Aufgewärmt zum Advent: Gedanken zu Weihnachten

KW50 - 1

Nun feiern wir sie also wieder, die Geburt Jesu Christi, dem Sohn Gottes, der auf diese Welt kam, um unsere Sünden auf sich zu nehmen. Und da hat er einiges zu tragen.

Ich weiß nicht, ob es Gott gibt, kann und möchte es nicht völlig ausschließen, auch wenn man sich das in der heutigen Zeit fast nicht mehr laut zu sagen traut, da man sich der mitleidigen Blicke der abgeklärten Mitmenschen sicher sein kann. Warum ich es für möglich halte? Ich weiß es nicht. Es geht ja um Glauben und nicht um Wissen, denn bekanntlich heißt Glauben ja gerade nicht Wissen. Mag sein, dass es ein höheres Wesen, eine höhere Instanz gibt, an die ich mich wenden kann, wenn ich in Not bin. Ob der/die/das nun Gott heißt oder Jesus, Allah, Schicksal, Universum, Google oder wie auch immer, ist unerheblich.

Schwieriger wird es für mich mit der Bibel. Das soll Gottes Wort sein? Die Bibel ist eine Ansammlung verschiedener Texte, die Menschen vor mehreren Jahrtausenden aufgeschrieben haben im Rahmen ihres damaligen Wissens bzw. dessen, was sie für Wissen und gesicherte Erkenntnisse hielten, und die seitdem durch die Kirchen, deren Befugnisse ich für nicht minder zweifelhaft halte, mehrfach umgeschrieben und -deutet wurden. Dort steht, die Erde sei in sieben Tagen geschaffen worden (was nicht einmal mehr die katholische Kirche glaubt), auch viele der beschriebenen Wunder möchte ich in das Reich menschlicher Phantasie verweisen; ja selbst, und nun kommt wieder der Bezug zu Weihnachten, die Frage, ob Gott in Form seines Sohnes Jesus auf der Welt war und in der beschriebenen Form gewirkt hat, wage ich anzuzweifeln.

Nur an der Richtigkeit einer biblischen Behauptung scheint in weiten Teilen unserer Gesellschaft, egal ob gläubig oder nicht, kein Zweifel zu bestehen, selbst unter denjenigen nicht, die in jüngerer Zeit den Untergang des Abendlandes befürchten: Der Überreichung von Gold, Myrrhe und Weihrauch durch drei Herren aus dem Morgenland. Anders ist der alljährliche Wahnsinn nicht zu erklären, der in diesen Tagen und Wochen in Städten und Paketverteilzentren tobt. Was gäbe ich dafür, hätte sich ein gewisser Matthäus stattdessen was anderes ausgedacht, gerne irgendwas mit Ruhe und Reiseverbot. Und niemand komme mir bitte nicht mit „Besinnlichkeit“.

Aber so ist es nunmal. Und jetzt entschuldigen Sie mich bitte, ich muss noch mal kurz in die Stadt.

***

Nachwort: Einige der vorstehenden Zeilen verfasste ich erstmal im Dezember 2007, als dieses Blog noch ganz jung war. Da sich meine religiösen Ansichten seitdem etwas weiterentwickelt haben, habe ich den Aufsatz ein wenig aktualisiert und gebe ihn Ihnen gerne erneut zur Kenntnis.

Woche 49: Geballte Besinnlichkeit

Montag: Zur Erheiterung des Geliebten lief am Morgen mit meiner Frisur etwas schief. Der Tag entwickelte sich dennoch ganz passabel. Zumal eine missratene Frisur ja oft nur der bemerkt, dessen Haupt sie verunziert, und das auch nur beim Blick in den Spiegel oder gegen die Scheibe der Stadtbahn während der Fahrt durch den dunklen Tunnel.

Übrigens, wenn Sie mir Unbehagen einjagen wollen, schicken Sie mir eine Nachricht, die die Begriffe „Offsite“ und „Teambuilding“ enthält.

Dienstag: Oder „Rollenspiel“ oder „Escape Room“.

„Als Kleinkünstler gehört er der Poetry-Slam-Szene an“, schreibt die Zeitung über einen mir bekannten und geschätzten Schreiber. Gibt es eine beleidigendere Bezeichnung für einen Wortschöpfer als „Kleinkünstler“?

Zum Tag:

Mittwoch: „Wolfsverdachtsgebiet“ – welch wunderbares Wort. Schade, dass die Gebrüder Grimm es noch nicht kannten: Welch Zierde hätte es den Märchen von Rotkäppchen und den sieben Geißlein verliehen!

Apropos Märchen: Es liegt mir fern, unangemessen über Heilpraktiker und ihre Methoden und Mittel zu urteilen. Aber was sagt es über diesen Berufsstand aus, wenn eine mir bekannte Vertreterin dieser Zunft ungefähr einmal monatlich eine Erkältung erleidet?

Donnerstag: Heute ein Tag frei. Nach Weihnachtsfeiern gestern und vorgestern ist das sinnvoll und notwendig. Außerdem war ich beim Friseur. Das war auch dringend notwendig.

In einem Leserbrief schreibt ein Alexander T aus B über die Klimadiskussion:

„… sind die Forderungen absurd und fernab jeder Realität. […] Die Annahme, dass ich wegen Kinder-Demonstrationen meinen Lebensstil ändern werde, ist noch abstruser. Ich fahre deswegen nicht weniger Auto, fliege und heize weniger, konsumiere weniger Fleisch oder werde auf Bus und Bahn umsteigen. Zudem leben die auch meisten Menschen weiter wie bisher und lassen sich von dem Klima-Gedöns nicht beeindrucken.“

Klima-Gedöns – auch so etwas muss die Meinungsfreiheit aushalten.

Noch mehr Natur-Gedöns: „Erde gehört nicht in die Biotonne“, steht im neuen Abfallplaner der Stadt Bonn. Dem ist fürderhin nicht zu widerraten – nach all dem Glyphosat und anderem Giftzeugs, das wir versprühen, ist dieser Planet nach Ende der Nutzungsdauer wohl eher als Sondermüll zu behandeln.

Abends die nächste Weihnachtsfeier. Tage voller geballter Besinnlichkeit.

Freitag: In der Bahn saß mir ein Mann mit einer Bouvier-Tasche gegenüber. Für Nicht-Bonner: Bouvier war eine große Buchhandlung in der Bonner Innenstadt, die wahlweise anstatt Plastiktüten rote Stofftaschen mit einem undefinierbaren schwarzen Symbol anbot. Da der Bonner sich gerne kulturbeflissen und naturschonend gibt, gehörten diese Beutel zum Stadtbild wie Beethoven und geschlossene Bahnschranken; ständig sah man jemanden mit einer solchen Tasche. Vor nunmehr sechs Jahren schloss Bouvier für immer, seitdem verschwanden auch die roten Taschen langsam aus dem Stadtbild. Die Bahnschranken in der Südstadt sind unterdessen weiterhin überwiegend geschlossen.

Zur Abwechslung abends mit den Lieben zu Hause, keine Weihnachtsfeier.

Samstag: Wir wohnen in einer Straße, die sehr ruhig wäre, endete sie nicht in der Ein- und Ausfahrt einer öffentlichen Tiefgarage. Zudem ist sie aufgrund am Straßenrand parkender Fahrzeuge stellenweise nur einspurig befahrbar, was gerade jetzt in der Vorweihnachtszeit immer wieder zu unterhaltsamen Szenen führt, wenn sich zwei Wagen begegnen und nicht aneinander vorbei fahren können. Erst bleiben sie voreinander stehen, auf dass der jeweils andere zurücksetze. Dann hupen sie, schließlich schreien sie sich an, manchmal steigen sie dazu sogar aus, derweil sich hinter beiden Wagen Schlangen bilden, deren Fahrer in das Hupen und Schreien einstimmen. Irgendwann gibt einer der beiden nach, lenkt seinen Wagen über den Bordstein auf den Gehsteig, woraufhin der andere mit aufheulendem Motor und wüsten Beschimpfungen (soeben gehört: „Penner! Wxxxer! Lern erstmal Autofahren!“) auf- und abbraust. Ich liebe es, wenn Menschen Einblicke in ihre Abgründe gewähren. Jedenfalls solange es bei Worten bleibt und ich nicht unmittelbar beteiligt bin.

Sonntag: Nach einer weiteren Weihnachtsfeier bis nach elf im Bett liegen zu bleiben ist auch eine mögliche Form, den Carpe-Diem-Gedanken zu verwirklichen, und sicher nicht die schlechteste an Tagen wie heute, an denen es gar nicht richtig hell werden will.

 

Floskelschaumkraut – 18. Fortschreibung

Grauen11

Sprache entwickelt sich laufend weiter – nicht immer zum Guten, wie die nachfolgende Liste zeigt. Seit der letzten Aktualisierung sind wieder einige neue und nicht ganz so neue Phrasen aus Aufzug, Büro, Besprechungen, Telefonkonferenzen und dem täglichen Wahnsinn in mein leidgeprüftes Ohr gedrungen. Die Neuzugänge finden Sie ab der laufenden Nummer 422.

***

1.) „Okay…“ mit anhebender Stimmmodulation auf der zweiten Silbe. Mein absoluter Spitzenreiter.

1a) „Okodoki“ – die kleine, nicht minder schlimme Schwester von 1.)

2.) „Gesundheit!“ Verdammt, lasst mich doch einfach in Ruhe niesen!

3.) „Geht das zusammen oder getrennt?“

4.) „nicht wirklich“

5.) „Wir müssen die Leute mit ins Boot holen“

6.) „Wir müssen die Leute abholen

7.) „Da bin ich ganz bei dir/Ihnen“

8.) „Da bin ich fine mit“ (oder „fein“?)

9.) „Gerne!“ als Antwort auf „Danke“

10.) „Mahlzeit!“ – der Klassiker.

11.) „Da sind wir gut unterwegs

12.) „Da sind wir gut aufgestellt

13.) „Kein Thema!“

14.) „Herausforderung“, auch wenn es ein scheiß Problem ist.

15.) „Halloo…??“ mit Empörung vorgebracht, statt „Wie bitte?“

16.) „Ich freue mich auf…“ im Zusammenhang mit geschäftlichen Terminen/Angelegenheiten/was auch immer. Das glaubt ihr doch selbst nicht!

17.) „Das ist so was von [beliebiges Adjektiv]“

18.) „Ich sag mal…“

19.) „Na Urlauber…?“ am ersten Tag nach dem Urlaub. Als wenn es nicht so schon schlimm genug wäre, wieder arbeiten zu müssen!

20.) „Das geht g a r nicht!“ Wirklich nicht.

21.) „Wie [beliebiges Adjektiv, zumeist jedoch ‚geil‘] ist d a s denn??“

22.) „Am Ende des Tages…“

23.) „Das macht Sinn“

24.) „Super-GAU“, genau so unsinnig wie „das einzigste“

25.) „Quantensprung“. Ich nehme an, 95% derjenigen, die das Wort benutzen, kennen dessen eigentliche Bedeutung nicht.

26.) „mit Migrationshintergrund“ trieft nur so vor politischer Korrektheit.

27.) „Du, damit habe ich kein Problem.“ („Aber bleib mir weg damit!“)

28.) „wünsche … gehabt zu haben!“

29.) „Wer mich kennt, weiß, dass ich [blablabla]…“ – beliebte Wichtigtuer- und Arschlochfloskel

30.) „Da müssen wir jetzt Gas geben“

31.) „Das habe ich auf dem Schirm“

32.) „spannend“ im Zusammenhang mit irgendwelchen halbwichtigen geschäftlichen Angelegenheiten

33.) „Ich bin im Moment lost

34.) „An der Stelle…“ als Füllfloskel

35.) „Und äh…“ als Satzeinleitung, vor allem, wenn danach sekundenlang nichts mehr kommt

36.) „Dafür nicht“ als Antwort auf Danke

37.) „sexy“ in geschäftlichen und somit völlig unerotischen Zusammenhängen

38.) „Wir müssen die Kuh vom Eis holen“ (Auch schon gehört: “die Crux vom Eis“)

39.) „Ins offene Messer laufen“

40.) „Im Tal der Tränen“

41.) „Da müssen wir Geld in die Hand nehmen“

42.) „Das Projekt auf die Straße bringen“

42a) „Die PS auf die Straße bringen“

43.) „Auf Augenhöhe diskutieren“

44.) „Erdrutschartiger Sieg“ – Journalistenquatsch, ebenso wie

45.) „Ein Schluck aus der Pulle“ und

46.) „Geld in die Kassen spülen“.

47.) „Lohnenswert“ – dieselbe Wortfamilie wie „das einzigste“

48.) „Yummie“ – heißt wohl so viel wie lecker, was bei genauer Betrachtung nicht viel besser ist.

49.) „Zeitfenster“ – bitte geschlossen halten, es zieht.

50.) „Otto Normalverbraucher“, der Schwager von Max Mustermann.

51.) „Spaß beiseite“ – wer das sagt, hat wohl auch sonst nicht viel Freude.

52.) „Da bin ich leidenschaftslos“ und

53.) „Da bin ich schmerzfrei“ – mir tut es verdammt weh.

54.) „wtf“ = „What the fuck“. Gerne auf Twitter genutzt, ebenso wie

55.) „#fail“ – ja, mangelhaft!

56.) „Nennen Sie mal eine Hausnummer.“ Bitte: 19b, Hinterhaus.

57.) „Das ist mit mir nicht zu machen.“ Politikersülze.

58.) „Wir müssen jetzt unsere Hausaufgaben machen.“

59.) „Ich mache mal den Vorsitz“ – beliebter Scherz, wenn nur noch ein Platz an der Stirnseite frei ist

60.) „… bis der Arzt kommt“

61.) „Da krieg‘ isch so’n Hals!“

62.) „Das haben wir ihnen ins Stammbuch geschrieben.“

63.) „Das stimmen wir bilateral ab.“

64.) „eine undurchsichtige Gemengelage“

65.) „[beliebiges Substantiv] wird bei uns groß geschrieben.“ Nicht nur bei euch.

66.) „Roundabout“ klingt ungefähr scheiße.

67.) „Er/sie erfindet sich immer wieder neu.“ Beliebte Feuilletonfloskel.

68.) „Das meint“ – meint „das bedeutet“ zu bedeuten, tut es aber nicht.

69.) „Ich speichere mal aus“ – klingt nach mentalem Stuhlgang.

70.) „Wer hat da den Hut auf?“

71.) „Ich sehe das mehr durch die […]-Brille.“

72.) „Das ist kein Showstopper.“

73.) „Da werden Pflöcke gesetzt.“

74.) „Das werfen wir denen (= andere Abteilung etc.) über den Zaun.“

75.) „Wir könne hier nicht auf der grünen Wiese planen.“

76.) „Das ist Brot und Butter“ – mir vergeht dabei der Appetit.

77.) „Wer sind hier die Player?“ – geht spielen.

78.) „Das haben wir im Scope.“

79.) „Lach doch mal!“ – eher zum Heulen.

80.) „Topic overflow“ – was mag es bedeuten? Für Hinweise wäre ich dankbar.

81.) „Wir müssen die Anforderung aufbohren.“

82.) „Wir müssen hier ja nicht das Rad neu erfinden.“

83.) „Ich schicke Ihnen mal einen Draft.“

84.) „Das absolut wasserdicht sein“. – Hauptsache, ihr seid ganz dicht.

85.) „Da können wir Honig saugen.“

86.) „nullachtfuffzehn“

87.) „Wenn wir dieses Fass jetzt aufmachen…“ – dann Prost Mahlzeit.

88.) „Das ist kein Hexenwerk“ – was für den Phrasenscheiterhaufen.

89.) „Umgekehrt wird ein Schuh draus.“ – Sonst ist es ein Huhcs??

90.) „Haben wir dafür schon das Go?“ – Geht mir weg!

91.) „Da bekommen wir ein Thema.“

92.) „Ich forwarde Ihnen das mal eben.“

93.) „Da sehe ich uns im Lead.“

94.) „Der Prozess wird noch nicht gelebt.“

95.) „Da muss ich mich erst mal aufschlauen.“

96.) „Das ist so 1990 [oder sonstiges beliebiges Jahr]“

97.) „Wir sind not amused“ – in der Tat wenig amüsant

98.) „Wie ist das gesettet?“

99.) „Leg dich wieder hin“ am Ende eines Telefonats – ein Klassiker

100.) „Wir brauchen da eine gute Storyline.“

101.) „Ein absolutes No Go!“ – geht wirklich nicht.

102.) „Ein absolutes Must Have!“ – also ich muss das nicht haben.

103.) „Das ist doch eher ein Nice To Have.“ – s. Nr. 102

104.) „Wir sollten dazu eine kurze TelKo machen.“

105.) „Wir sind hier doch nicht bei Wünsch dir was!“

106.) „Kannst du mich dazu kurz briefen / debriefen?“

107.) „Sind Sie morgen früh im Office?“

108.) „O-Saft“, „A-Saft“ – was für A-Löcher.

109.) „Das ist kein Dealbreaker“. Klingt trotzdem zum Kotzen.

110.) „Darauf haben wir uns committed.“

111.) „Sie können mich jederzeit anrufen.“ Ebenso verlogen wie

112.) „Für Fragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.“

113.) „Wir sollten das nicht mit der Gießkanne verteilen.“

114.) „Das ist alles in trockenen Tüchern.“ Auch gehört: „in grünen Tüchern“

115.) „Wir können da noch Synergien heben.“

116.) „Wir sollten das zeitnah erledigen.“

117.) „Wir sollten uns nächste Woche noch mal zusammentelefonieren.“

118.) „Wir phonen morgen.“ Oder „fonen“? Der Duden kennt beides (noch) nicht.

119.) „Mailen Sie mir einfach einen Zweizeiler.“

120.) „Ich schick Ihnen das mal kommentarlos zu.“

121.) „Da müssen wir wohl eine Sonderlocke drehen.“

122.) „Wir müssen das proaktiv kommunizieren.“

123.) „Nachhaltige Maßnahmen“

124.) „Wir müssen das frühzeitig eskalieren“

125.) „Tschö mit Ö“ – wie blöd!

126.) „Ganzheitliche Betrachtung“

127.) „Sounding Board“ – Ja, hat irgendwas mit viel überflüssigem Geräusch zu tun.

128.) „Das ist nicht in Stein gemeißelt“

129.) „Haben wir das auf der Agenda?“

130.) „an“ anstelle von „mit“, häufig in scheinbar gehobener Gastronomie. Beispiel: „Currywurst an Pommes“

131.) „Erstellen Sie einen Forecast.“

132.) „Den Ball zuspielen“

133.) „Ich mache da noch ’ne QS drüber“

134.) „Handlungsfelder erkennen“

135.) „zum gegenwärtigen Zeitpunkt“ – achtsilbiges Wortschaumgebäck für „jetzt“ (1 Silbe)

136.) „zu keiner Zeit“ – viersilbiges Wortschaumgebäck für „nie“

137.) „Der Plan ist auf Kante genäht“

138.) „exorbitant“

139.) „Was sind unsere lessons learned?“

140.) „Pros & Cons“

141.) „Da ist noch Spielraum / Luft nach oben“ – höfliche Umschreibung von „ziemlich scheiße gelaufen“

142.) „einen Workaround definieren“

143.) „erst mal die Füße stillhalten“

144.) „Das System läuft performant.“

145.) „Das wären ein neues Feature“

146.) „Trouble shooting“

147.) „Die Timeline ist sportlich.“

148.) „Das müssen wir noch mal festklopfen.“

149.) „Das ist keine Rocket Science.“

150.) „Sonst fällt uns das auf die Füße.“

151.) „Das ist ein ganz normaler Vorgang.“ – Umschreibung für: „Wir wissen, dass wir Mist gebaut haben, können das aber nicht zugeben.“

152.) „Das ist eine Blaupause.“ Nur im Suff zu ertragen.

153.) „Nicht, dass daraus ein Flächenbrand entsteht.“

154.) „Da haben wir ein Gap.“

155.) „An welcher Stelle ist das Bottleneck?“

156.) „Das habe ich schon eingetütet.“

157.) „Das machen wir on the fly“.

158.) „Das habe ich schon angetriggert.“

159.) „Kann man das später umswitchen?“

160.) „Wir werden das ergebnisoffen diskutieren.“ – uns von unserer Meinung jedoch nicht abbringen lassen.

161.) „Lösungsorientierter Ansatz“ – ja was denn sonst?

162.) „Walkthrough“

163.) „Ich habe heute einen harten Anschlag.“ – eher einen Knall.

164.) „Wir wollen kein Fingerpointing betreiben.“ Doch, genau darum geht es, um nichts anderes!

165.) „Was macht das mit dir?“ – Es kotzt mich an.

166.) „Wir müssen das von allen Seiten beleuchten.“

167.) „Da müssen wir noch mal gegentreten.“

168.) „Guter Hinweis!“ – Kurzform für „Sie sind wohl ein ganz Schlauer, was?“

169.) „Wir fahren hier auf Sicht.“ – heißt: Wir haben keine Ahnung, was wir hier tun.

170.) „Das lief völlig geräuschlos.“

171.) „Können wir das umshiften?“

172.) „Das haben wir uns auf die Fahne geschrieben.“

173.) „Ich habe das in den Stiel gestoßen.“ – klingt unzüchtig bis schmerzhaft.

174.) „Wann ist das Kick-Off?“

175.) „Das machen wir hands on.“

176.) „Was sind die quick wins?“

177.) „Das ist so Mainstream“

178.) „Das ist so old school“

179.) „Was sind dabei die Painpoints?“ – das tut weh.

180.) „Das Projekt ist ongoing.“

181.) „Wie sind wir da gestafft?“

182.) „Operation am offenen Herzen“

183.) „Wir müssen die Kuh zum Fliegen bringen“ – eher eine Fehlfloskel, aber witzige Vorstellung

184.) „Ehrlicherweise“ – also war alles Bisherige gelogen?

185.) „Das ist nicht skalierbar.“

186.) „No show“ – bleibt mir weg damit

187.) „Townhall Meeting“ – aufgeblähter Begriff für Informationsveranstaltung

188.) „Welchen Ampelstatus hat das Projekt?“

189.) „genau“ als Füllwort / Satzüberleitung ohne vorangegangene Frage

190.) „Ich habe das auf dem Radar.“ – klingt nach geistigem Blindflug

191.) „… und Co.“ statt „und so weiter“

192.) „Einen Tod müssen wir sterben“ – aber vorher viel Mist anhören.

193.) „Das ist ’ne Menge Holz“

194.) „Da müssen wir ziemlich dicke Bretter bohren“ – ja, die vor dem Kopf zuerst.

195.) „Wir haben den nächsten Meilenstein erreicht“

196.) „Ich nehme das mal mit.“

197.) „Sie müssen das ganz neu denken!“

198.) „Schaun mer mal“ – in keiner Weise kaiserlich

199.) „Passt schon“ – ich hatte mehr erwartet.

200.) „Eine rote Linie ist überschritten“

201.) „Wie man auf Neudeutsch sagt“ – darauf folgt garantiert kein deutsches Wort.

202.) „Wir groß ist das Delta?“

203.) „Das quantifizieren wir per Augenintegral“

204.) „Da haben wir kein Issue.“

205.) „Ich habe morgen noch einen Slot frei.“

206.) „Der Drops ist gelutscht.“

207.) „Das ist work in progress.“

208.) „Können Sie mich morgen kurz anteasern?“

209.) „Da müssen Sie Ihre volle Leistung abrufen!“

210.) „Können wir uns da mal synchronisieren?“

211.) „Haken dran.“

212.) „So viel wie nötig, so wenig wie möglich.“

213.) „Diese Lösung ist convenienter.“

214.) „Das ist hier der Enabler.“

215.) „Alles gut?“ – nein, gar nicht gut.

216.) „aka“, auch bekannt als ‚alias‘

217.) „Der Prozess ist etwas sonderlockig.“

218.) „Ist das all over gelevelt?“

219.) „Wann ist die Deadline?“

220.) „Unsere Mitarbeiter sind unser Aushängeschild.“ Deshalb stehen sie im Regen.

221.) „All Hands Meeting“

222.) „Dieses Internet(z)“

223.) „Was ist da unser Zeithorizont?“

224.) „Wie händeln wir das?“

225.) „Du bekommst da noch Input von mir.“

226.) „Wir müssen das endlich durch die Tür bringen“. Macht sie am besten hinter euch zu.

227.) „Das klären wir im Vorfeld.“

228.) „Gibt es dafür ein Benchmark?“

229.) „Ich erstelle dazu einen One Pager.“

230.) „Hier die Meeting Minutes zu unserem Gespräch.“

231.) „Verzeihung, Freudsche Fehlleistung.“

232.) „Das ist state of the art.“

233.) „Wir sollten dazu einen Proofe of Concept durchführen.“

234.) „Wir fliegen da voll unter dem Radar.“

235.) „Haben Sie das schon angestoßen?“

236.) „quasi“ – an sich nicht schlimm, doch zunehmend eine echte Epidemie. 

237.) „sozusagen“ – siehe Nr. 236

238.) „Da muss ich jetzt mal zwischengrätschen.“

239.) „Notfalls brauchen wir dafür erstmal eine händische Lösung.“

240.) „Ich bin da ambivalent.“

241.) „Jetzt gehts ans Eingemachte.“

242.) „Wir sollten das schon mal vorschattieren.“

243.) „Was sind unsere findings daraus?“

244.) „Machen Sie mal einen Aufschlag.“ Da möchte man direkt zuschlagen.

245.) „Das Argument kaufe ich.“ Bitte sehr, macht einsfünfundneunzig.

246.) „Shit happens.“ Auch wird viel Scheiß geredet.

247.) „Rüchtüüüg…“ – richtig blöd.

248.) „Reichsbedenkenträger können wir nicht gebrauchen.“ Leute, die dieses Wort absondern, noch weniger.

249.) „Das Thema können wir abbinden.“

250.) „Stillstand bedeutet Rückschritt.“

251.) „Never ever!“ möchte ich das hören.

252.) „Machen Sie da mal ein Preisschild dran.“

253.) „Last (but) not least“ – ein Klassiker, leider wird es dadurch nicht besser, genau so wie

254.) „nichtsdestotrotz“ – kotz.

255.) „in Schlagdistanz“ – oh ja gerne, komm her!

256.) „Die Lösung ist quick and dirty.“

257.) „Bitte halten Sie mich im loop.“ Im WAS??

258.) „fyi“ – ihr seid ja sooo cool.

259.) „Ich kriege da keinen Anpack dran.“

260.) „Ich stelle das (an andere Abteilung o.ä.) durch.“ Und ich drehe durch.

261.) „schlagmichtot“ (statt „was weiß ich“). Wie gerne würde ich!

262.) „Chapeau!“ Genau so überflüssig wie

263.) „Da gehen wir d’accord“

264.) „Ja nee…“ – was nun, ja oder nein?

265.) „Das ist der Urschleim.“ Ekelig.

266.) „Die Sache fliegt.“ Siehe auch Nr. 183

267.) „Das wird kein Kindergeburtstag.“ Eher Kindergarten.

268.) „Wir brauchen belastbare Zahlen.“

269.) „Wir nehmen Ihr Anliegen sehr ernst.“ Floskel für „Sie nerven!“

270.) „Das Ende der Fahnenstange ist erreicht.“

271.) „Das sehe ich noch nicht.“ Aber wir müssen es leider hören.

272.) „Fit wie ein Turnschuh“ – Unfug, siehe hier.

273.) „Auf Wiederschauen.“ Was soll das sein?

274.) „Das ist immer eine feste Bank.“ – nicht sehr vertrauenserweckend.

275.) „sprich“ im Sinne von „das heißt“

276.) „irgendwie“ – der Bruder von „quasi“ (Nr. 236) und „sozusagen“ (Nr. 237)

277.) „Ich adressiere das.“ Siehe auch Nr. 260.

278.) „Das würde ich sofort unterschreiben.“

279.) „Das ist ganz großes Kino.“ Nur der Film ist leider scheiße.

280.) „Das Thema sehe ich bei Ihnen verortet.“

281.) „Nach dem Prinzip ‚slide the elephant‘“

282.) „Geben Sie mir bitte bis Mittwoch ein Feedback.“

283.) „Das habe ich noch auf dem Zettel.“ 

284.) „Ich lade Sie dazu ein…“ …und wagen Sie es besser nicht, dieser Einladung nicht zu folgen!

285.) „Check!“ – das neue(?) „Okay“

286.) „Das haben wir in der Pipeline.“ Da kriege ich ein Rohr.

287.) „Das ist suboptimal gelaufen.“

288.) „Wir bewegen uns hier auf einem schmalen Grat.“

289.) „Wir müssen die Leute besser einbinden.“

290.) „Ich sage das mal off the records.“ – Halt besser einfach die Klappe.

291.) „Ich bin gerade in einem Call.“

292.) „Können Sie das bitte mal vercharten?“

293.) „Das müssen wir noch verschriftlichen.“

294.) „Sorry, kurze Biopause.“ Ja, verpiss dich.

295.) „Ich habe das mal gehighlightet.“ Nicht sehr helle.

296.) „Kannst du das noch mal challengen?“ Eine echte Herausforderung für das Ohr.

297.) „Happy Call“ – macht nicht sehr fröhlich.

298.) „Wir gehen davon aus, dass…“ … wir es absolut nicht wissen.

299.) „In der IT-Welt…“

300.) „Storyboard“

301.) „Was sind die next steps?“

302.) „Die betreiben sherry picking.“

303.) „Breakout Session“

304.) „Hallo @all!“

305.) „Der Kunde ist sehr eskalativ.“

306.) „Danke für die Frage!“ Mist, erwischt… (s. auch Nr. 168)

307.) „Das ist kostenmäßig nicht darstellbar.“ – nicht mal in Power Point?

308.) „Das ist gehakt!“ – Ich glaube es hackt…

309.) „Da müssen wir noch mal ein Rad drehen.“ – Ihr meint wohl eher „am“.

310.) „Das ist eine zukunftsfähige Lösung.“

311.) „Prima, Ballerina!“ – genau so dämlich wie

312.) „…nach Adam Riese und Eva Zwerg“

313.) „Das entspricht nicht unserer Erwartungshaltung.“

314.) „Das ist am Ende nicht domptierbar.“

315.) „Das bleibt bitte closed shop.“

316.) „Unsere Leute müssen dafür brennen!“ – Und sich dann bitte nicht wundern, wenn sie verheizt wurden.

317.) „Wir müssen da der first mover sein.“

318.) „fyi“ – weißte bescheid.

319.) „tbd“ – müsste sich mal einer drum kümmern.

320.) „Dazu müssen wir noch eine Abstimmung fahren.“

321.) „Kollege P ist da im Film.“ – Ich auch. Im falschen.

322.) „…aber hey!“

323.) „Nichts für ungut.“

324.) „Ich sehe uns langsam auf der Zielgeraden.“

325.) „Woran machen Sie das fest?“

326.) „Wir brauchen mehr Anpacker.“

327.) „Ihren Einwurf haben wir zur Kenntnis genommen“ (… und sind ziemlich angepisst darüber.)

328.) „Wir müssen da Vorreiter sein.“

329.) „Jetzt mal Butter bei die Fische.“

330.) „Will heißen…“

331.) „Bitte RüMe bis morgen eob.“

332.) „Dann müsst ihr auch was mitbringen zur Party.“ (Neue Form des alten Schlagers ‚Wer soll das bezahlen?‘)

333.) „Als warm up soll das erstmal reichen.“ Ja, ziemlich aufgewärmt.

334.) „Beam mir das mal gerade rüber!“

335.) „Das müssen wir denen zurückrouten.“

336.) „Das kommt noch on top.“

337.) „Haben wir einen Plan B in der Tasche?“

338.) „Deep dive“

339.) „Das muss ein echtes Kundenerlebnis sein.“

340.) „Was sind die assets?“

341.) „Ich sehe da keinen Benefit.“

342.) „Wann ist der Lounchetermin?“

343.) „Wir müssen da mehr disruptiv denken.“

344.) „Freuen Sie sich auf spannende key notes!“

345.) „By the way“

346.) „Im Endeffekt“

347.) „Ich darf Sie zu einem get together einladen.“

348.) „Die Location war nicht schlecht.“

349.) „Da segeln wir hart am Wind.“

350.) „Das ist ziemlich vintage.“

351.) „Dienstag fliege ich nach L.A.“ (gesprochen: „Äll Äi“)

352.) „Das ist das all time high“

353.) „Das funktioniert wie’s Brötchenbacken“

354.) „Das läuft wie geschnitten Brot“

355.) „Das ist mir jetzt ein bisschen too much.“

356.) „Ist das nicht ein bisschen overdone?“

357.) „Das ist echt strange!“

358.) „Kind 2.0“

359.) „Würden Sie dazu bitte ein Statement abgeben?“

360.) „Was für ein Kostenticket ist damit verbunden?“

361.) „Ich nehme gerne deine Guideline auf.“

362.) „Ich fasse das Outcome kurz zusammen.“

363.) „Da erzeugen wir einen Datendump.“

364.) „Ich erwarte von unseren Mitarbeitern die Bereitschaft, eine Extrameile zu gehen.“ – Euphemismus für die Aufforderung zur Selbstausbeutung.

365.) „Das nimmt langsam Fahrt auf.“ – Ja, vor die Wand.

366.) „Das gehe ich nicht mit.“

367.) „Schreiben Sie mal ein paar corner cases runter.“

368.) „Gibst du mir dann einen kurzen Ping?“ – Ich glaube es piept.

369.) „Das ist in unserer DNA verankert.“ – Klingt stark nach einem Gendefekt.

370.) „Ich habe das mal geshared.“

371.) „Ich erwarte mehr can-do-spirit.“ – Wer wäre da nicht hochmotiviert für eine Extrameile.

372.) „Wir müssen da eine harte Linie fahren.“

373.) „Wir müssen klare Kante zeigen.“

374.) „Ich muss noch die Kids abholen.“

375.) „Der soll mal eine Zeitschiene abgeben.“

376.) „Das gehört auf den Prüfstand.“

377.) „Das entspricht leider nicht unserem Ambitionsniveau“.

378.) „Damit gehe ich schon länger schwanger.“

379.) „Die Struktur muss lean sein“.

380.) „Wir müssen mehr Re-Skilling wagen.“

381.) „Das funzt.“ Klingt nach übel riechender Flatulenz.

382.) „Fire and forget.“

383.) „Wir müssen das Surrounding des Kunden beachten.“

384.) „Das haben wir auch noch vor der Brust.“ (Nur für dich, lieber C!)

385.) „Das ist nur Augenpulver.“

386.) „Das ist so historisch gewachsen.“ Das haben wir schon immer so gemacht.

387.) „Die sind ziemlich agil unterwegs.“ – Anscheinend ein neues Lieblingswort modern erscheinen wollender Unternehmen.

388.) „Da müssen wir alert sein.“ – Da geht bei mir die Sirene!

389.) „Das wäre auch mein Bild.“

390.) „Ihr Erwartungswert ist ein falscher.“

391.) „Lass uns dazu mal morgen kurzschließen.“

392.) „Schick ihm mal einen frindly reminder.“

393.) „Da muss man schon Eier haben.“ – Boah ey, Alter!

394.) „Das finde ich ein bisschen overspaced.“

395.) „Wir müssen aufpassen, hier nicht overpromissing zu sein.“

396.) „Ein ein-eindeutiges Merkmal“. – Nachfahre von „das einzigste“.

397.) „Wir müssen das noch etwas crisper formulieren.“

398.) „Das sollten wir erstmal auf kleiner Flamme kochen.“ (Ein bislang übersehener Klassiker. Danke, Steffen!)

399.) „Das ist easy going.

400.) „Das sind die basics.“

401.) „Wir müssen dazu ein gemeinsames Verständnis entwickeln.“ – Vielen Dank für Ihr Verständnis.

402.) „Dazu müssen wir noch das Management schlau singen.“ – Augen zu, Musik an, jeah!

403.) „Haben die sich dazu schon geoutet?“

404.) „Das ist nur ein Springboard für ihn.“

405.) „Dazu sollten wir mal ein Lunch & Listen machen.“ – Da vergeht mir der Appetit.

406.) „Sie sollten das zum Networking nutzen.“

407.) „Kann das was?“

408.) „Wir kümmern uns erstmal um die low hanging fruits.“ Echt Banane.

409.) „Dazu machen wir noch eine Q’n’A-Session.“ – Ohne Frage bescheuert.

410.) „Das ist ja hier nicht Schöner Wohnen.“

411.) „Den müssen wir erstmal aufgleisen.“ – Mir entgleisen dabei die Gesichtszüge.

412.) „Bei der sportlichen Timeline haben wir keinen Room for Error.“

413.) „Die Lösung ist nicht besonders fancy.“

414.) „Sind wir da safe?“ – Sicher nicht.

415.) „Können wir nicht darauf aufsetzen?“ – Eher Entsetzen.

416.) „Gib mir nächste Woche dazu ein Update.“

417.) „Ich habe dazu mal einen Mock-Up erstellt.“

418.) „Dazu müssen wir uns beim CEO ein Ticket abholen.“ – In die Hölle.

419.) „Dazu gehen wir nochmal in den Denkteich.“ – Passt nur auf, dass ihr nicht absauft.

420.) „Haben wir da irgendwelche Stakes drin?“ – Oder Steaks?

421.) „Dann will ich das Meeting auch nicht unnötig in die Länge ziehen.“

Neu:

422.) „Der Teufel ist ein Eichhörnchen“ – Was bedeutet es nur?

423.) „Sie haben da wohl das falsche mindset.“

424.) „in a nutshell“

425.) „Das klären wir im Nachgang“

426.) „Wir dürfen die nicht überpasten.“

427.) „Damit habe ich keinen Touchpoint.“ – Anrührend.

428.) „Ich habe dazu noch Guidiance.“

429.) „Hier meine Take aways aus dem Termin.“

430.) „Das müssen wir erstmal bridgen.“

431.) „Kannst du das schon mal screenen?“

432.) „Das liegt in deinem Tanzkreis.“

433.) „Kannst du dazu mal einen kurzen Abriss geben?“

434.) „Same to you!“ – Sie mich auch.

435.) „Feel free!“ – Macht doch, was ihr wollt.

436.) „Wir brauchen hungrige Mitarbeiter!“ – Deswegen bezahlen wir sie so schlecht.

437.) „Dazu sollten wir uns am Ende nochmal tief in die Augen schauen.“ – ganz ganz tief hinein …

438.) „Das ist mein persönlicher Viewpoint.“

439.) „Das ist ein Lackmustest.“

***

Falls Sie wissen, was das mit dem Eichhörnchen auf sich hat, fühlen sie sich bitte frei, es mir im Nachgang mitzuteilen. Gerne auch weitere Phrasen und Floskeln, die hier bislang nicht aufgeführt sind.

Woche 48: Hätte Maria geahnt

Montag: „Wir müssen Arbeit neu denken“, heißt es. Nein, müssen wir nicht. Können wir gar nicht, denn „denken“ ist ein intransitives Verb, also ohne Akkusativobjekt. Wenn Sie nicht wissen, was das bedeutet, fragen Sie Google, oder wen auch immer Sie fragen, wenn Sie keine Lust zu denken haben.

Spektakulärer Kunstraub in Dresden. „Das Grüne Gewölbe wird zu einem Selbstbedienungsladen für Kriminelle“, sagt der Mann im Fernsehen. Das Bild ist indes  schief: In einem Selbstbedienungsladen zahlt man am Ende an der Kasse.

Apropos Ende: Im SPIEGEL ist zu lesen, Forscher beschäftigen sich damit, wie die Alterung und Sterblichkeit des Menschen zu besiegen ist. Welch schreckliche Vorstellung, zumal meine ganze Hoffnung darauf gründet, in spätestens vierzig Jahren für immer die Augen zu schließen.

Dienstag: Auf dem Heimweg sah ich in einem Café fünf Personen um einen Tisch herum sitzen, die sich augenscheinlich bestens unterhielten. Jedenfalls die vier, die schweigend mit ihren Datengeräten beschäftigt waren, wohingegen der fünfte, Gerätelose, etwas unmotiviert durch die Gegend schaute.

Eine Art Grünes Gewölbe auch zu Hause: Vor genau zwei Monaten befand sie hier unser Bad, und ich werde nicht müde zu hoffen, hier dereinst wieder ein Brausebad nehmen zu können, vielleicht schon in weiteren zwei Monaten.

Im übrigen bitte ich meine Lieblingsmenschen um Entschuldigung für meine baustellenbedingt schlechte Laune.

Mittwoch: „Man kann den Leuten gar nicht so sehr auf die Nerven gehen, weil sie stationär heute weniger da sind“, sagt ein Marketingexperte zum Thema musikalische Dauerbeschallung in Kaufhäusern während der Vorweihnachtszeit. „Stationär weniger da“ – wohl nur Marketingexperten gelingen solch wunderbare Formulierungen, gleichsam eine wohlklingende Alternative zum allgegenwärtigen „unterwegs“.

Neues Wort gelernt: Wenn man „ch“ wie „sch“ ausspricht, wie der Rheinländer und Jugendliche aus gewissen Kreisen es zu tun pflegen, so nennt man das „koronalisieren“.

Eine interessante These zur belebten Natur ist bei Herrn Buddenbohm zu lesen:

Wenn man im Garten einen Stein aufhebt und die Asseln darunter in wilder Bewegung sieht, vielleicht sind die gar nicht in Panik. Vielleicht machen die gerade Sport.

Donnerstag: Der Satz des Tages fiel in einer Besprechung und lautet: „Der Schuss ist schon am Pfosten, man muss jetzt nur noch reincutten.“ Danke an die Kollegin für die Inspiration zu diesem Tageseintrag.

Freitag: Ist es nicht schön, wenn „Prozesse gelebt“ werden? Siehe auch Montag.

Jetzt ist es amtlich: Spätestens am 31. Oktober nächsten Jahres wird die Eröffnung des Berliner Flughafens zum nächsten Mal verschoben.

Samstag: Kulinarische wie orthografische Überraschungen bietet der Weihnachtsmarkt:

Heute ist übrigens Kauf-nix-Tag. Scheint aber niemanden zu beeindrucken.

Sonntag: Das erste Lichtlein brennt. Hätte Maria geahnt, dass sich Menschen zweitausendundzwanzig Jahre später ernsthaft und leidenschaftlich in sozialen Ätzwerken darüber streiten, ob ein saisonal beliebtes Ziergewächs „Weihnachtsstern“ oder „Winterstern“ zu nennen ist, wer weiß, vielleicht hätte sie abgetrieben.

Woche 47: Vorfestliche Besinnlichkeit

Montag: Der Mann raucht doch nicht etwa?

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(aus General-Anzeiger Bonn)

Das Wort „Sobremesa“ kommt aus dem Spanischen und es bezeichnet den Augenblick, da man das gemeinsame Mahl beendet hat und noch plaudernd vor den leeren Tellern sitzt. Für mich war die heutige Sobremesa in der Kantine indes nur von kurzer Dauer. Nicht, weil dringende Geschäfte mich zurück an den Schreibtisch drängten, sondern wegen der zwei englisch sprechenden jungen Damen nebenan am Tisch. Während sie auf das Datengerät der einen schauten, gab die andere ihrer Verzückung Ausdruck, indem sie fortwährend „Oooh … nooo … oh my goood …“ und so weiter rief. Aufgrund akuter Gefahr, durchzudrehen und „Shut up“ oder schlimmeres in Richtung der beiden zu bellen, zog ich mich nach dem Mahl lieber in die Stille meines Büros zurück.

Dienstag: Demnach darf man es wohl auch „Frisieren“ nennen, wenn man sich eine Glatze schneiden lässt.

(aus General-Anzeiger Bonn)

Aufgrund akuter Kälte machte ich abends zum ersten Mal in diesem Herbst den Ofen in der Stube an und schaute durch die Scheibe den Flammen beim Verzehr der hölzernen Nahrung zu. Ein weiterer Grund, den Herbst zu mögen, was indes nicht jeder so sah: Die Flammen erzeugten nicht nur physische Wärme, sondern waren auch Ursache unerwarteter zwischenmenschlicher Reibungshitze, weitere Einzelheiten dazu erspare ich ihnen. Nur soviel: nichts sexuelles.

Mittwoch: Weniges bringt bereits morgens einander fremde Menschen schneller miteinander ins Gespräch als ein defekter Stadtbahnzug.

Im Werk: „Die sind proaktiv unterwegs“, sagt einer. Ein anderer sagt später, er sei heute „agil unterwegs“. Hoffen wir, dass sie irgendwann ankommen.

Ich selbst war am Abend chortechnisch unterwegs. In der Bahn musste ich einer jungen Dame beim Telefonieren zuhören: „Das war megalecker, danach waren wir megageil Cocktails trinken.“

Donnerstag: Beobachtung während der Rückfahrt vom Werk: Zwei Herren, ein älterer und ein jüngerer, standen am Bahnsteig. Nachdem die eingefahrene Bahn zum Stehen gekommen war und sich die Tür direkt vor den beiden öffnete, bewiesen sie Höflichkeit, indem sie gleichzeitig eine dem jeweils anderen Vortritt gewährende Handgeste in Richtung Wageninneres vollführten. Danach betraten sie synchron die Bahn. Eine eingeübte Choreografie hätte nicht perfekter sein können. Es hätte nur noch gefehlt, dass sie sich beim Eintreten einmal um die eigene Achse drehen und sich dabei abklatschen.

Freitag: Heute wird der Bonner Weihnachtsmarkt eröffnet. Bis Sonntag, dann macht er für einen Tag zu, weil die Kirche das so will.

An der katholischen Kirche reiben sich zurzeit die Gemüter, weil an der Baustelle des Bonner Münsters ein großes Werbeplakat eines örtlichen Handelsunternehmens seine eigene frohe Botschaft verkündet; hierdurch sollen die Sanierungskosten für das Bauwerk ein wenig gemildert werden. (Das derzeitige Vermögen der katholischen Kirche wird übrigens auf etwa zweihundert Milliarden Euro geschätzt, falls Sie mal wieder jemand um eine Spende für das Münster bittet. Aber das eine hat ja mit dem anderen nichts zu tun.) – „Profanisierung der christlichen Botschaft“, „fortschreitende Kommerzialisierung der Adventszeit und der Weihnachtsbotschaft“, so die Empörten. Zu recht: Gegen so ein Plakat erscheint der Weihnachtsmarkt darunter mit feilgebotenem Zierrat und Tinnef, Riesenrad, lärmendem Kinderkarussell und singenden Hirschköpfen an der Glühweinbude wie eine heilige Messe in stiller Nacht.

Wolfgang Herrndorf schieb 2011 in Arbeit und Struktur über den Papstbesuch in Berlin dieses:

„Daß eine Gesellschaft es sich leisten kann, eine Millionenstadt einen Tag lang lahmlegen zu lassen durch den Besuch eines Mannes, der eine dem Glauben an den Osterhasen vergleichbare Ideenkonstruktion als für erwachsene Menschen angemessene Weltanschauung betrachtet, erstaunlich.“

Samstag: Eine Frau aus dem Saarland hat sich laut Zeitungsbericht ein Motiv mit einer Maggiflasche auf den Oberschenkel tätowieren lassen. Meinetwegen, ist ja ihr Bein. Aber wie um alles in der Welt hat sie es damit auf Seite eins der Tageszeitung geschafft?

ORO beweist ein sicheres Auge für vorfestliche Besinnlichkeit im Siebengebirge.

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(aus General-Anzeiger Bonn)

Manchmal erscheint es verwunderlich, wie diese überaus dumme Spezies sich so weit entwickeln konnte.

Sonntag: Statt Instagram hier ein paar Eindrücke aus dem Messdorfer Feld, wohin mich der Sonntagsspaziergang heute führte.

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Verkehrschaos unterdessen in der Bonner Innenstadt wegen einer Umleitung. Was treibt die Menschen nur an einem Sonntag, zudem weihnachtsmarktfrei, in derartigen Massen mit dem Auto in die Stadt? Haben die nichts besseres zu tun?

Vor der Ampel stand ein Sportwagen mit zwei bärtigen jungen Männern darin, die mein Poseräffchen-Vorurteil aufs trefflichste bedienten. „Gleich rasen sie los“, so der Gedanke, während mein Blick voller Verachtung sie traf. Doch als die Ampel grünte, fuhr der Wagen an ohne übertriebene Beschleunigung, Motorbrüllen und knallende Auspufffürze. Fast war ich ein wenig enttäuscht. Meine Vorurteile sind auch nicht mehr das, was sie mal waren.

Woche 46: Sie werden ihre Gründe haben

Montag: Pünktlich zu Beginn der Karnevalssession erfreuen die Stadtwerke die Jecken und Berufstätigen vorübergehend aufgrund von Bauarbeiten mit einer neuen, kreativen Linienführung der Stadtbahn 66. Welcher von beiden Gruppen der Mann zuzuordnen ist, der morgens bei Temperaturen nahe Null mit Jacke, Laptoptasche, kurzer Hose und baren Füßen in der Bahn Richtung Königswinter stand, war auf die Schnelle nicht zu ermitteln. Wobei sich jeck und berufstätig nicht gegenseitig ausschließen, wie immer wieder zu beobachten ist, nicht nur in der Session.

In die Kantine ging ich heute Mittag unbegleitet, da die üblichen Mitesser too busy waren. Merke: Wer keine Zeit für die Mittagspause hat, hat wesentliche Teile der Kontrolle über sein Leben abgegeben.

Dienstag: Des Morgens steht ein Elektroroller quer auf dem Gehweg. Mannhaft widerstehe ich der Versuchung, das Teil umzutreten. Zudem gebührte der Tritt ja eher dem Trottel, der den Roller dort abgestellt hat.

„Wir sollten erstmal die Lernkurve nehmen, statt die eierlegende Wollmilchsau zu haben, und proaktiv die Quick Wins indentifizieren.“ Es sind Sätze wie diese, für die es sich lohnt, morgens aufzustehen.

Verkehrte Welt: An manchen Tagen liegen die Haare abends, kurz vor dem Zubettgehen, am besten.

Mittwoch: Während einer Skype-Konferenz klingelt mein Telefon. Was geht in Menschen vor, die es zwanzig mal klingeln lassen, ehe sie begreifen, dass der Angerufene gerade das Gespräch nicht annehmen kann oder will?

Zunehmend erwische ich mich mittwochabends bei der Frage, ob es ein Wort dafür gibt, wenn man etwas, das man früher sehr gerne tat, nur aus einem Pflichtgefühl heraus nicht aufgibt.

Bei Herrn jawl las ich das wunderbare Wort „sinnentnehmend“.

Donnerstag: An manchen Tagen gehe ich aus dem Haus und fühle mich genervt von Menschen, die nichts anderes tun als an anderen Tagen auch, genau deswegen.

Auf dem Fußboden der U-Bahnhaltestelle liegt ein ausgepackter Tampon, glücklicherweise augenscheinlich unbenutzt. Eines der großen Rätsel des Lebens: Warum sind Dinge, wo sie sind?

Freitag: Ein weiteres Rätsel: „Ich bin fein mit einem Slot am Nachmittag.“ Was mag Menschen im Leben schlimmes widerfahren sein, wenn sie sich einer solchen Ausdrucksweise bedienen?

Vielleicht ist das auch genetisch bedingt. Für solche Fälle hat der Geliebte eine Idee: „Kann man da nicht ein anderes Gen einspritzen, das das eine überredet, oder so?“

Samstag: Auftritt am Abend in Zell an der Mosel, wo sie „Miau“ rufen, wenn der Rheinländer „Allaaf“ meint. Sie werden ihre Gründe haben.

Sonntag: Die (mir zugegebenermaßen unbekannte) Autorin Yasmina Reza im Interview mit der FAS: „Mit dem Alter verlässt man gewisse Zonen innerhalb seiner selbst, die man einfach nicht mehr besucht.“ Das klingt angenehm herbstlich.

Am Nachmittag lockte der Herbst ein wenig vor die Tür.

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(Im Frühling kommen sie in Scharen, um die Blüte dieser Bäume zu instagramieren. Jetzt, wo sie in herbstlicher Farbschönheit stehen, interessiert das niemanden.)

Woche 45: Ein Born unnützen Wissens

Montag: Als ich am frühen Abend das Werk verließ, flog ein großer Schwarm Krähen krähend über mich hinweg. Das erinnert mich an meine Kindheit in Bielefeld, wo in den Feldern bei Oldentrup, nicht weit von meinem Elternhaus entfernt, in hohen Bäumen eine große Kolonie dieser sympathischen Vögel wohnte. Schon damals empfand ich ihr abendliches Krähen als sicheres Zeichen, dass der Herbst nun endgültig da ist, so wie heute das Lied des Laubbläsers. Doch wie den Laubbläser mochten nicht alle die schwarzen Biester: In den Achtzigern oder Neunzigern gab es Berichte, wonach an manchen Stellen die Feuerwehr beauftragt wurde, die Vögel aus den Baumkronen zu spritzen, weil sich Anwohner von ihnen gestört fühlten, ein Vorgehen, das heute wohl nicht nur die zweifelhafte PETA empören würde.

Am Abend stellte ich diverse Gegenstände, die den Herbst ihrer Nutzungszeit überschritten haben, vor das Haus, auf dass der Sperrmüllwagen sie morgen hole. Wie immer bei dieser Gelegenheit beschleicht mich dabei ein schlechtes Gewissen, das mir zuraunt: Warum stellst du das raus? Das ist doch noch gut! Vielleicht sucht jemand nach genau dieser Schale / Korbtruhe / Lampe. Andererseits ist es befreiend, sich von Sachen zu trennen. Und bis zur Abholung vergehen noch einige Stunden, vielleicht greifen die nächtlichen Sammler ja das eine oder andere Stück ab und gewähren ihm ein zweites Leben.

Dienstag: Beim Mittagessen ein neues Wort gelernt: „Huta“, was in diesen abkürzungsfreudigen Zeiten, gleichsam als Pendant zur Kita, für „Hundetagesstätte“ steht. Was woanders Grundstücke bewacht, Schafe einschüchtert, Schlitten zieht oder in den Kochtopf kommt, genießt hier Vollpension. Demnach wäre ein Kuhstall eine Rita, also Rindertagesstätte.

In welcher Art von Stätte nachfolgendes Foto entstand, war in der Kürze der Zeit nicht zu recherchieren. Man beachte das pittoreske Trinkmöbel und die Bommel am Hosenbund des lässigen Herren. Kaum zu fassen, dass „Anzugträger“ in manchen Kreisen noch immer ein beliebtes Schimpfwort ist.

Mittwoch: Nicht nur in Journalistenkreisen sind im Zeitalter allwissender Apps Grundkenntnisse in Bruch- und Prozentrechnung vorteilhaft.

(General-Anzeiger Bonn)

Donnerstag: „Rettet den Wald! Esst mehr Spechte!“, lese ich an einem Lastwagen auf der Autobahn 1 in Richtung Norden.

Freitag: Fahrt nach Daun in der Eifel zum Chorwochenende bis Sonntag. Obwohl Singen glücklich macht, hält sich meine Lust in Grenzen. Aber das ist ja manchmal die beste Voraussetzungen dafür, dass etwas richtig gut wird.

Richtig gut ist die Jugendherberge. Statt rotem Tee aus einer großen Blechkanne trinke ich weißen Wein zum Abendbrot. Danach macht das Singen noch glücklicher.

Samstag: Nach dem Mittagessen spazieren wir durch den Wald und um ein Maar herum. Währenddessen preist Chorbruder A die kulinarischen Vorzüge von Hagebuttenmark, ein Wort, das ich bis dahin nie hörte, und das in mir die Vorstellung auslöst, wie ein Junge namens Marc mit einem Korb voller roter Früchte auf dem Dauner Marktplatz steht und die Leute sagen: „Kuck mal, da ist ja unser Hagebutten-Marc!“ Eine fast identische Geschichte ließe sich über Tomaten-Marc erdenken; bei Knochen-Marc ist indes etwas mehr Phantasie vonnöten.

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In der Nacht zuvor waren augenscheinlich Außerirdische zum Zwecke der Eiablage in den Eifelhöhen gelandet.

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Sonntag: „Du bist wirklich ein Born unnützen Wissens“, sagt ein Chorbruder zu einem anderen mit umfangreichem Allgemeinwissen. Wenn auch etwas gemein – ein Satz, den ich mir merken muss, da sich für ihn sicher ein Anwendungszweck finden lässt.

Im Übrigen bin ich der Meinung, dass die Bundeswehr – wie auch jede andere Armee – in anderen Ländern nichts zu suchen hat.