#WMDEDGT im Dezember: Wörtliche Rede und Vorfreude

Am fünften eines jeden Monats ruft die geschätzte Mitbloggerin Frau Brüllen zur Pflege der Tagebuchblogkultur auf. Hierzu schreibt der geneigte Teilnehmer einen Aufsatz zum Thema „Was machst du eigentlich den ganzen Tag?“, kurz #WMDEDGT, und verlinkt ihn auf dem Brüllen-Blog.

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Während der Zeitungslektüre zum ersten Kaffee am Morgen las ich diesen Satz: »Es wird Zeit, dass Bund und Land sich ehrlich machen.« Sich ehrlich machen – eine weitere Floskel für die Liste.

Ehrlich machen sollte sich auch eine Metzgerei in der Bonner Innenstadt, an deren Fenster seit Tagen, wenn nicht Wochen, ein handschriftlicher Zettel angebracht ist: »Heute nur Barzahlung«.

»Wir bringen das Mittelmeer in Ihre Küche«, wirbt ein paar Meter weiter ein Fachgeschäft für olivenhölzerne Haushaltswaren. Das muss nun wirklich nicht sein.

Der dienstagsübliche Fußmarsch ins Werk erfolgte bei Trockenheit und etwas milderer Temperatur gegenüber den letzten Tagen. Auch der Rheinpegel liegt wieder auf einem normalen Niveau, mal sehen, wie lange angesichts der Schneefälle der vergangenen Tage im Süden.

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Kurz nach Ankunft im Büro klopfte ein Kollege an die Tür, den ich nur selten sehe, weil er im Gegensatz zu mir meistens zu Hause arbeitet. Es kam zu einem längeren Plausch über Gott und die Welt, was in diesem Fall wörtlich zu verstehen ist; trotz meiner grundsätzlichen Abneigung gegen wörtliche Rede am frühen Morgen (also vor neun Uhr) war es sehr angenehm.

Der Arbeitstag floss recht erfreulich dahin; die gestern herrschende Generalunlust hatte sich gelegt, wie so häufig von Montag auf Dienstag. Vor dem Fenster kam immer wieder die Elster zu Besuch, vielleicht waren es auch mehrere abwechselnd, und machte(n) sich, nachdem das von mir dort aufgestellte Futterhäuschen auf mysteriöse Weise abhanden gekommen war, über das nun auf einem profanen Teller dargereichte Vogelfutter her. Ansonsten habe ich zweimal Nein gesagt. Das war gar nicht schwer und fühlte sich gut an.

Der SPIEGEL meldet das »Pisa-Debakel«, nach dem »Pisa-Schock« von 2001. Was kommt als nächstes, Pisa-Krise, -Katastrophe, -Misere? -Horror? Wir werden es vielleicht noch erleben, wenn nicht andere Imponderabilien dazwischenkommen.

Zum Mittagessen in die Kantine gingen wir zu sechst, bis Ende 2019 nichts Besonderes. Jetzt, da ich es gewohnt bin, mittags zumeist allein, allenfalls mal zu zweit zu essen, weil fast alle überwiegend zu Hause arbeiten, empfinde ich derartige Gruppenessen als gewöhnungsbedürftig bis anstrengend. Anscheinend hat meine Sozialtoleranz während der Coronazeit einen irreparablen Schaden genommen. – Gegessen habe ich vegetarisch: Kartoffelpolenta an Grünkohlsalat, ganz gut, hätte etwas mehr sein dürfen. Zum Dessert gab es laut Karte »Schichtdessert von Erdbeeren und Waldmeister-Quark-Creme«. De facto ein Schälchen mit sehr fester, säuerlicher grüner Götterspeise (wenig göttlich), darauf fünf bis sechs kleine Erdbeeren, wo auch immer die herkommen Anfang Dezember, gekrönt mit einer Haube aus einer sahneartigen Vanillecreme. An den meisten Tagen bin ich mit dem Angebot der Kantine höchst zufrieden, heute würde ich allenfalls ein Ausreichend vergeben.

Ab Mittag setzte Regen ein, der sich bis zum Arbeitsende hielt. Deshalb verzichtete ich auf den Fußweg zurück (und auf die Einkehr auf einen Glühwein am Rheinpavillon) und nahm die Bahn. Den Glühwein gab es dann an einer etwas abgelegenen Bude auf dem Weihnachtsmarkt in der Innenstadt, der trotz Regen recht gut besucht war, insbesondere die überdachten Trinkstellen.

Abends war ich ein weiteres Mal auf dem Weihnachtsmarkt, nun mit dem Liebsten, zum Abendessen (erst Reibekuchen, dann Bratwurst) und auf ein Warmgetränk, derweil bei immer noch leichtem Regen eine feuchte Kälte langsam durch die Jacke drang.

Auf dem Rückweg reservierten wir für den Vorheiligabend in unserem Lieblingsrestaurant. Es ist immer schön, wenn man sich auf etwas freuen kann.

Woche 48/2023: Zum ganzjährigen Verzehr zugelassen

Montag: Der Tag war meteorologisch herausfordernd. Wie angekündigt regnete es von morgens bis abends ununterbrochen, was Ende November keineswegs zu beklagen ist und mich veranlasste, mit der Bahn in die Werktätigkeit zu fahren. Ich empfinde es als großes Privileg, nach Lust und Wetter wahlweise mit dem Fahrrad, der Bahn oder auf Schuhsohlen zur Arbeit zu gelangen und nicht auf ein Auto angewiesen zu sein wie angeblich so viele, für die jeder weggefallene Parkplatz in der Innenstadt ein Skandal ist.

Mittags bemitleidete (müsste es nicht bemitlitt heißen?) ich vor dem Mutterhaus zwei Männer auf einer Hebebühne, die windumtost und regenbegossen die Lichterkette in den großen Weihnachtsbaum flochten, was schon in der warmen, trockenen Stube eine Zumutung ist.

In zwei Besprechungen hörte ich zwei Kollegen unabhängig voneinander betonen, sie hätten einen harten Anschlag, was ja immer auch ein Anschlag auf die Sprachhygiene ist.

Vielleicht plant derjenige auch einen Anschlag, der nämliches an eine Wand schrieb: »Ich räche mich AUCH für mein Aussehen«. Eine gewisse Unzufriedenheit klingt an.

Ansonsten gab es an dem Tag wenig auszusetzen.

Dienstag: Nach einem Wintereinbruch (Wo oder in was bricht der Winter ein?) fragte morgens der Mann im Radio: „Was macht der Schnee mit uns?“ Manchmal möchte man schon vor dem ersten Kaffee schreien.

Gehört in einer Besprechung: „… und zwar zeitnah, auf gut deutsch.“ Nein, lieber Kollege, das ist kein gutes Deutsch, verkniff ich mir anzumerken.

»Konkret bedeutet das, ich brauche keinen Glauben. Und zwar in keine Richtung, d.h. ich bin weder Atheist noch Agnostiker, ich bin einfach nur extrem desinteressiert.« Das und mehr kluge Sätze über Religion und Fußball schrieb Frau Anje hier.

Auf dem Rückweg zu Fuß vom Werk genehmigte ich mir bei passender Kälte am Rheinpavillon das erste Kirsch-Glühbier der Saison und, soweit ich mich erinnere, überhaupt meines Lebens, derweil erste zarte Schneeflocken auf das Rheinland rieselten. (Es ist nicht anzunehmen, dass sie mit irgendwem irgendwas machten.)

Kann man trinken, demnächst jedoch wieder Glühwein mit einem Hauch Amaretto.

Mittwoch: Menschen, die sich zu Fuß, Fahrrad, Auto, Elektroroller oder Rhönrad von hier nach dort und zurück begeben, als „Verkehrsteilnehmende“ zu bezeichnen, wie heute in einem Artikel gelesen, werde ich mir voraussichtlich nicht angewöhnen.

Auch gelesen und gelacht: »Ja, scheiß doch in die Heide!« anstelle von »Ja leck mich doch …« – Sie wissen schon.

Aus einer per Kurznachricht erhaltenen Stellenanzeige im Hotelbereich: »Zu den Arbeitsinhalten gehören vor allem einfache Buchungsaufgaben, die Steigerung des Kundenstroms sowie Entspannung und Zufriedenheit.« Den beiden letzten Anforderungen fühle ich mich gewachsen.

Abends auf dem Weihnachtsmarkt gingen wir an einer Gruppe junger Leute vorbei, die sich unter Begleitung einer Geige daran machte, „O du fröhliche“ anzustimmen. Das war schön. Noch schöner wäre es gewesen, hätte man sich auf eine gemeinsame Tonart geeinigt, idealerweise die der Geige.

Donnerstag: Die Stadt Düren beschafft Iglu-artige, verschließbare Zellen aus Hartschaumstoff mit Liegefläche als Behausungen für Obdachlose, wie morgens gemeldet wurde. Das ist erstaunlich, schließlich leben wir in Deutschland, wo mutmaßlich zahlreiche Vorschriften unter anderem zu Miet-, Sozial-, Steuer und Urheberrecht, öffentlicher Ordnung, Brand-, Daten-, Natur-, Klima- und Jugendschutz einer Aufstellung derartiger Behausungen auf öffentlichen Flächen entgegenstehen, hinzu kommen Einwendungen von ADAC, ADFC, PETA, Katholischer Kirche, Letzte Generation und Amnesty International. Gleichwohl: Gäbe es einen Spendenaufruf, sich als Bürger an der Beschaffung zu beteiligen, wäre ich sofort dabei.

Zu den Dingen, über die mich zu ärgern wundern ich nicht müde werde, gehört dieses: Morgens auf dem Weg ins Werk sah ich zwei Läufer, die nebeneinander plappernd mitten auf dem Radweg am Rhein liefen, so dass Fahrräder nur knapp an ihnen vorbei kamen. Wegen zu erwartender Ein- und Aussichtslosigkeit verzichtete ich auf eine Ansprache, zumal ich mich zu Fuß auf dem mindestens genauso breiten Fußweg fortbewegte.

»Wir sprechen Baumarkt«, stand an einem Lieferwagen am Wegesrand. Offenbar eine sehr seltsame Sprache.

Aus einem Zeitungsbericht über Forderung nach einer Umstrukturierung der Deutschen Bahn: »Die Bahn müsste eigentumsrechtlich in seine Einzelteile zerlegt werden.«

Freitag: Waren Sie auch vor längerer Zeit darüber irritiert, wie viele Eltern ihr Kind plötzlich Miles nennen und dies in der üblichen Weise auf ihrer Autoheckscheibe kundtun? Bis Sie bemerkt haben, dass es sich um Fahrzeuge eines neuen Mietwagenanbieters handelt? Einen solchen Wagen sah ich morgens am Straßenrand abgestellt; bei diesem hatte sich jemand die Mühe gemacht, jeweils den unteren Querbalken des E zu entfernen. Ich musste kurz und heftig grinsen.

Während der Rückfahrt mit dem Rad blies mir eisiger Gegenwind ins Gesicht und ließ mich leiden. Dabei sind es mal gerade um die null Grad. Wie soll das erst werden, wenn es richtig kalt wird?

Samstag: Nach dem Frühstück, das heute den Namen verdiente, da wir einigermaßen zeitig aus den Betten kamen, unternahmen der Liebste und ich eine Ausfahrt ins Ahrtal, wo wir drei Weingüter etwas reicher machten, auf dass die heimischen Vorräte in unserem Keller niemals versiegen. Wobei damit auch ohne die heutigen Einkäufe auf absehbare Zeit nicht zu rechnen ist, voraussichtlich werde ich den Tag nicht erleben, da die letzte Flasche entkorkt wird. Nach mir die Trinkflut.

Pendler über Dernau

Abends begaben wir uns mit befreundeten Nachbarn zum Gänseessen in einem Restaurant. Weiß der Himmel, warum Gänse ausschließlich in der Vorweihnachtszeit gegessen werden, wohingegen Hühner und Enten zum ganzjährigen Verzehr zugelassen sind. Wie auch immer, es war sehr angenehm mit angemessener, nicht ausufernder Weinbegleitung.

Sonntag: Als ich morgens Brötchen holte, erwachte langsam der Weihnachtsmarkt, die ersten Budenbetreiber bereiteten sich und ihr Angebot vor für den Besucheransturm des Tages. Eigentlich ist die Existenz von Weihnachtsmärkten ein Beweis für die Nichtexistenz Gottes: Wenn es ihn gäbe, würde er derartiges Treiben zu seines Sohnes Ehren wohl kaum dulden.

Nach Rückkehr hörte ich erstmals in diesem Jahr „Last Christmas“ im Radio, was ich nicht halb so schlimm finde wie die sprechenden, sich bewegenden Hirschköpfe an einer Weihnachtsmarktbude auf dem Münsterplatz.

Die Lesung am Abend hat Spaß gemacht, wobei sie mehr Besucher vertragen hätte. Mehrere, die mir ihr Kommen angekündigt hatten, blieben dann doch weg. Ich werfe das niemandem vor, vielleicht war der erste Adventssonntag nicht der ideale Termin dafür. Diejenigen, die da waren, hatten augenscheinlich Vergnügen, immerhin.

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Kommen Sie gut, ohne Zorn und harte Anschläge durch die Woche.

Woche 47/2023: Ich möchte lieber nicht

Montag: Die Woche begann wenig optimismusfördernd. Erst Giesinger im Radio (schon wieder am Montagmorgen, machen die das extra, um mich zu prüfen oder zermürben?), dann die Meldung, wonach eine internationale Konferenz zur Reduzierung von Plastikmüll am Widerstand der erdölfördernden Länder gescheitert ist. Meine Überzeugung, dass diese Spezies den baldigen Untergang verdient, festigt sich täglich.

Abends in der Innenstadt hörte ich über den bereits aufgebauten, noch dunklen Weihnachtsmarktbuden eine Amsel singen, als wäre April. Alle irre.

Dienstag: Dienstag ist Zufußtag, und also ging ich zu Fuß ins Werk und zurück, entlang dem noch immer hochwässrigen Rhein. Auf dem Rückweg hielt ich nach längerem mal wieder Einkehr auf einen Tee (jawohl!) im Rheinpavillon. Dort waren bei Ankunft die meisten Tische reserviert für eine größere Gruppe, weshalb ich mit einem Platz nahe dem Eingang vorlieb nahm, wo es jetzt schon wieder recht kühl ist. Kurz darauf trafen nach und nach die Gäste ein, es wurde immer lauter. Ab der kommenden Woche gibt es dort im Außenbereich wieder Glühwein; die Verkaufsbude ist bereits aufgestellt, aber noch geschlossen.

Tosende Wasser
Urlaubsfreuden
Weg ist der Weg

Vergangene Woche ließ ich mich über die Gewohnheit junger Menschen aus, ständig „genau“ zu sagen, nicht im Sinne von „exakt“, sondern eher „nun denn …“ oder „äh“, weshalb mir die Kategorie „Generation Genau“ passend erscheint. Was sie auch gerne und oft sagen, wie mir heute wieder auffiel, ist „keine Ahnung“. Sie deswegen als „Generation keine Ahnung“ zu bezeichnen erscheint mir indes unangemessen.

Mittwoch: Die Nachbarabteilung trifft sich heute zum Offsite, anschließend teambuildet man in einem Bash Room. Bislang unwissend, was das ist, recherchierte ich kurz und fand heraus: Dort trifft man sich zu einem zweieinhalbstündigen Game-Show-Event, wo es gilt, durch unterschiedliche Aufgaben und Spiele zu ermitteln, wer am Ende der/die/das Beste ist. Motto: „All About Skill“. Da halte ich es wie der Schreiber Bartleby: Ich möchte lieber nicht. Wann genau und wodurch ist berufstätigen Menschen die Fähigkeit abhanden gekommen, zum Zwecke des persönlichen Austauschs einfach nur gemeinsam zu essen und sich nett zu unterhalten? Warum muss daraus immer gleich ein Event gemacht werden?

Donnerstag: »Doch kaum einer will’s oder interessiert’s«, schreibt Bild Online.

Interessiert vielleicht auch keiner:

*** Auftritt Mainzelmännchen ***

Ich hätte es längst erzählen sollen, wollte jedoch abwarten, bis es fertig ist, et voila: das Buch zum Blog. Rechtzeitig für die Gabentische ist es ab sofort fast überall erhältlich, zum Beispiel hier. Auch beim großen A., wenn es unbedingt sein muss.

276 Seiten, ISBN 978-3-758433-08-5

*** Abgang Mainzelmännchen ***

Freitag: »In Zeiten von Krieg macht es keinen Sinn, dass Millionen Euro in Böller fließen, die dann auf der Straße verpuffen«, wird der Landesvorsitzende der Polizeigewerkschaft in der Zeitung zitiert. Dazu erlaube ich mir zu ergänzen: Auch in Friedenszeiten macht es keinen Sinn. Die FDP ist erwartungsgemäß anderer Meinung: »Feuerwerk an Silvester ist häufig ‚Made in NRW’ und gehört für viele Menschen zum Jahreswechsel«, so eine Abgeordnete. Auch beim größten Unsinn immer schön an die Wirtschaft denken.

Dieselbe Zeitung über Geert Wilders: »… ein Mann mit einer platinblonden Haartolle aus Venlo«. Venlo ist ja weltberühmt für seine traditionsreichen Haartollenmanufakturen.

Wie ich auf der Rückfahrt vom Rad aus sah, ist die Glühweinbude am Rheinpavillon nun geöffnet, was spontane Vorfreude auslöste.

Abends besuchten wir den heute eröffneten Bonner Weihnachtsmarkt. Alles wie immer: Die üblichen Buden an den üblichen Plätzen, dazwischen die üblichen Menschenmengen, die sich durch die Gänge schieben. Am Feuerzangenbowlenstand blies unangenehm kalter Wind die Flammen von den brennenden Zuckerkegeln, auf dem Rückweg wurden wir nassgeregnet. Wir werden wohl trotzdem bald wieder hingehen.

Samstag: Vormittags erledigte ich ein paar Samstäglichkeiten in der Stadt, unter anderem ließ ich ein paar ausgelesene Bücher in einen öffentlichen Bücherschrank frei, in dem sich bei Ankunft seltsamerweise nur ein einziges Buch befand, ein Beziehungsratgeber; da der mir vermutlich auch nicht helfen kann, ließ ich ihn stehen und stellte meine Bücher dazu.

Abends hatten wir mit der Karnevalsgesellschaft einen Auftritt in Wachtberg-Niederbachem, voraussichtlich den letzten in diesem Jahr. Im Januar geht es dann wieder richtig los mit Alaaf und so.

(Fotos: Der Geliebte)

Sonntag: Nach etwas appetitlosem Frühstück (keine Folge des Auftritts gestern, eher der Wetten dass..?-Begleitweine; wir schauten die Sendung gestern Abend, weil der Geliebte unbedingt Cher sehen wollte, was der Alkoholunterstützung bedurfte; die deutlich gealterten Herren von Take That fand ich auch sehenswert) fuhr ich mit dem Bus nach Bonn-Duisdorf, um eine Modellbahnbörse zu besuchen, die zweite innerhalb weniger Wochen, nachdem ich zuvor jahrelang auf keiner mehr gewesen war.

Zurück bei leichtem Regen zu Fuß, damit war der Sonntagsspaziergang auch erledigt. In der Inneren Nordstadt eine kleine Überraschung: Das am vergangenen Sonntag an einem öffentlichen Bücherschrank halblegal angebrachte Plakat für die Lesung nächsten Sonntag war noch nicht entfernt.

Ansonsten gesehen:

Wer wollte das bezweifeln
Auch schön (Weststadt)

Einmal noch Werbung:

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Kommen Sie gut und voller Optimismus durch die Woche.

Woche 46/2023: Bulkbatches, Bühnenpräsenz und bewegte Bilder

Montag: Die IG Metall fordert die 32-Stunden-Woche bei 8,5 Prozent mehr Lohn, meldete morgens das Radio. Wenn die das durchkriegen, schule ich auf meine alten Tage noch um zum Stahlträger.

WDR 4 fragte seine Hörer, was sie tun, um trotz Herbstwetter glücklich zu bleiben. Ich verstehe die Frage nicht: wieso trotz?

Herbstliches Regenwetter nötigte mich, statt mit dem Fahrrad mit der Bahn zum Werk zu fahren; wegen Bauarbeiten endete sie eine Haltestelle vor der üblichen, so dass sich noch ein grundsätzlich willkommener Fußweg anschloss. Zurück nahm ich zur Abwechslung den Bus. Kurz nachdem ich ihn verlassen hatte, begann es heftig zu regnen, daher kam ich trotz Schirm mit nassen Füßen zu Hause an. Das kann meine Freude am Herbst nicht schmälern. Auch nicht, dass der Schirm, ein zusammenschiebbares Taschenprodukt des Premium-Herstellers, heute irreparabel entzwei ging. Nichts hält ewig.

Abends erhielt ich die Einladung zu einem vorweihnachtlichen Schreibvorhaben; darüber habe ich mich trotz der nicht gerade leichten Aufgabenstellung sehr gefreut und zugesagt.

Dienstag: Entschleunigung ist auch eines der beliebten Zeitgeistwörter. Nur weniges entschleunigt mich gründlicher als das Wort „DRINGEND“ im Betreff einer Mail.

Mittags nach dem Essen

Auf dem Rückweg in der Bahn saß mir ein junges Paar gegenüber, innig miteinander beschäftigt. Schon immer finde ich öffentliche Liebesbekundungen abstoßend, unabhängig von Alter, Vorliebe und Geschlechterkombination.

Spontaner Gedanke ohne jeglichen aktuellen Bezug: „Splitterfasernackt“ ist auch so ein Wort, das bei genauer Betrachtung keinen Sinn ergibt.

Mittwoch: In Kolumbien herrscht eine Nilpferdplage, steht in der Zeitung. Zur Dezimierung des Bestandes erwägt man, die Tiere »unter moralischen Aspekten einzuschläfern«, wofür ein »ethisches Euthanasieprotokoll« erstellt wurde. Das ist gewiss viel besser, als sie einfach abzuknallen. Eine andere Möglichkeit sei die Sterilisation für ca. neuntausend Euro je Tier, allerdings befürchtet man, dass sie die Narkose nicht vertragen und womöglich gar sterben. Dann doch lieber moralisch einwandfrei einschläfern.

Ich bin etwas unzufrieden: Nachdem meine Lieben von einer Erkältung heimgesucht worden sind, hat es nun auch mich wieder erwischt, dabei liegt meine letzte Erkältung noch nicht lange zurück, im Grunde bin ich seit Wochen mal mehr, mal weniger erkältet. Immerhin sind Appetit und Geschmackssinn nicht beeinträchtigt. Leider fällt der für morgen geplante Wandertag dadurch aus. Ich werde den Tag dennoch freinehmen, mir wird nicht langweilig werden.

Donnerstag: Inseltag. Statt der geplanten Wanderung durch herbstbunte Wälder des Siebengebirges Frühstück im Café, danach verbrachte ich viel Zeit körperschonend auf dem Sofa und holte Leserückstände auf. Ohnehin war für heute Regen angekündigt und die Anreise nach Linz wäre vom Bahnstreik beeinträchtigt gewesen. (Dass der Regen weitgehend ausblieb und ein paar Bahnen fuhren, soll mich rückblickend nicht ärgern, wegen der Erkältung wäre es so oder so kein Genuss gewesen.)

In der Innenstadt wurden derweil die Weihnachstmarktbuden aufgebaut für den bevorstehenden Besinnlichkeitstrubel.

Gelesen beim Realitätsabzweig: »Zerfällt die Gesellschaft immer weiter in ideologische Lager, die nur noch den eigenen Nachrichtenkanälen glauben und die letztendlich anstreben, möglichst wenig mit den Abweichlern da drüben zu tun zu haben? Es wird nicht einfach werden.« Zum lesenswerten Artikel bitte hier entlang.

Gelesen bei Frau Brüllen: »… dass ich für einen drug product release test ein Mischmuster von verschiedenen Samplingpunkten im Prozess nehmen muss, damit das Testmuster repräsentativ ist für den gesamten Batch? Achtung: es geht um das tatsächliche Testen im Labor, nicht das tatsächliche Sampling des Bulkbatches.« Ich habe keinen Schimmer, um was es geht, jedenfalls klingt es toll. Vor allem Bulkbatches.

Freitag: Da ich mich morgens erkältungsbedingt ziemlich dusig im Kopf fühlte und im Büro vermutlich keine Dringlichkeiten anstanden, nichts, was nicht auch noch am Montag oder später erledigt werden kann, meldete ich mich krank. (Heimbüro ging nicht, weil der Rechner sich befindet, wo er hingehört: im Büro.

Zeitig aufstehen musste ich dennoch, zum einen für die Krankmeldung, zum anderen, weil ich morgens einen Zahnarzttermin hatte. Mein Hinweis auf die Erkältung wurde in der Praxis zur Kenntnis genommen, indes für die vorgesehene Zahnbehandlung (nur regelmäßige Reinigung) nicht als hinderlich angesehen. Wenn es nicht mehr ginge, könnte man ja abbrechen. Es ging gut, der Hustenreiz setzte erst später wieder ein, als ich auf dem heimischen Sofa vor mich hin genas. (Ja, ich habe in der Duden-App nachgeschaut, ob geneste oder genas korrekt ist.)

„Ich werde dich pflegen bis ins hohe Alter“, versprach der Geliebte. Vielleicht habe ich ja Glück und werde nicht so alt.

Gelesen in der Zeitung: »Betrunkener Mann schläft in Gleisbett ein«

Seit geraumer Zeit spotte ich regelmäßig über die Generation Genau, vor allem jüngere Kolleginnen (ja, nach meiner Beobachtung und ohne Wertung meistens weiblich), die gerne das Wort „genau“ als Füllwort in Besprechungen verwenden. Über Frau Kaltmamsell wurde ich auf eine wissenschaftliche Abhandlung aufmerksam, die sich genau diesem Phänomen widmet, bezeichnet als „Powerpoint-Genau“. Vielleicht gibt es ähnliches demnächst oder bereits heute schon auch über „quasi“ und „tatsächlich“. Für Hinweise wäre ich dankbar.

Samstag: Heute war die offizielle Sessionseröffnung des Godesberger Karnevals, traditionell immer am Samstag nach dem elften Elften. Obwohl auch unsere Gesellschaft dort mit Bühnenpräsenz, Bierbude und Bratwurstverkauf vertreten war, blieben wir zu Hause: der Liebste, weil er erst gestern Abend von einer mehrtägigen Dienstreise aus Paris zurückgekehrt war, der Geliebte, weil er da ohnehin nicht mehr hingeht und ich wegen Erkältung, die langsam abklingt. Da sich das Wetter äußerst novemberlich gestaltete, ist davon auszugehen, dass wir nicht viel verpasst haben.

Stattdessen verlief der Tag nach ein paar aushäusigen Erledigungen (unter anderem drei neue Bücher für den Stapel der ungelesenen aus der Buchhandlung abgeholt) ereignislos mit Lesen und Teetrinken auf dem Sofa, derweil der November auf das Glasdach des Erkers tropfte. Viele andere hätten stattdessen Filme oder Serien geschaut. Ich kann es mir selbst nicht recht erklären, für bewegte Bilder bringe ich immer weniger Interesse auf, das gilt besonders für über Whatsapp zugesandte Filmchen, auch fehlt mir die Zeit dazu; kaum dass die Tageszeitung, das letze Blog gelesen, der neue SPIEGEL durchgeblättert sind, wird es draußen schon wieder dunkel und die Abendkulinarikfrage steht im Raum.

Sonntag: Mittags unternahm ich bei milder Temperatur einen Spaziergang, ab und zu begleitet von ein paar Regentropfen. In dessen Zuge brachte ich halblegal an einem öffentlichen Bücherschrank ein Plakat an, danach besichtigte ich das Rheinhochwasser, das nur wenig Dramatik bot – die Uferpromenade war noch nicht (oder nicht mehr) überflutet.

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Seit nunmehr siebenunddreißig Jahren führe ich regelmäßig Tagebuch, seit fast zwanzig Jahren bevorzugt in Moleskine-Bücher, man gönnt sich ja sonst nichts. Doch ist fraglich, ob ich künftig dabei bleiben werde: Vor ein paar Tagen fing ich ein neues Buch an, weil das vorherige vollgeschrieben ist. Hier stelle ich nun fest, dass die Tinte, mit der ich üblicherweise schreibe, durch die Seiten sickert und das Geschriebene auf der Blattrückseite durchscheint. Sparen die jetzt an der Papierqualität? Haben Sie ähnliche Erfahrungen gemacht, können Sie ein anderes Produkt empfehlen?

Die Erkältung ist noch nicht ganz verschwunden, doch soweit abgeklungen, dass einer Werktätigkeit ab morgens nichts entgegensteht. Hurra.

Ein ganz besonderer Gruß geht an meine treue Leserin R., zurzeit im Waldkrankenhaus Bad Godesberg. Liebe R., alles Gute dir, komm bald wieder auf die Beine!

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Kommen Sie gut und möglichst unerkältet durch die Woche.

Woche 45/2023: Warum ich keine Führungskraft geworden bin

Montag: Die Woche beginnt mit einem Loblied auf die Bahn, die mich pünktlich und ohne Zwischenfälle aus beruflichen Gründen nach Berlin brachte. Mittags ertönte nur einmal das berüchtigte Unheilverkündungspiepen, diese drei Töne, der mittlere eine Terz über den beiden anderen, auf die meistens eine Durchsage folgt über Stellwerksstörung, Triebfahrzeugschaden oder Streckensperrung. Heute folgte nichts dergleichen, vielleicht hatte der Triebfahrzeugführer nur Bedarf nach einem Kaffee.

Vor Abfahrt in Köln irrtierte mich zunächst die Anzeige, dass der Zug nach Binz fährt statt nach Berlin; die Möglichkeit, über Berlin nach Binz zu gelangen, hatte ich nicht bedacht.

Im gebuchten Ruhebereich des ICE herrschte keineswegs Ruhe, viele arbeiteten, immer wieder telefonierte einer mehr oder weniger vernehmbar, es nahm niemand Anstoß daran. Ich selbst arbeitete kaum, warf nur ab und an einen Blick auf den Maileingang im dienstlichen Datengerät, erkannte keinen akuten Handlungsbedarf und widmete mich weiterhin der Bloglektüre und der Aussicht aus dem Fenster. Dennoch verging die mehr als fünfstündige Reisezeit wie im Flug Zug.

Zwischendurch erwog ich, in Berlin einfach sitzen zu bleiben und weiterzufahren bis Rügen, und fragte mich, ob man mich in Berlin vermissen, mein Ausbleiben überhaupt bemerken würde, verwarf die Idee aber wieder.

Nach Ankunft bereiteten wir ein paar Sachen vor für die Veranstaltung, wegen der wir bis Mittwoch hier waren. Der nach dem gemeinsamen Abendessen vorgesehene Absacker fiel aus wegen Personalmangels in der Hotelbar, das war nicht schlimm, zumal ich am nächsten Morgen schon um kurz nach sechs aufstehen musste. Überhaupt werden wir uns daran gewöhnen müssen, dass liebgewonnene Dienstleistungen nicht mehr im gewohnten Umfang zur Verfügung stehen.

Wenn ich früher aus ähnlichen Anlässen in Berlin war, freute ich mich schon tagelang vorher darauf, mich am späteren Abend von den Kollegen abzusetzen, um meine Lieblingsspelunke in Kreuzberg aufzusuchen, deren Hauptzweck nicht der Verzehr von Getränken und Speisen war und die es immer noch gibt, ich habe das interessehalber recherchiert. Heute bin ich froh, wenn ich abends im Hotelzimmer bin und meine Ruhe habe, und ich bin weit davon entfernt, das zu beklagen.

Dienstag: Fast den kompletten Tag verbrachte ich auf der Tagung, morgens gegen halb acht zum Tagungsort, abends gegen halb elf zurück. Es war recht angenehm und interessant, reichte dann aber auch. Während ich dieses niederschreibe, kocht dort noch die Stimmung, und es fühlte sich etwas undankbar an, so zeitig aufzubrechen. Aber kommen Sie erst mal in mein Alter.

Die Tagungsstätte, morgens

Satz des Tages: „Wer Menschen führen will, muss Menschen mögen.“ Womit hinreichend erklärt ist, warum ich keine Führungskraft geworden bin.

Mittwoch: Die Tagung war für meine Kollegen und mich mittags beendet, nach dem Zusammenpacken traten wir die Heimreise an. Das am Montag angestimmte Loblied auf die Bahn verdient eine weitere Strophe, mit nur wenigen Mollakkorden gegen Ende, weil der ICE etwa eine Viertelstunde zu spät in Köln ankam. Das war nicht schlimm, ich bekam meinen Anschluss nach Bonn und war, weil ich noch einen verspäteten Regionalexpress erreichte, etwas früher zu Hause als im günstigsten Fall erwartet.

Donnerstag: Als ich heute das Wort „outgesmartet“ las, wohl ein Synonym für veräppelt, übervorteilt, hinter die Fichte geführt, zuckte der Sprachnerv kurz aber schmerzhaft.

»350 Tonnen schweres U-Boot umgekippt« ist eine kurze Zeitungsmeldung übertitelt. Wer über ein schweres Unglück, womöglich mit Toten, Verletzten und hohem Sachschaden zu lesen erwartet, wird enttäuscht. Vielmehr geht es um die beabsichtigte Seitenlegung des U-Boots durch Mitarbeiter des Technikmuseums Speyer, um es demnächst besser nach Sinsheim transportieren zu können. Zu lesen übrigens nicht in der Bild, sondern im Bonner General-Anzeiger.

Freitag: Die vergangene Nacht war von mehreren längeren, anlasslosen Wachphasen unterbrochen, dieses Mal ohne Schreibinspirationen, von diesem Vermerk abgesehen.

Skandal: Das Vogelhäuschen vor meinem Bürofenster ist verschwunden. Da es nicht im Hof darunter lag, vielleicht weil eine Windböe oder eine hyperaktive Elster es vom Fenstersims stieß, muss ich davon ausgehen, jemand hat es mutwillig entwendet. Auch wenn die Elster bekanntlich als diebisch gilt, habe ich sie nicht im Verdacht. Vielmehr kam sie mehrfach angeflogen, pickte ratlos zwischen den Kieselsteinen, wo zuvor das Häuschen stand, und schaute mich immer wieder erwartungs- bis vorwurfsvoll an. Mein Verdacht richtet sich eher gegen die Kollegen, die morgens vor meiner Ankunft eine Brandschutzbegehung des Gebäudes einschließlich aller Büros vorgenommen hatten. Gewiss, das Häuschen war aus Holz, doch schätze ich die Gefahr, dass es durch eine von einem hungrigen Vogel achtlos zurückgelassene Zigarettenkippe in Brand gerät, der auf das Gebäude übergreift, als sehr gering ein. Mal abwarten, ob sich in den nächsten Tagen jemand meldet und mich belehrt.

In einem Artikel las ich den Begriff Naked Delivery und bekam sofort pornöse Phantasien über alternative Zustellmethoden.

Ein Gruppenbild der Veranstaltung in Berlin hat es in die Wochenmail des Chefchefchefs geschafft; wenn man es weiß und ganz genau hinschaut kann man mich erkennen. Auf Gruppenbildern, wo die Abgebildeten den Daumen hoch zu halten genötigt wurden, erkennen sie mich übrigens stets daran, dass mein Daumen unsichtbar bleibt.

Gelesen:

Diese Unwilligkeit setzte sich mit der fort, dass ich ins Büro gehen musste, dort war ich unwillig darüber, dass ich arbeiten musste, obwohl die Aufgaben des Tages absehbar und durchaus nicht belastend waren, doch dann fiel mir ein, dass all dieser Unwille ja auf den Grund-Unwillen zurückgeht, überhaupt leben zu müssen, zu atmen, zu denken, zu sein. So rang ich mich zum täglichen “Da muss ich halt durch” durch.

Frau Kaltmamsell

Aus der Wochenkolumne von Kurt Kister:

Radio hören, und im Radio eben nicht nur Musik, ist wie Lesen mit den Ohren, wohingegen Bewegtbildschauen so was ist wie Bratwurstessen mit den Augen.

Aus: Deutscher Alltag

Samstag: Heute ist der elfte Elfte. In der Innenstadt strömten morgens zahlreiche Cowboys und -girls, Matrosen, Feen, bierflaschenbewehrte junge Männer in farbigen Overalls und anders beziehungsweise undefinierbar Kostümierte zum Marktplatz, wo um elf Uhr elf die Session eröffnet wurde. Der anstrengende Straßenmusiker mit der Rhythmusfußklapper hatte sich darauf eingestellt, flötete „Viva Colonia“, „Kölle alaaf“ und ähnliche einschlägige Melodien. Mehrfach „Alaaf“-Rufe, einer rief, im Scherze oder aus unverzeihlicher Unkenntnis, „Helau“ und wurde sofort zur Ordnung gerufen. Wir selbst blieben dem jecken Treiben fern, aus Erkältungs- beziehungsweise Erkältungsvermeidungsgründen, und wegen der grundsätzlichen Abneigung gegen menschliche Massenaufläufe.

Ganz karnevalsfrei verlief der Tag dennoch auch für mich nicht: Abends hatte unsere Gesellschaft einen Auftritt auf einer Sitzung in Alfter, für mich sogleich der erste öffentliche Einsatz als Trommler mit Einmarsch und ohne Notenblätter. Das Marschieren mit Trommel ist noch etwas ungewohnt. Vielleicht übe ich das in den nächsten Tagen, ein paarmal die Straße rauf und runter. Vielleicht auch nicht.

Foto: Wolfgang Sitte

Sonntag: Der übliche Spaziergang fiel aus zugunsten einer Fahrradfahrt nach Bornheim-Roisdorf, wo ich zum ersten Mal nach Beginn der Corona-Pandemie wieder eine Modelleisenbahnbörse besuchte. Auch wenn ich nichts Kaufenswertes vorfand, hat es mich gefreut.

Idyll im Nutellaglas

Sonst gesehen:

Lasset alle Hoffnung fahren.

Gelesen (keine Satire):

Das DB Stillstandsmanagement, das abgestellte Lokomotiven und Wagen des DB-Konzerns verwaltet, soll umbenannt werden und künftig „Train parking und services“ (mit „und“ auf Deutsch) heißen. Wie der EK aus DB-internen Kreisen erfuhr, sei der Begriff „Stillstand“ im Zusammenhang mit „Management“ zu negativ behaftet, wie eine Unternehmensberatung herausgefunden habe …

Eisenbahn-Kurier 12/2023

Zum Schluss gestatten Sie mir bitte etwas Werbung:

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Kommen Sie gut durch die Woche.