Woche 39/2026: Menschen in für bayrisch gehaltener (Ver-)Kleidung

Montag: Die Erfahrung lehrt, mit zunehmendem Alter fällt es immer schwerer, ein durchgefeiertes Wochenende zu verkraften, der Montag stellt die Quittung aus in Form tiefer Müdigkeit. Wie vergangene Woche berichtet, war ich seit dem Donnerstag mehr oder weniger gut am Glas, die Nächte kurz, dementsprechend die Erwartung an den heutigen Tag. Doch nichts davon, auch am frühen Nachmittag blieb die Müdigkeit im erträglichen Rahmen. Manchmal ist es überraschend.

Aufgelockert wurde der Arbeitstag vormittags durch eine Brandschutzübung, die sich durch selbsttätiges Zufallen der Flurtüren ankündigte, wenig später ging das Alarmgetöse los. Bei diesen Gelegenheiten wächst mir als eingewiesenem Brandschutzhelfer eine gewisse Autorität zu, sobald die grellorange Warnweste angelegt ist. Dann bin ich befugt, alle Anwesenden ungeachtet ihrer Stellung und Position aus den Büros zu treiben. Doch gab es nichts zu treiben, die wenigen, die heute überhaupt anwesend waren, verließen das Gebäude unaufgefordert.

Dienstag: „TICKETS HIER ERHÄLTLICH!“ schreit am Rheinufer den Flaneur das Plakat an einem Büdchen der Bonner Fähr- und Fahrgastschifffahrt entgegen. Wozu das Ausrufezeichen? Gilt heute nur noch das geschriene Wort?

Wenige Meter weiter mahnen Aufkleber an Lampenmasten: „Jemand liebt dich. Geh vorsichtig.“ Erst bei genauerem Hinsehen war zu erkennen, dass das Jesusreklame einer christlichen Initiative ist. Als überzeugter Skeptiker gegenüber Religionen aller Glaubensrichtungen beschleunigte ich meine Schritte wieder etwas, zumal der Beworbene, wenn es ihn gibt, auch bei unvorsichtigem Schritt vor Unheil bewahren sollte. Wobei ich den Spruch jenseits religiöser Zusammenhänge durchaus sympathisch finde. Etwas weiter ein weiterer Aufkleber, mit unklarer Aussage: „Anti Colonia“. Vielleicht von einer Düsseldorfer Bewegung angebracht.

Auf den Bürofluren herrschte gestern und heute angenehme Ruhe, weil alle, die wichtig sind, sich dafür halten oder dafür gehalten werden, auf einer Tagung weilten.

Mittags traf ich mich zum Essen mit einem lieben Kollegen, danach gingen wir ein wenig durch den Park. Dort trafen wir auf ein seltsames Insekt, das das allwissende Netz als Schwarzen Moderkäfer in Abwehrhaltung identifiziert.

Schwarzer Moderkäfer

Wie immer mit diesem Kollegen kamen wir auf das Thema Ende der Menschheit zu sprechen, wobei wir uns einig sind, dass der Mensch schon sehr weit fortgeschritten ist in seinen Bemühungen zur baldigen Auslöschung der Spezies. Die Frage ist nur noch, wann und wie. Im Falle eines Atomkriegs hoffe ich auf so viel Vorlauf, dass die Zeit reicht, um aus dem Keller die besten Weine zu holen und im Beisein meiner Lieben mit dem Glas in der Hand in angenehmem Rausch das Ende abzuwarten.

Apropos Rausch und Auslöschung: Überdurchschnittlich viele Blogs, die ich regelmäßig lese, kommen aus München. Unter den Bloggerinnen (fast alle sind Frauen beziehungsweise weiblich gelesene Personen) herrscht große Übereinstimmung bezüglich der Lästigkeit des derzeit tobenden Oktoberfestes, treffend auch als Intersuff bezeichnet. Gleichsam aus solidarischen Gründen suchte ich auf dem Fußweg von der Arbeit das Bayrische Wirtshaus in der Innenstadt auf und ließ ein Oktoberfestbier kommen.

Mittwoch: Anknüpfend an das Endzeitgespräch mit dem Kollegen gestern Mittag denkt der amerikanische Präsident entgegen aller Warnungen gar nicht daran, die Weiterentwicklung der Künstlichen Intelligenz zu bremsen, berichtet die Zeitung. Zudem wünscht er, künftig nicht mehr von Künstlicher, sondern „Superintelligenz“ zu sprechen. Wir sind verloren. Einziger Trost: Korkenzieher funktionieren rein mechanisch.

Donnerstag: Morgens begegnete mir in der Innenstadt ein Mann unter aufgespanntem Regenschirm, obwohl es weder regnete, noch zuvor geregnet hatte oder regnen sollte. Auch die im vergangenen Sommer besonders häufig zu beobachtende Gewohnheit, zum Schutz gegen die Sonnenglut einen Schirm aufzuspannen, schied als plausible Erklärung aus, da diese sich noch hinter Wolken über Beuel verbarg. Vielleicht befürchtete er, der Himmel falle ihm auf den Kopf, man weiß ja nie, was in den Leuten so vorgeht.

„99 – Nicht einsteigen“ lautete die Zielbezeichnung eines Linienbusses, darin zahlreiche Fahrgäste. Vielleicht Analphabeten.

Am Rheinufer staunte ich über einen Radfahrer, der während der Fahrt den Rucksack abnahm, darin kramte und ihn anschließend wieder – ja was eigentlich: anlegte? umschnallte? auf rheinisch: anzog – jedenfalls hing er am Ende wieder rucksackgemäß an seinem Rücken. Für jemanden wie mich, der nicht freihändig fahren kann, jedes Mal wieder eine bemerkenswerte Leistung.

Nach Ankunft am Turm hörte ich einen das Wort „Qualitätsarschloch“ in sein Telefon sprechen, vielleicht hatte ich mich auch verhört, wüsste allerdings nicht, was er stattdessen gesagt haben könnte. Jedenfalls ein Wort mit mannigfachen Deutungsmöglichkeiten.

Auf dem Rückweg genehmigte ich mir am Rheinpavillon ein Feierabendbier, auch wenn es zweifellos unvernünftig ist, ständig Bier zu trinken. Doch ist anzunehmen, dass der untere Trinkbereich direkt am Fluss bald wieder saisonal geschlossen wird, und wer weiß, wie lange wir überhaupt noch Bier trinken können, siehe oben.

Wolken über Beuel
Feierabend

Freitag: Manchmal kommen ohne äußeren Anlass Gedanken, zum Beispiel dieser: Das Wort „Demokratien“ könnte man analog zu Kroatien auch „Demokrazien“ aussprechen und hätte damit einen schönen Namen für ein Land, falls mal ein neues gegründet werden sollte.

Ansonsten, da sich heute in meiner persönlichen Hör- und Sichtweite nichts berichtenswertes ereignet hat, einige Wörter, die ebenfalls im Laufe der Zeit spontanen Gedanken entsprungen sind und zur späteren Verwendung notiert, indes nie verwendet wurden: Dreierlikör, Videoschelte, Urinanreicherung, Bandscheibenvorteil, Antipastis. Gelegentlich mehr davon.

Samstag: Der Rheinpegel hat ein weiteres Rekordtief erreicht, also noch niedriger als im Sommer, und daran soll sich in absehbarer Zeit nichts ändern. Dennoch fahren weiterhin Schiffe, wenn auch weniger als sonst und mit geringer Ladung. Während des an die Altglas- und Leergutentsorgung anschließenden Spaziergangs sah ich einen Schubverband mit Containern, der sich nicht viel schneller als Schrittgeschwindigkeit rheinaufwärts bewegte, als fürchtete der Schiffsführer, jeden Moment aufzusetzen. Vom Heck aus waren immer wieder kratzende Geräusche zu vernehmen, als hätte die Schiffsschraube Bodenberührung gehabt. Hier ist der Mensch machtlos, trotz technischem Fortschritt, Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz. Den Rhein kann nur ausgiebiger Regen im Süden füllen, und der ist nicht in Sicht.

Niedrigwasser
Vielleicht wären sie doch besser zur Schule gegangen und hätten Groß-/Kleinschreibung gelernt

Abends besuchten wir das Oktoberfest der Karnevalsgesellschaft, man muss dazu nicht nach München reisen. Auch hier zahlreiche Menschen in für bayrisch gehaltener (Ver-)Kleidung. Musikalisch begleitet wurde der Abend von der Tiroler Band „Wildbach“, die nicht nur sehr ausdauernd spielte, sie war auch richtig gut, mit einem sehr breiten musikalischen Repertoire. Dennoch war ich froh, als ich später im Bett lag; mein Bedarf an Geräusch, Menschen und Hellbier war gründlich gedeckt. Vermutlich spielte Wildbach da immer noch.

Sonntag: Nach Tagen, an denen morgens auf dem Fahrrad Handschuhe angebracht waren, ist der Sommer noch einmal zurückgekehrt mit Sonnenschein, blauem Himmel und Temperaturen deutlich über zwanzig Grad. Der übliche Spaziergang am Nachmittag führe an der Hofgartenwiese vorbei, wo sich zahlreiche Menschen in unterschiedlichen Entkleidungsstadien tummelten. Ich setzte mich auf eine freie Bank und schaute dem Treiben zu, vor mir spielten einige junge Männer Fußball. Bald geschah Unerwünschtes: Der Fußball rollte direkt auf mich zu, unter der Bank hindurch, kurz dahinter blieb er im Herbstlaub liegen, die Blicke der Fußballer gingen in meine Richtung. Ich hätte es ignorieren können, jedoch eine innere Macht, die nicht meinem Einfluss unterliegt, entschied, meine tiefe Fußballabneigung vorübergehend zu überwinden, mich von der Bank zu erheben und den Ball in Richtung der Jungs zu treten. Erster Gedanke, als ich wieder bei klarem Verstand war: Hoffentlich filmt das niemand. Es ging jedoch gut, ich traf den Ball, was keineswegs selbstverständlich ist, und er rollte in die gewünschte Richtung, man bedankte sich. Sicherheitshalber wechselte ich anschließend die Bank.

Hofgarten

„Moment der Wahrheit: Wenn dein Körper komische Geräusche macht. Zeit für Altersvorsorge.“ So wirbt eine Versicherung in der Südstadt. Verstehe ich nicht: Spätestens sobald ein Mensch das Sprechen erlernt hat, beginnt sein Körper, komische Geräusche zu machen.

Die Innenstadt ist wegen des Bonnfestes an diesem Wochenende voller langsam gehender Menschen, die Außengastronomien sind gut belegt, dazu an mehreren Stellen laute Leifmusik. Da sich mein Verlangen danach weiterhin in Grenzen hielt, sah ich entgegen sonstiger Gewohnheit und ungewohnter Vernunft folgend davon ab, mich auf ein Getränk niederzulassen. Stattdessen begab ich mich nach Hause auf den Balkon, wo dieser Wochenrückblick vollendet wurde.

Zum Schluss Werbung: Am Sonntag, 18. Oktober darf ich mit drei anderen Schreibern wieder was vorlesen, darauf freue ich mich sehr. Falls Sie in der Nähe sind und nichts besseres zu tun haben, kommen Sie gerne dazu. Weiteres dazu hier.

***

Vielen Dank für die Aufmerksamkeit, kommen Sie gut durch die Woche.

17:00

Woche 38/2026: Man muss die Gelegenheiten nutzen, solange es noch möglich ist

Montag: Manchmal muss man sich aufraffen. Und also raffte ich und besuchte nach einem von montäglicher Müdigkeit überschatteten Arbeitstag eine Chorprobe. Schon seit längerem reizt es mich, nach jahrelanger Gesangsabstinenz wieder gemeinsam zu singen, und so fand ich im Netz diesen gemischten Chor, der montagabends in fußläufiger Nähe zu unserer Wohnung probt. Dort versuche ich mich nun im Tenor, es ging schon ganz gut und war sehr erfreulich. Der gesellige Teil passt auch, nach der Probe begab man sich zum gemeinsamen Getränk in einen nahegelegenen Pub. Dadurch war ich erst recht spät zu Hause, weshalb vorstehende Zeilen erst am Dienstagmorgen notiert worden sind.

Dienstag: Während des Mittagessens sah ich draußen einen jungen Kollegen vorbeigehen in Hemd und eng geschnittener Anzughose mit (früher: zu) kurzen Beinen, unter denen seine bloßen Fesseln hervortraten. Soweit nichts besonderes. An den Füßen trug er keine oder nur minimale Socken und braune Lederslipper. Das sah, mit Verlaub, so richtig scheiße aus.

Die Büromüdigkeit von gestern setzte sich am Nachmittag fort, das ist ungewöhnlich, normalerweise legt sie sich ab dienstags. Vielleicht das Wetter, wobei das heute mit Sonnenschein von blauem Himmel sehr freundlich war, vielleicht die Zeiten an sich. Dem Vernehmen nach bin ich nicht der einzige, den derzeit erhebliche Müdigkeit plagt.

Büromüde ist auch Herr Buddenbohm, dem es wieder gelungen ist, mein Empfinden perfekt in Worte zu fassen, besser, als ich es könnte:

Es geht bei mir auch gar nicht darum, dass der Job so furchtbar wäre, andere Menschen machen fraglos Schlimmeres durch. Es ging eher darum, dass ich mit mir und meiner Freizeit so hervorragend klarkomme.

Ich habe keine Variante von FOMO, die mich seelisch benagen würde. Ich habe etliche Interessen, ich kann mich sehr gut selbst beschäftigen, und meist will ich das auch. Wenn ich das aber einmal nicht will, kann ich auch problemlos die vielsagenden Raufaserbetrachtungen dort fortsetzen, wo ich beim letzten Mal aufgehört habe. Und auch das ist gut so.

Nein, nicht der Horror des Büros ist das Problem. Es geht eher darum, dass mich diese Berufstätigkeit viel zu viel Zeit kostet. Nämlich entschieden mehr, als ich ihr an Bedeutung zumessen kann. Das mag bei manchen Traumberufen anders sein, wie ich neidlos zugestehen möchte, ich aber habe einfach nur einen Job und kann ihn kaum als Herzenswunscherfüllung betrachten. Oder nur zu eher geringen Anteilen.

Nach diesem Job sind jedenfalls erschreckend wenig Stunden des Tages übrig für so essentiell wichtige Dinge wie etwa Spaziergänge, Mittagsschlaf, Schreiben, Lesen und Denken. Es kommt mir seit Jahren schon unpassend vor, wie diese Sache mit der Berufstätigkeit den Alltag rücksichtslos dominiert – und dabei ist es in meinem Fall schon Teilzeit, seit vielen Jahren sogar. Problem.

Zu ergänzen wäre noch, dafür jeden Morgen zur Unzeit das Bett verlassen zu müssen. Der Bundeskanzler würde sich im Grabe umdrehen, wenn er nicht noch lebte.

Abends nach des Tages Mühen traf ich mich mit dem Kollegen im Biergarten. Man muss die Gelegenheiten nutzen, solange es noch möglich ist.

Biergartenhimmel

Mittwoch: WDR 4 spielt bekanntlich die größten Hits der Achtziger – Eine der wohl großartigsten Liedtextzeilen deutschsprachiger Musik hörte ich morgens beim Zähneputzen, sie steckt in „Monopoly“ von Klaus Lage und lautet: „Mama hebt Kaffeegläser auf für‘n Gelee – du bist schon ewig in der IG Chemie“. Lyrik vom Feinsten.

An der Adenauerallee hat der Rückbau der Radspuren begonnen, gelbe Streifen zeigen an, wie es wird, nachdem der erst vor einem Jahr (oder schon zwei? Die Zeit rast so) aufgebrachte rote Belag wieder abgefräst wurde. Wir erinnern uns: Unter der damaligen Grünen-Stadtführung wurden die äußeren Fahrstreifen der einst vierspurigen Straße umgewidmet zu Radspuren, zunächst nur testweise und befristet. Das führte zu heftiger Kritik, motorisierte Kreise prognostizierten den völligen Zusammenbruch des Straßenverkehrs. Der trat wider Erwarten nicht ein, jedenfalls nicht dort: Zwar staute es sich zu bestimmten Zeiten, das passierte indes auch schon vorher bei Vierspurigkeit. Als regelmäßiger Radfahrer hätte ich die breiten Spuren nicht unbedingt benötigt, wäre mit den vorherigen Schutzstreifen auch weiterhin zufrieden gewesen, dennoch war ich angemessen begeistert, dass sich nicht mehr alle anderen Verkehrsteilnehmer den Autos unterordnen müssen.

Dann wurden die Grünen-Oberbürgermeisterin abgewählt und die CDU übernahm. Eines ihrer Wahlversprechen war die Rückkehr zur vierspurigen Straße. Sehr gelegen kam da die plötzliche Sperrung der Nordbrücke über den Rhein für die nächsten Jahre wegen massiver Schäden. Der Verkehr sucht sich nun andere Wege, auch – logisch – über die Adenauerallee. Man ist ja auf das Auto angewiesen. Deshalb nun der Rückbau der Radstreifen. Der soll nicht nur den alten Zustand mit vierspuriger Autofahrbahn und Schutzstreifen für Fahrräder wiederherstellen, vielmehr soll der südliche Abschnitt für Fahrräder ganz gesperrt werden. Es gäbe ja Ausweichrouten durch die Kaiserstraße und am Rhein. Das stimmt, bedeutet jedoch Umwege, und die schätzen Radfahrer gar nicht. Ich werde also weiterhin morgens auf dem Hinweg auf der Adenauerallee fahren, so lange es erlaubt ist, einfach weil es die kürzeste Strecke ist.* Danach an der Kaiserstraße, über deren völlig absurde Aufteilung der Spuren für Autos, Fahrräder und Fußgänger ich später mal berichten werde. Es wird meinen Arbeitsweg nur unwesentlich verlängern. Zurück fahre ich seit Jahren ohnehin schon am Rhein entlang, weil es – abgesehen von einigen irren Renn- und Lastenradfahrern sowie Läufern auf dem Radweg – schöner ist und ich nachmittags mehr Zeit habe.

*Siehe Eintrag am Sonntag

Verkehr(t)spolitik

Übrigens fahren heute wieder sechs der im Juni wegen Sicherheitsmängeln aus dem Betrieb genommenen sechzig Stadtbahnwagen. Weiterhin fährt die Linie 66 nur zwischen Bonn Hbf und Villich, auf allen anderen Abschnitten ist Schienenersatzverkehr eingerichtet. Warum sie nicht wenigstens bis Siegburg fährt, dann eben mit Einzelwagen statt in Doppeltraktion, ist auch etwas, das ich nicht verstehe. Vielleicht weiß es die CDU, verrät es aber nicht.

Vormittags fühlte ich mich angemessen bezahlt, weil ich mir in einem Info Call Verbalien anhören musste wie „Wir brauchen einen Mindset-Shift“, „Da steckt die Musik drin“, „Was macht das mit [den Mitarbeitern]“, „Das ist fancy / techy“ und mehrfach in einem Vortrag „ähm … genau“.

Sehenswertes Licht morgens …
… und abends

Donnerstag: „bowls before bills“ las ich morgens auf einem Bodenaufsteller vor einem Speisewagen auf dem Marktplatz. Es mag einzig an meinen mangelhaften Englischkenntnissen liegen, dass ich nicht den Hauch einer Ahnung habe, was es bedeutet.

Wie am Dienstag vom Hamburger Mitblogger treffend dargelegt, gibt es viele Gründe, die gegen eine weitere Teilnahme am Erwerbsleben sprechen, vor allem zeitliche. Doch lassen sich, wenn man ein wenig darüber nachdenkt, sofern es die Zeit zulässt, auch welche finden, die für die Fortsetzung beruflicher Bemühungen sprechen, wenn auch vielleicht nicht ganz so viele. Neben dem regelmäßigen Einkommen, über dessen Höhe ich persönlich insbesondere im Verhältnis zur Tätigkeit keinen Grund zur Klage habe, sind das die sozialen Kontakte.

Dazu gehört die geschäftlich veranlasste Feier mit Essen, Trinken und angenehmen Gesprächen heute Abend in Köln-Porz-Wahn, mit Übernachtung im Hotel. Deshalb habe ich den planmäßig freien Tag dieser kleinen Woche vorsorglich auf morgen verlegt. Auch das gehört auf die Liste der Gründe für die weitere Berufstätigkeit: die Vorfreude auf den nächsten freien Tag. (Was, wenn man es unbedingt negativ sehen will, vergleichbar ist mit dem schönen Gefühl, wenn der Schmerz nachlässt.)

Die Zimmerausstattung des Hotels lässt keine Wünsche offen
Gleiches gilt für das kulinarische Angebot auf der Abendveranstaltung

Freitag: Als morgens früh das Hotel erwachte mit fernem Duschenrauschen, Türenklappen und Aufzugsurren, konnte ich noch liegen bleiben, was wiederum für ein Leben als Privatier bzw. Ruheständler spricht. Ansonsten war der Vorabend sehr unterhaltsam gewesen und vielleicht ein kleines bisschen zu alkoholisch.

Nicht nur Friseursalons und Fahrradläden legen sich Namen aus zweifelhaften Wortspielen zu wie „Haarmonie“ oder „Unplattbar“, mittlerweile scheuen auch Anbieter veterinärer Dienstleistungen nicht davor zurück. So sah ich heute während der Rückfahrt mit dem Bus aus Porz-Wahn in Niederkassel-Ranzel eine Praxis mit dem Namen „Physio-TIER-apie.

Ansonsten verdrömmelte ich einen großen Teil des freien Tages auf dem Sofa, weil der Vorabend etwas nachwirkte.

In der Kölner Innenstadt wird unterdessen eine öffentliche Toilette permanent überwacht, wofür direkt daneben ein kleines Wachhaus aufgestellt wurde, berichtet die Zeitung. Die jährlichen Kosten belaufen sich auf 344.000 Euro (somit weniger als ein Prozent der jährlichen Ausgaben für die Bonner Oper). Laut Stadt ist das erforderlich, um eine „missbräuchlichen Nutzung der Toilette (beispielsweise als Ort des Drogenkonsums oder als Schlafstätte)“ zu unterbinden. Da wundere sich noch jemand, dass die Kommunen pleite sind.

Wie die Zeitung weiterhin meldete, sind in Bonn seit heute neun Stadtbahnwagen wieder im Einsatz. Dadurch kann der Schienenersatzverkehr zwischen Villich und Siegburg am Montag enden. Ein Lichtblick; wenn es in dem Tempo weitergeht, kann man schon Weihnachten wieder mit der Bahn nach Bad Honnef fahren.

Samstag: Morgens fuhren wir ins Ostwestfälische, wohin die Nichte zur Hochzeit geladen hatte. Ein besonderes Erlebnis war die Fahrt zusammen mit dem Brautpaar in einem 1964 gebauten VW-Bus von Bünde-Muckum, wo in der örtlichen Kirche die Ja-Worte fielen, nach Melle-Wellingholzhausen, wo der Anlass angemessen gefeiert wurde. Während der Fahrt winkten immer wieder Passanten und hoben Daumen; ob sie dem Brautpaar, dem historischen Fahrzeug oder der Kombination aus beidem galten, war nicht eindeutig erkennbar. Dem dieses festhaltenden Kleinblogger auf der Rückbank sehr wahrscheinlich jedenfalls nicht. Der Pastor sprach übrigens wunderbares, breites Ostwestfälisch, was uns womöglich nur auffiel, weil wir seit nunmehr siebenundzwanzig Jahren im Rheinland leben.

Vor Abfahrt
Kurz danach

Es wurde gut gegessen und etwas getrunken, viel gelacht, geklönt und erinnert, später ausführlich getanzt. Auffallend hoch die Anzahl junger Anzugträger in weißen Sniekern. Erst in den frühen Morgenstunden waren wir im Hotel, das wir nach längerer Wartezeit in einem profanen Taxi anfuhren. Es reichte dann auch.

Sonntag: Nach Rückkehr in Bonn schloss sich der sonntagsübliche Spaziergang an, heute durch West- und Südstadt an den Rhein. Die Luft ist herbstlich, die Menschen wieder angezogener, die Daunenjackendichte deutlich erhöht, nur hier und da läuft noch eine kurze Hose durchs Bild. Das Laub der Kastanien nicht nur an der Poppelsdorfer Allee ist gelblich gefärbt, darunter liegen ihre stacheligen Fruchtkörper und braunglänzenden Früchte, die niemand mehr aufzusammeln sich die Mühe macht. In den Vorgärten der Südstadt legen die Hortensien ihre welkende Herbstpracht an, Astern blühen, außerdem eine einzelne verspätete Magnolienblüte.

Poppelsdorfer Allee
Magnolie

leckere belegte Brötchen preist ein Lokal per Außentafel an. Warum „lecker“? Abgesehen davon, dass dieses Wort für meinen Geschmack ein möglichst zu vermeidendes Unwort ist, was will man damit sagen? Fürchtet man, der Wohlgeschmack der Brötchen könnte ohne dieses Attribut in Frage gestellt werden? Immerhin, und das ist keineswegs selbstverständlich, wurde davon abgesehen, das Wort auch noch in Anführungszeichen zu setzen.

Wie ich weiterhin sah, hat die Stadt ihre Ankündigung wahrgemacht und verbietet nun per entsprechendem Schild das Radeln auf dem südlichen Abschnitt der Adenauerallee. Die motorisierte Mehrheit wird es gutheißen, also werde ich mich, obwohl ich die Entscheidung für grundfalsch halte, als Befürworter der Demokratie und gehorsamer Bürger fügen. Ab morgen also über die Kaiserstraße.

..

Außerdem sah ich eine Zahl, die mich gemahnte, endlich mal wieder eine der tausend Fragen zu beantworten.

Frage 129 lautet: „Woran denkst du, bevor du einschläfst?“ Für den Moment, nachdem das Licht gelöscht ist und ich mich in Erwartung möglichst angenehmer Träume in Seitenlage begebe, die Decke bis zu Hals hochgezogen, habe ich mir seit längerem angewöhnt, fünf Fragen zum scheidenden Tag zu beantworten: 1) Was war heute gut? (Mindestens drei Nennungen), 2) Was hat mir heute missfallen?, 3) Welchem interessanten Menschen bin ich begegnet?, 4) Wie gut war der Tag insgesamt (auf einer Skala von 1 bis 10) und 5) Was erhoffe ich für den nächsten Tag? Ursprünglich waren es mal zehn Fragen, doch kam ich selten über die fünfte (Was habe ich heute zum ersten Mal getan?) hinaus, weil mir dazu oft nichts einfiel und ich darüber einschlief.

***

Vielen Dank für die Aufmerksamkeit, kommen Sie gut durch die Woche und in den kalendarischen Herbst.

19:30

Woche 37/2026: Man muss es sich schön machen

Montag: Zurück in der rauhen* Wirklichkeit des Erwerbslebens, wobei der erste Nachurlaubstag erträglich war. Im Maileingang eine gemeinsame Nachricht einer Kollegin und eines Kollegen aus Herford, mit Bild der beiden. Darin gratulieren sie mir (und sich selbst) zum vierzigjährigen Dienstjubiläum, wir fingen zusammen am 1. September 1986 an und sind die letzten Verbliebenen unseres Jahrgangs, die noch diesem Unternehmen angehören.

*Ich weiß, nach gültiger Rechtschreibung schreibt man „rauen“. Wie schon früher dargelegt, erscheint es mir unvollständig ohne h. Aus ähnlichen Gründen schreibe ich weiterhin „Phantasie“.

Ansonsten fand ich manche Gewerke, die ich vor dem Urlaub zurückließ, weiterhin unerledigt vor, wobei in den zwei Wochen nichts angebrannt ist, wie manche es auszudrücken pflegen. Vielmehr haben sich andere Kollegen der Themen angenommen, was die nicht neue und beruhigende Erkenntnis bestätigt: Jeder ist ersetzbar. Aus Zeitgründen schaffte ich es nach dem Mittagessen nicht, in den Pressespiegel zu schauen, wie mir erst jetzt anlässlich der Tagesnotiz auffällt. Ich werde wohl nichts verpasst haben.

Am frühen Abend zog ein kleines Gewitter westlich vorüber. Die häusliche Stimmung ist unterdessen unbewölkt.

Dienstag: Ebenfalls nicht neu die Erkenntnis am Morgen im Bad, nur bislang (mutmaßlich, ich habe diesbezüglich keinen genauen Überblick mehr, manchmal staune ich beim Lesen älterer Beiträge, was schon alles notiert ist ) noch nicht aufgeschrieben: Die Radiosender Nostagi in Frankreich und WDR 4 haben eine größere musikalische Schnittmenge.

Man muss sich auch den Alltag möglichst schön machen. Dazu gehört für mich, zweimal die Woche zu Fuß zum Büro und zurück zu gehen, was in Zeiten der gesperrten bzw. im Abbruch befindlichen Nordbrücke und weiterhin stillstehender Stadtbahnwagen in Bonn ohnehin die derzeit sinnvollste Art der Fortbewegung ist.

Auch das schrieb ich vermutlich schon – Nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub: Unser Haus für den nächsten Aufenthalt in Malaucène ist reserviert. Es ist immer schön, wenn man sich auf etwas hinfreuen kann, und wenn es erst in einem Jahr ist.

Auf dem Rückweg hielt ich Einkehr am Rheinpavillon. Man muss es sich schön machen. Bei Bedarf mit etwas Alkohol.

Morgens – bitte nehmen Sie die leuchtenden Fenster des Hotels rechts mit demselben Entzücken zur Kenntnis wie ich
Nachmittags

Mittwoch: Bekanntlich wird eine Behauptung durch ständige Wiederholung nicht wahrer, auch wenn mancher Präsident das glaubt. Ebenso verliert so manche Tatsache dadurch nicht an Wahrheit, wie heute wieder ein während der Rückfahrt vom Werk entgegenkommender Radfahrer bestätigte: Die einfachste und effizienteste Methode, einen gutaussehenden Mann zu entstellen, ist ein Schnauzbart.

Spontaner Gedanke, woher auch immer er kam; manchmal kommen sie einfach und verschwinden schnell wieder, wenn sie nicht sofort notiert werden wie dieser: Ehrgeiz ist ein seltsames Wort, jedenfalls in Bezug auf seine Bedeutung. Gleiches gilt für Eifersucht.

Donnerstag: Ein neues Lokal am Friedenplatz bietet Loaded Kaiserschmarrn an. Ich werde es wohl in absehbarer Zeit nicht aufsuchen.

Gehört in einer Besprechung: „Du musst aufpassen, dass du sie nicht lost lässt.“

Nachmittags sah ich im Empfangsbereich einer Arztpraxis ein kleines Plakat, darauf Snoopy und Charly Brown von hinten. Es schien dort schon etwas länger zu hängen, denn das darauf besprochene Thema ist längst nicht mehr Gegenstand allgemeinen Interesses, gleichwohl ließe sich der kleine Dialog auf zahlreiche andere Themen übertragen. Sprechblase über Snoopy: „Die beste Waffe gegen Corona ist gesunder Menschenverstand.“ Antwort Charly: „Oh je, wir sind verloren. Die meisten sind unbewaffnet.“

Freitag: Dann war die erste Arbeitswoche nach dem Urlaub schon wieder vorbei, sie zog sich nicht mehr als eine Urlaubswoche. Was wiederum verdeutlicht, wie schnell die Zeit vergeht.

Erkennbar wird das auch daran: Heute ist der elfte Neunte, oder Neinilewen, wie modern wirken wollende Menschen sagen. Vor fünfundzwanzig Jahren ereigneten sich die spektakulären Anschläge in Amerika mit den Einstürzen der beiden Bürotürme als grausiges Finale; vielfach wieder der Satz zu hören und lesen, wohl jeder könne sich noch erinnern, wo er gerade war, als er die Nachricht vernahm. Trotz allem Grauen und Leid, das diesem Tag innewohnte, bin ich auch heute noch fasziniert von der organisatorischen Meisterleistung der Täter: von der Idee über die Planung bis hin zur Ausführung. Missverstehen Sie mich bitte nicht, selbstverständlich war und bin ich darüber genauso entsetzt wie Sie. Man kann auch missbilligend fasziniert sein. Im Übrigen weiß auch ich, was ich an diesem Tag gemacht habe: Ich besichtigte nachmittags eine Wohnung in der Weststadt, in die wir wenig später einzogen.

Zurück im profanen Alltag: Ein Kollege bescheinigte den Mitarbeitern eines Dienstleisters „junioriges Denken“, was ich mir merken muss; das lässt sich bestimmt hier und da anbringen.

Ansonsten gehört: „Das ist so semi-geil“. Muss ich mir nicht unbedingt merken.

Nachmittags sah ich erstmals wieder zwei Stadbahnwagen des zurzeit stillstehenden Bautyps über die Kennedybrücke fahren. Das lässt hoffen, dass bald weitere folgen.

Samstag: Nach einem insgesamt angenehmen Tag, an dem mir nichts ein- oder aufgefallen war, das hier zu notieren wäre, fuhren wir abends auf Pützchens Markt, der Großkirmes auf der anderen Rheinseite. Nicht, weil wir uns nach Lärm und Menschenmassen sehnten, sondern weil wir Bier-Freimarken von der Bonner Ehrengarde hatten, die wir nicht verfallen lassen wollten, weil das womöglich Unglück bringt, und das will keiner.

Wo wir schon mal dort waren, kämpften wir uns durch bis zum Riesenrad und fuhren damit. Von oben erhielten wir einen guten Überblick über das bunte Markttreiben und die teils irrsinnigen Fahrgeschäfte, wo man in hoher Geschwindigkeit in alle vertikalen wie horizontalen Richtungen geschleudert wird und hinterher womöglich nicht mehr seine eigene Geschlechtszugehörigkeit weiß. Da lobe ich mir die gemächlichen Rotationen des Riesenrades, auf und nieder immer wieder, bis man wieder wohlbehalten aussteigt.

Anschließend, vielleicht noch im Höhenrausch, gelüstete es mich nach einer Fahrt im Aeronaut, eine Art großes Kettenkarussell, bei dem die rotierenden Sitze bis zur Spitze eines hohen Mastes gefahren werden. Wie hoch, weiß ich nicht in Metern, jedenfalls höher als das Riesenrad. Da meine Lieben es bevorzugten, stattdessen Bier zu trinken, stellte ich mich allein in die Warteschlange, nachdem ich das Ticket erworben hatte. Hierfür machte ich eine Ausnahme vom Grundsatz, nichts ohne Notwendigkeit zu tun, für das ich längere Zeit in einer Schlange stehen muss; in der Tat war das Verhältnis zwischen Warten und Fahren ungünstig. Jedenfalls hat es sich gelohnt und mit beglücktem Grinsen kehrte ich anschließend auf den Boden und zu den Lieben zurück.

Äußerst beglückend auch die Ruhe, als wir wieder zu Hause waren und den Abend mit Rosé auf dem Balkon abschlossen.

..

Sonntag: Seit dem Vormittag regnete es, deshalb erfolgten Frühstück und anschließende Lektüre der Sonntagszeitung auf dem Balkon unter der Markise, das war sehr gemütlich. Weniger gemütlich und noch weniger erheiternd die Themen in der Zeitung: Erstarken der AfD, Gefährdung der Stromversorgung durch Anschläge, Klimawandel sowieso, Warnung der KI-Produzenten vor ihrem eigenen Produkt, das schon sehr bald die Weltherrschaft übernehmen könnte.

Regen war kein hinreichender Grund, auf einen Spaziergang zu verzichten. In der Südstadt lächelten mir zwei Flaneurinnen zu, in wortlosem Einvernehmen bestätigten wir uns gegenseitig die Richtigkeit und Notwendigkeit unseres Tuns. Dass ich trotz großem Regenschirm anschließend mit nassen Hosenbeinen heimkehrte, nahm ich gerne in Kauf.

Balkonblick
Südstadt

***

Vielen Dank für die Aufmerksamkeit, kommen Sie gut durch die Woche.

18:00

Aufgewärmtes: Wir müssen reden

Vorbemerkung: Wie schon mehrfach (von mir selbst) beklagt, sind hier neben den regelmäßigen Wochenrückblicken kaum noch längere Aufsätze zu lesen. Vielleicht ist es Bequemlichkeit oder Zeitmangel, vielleicht fällt mir nichts mehr ein. Deshalb sollen von nun an in unregelmäßigen Abständen, vielleicht einmal im Monat, ältere Texte, die mir auch heute noch einigermaßen gelungen erscheinen, mit behutsamen Anpassungen erneut veröffentlicht werden. Der folgende erschien erstmals am 8. September 2016, also vor ziemlich genau zehn Jahren.

***

Wir müssen reden. So wie Hähne krähen, Störche, Klodeckel und Handwerk klappern, so muss der Mensch reden wo er geht und steht; der Rheinländer mehr, der Ostwestfale etwas weniger. Auch neigen die Damen nach meiner Beobachtung tendenziell etwas mehr zu wörtlicher Rede als die Herren, wobei mir Godesberger Frauen grundsätzlich ebenso lieb sind wie Gütersloher Herren.

Doch ist das fremde Wort oft eher eine Last denn ein Quell der Freude, insbesondere das mobil in den öffentlichen Raum gesprochene, erst recht an Orten wie Bus und Aufzug, wo ihm nicht zu entkommen ist. Dieses Lied ist bereits ausgiebig und oft gesungen worden, daher erübrigt es sich, eine weitere Strophe hinzuzufügen.

Gleichwohl, einige Erlebnisse mute ich Ihnen noch zu. Das erste begab sich bereits vor Jahren im Warteraum erster Klasse des Kölner Hauptbahnhofs, auch als „DB Lounge“ bezeichnet – damals spendierte mir mein Arbeitgeber noch eine erstklassige Bahncard, welche mich auch ohne Fahrschein zum Aufenthalt in selbigem berechtigte. In einem Sessel in der Ecke telefonierte ein Businesskasper lautstark und belästigte die Anwesenden mit albernem Geschäftsgedöns. Dann sprang er auf und sagte „Warte, ich geh mal raus, die hören hier alle zu, das geht mir extrem auf den Geist“. Sichtlich empört verließ er unter Applaus den Saal.

Das zweite Erlebnis war nur sehr kurz: Bis vor einigen Jahren lief ich noch regelmäßig ein- bis zweimal die Woche am Rhein entlang. Warum ich das seit längerem nicht mehr mache, kann ich nicht genau sagen, vielleicht sollte ich das mal wieder irgendwann … ich schweife ab. Also: Abends beim Laufen kam mir ein anderer Läufer entgegen, mit Telefon am Ohr. Im Moment unserer Begegnung hörte ich ihn sagen „… und die Leute labern so viel, boah…“

In diesem Zusammenhang ist schon länger ein bedenklicher Trend zu erkennen: Hielt der Sprecher vormals sein Gerät ans Ohr und sprach mehr oder weniger laut hinein, so aktiviert er heute den Lautsprecher und hält das Gerät beim Sprechen waagerecht wie ein Schmalzbrot ein bis zwei Hand breit vom Munde entfernt. Auf dass auch Unbeteiligte nunmehr in den Genuss kommen, das komplette Gespräch zu verfolgen und nicht nur eine Hälfte. Der Begriff Fernsprecher erfährt eine neue Bedeutung.

Noch unangenehmer als die unbeteiligt-unfreiwillige Zeugenschaft eines Ferngesprächs ist die auf offener Straße entgegen gebrachte Gesprächseinladung, beispielsweise von engagierten jungen Vertretern diverser Tier-, Kinder-, Natur-, Klima-, Palästina- oder was auch immer -schutzorganisationen. So ging ich einst gedankenversunken durch die Bonner Fußgängerzone, als sich mir ein weibliches Exemplar dieser Spezies in den Weg stellte. „Hallo, ich bin die Kathi“ sagte es hielt und mir die Hand entgegen. Das waren gleich drei Unverzeihlichkeiten: erstens mich auf der Straße anzuquatschen, zweitens mir einen Händedruck aufzunötigen und drittens dem Vornamen einen bestimmten Artikel voranzustellen. „Ja und?“ antwortete ich so höflich wie der Situation angemessen, die gereichte Hand ignorierend. „Magst du Tiere?“, fragte die Kathi. Ich gebe zu, je älter ich werde, desto mehr schmeichelt es mir, von jungen, mir unbekannten Menschen noch geduzt zu werden, was indes in diesem Fall den Grad des Belästigungsempfindens nur geringfügig schmälerte. Meine Antwort, das sei letztlich eine Frage der Zubereitung, beendete das Gespräch dann erfreulich schnell.

Einmal sprach mich ein junger Mann auf dem Bahnsteig des Bonner Hauptbahnhofes an: „Entschuldigen Sie, darf ich Sie ansprechen, oder möchten Sie lieber in Ruhe gelassen werden?“ Allein schon dafür hätte er sich den Euro verdient, um welchen mich anzuhalten ihm aufgrund der Oder-Option seiner Frage versagt blieb. An ihm sollten sich Anrufer aller Art und die Zeugen Jehovas ein Beispiel nehmen.

Aufgrund meines oben erwähnten fortgeschrittenen Alters lässt mein Gehör mittlerweile ein wenig nach, gerade bei lauten Hintergrundgeräuschen gelingt es mir manchmal nicht mehr, einem Gespräch zu folgen. Doch frage ich mich: Will ich das überhaupt, jedem Gespräch in meiner Umgebung lauschen? Ist es nicht vielmehr ein Attribut höherer Lebensqualität, manches Geschwätz gerade nicht zu verstehen, etwa vom Nebentisch in der Kantine?

Insgesamt hat die Natur den Menschen rein konstruktiv ganz gut hinbekommen, abgesehen davon, was in seinem Kopf vorgeht und zu welchen Handlungen und Gewohnheiten ihn das treibt wie Krieg, Religion oder Fußball. Doch eines ist zu bemängeln: Wir können jederzeit unsere Augen schließen, um beispielsweise dem Anblick tätowierter Waden junger Männer oder farbiger Frisuren gereifter Frauen zu entgehen. Warum geht das nicht mit den Ohren? Stellen Sie sich vor: Eine unerwünschte Geräuschquelle droht, zum Beispiel eine im hirnreduziert-aufgeregten Tonfall eines Sportreporters oder einer nordkoreanischen Nachrichtensprecherin vorgetragene Radiowerbung für ein Möbelhaus. Sie spannen einen Muskel an, und schon ist es mucksmäuschenstill. Wäre das nicht wunderbar?

Diese Ausführungen enden unvollständig, fehlt darin doch, was im Büroalltag während unzähliger Besprechungen so geredet wird, worüber hier ausführliche Buchführung zu finden ist. Doch das würde den Rahmen dieses Textes sprengen, allein über den unsinnigen Gebrauch der Wörter „tatsächlich“ und „genau“ ließen sich mehrere Seiten füllen. Vielleicht schreibe ich dazu mal einen separaten Aufsatz.

Woche 36/2026: Auch für Schuppenflügler werden die Zeiten nicht besser

Montag: Die zweite und letzte Urlaubswoche begann mit einer Wanderung. Zwar war es dafür bei knapp dreißig Grad zu warm, doch da ich diese Wanderung unbedingt machen wollte und die Wettervorhersage für die verbleibende Zeit, die wir noch hier sind, keine kühleren Tage in Aussicht stellte, entschied ich, heute sollte Wandertag sein. Und also wanderte ich ab unserem Haus in östliche Richtung über den Berg bis Sainte-Marguerite, ab da den nächsten Berg hoch, den Hang entlang oberhalb von Les Valettes, durch eine landschaftlich beeindruckende Hochebene, schließlich der Abstieg bis Saint-Sébastien, zurück durch die Felder.

Erstaunlich die Komoot-Klassifizierung der Tour als „Moderat“. Sie weist erhebliche, lange Steigungen auf und auf der zweiten Hälfte ab Sainte-Marguerite grobsteinige Kraxel-Abschnitte mit Abrutsch- und Stolpergefahr, man muss vor allem bergab sehr aufpassen, der Gebrauch von Wanderstöcken ist dringend zu empfehlen. Es gibt nur wenige bequem zu gehende, halbwegs neigungsarme Strecken. Dafür bietet die Tour wunderbare Fernblicke unter anderem auf die Dentelles de Montmirail und den Mont Ventoux. Fazit: In dieser Form werde ich die Wanderung wohl nicht wiederholen, jedenfalls nicht die zweite Hälfte, die bis zum letzten Meter des Abstiegs anstrengend war; ständig aufpassen zu müssen, keinen falschen Schritt zu tun, trübte die Wanderlust ein wenig.

Erschwerend hinzu kamen Wärme und Sonnenglut, zum einen beim ersten Aufstieg, wo schattige Abschnitte die Ausnahme waren, zum anderen auf dem Rückweg durch die Felder. Aber das war meine eigene Schuld, ich musste ja heute unbedingt wandern. Nach einem Brausebad und dem ersten kühlen Getränk im Schatten vor dem Haus war ich wieder mit der Welt und der Sonne versöhnt.

Praktisch – neben den Wanderstöcken, ohne die ich nicht unversehrt zurückgekehrt wäre – war die Kopplung der Komoot-App mit den Hörgeräten. So wurde mir die Navigation direkt ins Ohr gesprochen. Nur einmal zeigte sich Frau K. unaufmerksam und ließ mich zunächst an einer Abzweigung vorbeigehen, um mir etwa hundert Meter später mitzuteilen, ich befände mich nicht mehr auf der Route. Beim zweiten Verläufer war es meine Schuld, weil ich in den vor mir liegenden Felsen zunächst den Pfad nicht erkannt hatte und eigenmächtig abgebogen war.

Während ich an der Chapelle Sainte-Marguerite vorbeiging, formulierte ich gedanklich eine Religionskritik, um sie später zu notieren. Wie mir der WordPress-Rückblick später zeigte, habe ich die längst aufgeschrieben, bereits vor sechs Jahren: „Die Menschheit ist in der Lage, Raumsonden auf Asteroiden zu landen, Atome zu spalten und Gene zu manipulieren; irgendwann wird vielleicht gar das Sitzplatznumerierungssystem der Bahn entschlüsselt sein. Gleichzeitig streiten sich erwachsene, gebildete Menschen darüber, ob sich ein kleines Plättchen trockenen Mehlgebäcks in den Leib Christi verwandelt, und durch wen.“

Statt zu wandern zog der Liebste es vor, währenddessen in Carpentras einen Supermarkt zu besichtigen. Eine bewährte Zutat aus dem Rezeptbuch für gelingende Partnerschaften: Jeder darf auch seins machen.

Fernblick auf die Dentelles de Montmirail und über Malaucène
Moderate Wegführung
Gruß nach Augsburg – hier wesentlich kleinblättriger als in rheinischen Gefilden
Hochebene
Suchbild mit Mont-Ventoux-Gipfel

Dienstag: Erster September, meteorologisch beginnt meine mittlerweile liebste Jahreszeit, auch wenn hier in der Provence davon noch nicht viel zu spüren ist, die Sonne wärmt weiterhin vom wolkenlosen Himmel, die Bäume sind grün.

Heute vor vierzig Jahren Jahren war mein erster Arbeitstag. Der war nicht sehr lang, im Wesentlichen bestand er darin, in der Personalstelle bei verschiedenen Sachbearbeitern zahlreiche Formulare und Erklärungen zu unterschreiben. Höhepunkt des Tages war der zu leistende Amtseid, ich weiß nicht mehr genau, ob ihn der Stellenvorsteher der Personalstelle oder der Amtsvorsteher persönlich abnahm. Auch an den genauen Wortlaut erinnere ich mich nicht mehr, „in guten wie in schlechten Zeiten“ kam wohl nicht darin vor. Wohl aber optional die Schlussformel „so wahr mir Gott helfe“, worauf ich schon damals aus den gestern dargelegten Gründen verzichtete. Schließlich fuhr ich stolz mit einer Urkunde in der Tasche nach Hause, die mich als Beamtenanwärter des mittleren nichttechnischen Dienstes auswies.

Diesem Arbeitgeber, zwischenzeitlich von der Behörde zur Aktiengesellschaft gewandelt, verkaufe ich noch heute einen Teil meiner Zeit, und das überwiegend ganz gerne, stets im Bewusstsein, dass uns ein Arbeitsverhältnis verbindet und keine Liebesbeziehung. Karrieremäßig habe ich alles erreicht, was ich erreichen wollte und was vielleicht mehr ist, als ich vor vierzig Jahren erwartet und angestrebt hätte. Wenn sich an den Rahmenbedingungen nichts ändert, sehe ich den verbleibenden Jahren bis zum Ruhestand optimistisch entgegen.

Aus einem Artikel bei Spiegel Online über die Nosferatu-Spinne – es wird immer bekloppter:

Vorher
Nachher

Ansonsten verbrachten wir den Tag mit etwas Liegestuhlzeit und einer Fahrt nach Nyons, um bestellte Oliven für der Bonner Lieblingsrestaurant zu kaufen. Abends folgten wir einer Einladung zum Grillen mit der Bonner Nachbarin und Freundinnen, die derzeit unten im Ort weilen.

Mittwoch: Geträumt: Ich befand mich irgendwo zusammen mit vielen anderen Menschen, vielleicht auf einer Party, einem Konzert oder in einer Großgastronomie. Als ein bekanntes Lied gespielt wurde (das mir inzwischen entfallen ist) fingen alle um mich herum an, im Takt der Musik die rechte Handkante gegen den linken Handteller zu schlagen und ich dachte: Aus welchem Film, den ich als mutmaßlich einziger nicht gesehen habe, ist das nun wieder?

Im übrigen übe ich mich heute nach zwei wortreichen Vortagen in vornehmer Kurzfassung. Nach einem kurzen Besuch des Wochenmarktes, wo es viel zu warm war zum längeren Verweilen, verbrachten wir nach mühsamem Rückweg durch sengende Sonne den Tag aufs Angenehmste am Haus in überwiegend sitzender Position. Nachmittags begab ich mich zur Abkühlung in die Piscine, wo ich einen Schmetterling insgesamt dreimal aus dem Wasser rettete, weil er, sobald die Flugfähigkeit wieder hergestellt war, immer wieder hineinflog. Vielleicht war er lebensmüde, auch für Schuppenflügler werden die Zeiten nicht besser. Vielleicht war ihm auch nur warm.

Dann war auch schon die Blaue Stunde.

..

Donnerstag: An diesem vorletzten Urlaubstag brachten wir die Fahrräder zurück nach Vaison-la-Romaine. Das verbanden wir mit einer letzten Radtour über Le Barroux, Beaumes-de-Venise, Vacqueyras, Gigondas, Sablet und Séguret. Für letzteres gilt ebenfalls, was ich vergangene Woche schon über Brantes und Montbrun-les-Baines schrieb: Es ist sehr postkartenmotivtauglich an einen Berghang gebaut.

Dentelles de Montmirail
Séguret

Bonetti schrieb:

Meine Großeltern erlebten die Weltwirtschaftskrise und den Zweiten Weltkrieg. Aber auch die heutige Jugend steht vor großen Herausforderungen: Laktoseintoleranz und Nussallergie.

Freitag: Über dem letzten Urlaubstag liegt stets eine gewisse Melancholie, so auch heute. Zum letzten Mal Frühstück vor dem Haus, morgen früh werden wir ungefrühstückt abreisen. Alles, was heute nicht aufgebraucht ist oder mitgenommen werden soll, landet im Müll statt im Kühlschrank. Zum letzten Mal Liegestuhllesen im Garten mit Ausblick auf die Berge im Norden und das Dorf Crestet am Hang, während alle halbe Stunde der Glockenschlag des Uhrenturms unten in Malaucène leise zu vernehmen ist.

Der letzte Spaziergang zur Müll- und Glassammelstelle war nicht sehr vergnüglich, weil es nochmal sehr heiß geworden ist und in den nächsten Tagen bleiben soll, was den Abschiedsschmerz ein wenig lindert. Die letzte Schwimmrunde in der Piscine, der lebensmüde Falter von Mittwoch, ein Magerrasen-Perlmuttfalter, wie das Netz weiß, badete auch schon wieder; ab morgen muss er sehen, wer ihn rettet. Nachmittags wurden die Koffer gepackt und die meisten Sachen ins Auto verstaut, auf dass wir morgen zeitig aufbrechen können. Dieser schwebende Zustand zwischen nicht mehr richtig hier und noch nicht weg. Abends zum letzten Mal runter in den Ort zum Pizzaessen.

Letztmals Liegestuhlperspektive

Samstag: Gegen halb neun fuhren wir mit dem üblichen Bedauern ab und kamen nach stau- und ereignisarmer Fahrt zehn Stunden später in Bonn an. Die Temperaturen sind hier deutlich gemäßigter: Erstmals nach zwei Wochen trug ich wieder lange Hosen, in der Stadt waren abends zahlreiche Menschen in Jacken zu sehen, für das Abendessen beim spanischen Restaurant bevorzugten wir einen Tisch drinnen.

Wäre ich noch Schüler und der Lehrer diktierte mir ins Aufgabenheft, mein schönstes Ferienerlebnis aufzuschreiben (ich weiß nicht, ob Schüler heute überhaupt noch Aufsätze schreiben oder ob sich das durch die sogenannte künstliche Intelligenz erledigt hat), so fiele mir das schwer. Es gab viele schöne Momente: die Stunden im Liegestuhl, die Radtouren, der erste Kaffee nach Decken des Frühstückstisches, ehe der Liebste mit frischem Baguette aus dem Ort zurück kam, die Abende vor dem Haus, nachdem die Hitze mit der Sonne hinter dem Berg gegenüber verschwunden war und wir der Welt bei Rosé und Kerzenschein beim Dunkelwerden zuschauten, während über uns in niedriger Höhe die Fledermäuse hinweg sausten. Manchen mag diese Art von Urlaub fad erscheinen, für mich ist sie nahezu perfekt. Ich benötige keine spektakulären Abenteuer, mit denen ich mittags in der Kantine die Kollegen beeindrucken kann. In einem Jahr sind wir voraussichtlich wieder dort, wenn nichts dazwischen kommt. Menschen mit Talent zum Pessimismus mag da einiges einfallen.

Gedanke: Wenn sich dieser Urlaub ohne Rücksicht auf berufliche und sonstige Pflichten beliebig verlängern ließe oder aufgrund eines Defekts im Raum-Zeit-Gefüge nicht enden würde, wie lange würde es dauern, bis es langweilig wird und ich zurück nach Bonn möchte? Oder würde dieser Wunsch nie eintreten?

Sonntag: Nach womöglich etwas zu ausführlichem Begießen der Wiedersehensfreude mit dem Geliebten erwachte ich mit einem gewissen Todeswunsch. Überhaupt finde ich, der Sonntagmorgen nach einem Urlaub ist der ideale Zeitpunkt zum sterben. Da das Universum oder die für derlei zuständige Instanz diese Meinung offenbar nicht teilt, frühstückten wir recht spät beim Restaurant in der Innenstadt, wo ich mich freiwillig in die Sonne setzte, weil es im Schatten ungewohnt kühl war.

Anschließend las ich auf dem Balkon, weiterhin an der Gänsehautgrenze, die Sonntagszeitung. Darin ein interessantes Interview mit einer Psychologin, die empfiehlt, man möge sich eine „innere Oma“ (bzw. als männliche Person einen inneren Opa) zulegen, die man bei anstehenden Entscheidungen befragen kann. Also nicht: Was würde meine Oma dazu sagen?, sondern was mein Ich im hohen Alter raten würde. Ein interessanter Gedanke. Zur Verbildlichung möge man sich ein Foto von sich selbst im entsprechenden Alter erstellen lassen. Ich habe ChatGBT dazu beauftragt, das Ergebnis finde ich schmeichelhaft:

Mein innerer Opa

Zu einem Sonntag gehört ein Spaziergang am Nachmittag. Dieser führte durch die Nordstadt an den Rhein mit Visite des Biergartens. Ein Vorteil, wieder hier zu sein ist, ich kann wieder vollumfänglich ohne Sprachbarriere kommunizieren. Nachteil: Auch das Geschwätz vom Nebentisch verstehe ich wieder.

Ebenfalls der Sonntagszeitung war zu entnehmen, der Rheinpegel sei wieder gestiegen. Davon war nichts zu sehen, immer noch ragen steinige Landzungen großflächig weit ins Flussbett, teilweise mittlerweile begrünt. Auffallend grün auch wieder die Rasenflächen, nicht mehr so gelbverdörrt wie vor dem Urlaub. Für die Bäume lohnt es sich aus Herbstgründen indessen nicht mehr, nochmal zu ergrünen.

..

Dieser Wochenrückblick schließt im Futur zwei: Nach Redaktionsschluss werden wir mit der Nachbarin unter uns und Freundinnen von ihr gegessen haben, dieselbe Nachbarin, die wir vergangenen Dienstag noch in Malaucène antrafen.

***

Vielen Dank für die Aufmerksamkeit, kommen Sie gut durch die Woche. Falls Sie ebenfalls Urlaub hatten und noch berufstätig sind, wünsche ich einen guten Start.

17:30