Montag: Jedem Anfang wohnt ein Ende inne, soviel ist sicher. Doch will ich es positiv sehen, heute begann eine Woche Urlaub. Die wesentlichen Aktivitäten waren: eine Grundsatzdiskussion am frühen Abend, mit deren Details ich sie nicht belästigen will, und eine Aktualisierung der Liste.

Dienstag: Die Zeitung berichtet über empörte Bonner Eltern, weil ihr evangelisches Kind nicht eine katholische Grundschule besuchen darf, trotz „Schulweg von weniger als 500 Metern, auf dem Bürgersteig immer geradeaus, ohne die Straße oder gar eine Kreuzung überqueren zu müssen“, somit hätte das Kind es eines Tages, etwa ab der vierten Klasse, womöglich gar ohne elterliche Chauffeurdienste dorthin geschafft. Das kann man ärgerlich und gemein finden, völlig nachvollziehbar. Die eigentliche Frage ist aber doch: Warum gibt es solche „Konfessionsschulen“ überhaupt? Man stelle sich vor, andere Konzerne, vielleicht die Deutsche Bank oder Bayer, betrieben ebenfalls Grundschulen bevorzugt für Kundenkinder. Dann wäre aber was los.

Zum Geburtstag des Liebsten machten wir eine kleine Wanderung im Ahrtal: mit der Ahrtalbahn bis Dernau, dann zu Fuß rechtsahrisch bis Mayschoß, dort bei Sonnenschein die erste Rast. Zurück ging es links der Ahr auf einem Teilstück des Rotweinwanderwegs bis Dernau, wo wir nach zweiter Rast die Rückfahrt antraten. Erkenntnis: Man gelangt sehr zügig von Mayschoß nach Dernau, wenn man unterwegs nicht alle paar Meter von einem Weinausschank aufgehalten wird.

Alles Gute, mein Schatz!

Die auch als „Union“ bekannte Zankgemeinschaft hat endlich entschieden: Nun wird also Armin Laschet im Herbst voraussichtlich den Kürzeren ziehen.

Übrigens: Der Begriff „Große Koalition“ erscheint mittlerweile genauso aus der Zeit geraten wie „Kotflügel“ oder „Videothek“.

Mittwoch: „Frauen fühlen sich nicht mehr mitgemeint, wenn von Studenten oder Mitgliedern die Rede ist“, steht im General-Anzeiger. Liebe Damen: auch nicht bei Mitgliedern? Echt jetzt?

Den Urlaubstag nutzte ich für eine Reise nach Bielefeld, um meine Mutter zu besuchen, die erste längere Bahnreise seit über einem Jahr. „Das Leben in leeren Zügen genießen“, könnte der neue Werbespruch der Bahn sein. Aus Gründen der Bahnbegeisterung wählte ich einen Umweg über Münster. Kurz davor durchfuhren wie den Ort Buldern – ein schönes Wort, das auch als Verb denkbar ist, etwa wenn jemand eifrig mit etwas beschäftigt ist, dessen Sinn und Zweck sich Außenstehenden nicht unmittelbar erschließt. „Na, bist du wieder am rumbuldern?“, könnte man dann fragen. Oder so: „Kommst du zum Essen?“ – „Gleich, muss noch kurz was buldern.“

Nach Rückkehr in Bonn ließ der Bildschirm in der Stadtbahnhaltestelle wissen, dass Mecklenburg-Vorpommern die Impfung mit Astra Zeneca für alle freigibt. Unmittelbar im Anschluss folgte eine Reklame für Astra Urtyp. Manchmal mag man nicht mehr an Zufälle glauben.

Donnerstag: Ich habe beschlossen, den fertigen Bestseller über epubli zu veröffentlichen, da es mir aussichtslos erscheint und ich im Übrigen wenig Lust habe, zu versuchen, dafür einen Verlag zu finden. Um Erfahrungen mit epubli zu sammeln, habe ich zunächst ein altes Werk genommen, das ich bereits 2007 schrieb und seitdem mehrfach überarbeitet habe. Zwischenzeitlich war es auch als Bytebuch beim großen A erhältlich, jetzt nicht mehr, weil ich mit dem großen A nichts zu tun haben will, nicht als Kunde und schon gar nicht als Autor. Die Erstellung des Buchs bei epubli ging einfach und schnell, gestern wurde der Prototyp geliefert. Den heutigen Urlaubstag habe für Anpassungen und Korrekturen genutzt, eine hochgradig angenehme Tätigkeit. Ich hoffe nun, in den nächsten Tagen den Auftrag zu erteilen. Wenn alles so klappt wie erhofft, kommt dann der Bestseller an die Reihe.

Freitag: Heute beginnen die Abiturprüfungen, war morgens im Radio zu hören. Die Abiturenti‘ tun mir wirklich leid in diesen Zeiten, ich kann mir kaum vorstellen, wie das überhaupt funktionieren soll. Bei der Gelegenheit überlegte ich, wie lange das bei mir her ist, und kam auf fünfunddreißig Jahre, also fast doppelt so viele wie ein Abiturienti‘ üblicherweise alt ist. Das ist schon erschreckend genug. Noch erschreckender: Nichts, aber auch wirklich gar nichts von dem, was ich damals für die Prüfungen lernte, weiß ich heute noch, weil ich es einfach nicht benötige und nie benötigte, es wäre völlig unnützes Wissen, das wertvollen Hirnspeicherplatz blockiert. Wie auch diese bislang ungelöschten Informationen: 1) Bei meinem Arbeitgeber waren früher Kassenbücher mit dokumentenechter Tinte oder Kugelschreiberpaste nach DIN 16554 zu führen. 2) Es gab einen „Antrag auf Erstattung eines von einem Münzwertzeichengeber zu unrecht einbehaltenen Münzbetrages“. Gäbe es noch Partys, hätte das vielleicht einen gewissen Unterhaltungswert.

Den Urlaubstag nutzte ich für eine wunderbare Wanderung über den Venusberg und „hintenrum“ zurück. Falls es Sie interessiert, schauen Sie hier. (Die „Klinke“ im südlichen Teil erklärt sich durch den Abstecher zu einem Trafoturm, den ich in der Ferne sah und fotografieren musste:)

Erwähnte ich schon, dass ich Trafotürme sammle? Also natürlich nur die Bilder davon; bitte frage Sie nicht, warum, ich kann es nicht erklären. Immerhin beruhigend: Ich bin da nicht der einzige.

Ein paar „normale“ Bilder habe ich auch gemacht:

(Die Poppelsdorfer Allee in Bonn)
(Im Wald oberhalb von Poppelsdorf)
(Bei Schweinheim)
(Auch bei Schweinheim)
(Blick vom Kreuzberg, von wo aus man den Kölner Dom sieht, siehe Pfeil)

Samstag: Noch ein toller Zufall – wie heute der Zeitung zu entnehmen ist, gibt es das Verb „buldern“ schon, jedenfalls fast: „Beim Bouldern klettert man ohne Seile und Gurte an kleinen Felsformationen und Felsblöcken, die in der Regel nicht höher als sechs Meter sind.“ Ob das zu wissen nützlich oder unnütz ist, mag jedi‘ für sich entscheiden. (Toll, nicht? Das i‘-Gendern funktioniert auch bei Pronomen.)

Tom macht sich lesens- und bemerkenswerte Gedanken über das Sterben und das, was möglicherweise danach kommt:

„Doch welche Erfahrung wäre extremer als die des Sterbens. Da bietet das Gehirn zu guter Letzt nochmal alles auf, was an Neuronen, Botenstoffen, Synapsen und Elektrizität verfügbar ist, bevor das alles letztlich ausgeknipst wird.“

Habe ich auch schon, siehe dorten. (Ein früherer, lange pensionierter Kollege sagte „dorten“, wenn andere „dort“ sagen. Laut Duden ist diese schöne Wort ebenfalls längst pensioniert.)

„Schwarz – blau – schwarz – blau …“ murmelte der Geliebte am Abend vor sich hin. Zum Glück war er nicht mit einer Elektroinstallation beschäftigt, sondern mit der möglichst harmonischen Anordnung von Kaffeekapseln.

Sonntag: Ja, es ist irrational – obwohl ich selbst nicht (mehr) rauche, begegne ich Menschen, deren Blick beim Gehen oder gar Fahrradfahren aufs Datengerät gerichtet ist, mit weniger Verständnis als welchen mit Zigarette. Manchmal neige ich gar zu Aggressionen.

Es ist gefährlich (ja, Rauchen auch), vor allem raubt der Bildschirm die Aufmerksamkeit für die Dinge, die links und rechts des Weges zu sehen sind. Wie den einen zweifelhaften Humor belegenden Spruch „Denk an die Umwelt – fahr mit dem Bus“, den ich beim Spaziergang an einem modernen Nachfahren des VW-Bullis sah.

Ähnlich fragwürdiger Humor mag die Tage auch gut fünfzig Schauspieleri‘ dazu getrieben haben, in angeblich ironischen Filmchen die Pandemie-Politik zu kritisieren. (Dass ich fast niemanden davon kenne, ist bezeichnend für meinen Medienkonsum.) Dazu schreibt die F.A.S.:

Einen großen Fehler haben aber wir, die Journalisten, schon vorher begangen: Wir haben die Schauspieler darin bestärkt, sich als Welterklärer zu fühlen – eine Rolle, der manche von ihnen nicht gewachsen sind. Wir haben sie nicht nur nach ihren Filmen gefragt, sondern nach Werten, nach Weltanschauung, nach dem richtigen Leben. In Wahrheit sind diese mehrheitlich vegan lebenden Loft- oder Landhausbewohner nicht besser oder klüger als wir selbst.

Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vom 25.4.2021

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Wie am Donnerstag angekündigt, ist der Roman „Herbsterwachen“ in einer überarbeiteten Fassung (und unter einem anderen Pseudonym) neu bei epubli erschienen, eine Geschichte über Leben, Liebe, Lust und Leiden. Weiteres finden Sie hier.

(Ja ich weiß, damit ist er auch wieder beim großen A erhältlich, aber immerhin nicht ausschließlich. Dagegen kann man wohl nichts machen.)

***Werbung zuende***

Ansonsten die Woche gehört und gelesen:

  • Gelesen: „? und ! sind keine Rudeltiere.“ (stand unter einem Forumseintrag im Netz)
  • Gehört: „Die wollmilchlegende Eiersau“

Ich wünsche Ihnen eine angenehme neue Woche!

Woche 6: Sei immer nett zu jedermann

Montag: Geburtstagen messe ich mittlerweile keine große Bedeutung mehr bei, jedenfalls meinen eigenen. Dennoch danke ich allen, die heute mit Worten und Gaben an mich gedacht haben. Ausdrücklich danke ich auch denen, die ihre Grüße und guten Wünsche fernschriftlich per elektronischer Kommunikationsmedien übermittelten. Nicht auszudenken, wenn die alle angerufen hätten. Ich selbst schenkte mir übrigens einen frühen Feierabend, woran zu gewöhnen mir auf Dauer nicht schwer fiele.

Dienstag: Meine Kollegin hat mir ein Buch von Eckart von Hirschhausen geliehen, welchen zu lesen ich bislang keine Gelegenheit hatte. Dabei schreibt er wunderbare Sachen:

„77 Prozent der US-Amerikaner glauben, dass Aliens die Erde besucht haben (Umfrage von 2012, also vor Donald Trump).“

(Aus: „Wunder wirken Wunder“, 2016)

Ansonsten plagt mich ein aufkommender Schnupfen. Der Nachteil: vorübergehende Umstellung von Stoff- auf die von mir ungeliebten Papiertaschentücher. Der Vorteil: eine gute Begründung, um Händeschütteleien zu umgehen.

Mittwoch: Vielleicht hätte ich richtig Karriere gemacht, verweigerte ich mich nicht konsequent der Powerpoint-Nutzung. Heute hätte mir auch das nichts genützt, denn der Rechner meldet „Powerpoint funktioniert nicht mehr“; auch nicht nach zahlreichen Versuchen und Neustart.

KW6 - 1

Eine kurze Umfrage im Kollegenkreis ergibt, ich bin nicht der einzige. Welch paradiesische Vorstellung: ein Leben ohne Präsentationen. Wie ich hörte oder las, oder beides, so genau weiß ich es nicht mehr, ist diese Geißel der Bürokommunikation bei Amazon generell verboten. Stattdessen müssen dort Vorlagen und Konzepte ohne dämliche Bildchen und in ganzen Sätzen in ein Textdokument niedergeschrieben werden, auf dass ein jeder, den es betrifft, sich die Zeit nehme, es zu lesen. Wenngleich ich eine Amazon gegenüber äußerst reservierte Haltung zu meinen positiven Eigenschaften zähle, so sehr begeistert mich diese Regelung.

Auch Herr Firla macht sich Gedanken zu Amazon, schreibt über „Händler, die präamazonal mit einer Schelle bimmelten, um Kunden auf die Straße zu locken.“ Sehr lesenswert.

Trotz erkältungsbedingter Unlust lohnte sich am Abend der Besuch der Chorprobe, denn wir probten mein absolutes Lieblingsstück: „Ebben? Ne andrò lontana“ aus der Oper „La Wally“ von Alfredo Catalani, bekannt geworden unter anderem durch Maria Callas. Vor Jahren sangen wir es schonmal, da klang es so:

Ist das nicht wunderwunderschön? Vielleicht nicht so schön wie von Frau Callas (oder „die Callas“, wie respektlose Medien gerne schreiben), aber doch mindestens so schön wie Modern Talking.

Donnerstag: Das mit Modern Talking war zugegebenermaßen eine unelegante Überleitung auf heute: Dieter Bohlen wird fünfundsechzig, und das Bundeskartellamt untersagt Facebook das Datensammeln. Man nehme die Weisung des Kartellamtes ernst, lässt das Unternehmen den Sprecher sprechen. Die Hoffnung, dadurch würde sich irgendetwas ändern, scheint indes genauso unbegründet wie die, Bohlen könnte jetzt in Rente geht.

Freitag: Im Werk stehen größere Veränderungen an. Wieder gilt: „Sei immer nett zu jedermann / Schon morgen er dein Chef sein kann.“

Samstag: „Man muss da immer sehr aufpassen eine ganz exakte Grenze zwischen wissenschaftlich Nachweisbarem und Fabuliertem zu ziehen, denn in der Grauzone zwischen beidem bereichern sich die Scharlatane“, schreibt Frau Myriade in ihrem Blog. Ein Satz, der mir sehr gut gefällt.

Heute in einem Monat wird mein Twitterkonto zehn Jahre alt. Dann lösche ich es. Darauf freue ich mich schon. Der letzte Tweet hat keine Pointe. #Twexit

Eine weitere Wiederentdeckung von einer alten Musikkassette mit Radioaufnahmen:

Sonntag: Nachdem wir zuvor auf RTL „Take Me Out“ geschaut hatten, diese Verkupplungsshow, die durch ihren Moderator Ralf Schmitz einen gewissen Unterhaltungswert aufweist (aber auch wirklich nur deswegen), träumte ich in der Nacht, durch einen Irrtum, ein grandioses Missverständnis als Kandidat in diese Show geraten zu sein. Schon als ich die Reihe der Damen stolpernd abschreite, drückt jede von ihnen entsetzt auf den Buzzer. „Lisa-Patricia, warum hast du gedrückt?“, fragt Schmitz. „Na hör mal, der geht ja gaaar niiiiich …“, antwortet die Gefragte; „Der geht so komisch“, sagt eine andere, deren Name mir entfallen ist. Nur Marta, eine ganz besonders Dicke mit Glatze, viel Metall im Gesicht und großflächigen Tätowierungen am ganzen Körper, hat noch weißes Licht am Pult. „Ich finde den total scharf“, lässt sie Schmitz mit sonorer Stimme wissen, während sie sich, mich nicht aus den zu messerscharfen Schlitzen verengten Augen lassend, lüstern die Lippen leckt.

Dann wird der kurze Film über mich eingespielt. Als zu sehen ist, wie ich vor meiner Modelleisenbahn sitzend die Schranken herunter kurbele, bricht Panik im Saal aus, die Damen rennen und kreischen wild durcheinander, selbst Ralf Schmitz, sonst niemals um einen Spruch verlegen, starrt mich schweigend an, sichtlich um Fassung ringend. Nur Marta, inzwischen gänzlich unbekleidet, kommt zielstrebig, noch immer die Lippen leckend, auf mich zu. Dann wache ich auf, mit dem Vorsatz, nie wieder vor dem Zubettgehen RTL zu schauen.

Woche 5: Eine Bahnreise und ein Brückenschaden

Montag: Fünf ist Trümpf – heute vor fünfundzwanzig Jahren führte die Deutsche Bundespost die fünfstellige Postleitzahl ein. Der von manchen zuvor befürchtete Untergang der westlichen Zivilisation ist bislang nicht eingetreten, jedenfalls nicht aufgrund der Postleitzahl (von Vorgenannten aufgrund ihrer pessimistischer Erwartungen auch gerne als „Postleidzahl“ bezeichnet). Dass hingegen nicht aller guten Dinge drei sind, zeigt ein Fall aus Pinneberg: Die dortige Kreisverwaltung gestattete kürzlich zum Zwecke der Familienzusammenführung der Zweitfrau eines syrischen Flüchtlings die Einreise nach Deutschland. Skandal. Die sozialen Hetzwerke schäumen vor Empörung, ein Kommentator des Bonner General-Anzeigers sieht den Vorfall auf einer Qualitätsstufe mit Rauschgiftschmuggel. Polygamie in Deutschland, das geht gar nicht. – Warum eigentlich nicht? Wenn schon Ehe für alle, dann richtig!

Dienstag: Eine Bahnreise von Bonn nach Dresden dauert alles in allem ungefähr doppelt so lange wie der Flug, ist jedoch mindestens zehnmal schöner.

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Mittwoch: „Edition Team / No. 25-01-Reg. Brand – Follow the unique route.“ Was auf Hemden von Camp David halt so draufsteht.

Donnerstag: Notiz an mich: Ein Hase ist kein Kater, und umgekehrt. (Das müssen Sie jetzt nicht verstehen.)

Freitag: An die menschliche Fehleinschätzung, es für angemessen zu halten, sich während einer längeren Zugfahrt der Schuhe zu entledigen, sind wir hinreichend gewöhnt. Für mich neu war bis heute, dass es Menschen gibt, die dergleichen auch in Besprechungen tun, was meiner zugegebenermaßen unmaßgeblichen Ansicht nach nicht einmal durch den Freitagnachmittag zu rechtfertigen ist.

Samstag: Offenbar verlor in der Nacht jemand eine weiße Kommode auf dem Gehweg gegenüber dem Nachbarhaus. Ich bin nun gespannt, ob sich jemand ihrer erbarmt oder ob sich bald weiterer Hausrat hinzugesellt.

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In gehobener Gastronomie wurde ich abends Zeuge gepflegter Konversation am Nebentisch: „Wenn ich weiter so viel saufe, habe ich noch acht Jahre zu leben.“ – „Das ist viel.“

Sonntag: Natürlich freue auch ich mich über Glückwunschbekundungen am Geburtstag. Aber das ist doch kein Grund, vor elf Uhr das Telefon schellen zu lassen! Ansonsten verbrachte ich aufgrund eines Brückeneinsturzes mehrere Stunden in einer zahnärztlichen Notfallpraxis, was mich an ein Gedicht von Heinz Erhardt erinnerte: „Die alten Zähne wurden schlecht / und man begann, sie auszureißen / Die neuen kamen gerade recht / um mit ihnen ins Gras zu beißen.“