Woche 35/2026: Ohne größere Anstrengung bei farbenfrohem Wetter

Hinweis: Der folgende Wochenrückblick kann Wiederholungen in Text und Bild zu Vorjahren enthalten. Hierfür bitte ich um Verständnis.

Montag: Der Rosé des Vorabends wirkte etwas nach. Deshalb begab ich mich nach dem Frühstück zunächst zum Lesen mit dem Liegestuhl in den Zypressenschatten im Garten. Dort wachsen zurzeit seltsame braune Kugeln aus dem Boden, die (zum Glück nur optisch) eine gewisse Ähnlichkeit mit den Hinterlassenschaften von Pferden aufweisen. Wie das allwissende Netz erklärt, handelt es sich dabei um Exemplare des Gemeinen Erbsenstreulings, einer Pilzart.

Pisolithus arhizus

Mittags fuhren wir mit dem Bus nach Vaison-la-Romaine, wo der Liebste bei einem Fahrradverleih Räder reserviert hatte, etwa zum halben Preis wie die örtlichen Anbieter hier in Malaucène. Die Rückfahrt war trotz elektrischer Unterstützung anstrengend, da es wieder heiß geworden ist, dazu blies permanent warmer Gegenwind aus Süden. Aber man kann ja nicht zwei Wochen nur im Liegestuhl verbringen. Wobei: warum eigentlich nicht?

Gegen Abend wurde der Wind stärker und es bewölkte sich. Dabei wurde ein interessantes Schauspiel geboten: Während sich die oberste Wolkendecke gemächlich in Richtung Norden schob, zogen die Wolken darunter schneller nach Westen. Im Osten über dem Mont Ventoux verdunkelte sich der Himmel. Der angekündigte Regen traf etwas früher ein als erwartet und nötigte uns mit gegrilltem Abendessen unter das Dach der Terrasse, von wo aus wir gute Aussicht auf die Gewitter hatten, die mit beeindruckenden Blitzen südwestlich vorbeizogen.

Nicht ganz geglückter Versuch eines Blitzbildes

Dienstag: Die Gewitter brachten wenigstens vorübergehend etwas Abkühlung mit sich, die beim Frühstück ein leichtes Jäckchen erforderte, jedenfalls wenn man so fröstelig ist wie ich.

Nach dem Frühstück fuhren wir (mit dem Auto) nach Vaison, um dort auf dem Wochenmarkt Austern und anderes Meeresgetier zu kaufen. Der Markt war stark besucht, nur langsam bewegten wir uns mit den anderen Menschen, Kinderwagen und Hunden durch die schmalen Straßen, gesäumt von Ständen, die Textilien, Taschen und sonstigen Tinnef aller Art feilboten. In der Menge vor uns rief ein Mädchen ungefähr im Dreisekundentakt „Martine!“, offenbar war im Gewühl jemand verloren gegangen. Immer wieder blieben vor uns welche stehen, um die angebotenen Waren zu betrachten oder auf ihr Datengerät zu schauen, während ich befürchtete, von hinten einen Kinderwagen in die Hacken geschoben zu bekommen. Beim Fischhändler waren Austern aus, die erstanden wir später in erforderlicher Anzahl (für abends erwarteten wir Besuch) im Supermarkt.

Nach Rückkehr erledigte ich die Entsorgung von Abfall und Altglas, verband dies mit einem angenehmen Spaziergang. Auch im Urlaub darf die Erfüllung notwendiger Pflichten nicht vernachlässigt werden.

Mittwoch: Die erste größere Radtour des Urlaubs führte in die nördliche Umgebung über Entrecheaux, Mollans-sur-Ouvèze bis zum ehemaligen Eisenbahntunnel bei Pierrelongue, wo die örtliche Gastronomie aufgrund seltsamer Öffnungszeiten von Donnerstags bis Montags leider geschlossen war. Zurück ging es durch das Tal des Toulourenc und über den Berg zurück nach Malaucène. Die Parkplätze am Toulourenc, einem kleinen Fluss hinter dem Berg mit augenscheinlich hohem Erholungswert bei Touristen wie Eingeborenen, waren die Parkplätze belegt, was mehrere Fahrzeuglenker, auch Deutsche unter den Irren, nicht davon abhielt, auf der schmalen Straße nach Malaucène darauf zu warten, bis ein Platz frei wird, so dass man gerade so mit dem Fahrrad vorbeikam, jedoch keine anderen Kraftfahrzeuge. Zum Glück nicht unser Problem. Auch wenn ich mich wiederhole: In dieser Berg-und-Tal-Gegend begeistert mich die elektrische Unterstützung am Fahrrad immer wieder.

Kurz vor dem Ziel. Hinten der Tunnel der ehemaligen Schmalspurbahn von Orange nach Buis-les-Barronnies
Über den Berg

Die vergangene Woche noch vermisste Urlaubsstimmung ist inzwischen vollständig eingetroffen.

Donnerstag: Ein ruhiger Urlaubstag ohne Aktivitäten außerhalb des Grundstücks, das wir nicht einmal für ein Nachmittagsgetränk unten im Ort verließen. Es ist zu warm. Bereits gestern Abend deutete sich das an, als wir im Restaurant waren und mir erst dort auf der Außenterrasse einfiel, dass ich mein Jäckchen vergessen hatte, das ich an den Vorabenden bei Einsetzen der Abendkühle gerne überzog. Gestern brauchte ich es nicht; auch als wir wieder zurück waren bei unserem Haus, wo es üblicherweise etwas kühler ist als unten in Malaucène und den Tagesabschlussrosé öffneten, blieb es überraschend mild. Heute liegt eine drückende Schwüle über dem Land, der Himmel ist dunstig von Saharastaub, die Berge gegenüber erscheinen zunehmend schemenhafter, aus Süden bläst warmer Wind durch die Bäume neben dem Haus. Laut Vorhersage steht eine warme Nacht bevor, für morgen werden Gewitter erwartet.

Stattdessen, Sie ahnen es, verbrachte ich wieder längere Zeit im Liegestuhl lesend. Nachmittags nahm ich mir nach monatelanger Untätigkeit daran mal wieder die Romanbaustelle vor. Die Geschichte (was mit Eisenbahn, Leben und Sterben und gänzlich ohne Liebeswirren bzw. Kopulationsdrängen) gefällt mir gut, sie erscheint mir auch schlüssig. Einziges Manko: Der Umfang beträgt bislang nur knapp dreißig Seiten und ich habe keine Idee, wie ich ihn auf romanübliche ein- bis zweihundert Seiten ausdehnen kann.

Für heiße Sommertage haben Haus und Grundstück zwei große Vorzüge: erstens drinnen eine Klimaanlage und zweitens draußen ein Schwimmbecken, von dem wir nachmittags Gebrauch machten und das dank blickgeschützter Lage bedenkenlos auch ohne Badehose beplanscht werden kann. Ich bitte um Verständnis, davon keine Bilder zu zeigen, um die Bevölkerung nicht unnötig zu beunruhigen, oder wie der frühere Innenminister Thomas de Maizière, ich weiß nicht mehr, aus welchem Anlass, das mal ausdrückte.

Gleich muss ich grillen und die vom Dienstag übrig gebliebenen Austern knacken, denn, wie der Liebste es ausdrückt, ich bin nicht nur hier zum Lesen und Austernschlürfen.

Liegestuhlperspektive vormittags
Saharadunst abends

Freitag: Die erwarteten Gewitter äußerten sich – jedenfalls hier – nur durch gelegentliches Grummeln in den frühen Morgenstunden und im Laufe des Vormittags. Nächtlicher Regen hinterließ bräunlichen Belag auf der Tischplatte vor dem Haus. Bis in den Nachmittag zogen dunkle, tiefliegende Wolken über die Gegend, die immer wieder einige Regentropfen abließen, deswegen wurde das Frühstück auf die überdachte Terrasse verlagert, wo wir danach vorläufig blieben.

Am späteren Nachmittag blaute der Himmel auf und die Sonne zeigte sich. Das veranlasste uns zu einer spontanen, kleinen Radtour in die nähere Umgebung durch Beaumont-du-Ventoux, Des Valettes und Sainte-Marguerite, die sich gut mit einem Abendanfangsbier in Malaucène verbinden ließ. Plötzlich war dann schon wieder Apérozeit und ich hatte bis dahin während des gesamten Tages nicht eine Sekunde lang auch nur eine Andeutung von Langeweile empfunden.

Mittags
Nachmittags
Apéro
Abendglimmen

Samstag: Auch heute unternahmen wir eine Radtour: über Le Barroux, Baumes-de-Venise, Lafare und Suzette, zurück nach Malaucène über den Col de la Chaine, wo die Lavendelfelder längst abgeerntet sind. (Das müssen Sie sich nicht alles merken oder gar auf einer Karte nachvollziehen, es wird nicht später abgefragt. Es dient nur der persönlichen Chronik, wenn ich es später nochmal nachlese.)

Kurz vor Suzette wird es sehr steil, dort mussten die Fahrräder zeigen, was sie können, auf einer Strecke von wenigen Kilo-, vielleicht auch nur Hundertmetern sank die Akkufüllung um mehr als zwanzig Prozent. Dabei ließ es sich ohne größere Anstrengung fahren. Nur die Arretierung meines Sattels hatte sich gelockert, vielleicht habe ich in den letzten Tagen an Gewicht zugelegt; er sank immer tiefer in den Rahmen ein, mit dem beigefügten Werkzeug ließ er sich nicht befestigen. Nach Rückkehr in Malaucène suchten wir eine der hier zahlreichen Fahrradwerkstätten auf, mit wenigen Handgriffen und gezielten Hammerschlägen wurde das Problem behoben, sogar gratuitement. Mit einem Scheinchen in die Kaffeekasse (oder wie das in Frankreich heißt) zeigte ich mich erkenntlich.

Auch wenn ich mich wiederhole, da sich auch die beschriebene Empfindung nach all den Jahren, in denen wir hier schon unsere Urlaube verbringen, stets wiederholt, ist es mir ein Bedürfnis, es nochmals aufzuschreiben: die beglückende Harmonie der Farben an solchen Tagen – die unterschiedlichen Grüntöne der Pinien, Kiefern, Eichen, Zypressen, Weinreben, Olivenbäume, Obstplantagen und was sonst noch fleucht; das Beige-Grau der Felsen und Steinmauern; die rötlichen Ziegeldächer und ocker-beigen Wände der alten Häuser; das Blau-weiß des Himmels über all dem. Im Frühsommer kommt noch das Violett der Lavendelfelder hinzu. Was ich auch schon mehrfach fragte: Bleibt das Entzücken ob dieser Schönheit bestehen, wenn man dauerhaft hier lebt? Auch hier gibt es einen Alltag mit seinen Verzwickungen und Prioritäten, die sich irgendwann über alles legen. Vielleicht freut man sich dann über zwei Wochen am Rhein mit Siebengebirge, Bonner Südstadt und Godesberger Villenviertel genauso.

Farbenspiel I
Farbenspiel II
Unsere Rechnung nach dem Abendessen in Beaumont-du-Ventoux

Sonntag: Bei weiterhin farbenfrohem Wetter unternahmen wir eine Ausfahrt nördlich des Mont Ventoux und über ihn zurück, aus Zeit- und Bequemlichkeitsgründen mit dem Auto statt Fahrrädern. Ich weiß, zahlreiche Menschen machen in dieser Gegend Urlaub, gerade um mit dem Fahrrad über diesen Berg zu fahren, und zwar ohne elektrische Unterstützung; ein Kollege von mir bezwang den Gipfel an einem Tag gleich dreimal. Eine Freizeitbeschäftigung, die meiner Welt in etwa so fremd ist wie ungesichert in Felswänden zu klettern, nach Haien zu tauchen oder Fußballkucken. Ein jeder wie er mag. Während der Abfahrt kam uns ein Auto entgegen mit Fahrrad am Heck befestigt. Vielleicht erzählt der Fahrer nächste Wochen den Kollegen, er sei im Urlaub mit dem Fahrrad über den Mont Ventoux gefahren, gelogen wäre es nicht.

Die Fahrt führte (wieder nur für die Chronik) über Entrechaux, Eygaliers mit Abstecher nach Plaisans, Brantes, Montbrun-les-Bains, wo wir in einer Creperie kurze Einkehr hielten, und Sault, ab da über den Mont Ventoux zurück nach Malaucène. Bei manchen Orten wie Brantes und Montbrun ist man versucht, den Gründern zu unterstellen, die Häuser wären nur pittoresk an die Hänge geheftet worden, damit später daraus Motive für touristische Ansichtskarten und Instagram-Beträge entstehen.

Brantes
Montbrun-les-Baines

Während der Fahrt über den Berg sahen wir nie zuvor so viele vor allem ältere Radfahrer, die auf den letzten Kilometern vor dem Gipfel, die steil durch schattenlose Schotterwüste führen, ihr Rad schoben; vielleicht hatten sie ihre Kräfte etwas überschätzt. Der Gipfel war voll von Menschen und Fahrzeugen, deshalb hielten wir gar nicht erst an. Ansonsten offenbarte die Fahrt wieder Einblicke in Abgründe menschlichen Verkehrsverhaltens, egal ob zu Rad, Motorrad oder Auto. Es wird ohne Helm zu Tal gerast, möglichst mit Pedalieren statt zu bremsen, es wird gedrängelt und vor unübersichtlichen Kurven überholt, als ob es irgendeinen Vorteil brächte.

Gipfel des Mont Ventoux in Sicht
Gipfelblick

Nach Niederschrift dieses Eintrags begebe ich mich wieder in den Garten unter die Zypressen und freue mich, mit dem Liebsten weitere fünf Tage (Samstag ist Abreise, der zählt nicht mit) in dieser wunderschönen Gegend verbringen zu können, auch wenn meine Beine von Mücken zerstochen sind. Irgendwas ist ja immer.

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Vielen Dank für die Aufmerksamkeit, kommen Sie gut durch die Woche.

18:00

Woche 22/2026: Regelkonform auch im Verstoß

Montag: An diesem Pfingstmontag blieben wir lange im Bett, da der Heilige Geist etwas auf den Schädel drückte. Vielleicht war es auch nur der Geist des Weines vom Vorabend.

In die vielfach zu hörenden und lesenden Klagen über die derzeitige Hitze stimme ich nicht ein, wobei ich anerkenne, heißer als um die dreißig Grad muss es nicht werden, darüber empfinde auch ich es als anstrengend. So unternahm ich nachmittags mit großem Genuss einen langen Spaziergang an die andere Rheinseite, soweit möglich im Schatten. Der Weg führte vorbei am Freibad, wo Becken und Rasenflächen dicht mit mehr oder weniger stark tätowierten Menschen belegt waren, vor dem Eingang immer noch eine Warteschlange, der Parkplatz voll. Jeder, wie er mag. Ich mochte lieber nicht, besuchte stattdessen den ebenfalls gut besuchten Biergarten, fand im unteren Bereich direkt an der Uferpromenade Platz, wo ich mich bei einem Hellen dem Vergnügen des Leutekuckens hingab.

Solche Montage darf es gerne öfter geben.

..
Rabenvater

Dienstag: Die erste Meldung in den Radionachrichten am Morgen war, dass irgendein drittligriger Fußballverein irgendein Spiel gewonnen hat. Immer wieder erstaunt mich die Prioritätensetzung der Redakteure. Anderseits vielleicht ein Zeichen, dass es diesem Land gar nicht so schlecht geht wie oft behauptet wird.

Der erste Arbeitstag war wenig montäglich, was vielleicht auch am angenehmen Fußweg dorthin lag. Die Gewerke gingen mir gut von der Hand, die Zeit verging rasch. So soll es sein.

Aus einem Zeitungsbericht über einen Dönerwurf aus Streitsuchtgründen:

Wie die Polizei mitteilte, hatte eine 14-Jährige während eines Streits eine Portion des Fast Foods auf eine gleichaltrige Kontrahentin geworfen. Als die Eltern der beiden Jugendlichen sich am Sonntagabend trafen, um die Situation gemeinsam mit den beiden Streithähnen zu klären, sei die Situation eskaliert.

Muss das nicht Streithennen heißen?

Abends am Rhein

Mittwoch: Kantinengedanke zur Mittagszeit: An warmen Tagen gehen die Leute ins Büro, wie sie vor zwanzig Jahren, als zumindest hier in der Zentrale die äußerste akzeptierte Erleichterung der Verzicht auf die Krawatte war, allenfalls ein AIDA-Schiff betreten hätten. Keine Bewertung, nur Beobachtung.

In einer Mail begegnete mir der Name Hinsch. Dabei fiel mir der Dauertelefonstreich von Bart Simpson ein und ich musste über einen längeren Zeitraum grinsen.

Donnerstag: Eigentlich wäre dies eine kleine Woche, somit hätte ich heute frei. Konjunktiv. Im Indikativ ging ich dennoch ins Büro, da die Woche wegen Pfingsten auch so nicht sehr groß war. Außerdem beginnt in einer Woche der Urlaub, bis dahin soll noch einiges in der Liste abgearbeitet werden. Zudem ist es für die inseltagsübliche Wanderung etwas zu warm, dennoch wäre mir der freie Tag ganz sicher nicht langweilig geworden. Überhaupt kann ich mir nicht vorstellen, dass es mir ohne Arbeit je langweilig werden könnte, jedenfalls nicht langweiliger als ein Arbeitstag voller zäher Besprechungen.

Eher kurz und informell ein Gespräch am Nachmittag, in dem ich über eine organisatorische Kleinmaßnahme informiert wurde, die mich unmittelbar betrifft. Ob ich das gut oder eher solala finden soll, weiß ich noch nicht. Jedenfalls zu geringfügig, um dagegen aufzubegehren.

Was erfreuliches: Ich erhielt eine Postkarte aus Bremen, die mich in angenehmen Zugzwang bringt. Das ist nämlich so: Erst kürzlich erhielt ich vom selben Absender einen netten Brief, den ich noch nicht beantwortet habe. Nun muss ich. Und da ich gerne Briefe und Postkarten schreibe, finde ich das gut. Ich weiß nicht, ob Sie das nachvollziehen können; wenn nicht, ist das nicht schlimm.

Onkel Michael über den Wal:

Ruhe ist dem modernen Menschen unerträglich geworden. Er muss alles zerreden, zerfilmen, vertwittern und emotional ausschlachten, bis selbst die Möwen genervt den Strand verlassen. Einst jagten die Menschen Wale mit Harpunen; heute jagen sie sie mit Mikrofonen. Früher wurde Tran aus ihnen gewonnen, heute Content.

[…]

Ahab selbst wäre wohl beschämt gewesen. Der Mann opferte wenigstens nur sein Schiff und seine Mannschaft seinem Walwahn. Heute dagegen opfert man dem Spektakel ganze Nachrichtentage, kollektive Vernunft und die letzten Reste gesellschaftlicher Gelassenheit.

Gelesen im Feldlilien-Blog und sehr (zustimmend) gelacht.

Ich glaube, ich war ein dämliches Kind. Ich habe doch tatsächlich in der Schule das Lied „Spannenlanger Hansel, nudeldicke Dirn“ gelernt, und mir ist nie aufgefallen, dass es da um Bodyshaming geht.

[…]

… hier eine absolut klinisch reine Version (jedenfalls zur heutigen Zeit. Kann natürlich sein, dass in drei Jahren die Verwendung des Buchstaben „E“ irgendwie politisch unkorrekt ist): 
„Zwei Personen, deren Geschlechtszugehörigkeit, ob physisch oder psychisch, hier mal nicht genannt wird, weil sie zum Sachverhalt eigentlich absolut nichts beiträgt, mit einem grundsätzlich einander gegenteiligen äußeren Erscheinungsbild, aber wen interessiert das schon, gehen zusammen Lebensmittel retten.“

Tralala.

Freitag: Ein gutes Gespräch mit dem Chef brachte zufriedenstellende Klarheit über eine gestern entstandene Irritation meinerseits.

Nachmittags war ich beim Hörtest. Wenig überraschend wurde eine Hörschwäche festgestellt, vor allem links, das war mir bislang nicht bewusst. (Dass der Liebste üblicherweise links von mir schläft, dürfte damit in keinem Zusammenhang stehen.) Zur Probe trage ich nun Hörgeräte, die ich bis nach dem Urlaub testen darf. Was sie mir auf Anhieb sympathisch macht: Sie sind recht unauffällig und man kann darüber Musik hören, sogar telefonieren, wenn es sich nicht vermeiden lässt. Ob sie auch ihren eigentlichen Zweck erfüllen, nämlich wieder bei Hintergrundgeräuschen Gesprächen folgen zu können, werden die nächsten Tage und Wochen zeigen. Jedenfalls sind die Dinger ganz schön teuer, deshalb besser keins verlieren.

Gelesen bei Kurt Kister:

Zu den sehr seltsamen Merkmalen der neuen Zeit gehören nicht nur Donald Trump, Kinnbärte und die Vermenschlichung von Computerprogrammen. Auch die Eigenart von Leuten, sich überall dort, wo sich andere in eher lächerlichen Posen mit dem Telefon fotografieren, auch so zu fotografieren, ist enorm gegenwartsprägend.

Abends gingen heftige Gewitter über das Land. Während des Wochenend-Einstimmungsgetränks auf dem Balkon zogen im Südwesten dunkle Wolken auf und anhaltendes Donnergrummeln war aus der Richtung zu vernehmen, das sich langsam näherte, schließlich fielen dicke Regeltropfen auf den Balkontisch. Später, als wir unter dem Sonnenschirm vor dem Wirtshaus saßen, zog erneut ein beeindruckender Schauer mit Blitz, Donner und starkem Regen über uns hinweg. Entgegen der Vernunft und im Vertrauen darauf, dass schon nichts passieren wird, blieben wir noch eine Weile dort sitzen. Das war gleichzeitig der erste Praxistest der Hörgeräte. Durchaus positiv.

Der Zeppelin ist wieder da. Darüber freue ich mich jedes Jahr so wie andere über die Ankunft der Mauersegler.

Samstag: Die Gewitter des Vorabends brachten leichte Abkühlung, jedoch ist es immer noch warm genug für kurze Hosen. Nach dem Frühstück unternahm ich den wöchentlichen Gang zum Altglascontainer. Dort war der Behälter für Weißglas voll, deshalb standen bereits mehrere Flaschen und eine volle Tragetasche davor, während die Behälter für Grün- und Braunglas noch aufnahmefähig waren. Menschen halt, zudem deutsche: regelkonform auch im Verstoß. Da ich davon ausgehe, dass farblose Flaschen die Wiederverwertung von Grünglas nicht beeinträchtigen, warf ich sie dort ein und schloss einen längeren Spaziergang an den Rhein an. Mein Eindruck: Die großflächige Tätowierung von Menschen bis etwa vierzig hat nochmal zugenommen.

Zeit für die nächste Frage.

Nr. 16 lautet: „Wie alt möchtest du gern werden?“ Ich glaube, das habe ich in anderen Zusammenhängen schon mal beantwortet; war da nicht diese seltsame Partei, die auf ihren Wahlplakaten die Möglichkeit in Aussicht stellte, fünfhundert Jahre alt zu werden oder älter? Welch grauenhafte Vorstellung. Also: Ich hänge nicht am Leben, strebe kein hohes Alter an; die Ziele der sogenannten Longevity-Bewegung teile ich nicht. Auch habe ich keine Nachkommen, deren Wohlergehen von meinem abhängt. So als Richtwert würde ich mich über fünfundsiebzig Jahre freuen. Wenn es mir dann gut geht und ich das Leben aufgrund innerer und äußerer Umstände noch als lebenswert empfinde, meinetwegen auch ein paar Jahre mehr. Den Ruhestand würde ich ganz gerne erleben. Wenn es früher endet, dann ist das eben so.

Der Astronom Harald Lesch in einem Zeitungsinterview: „Wir Deutschen leben scheinbar im Lamentozän, dem Erdzeitalter des Lamentierens.“

Abends waren wir zum ersten Mal im Contra-Kreis-Theater, wo das Stück „S.O.S. im Paradies“ gespielt wurde, mit viel Witz, etwas Tragik und gut gesungener ABBA-Musik. Wir lachten viel, fühlten uns bestens unterhalten und waren bestimmt nicht zum letzten Mal dort.

Auf dem Rückweg verliebte ich mich spontan in einen Anzug im Schaufenster eines Bekleidungsgeschäftes. Auch wenn ich eigentlich keinen neuen Anzug benötige: Vielleicht schaue ich am Dienstag Abend mal ganz unverbindlich rein, vielleicht habe ich ja Glück und es gibt ihn nicht in meiner Größe.

Sonntag: Mittags erreichte mich per Mail die Nachricht, dass meine eingereichte Geschichte in die Anthologie aufgenommen wird. Damit hatte ich nicht gerechnet, habe ich doch beim Schreiben gemerkt, dass es mir wesentlich schwerer fällt, mir eine Geschichte auszudenken als Erlebtes und Beobachtetes aufzuschreiben. Umso mehr freut es mich.

Weil es am Montag so schön gewesen war, führte der Sonntagsspaziergang auch heute ans andere Rheinufer, auf einer etwas anderen Route. Gar nicht zufällig führte der Rückweg am Lieblingsbiergarten vorbei, der heute weniger stark besucht war.

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Vielen Dank für die Aufmerksamkeit, kommen Sie gut durch die Woche. Für uns endet die Arbeitswoche am Mittwoch, danach beginnt der Urlaub. Ich werde selbstverständlich berichten.

17:30

Woche 36/2025: Regionaltypische Produkte in fester und flüssiger Form

Montag: Das Grillen mit den Freundinnen gestern Abend erwies sich als nicht ganz so einfach, weil der Grill des Hauses, bei unserem letzten Besuch noch einwandfrei, mittlerweile einen Zustand angenommen hat, den man ohne Übertreibung als schrottreif bezeichnen kann. Ich weiß nicht, wie Gäste vor uns es hinbekommen haben, jedenfalls ist die Feuerroste, auf der die Kohlen liegen beziehungsweise lägen, großflächig durchgebrannt und die untere Luftklappe abgerissen. Warum hinterlässt man sowas anderen? Es gelang dennoch, das Grillgut hinreichend zu garen, am Ende waren alle zufrieden, niemand blieb hungrig, durstig schon gar nicht.

Desolat

Heute ist der erste September, somit meteorologischer Herbstanfang, meine Lieblings-Jahreszeit beginnt, auch wenn hier in Südfrankreich optisch noch nichts darauf hinweist. Meteorologisch interessant war die vergangene Nacht. Wie angekündigt kamen starke Gewitter auf, die zunächst westlich vorüberzogen und den Himmel über den Bergen für längere Zeit dauerhaft aufblitzen ließen, vom Fenster aus sicherer Entfernung faszinierend anzuschauen. Später setzte auch hier heftiger Regen ein, der die Fläche vor unserem Haus in eine temporäre Seenplatte verwandelte, während die Gewitter weiterhin nur als fernes Leuchten und Grummeln auszumachen waren.

Am Morgen hatte es sich beruhigt, das Wasser vor dem Haus war abgelaufen und versickert. Der Tag war überwiegend bewölkt, hin und wieder fiel etwas Regen, längst nicht so viel wie die Wetter-App gestern in Aussicht gestellt hatte; auch vereinzelte Sonnenstrahlen zeigten sich. Wir frühstückten unter dem Dach der Terrasse, wo wir auch sonst die meiste Zeit des Tages verbrachten und in urlaubsangemessener Liegestuhlhaltung die Wechselhaftigkeit des Wetters zufrieden zur Kenntnis nahmen.

Auf Regen …
… folgt Sonne

Positive Überraschung am Abend: Vormittags hatte der Liebste dem Vermieter per Kurznachricht einen freundlichen Hinweis (keine Beschwerde) den Grill betreffend geschickt. Als wir vom Abendessen im Ort zurückkehrten, stand ein neuer Grill vor dem Haus. Nicht fabrikneu, schon gebraucht, jedenfalls in einem guten Zustand, was einen spontanen Grillbeschluss für den nächsten Abend auslöste.

Dienstag: Beinahe hätten wir heute eine Radtour gemacht. Als wir die Fahrräder beim Verleih abholen wollten, wurde uns beschieden, dass wir sie erst ab morgen reserviert haben, dafür eine Woche länger als unser Urlaub hier dauert. Nicht schlimm, kann passieren. Wo wir schon unten im Ort waren, zogen wir das Nachmittagsbier in der dafür bevorzugten Gaststätte vor, so brauchten wir später nicht nochmal runter zu gehen. Auch im Urlaub wegeoptimiert planen.

Somit erlebten wir auch diesen Nachmittag bis zur Pastisstunde aus der Liegestuhlperspektive, es gibt schlimmeres. Fahrrad fahren wir dann voraussichtlich ab morgen.

Pastisstunde

Mittwoch: Am frühen Morgen wurden wir geweckt durch ein flatterndes Geräusch, das bei Lichte der Nachttischlampe betrachtet von einer kleinen Fledermaus ausging, die sich offenbar durch den Spalt des Fensters ins Schlafzimmer verirrt hatte und nun durch den Raum raste. Als freundlicher Mensch auch gegenüber Chiropteren – man weiß nie, wofür es gut ist und wann und in welcher Lebensform man sich vielleicht irgendwann wiederbegegnet – öffnete ich das Fenster ganz, bald darauf fand sie den Weg nach draußen und konnte hoffentlich noch ein paar Mücken jagen.

Ansonsten erschien der Himmel heute besonders blau, dazu war es angenehm warm, also unter dreißig Grad. Nach dem Frühstück gingen wir runter zum Wochenmarkt und kauften ein gegrilltes Huhn mit Zubehör für das Abendessen, anschließend holten wir die Fahrräder ab. Die erste Radtour führte durch Hameau des Valettes, Sainte-Marguerite und Beaumont-de-Ventoux; wie immer in dieser Gegend, wo ebene Straßen eher unüblich sind, freute ich mich über die elektrische Unterstützung.

Bei Sainte-Marguerite

Donnerstag: Heute hätte ich frei, da kleine Woche ist. Da Urlaub ist, habe ich auch frei, das ist ohne Zweifel so oder so erfreulich. In (maximal) sechseinhalb Jahren habe ich dauerhaft frei. Das klingt lange, ist es aber im Rückblick gar nicht. März 2019 war doch gerade erst.

Den Tag verbrachten wir mit einem Autoausflug in nördliche Richtung über Vaison-la-Romaine, Saint-Maurice-sur-Eygues, Vinsobres und Nyons, dabei kauften wir regionaltypische Produkte in fester und flüssiger Form. Nachmittags bildeten sich Gewitter mit Regen, denen wir nach Rückkehr von der Terrasse aus beim Vorüberziehen zuschauten. Und dann wurde es auch schon wieder Zeit für den Apéro.

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Freitag: Auch heute, da der Himmel wieder provencalischblau über dem Land lag, als wäre nichts gewesen, unternahmen wir eine Ausfahrt mit dem Auto. Zuerst über den Mont Ventoux, von dessen Gipfel die Aussicht ungetrübt war, dann weiter durch Beaumes-de-Venise und Gigondas, wo wir zwei bekannte Weingüter besuchten, ein wenig probierten und aus Gründen der Höflichkeit ein paar Kartons erstanden. Wird ja nicht schlecht, jedenfalls nicht so bald und nicht bei uns. Zur Pastisstunde waren wir zurück. Das war schön.

Blick vom Mont Ventoux

Samstag: Hätte ich nicht eine tiefe Abneigung gegen Fußballmetaphern, schriebe ich jetzt einen Satz, in dem das Wort „Halbzeit“ vorkommt. Jedenfalls ist die erste Urlaubswoche vorüber, erschreckend, doch eine weitere liegt vor uns, herrlich. Bei weiterhin blauem Himmel und Kurze-Hosen-Temperatur stand keine besondere touristische Aktivität an, muss ja auch nicht, man hat ja Urlaub. Nach dem Frühstück verbrachten wir ein paar Stunden Alleinzeit, ein jeder auf die von ihm bevorzugte Art: Während der Liebste in den großen Supermarkt nach Vaison fuhr, las ich zuerst nach, was die Mitblogger so geschrieben haben, dann unternahm ich einen längeren Spaziergang in die Umgebung. Sehen Sie:

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Hinten Beaumont-de-Ventoux
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Warten auf das Mittagessen

Und schließlich …

Frage 773 lautet: „Welche Tradition wird überbewertet?“. Ich möchte nicht mehr das Geschwafel über die „christlich-jüdische Tradition“ hören und lesen, in der wir angeblich leben. Die aus meiner Sicht am meisten überbewertete Tradition ist jede Art von Religion, da wiederhole ich mich. Vor allem wenn man bedenkt, welche Macht Christentum, Islam, Judentum und wie sie alle heißen noch heute haben und wieviel Leid in ihren Namen Menschen zugefügt wurde und immer noch wird. Im Übrigen gehören Staat und Religion streng getrennt und eine Partei sollte nicht das „C“ in ihrem Namen führen, schon gar nicht eine in Regierungsverantwortung.

Sonntag: Beim Frühstück habe ich gelacht. Sie lesen doch auch regelmäßig das Blog von Frau Novemberregen? Sollten Sie tun, denn sie schreibt wunderbare Sätze wie diese:

Und noch etwas sehr Aufregendes ist passiert: ich habe einen genetischen Zwilling! Und rechne es allen, denen ich bisher davon erzählt habe, hoch an dass sie nicht sofort „Auch das noch!!“ sagten.

Nach dem Frühstück unternahmen wir eine längere Radtour bis Buis-les-Baronnies, schließlich haben wir die Räder für viel Geld gemietet, da müssen sie bewegt werden. Wobei der Liebste mit seinem (das eigentlich meins ist, erkläre ich gleich) täglich runter in den Ort zum Baguetteholen fährt, während ich Kaffee koche und den Tisch decke, eine wie ich finde gerechte Arbeitsteilung. Also die Fahrräder: eins ist schwarz, das andere in diesem, ich weiß nicht, wie die Farbe genau heißt, vielleicht pastellblau. Man sieht immer mehr Autos in dieser Farbgebung, es gibt sie auch in beige und grau. Im Gegensatz zu den Autos sieht das Fahrrad damit richtig gut aus. Als wir die Räder am Mittwoch entgegennahmen, war mir das blaue, dem Liebsten das schwarze zugeteilt worden und die Sattelhöhen entsprechend angepasst. Nachdem wir mit den Rädern zu unserem Haus gefahren waren, fiel dem Liebsten ein, dass er lieber das blaue hätte. Meine Frage, warum, wurde argumentativ eher flachwurzelnd beantwortet, sinngemäß mit „Isso“ oder ähnlich. Ich halte mich keineswegs für klüger, ganz im Gegenteil, dennoch folgte ich dem Sprichwort „Der Klügere gibt nach“, letztlich war und ist es mir egal, Fahrrad ist Fahrrad, ob schwarz oder blau. Wobei das schwarze keine Klingel hat, damit komme ich auch klar.

Heute also über Entrechaux, Mollans-sur-Ouvèse und Pierrelongue bis Buis-les-Baronnies und wieder zurück. Ein großer Teil der Strecke führt über die Trasse der ehemaligen Schmalspurbahn von Orange bis Buis-les-Baronnies, von der noch zahlreiche Bahnhofsgebäude, Bahnwärterhäuser, Brücken und zwei Tunnel erhalten sind. Dadurch gestaltete sich vor allem die Rückfahrt zu einem angenehmen Rollenlassen mit nur wenig Trampeln. Vor jeder Wegkreuzung zog ich gedanklich an der Dampfpfeife der Lokomotive und stellte mir vor, wie wunderbar eine Fahrt mit dieser Bahn gewesen sein muss. Schade, dass sie schon 1938 stillgelegt wurde, heute wäre sie vermutlich eine Touristenattraktion.

Während des gemeinsamen Radfahrens entsteht stets eine gewisse kommunikative Asymmetrie: Der Liebste möchte sich dabei gerne mit mir unterhalten, ich möchte lieber schweigend die Fahrt genießen, zumal ich durch den Fahrtwind auf den Ohren nichts verstehe, wenn er vor oder (seltener) hinter mir fährt, auch nebeneinander Fahren finde ich anstrengend, weil man immer aufpassen muss, ob von hinten ein Auto kommt; bei der robusten Fahrweise der Eingeborenen ist das im eigenen Interesse ratsam.

Nach Rückkehr nutzten wir erstmals in diesem Urlaub unser Schwimmbecken, nach der üblichen Überwindung des ersten Kälteschocks war das sehr angenehm. Danach wurde es Zeit, das hier alles bis zum Apéro aufzuschreiben.

Pierrelongue mit der Chapelle Notre-Dame de la Consolation
Zwischen Pierrelongue und Buis-les-Baronnies. In der Mitte letzte Gleise, rechts ein ehemaliges Bahnwärterhaus, heute gastronomisch genutzt. Doch wir mussten weiter.
Buis-les-Baronnies

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Vielen Dank für die Aufmerksamkeit, kommen Sie gut durch die Woche.

Woche 26/2024: Von keinerlei Fußballgetöse belästigt

Montag: Die zweite Urlaubswoche begannen wir mit einer längeren Radtour über Le Barroux, La Roque-Alric und Suzette, dank Elektrounterstützung auch in dieser herausfordernden Topografie wieder sehr vergnüglich. Das Fahrrad hat vier Fahrstufen, von wenig bis viel Schubkraft. Warum ausgerechnet die zweitstärkste Stufe „Sport“ heißt, erschließt sich nicht direkt.

Unterwegs hörte ich laut und deutlich eine Zikade zirpen. Das fand ich beruhigend, siehe meine vergangenen Dienstag geschilderten diesbezüglichen Ausfallerscheinungen.

Blick auf Le Barroux
La Roque-Alric
Drogenanbau bei Suzette mit Blick auf den Mont Ventoux
Provencepostkartenmotiv am Col de la Chaîne
Der Chronist in touristischer Betätigung

Nach Rückkehr in Malaucène suchten wir für das Belohnungsgetränk die Lieblingsbar auf. Von unserem Platz aus sahen wir auf einen Stromverteilkasten, der vermutlich nach heftiger Berührung mit einem Kraftfahrzeug völlig demoliert war, Techniker waren bereits mit der Behebung des Schadens beschäftigt. Dadurch fiel in den umliegenden Gaststätten der Strom aus. Nach einiger Zeit hatte die Techniker offenbar einen Weg gefunden, die Stromversorgung an dem zerstörten Verteiler vorbei wieder herzustellen, begleitet von einem allgemeinen erleichterten Aaah … gingen Lichter und Musik wieder an. Die Versorgung mit Kaltgetränken war zu jeder Zeit sichergestellt.

Abendessen erstmals in einem sehr netten Bistrot in Beaumont-du-Ventoux, hin und zurück mit den Fahrrädern. Während der Rückfahrt wurde beeindruckendes Abendrot geboten.

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Dienstag: Heute unternahmen wir eine Ausfahrt in Richtung Luberon, zunächst zur als Postkartenmotiv bekannten Abbaye de Sénanque. Auf die Idee waren augenscheinlich auch viele andere Touristen gekommen, es herrschte ein ungewöhnlich hoher Andrang an Menschen und Fahrzeugen, deshalb verzichteten wir auf einen Ausstieg; wir kennen den Ort von früheren Besuchen, sehr viel wird sich seitdem nicht verändert haben.

Archivbild von 2022

Weiter ging es nach Fontaine-de-Vaucluse, um einen Blick in das Quellbecken zu werfen. Dieser wurde dem geneigten Touristen verwehrt, etwa hundert Meter vor der Naturattraktion versperrt eine massive Holzbarriere den Weg wegen Steinschlaggefahr. Auch das war verschmerzbar, aus Vorjahren kennen wir die Quelle in allen Pegelständen. Ungetrübt dagegen das Vergnügen einer Einkehr in das nahe Restaurant Philip, eine der schönsten mir bekannten Gaststätten direkt an und mit Blick auf die soeben entsprungene Sorgue.

La Sorgue kurz nach dem Schlüpfen
Alte Elektrikerregel: immer schön im Stromkreis arbeiten

Wichtiger Bestandteil eines Urlaubs ist das Schreiben von Postkarten. Das erledigte ich nach Rückkehr in Malaucène, während ein paar Regentropfen fielen. Vielleicht kommen die Karten ja vor uns in Deutschland an.

Mittwoch: Das Ende des Urlaubs rückt näher. Nach Besuch des örtlichen Wochenmarktes sowie der Poststelle zum Erwerb von Briefmarken* unternahmen wir die letzte Radtour, morgen geben wir die Räder wieder ab. Diese führte durch den Nachbarort Entrechaux. Bei der Planung der Tour führte uns die Komoot-App gleichsam hinter die Fichte, ein Streckenabschnitt erwies sich als fahrraduntauglicher Waldpfad über groben Schotter, beinahe wäre der Liebste abgeworfen worden. Nach spontaner Umplanung wurde es dennoch ganz schön.

*Sondermarken mit Baguette-Motiv, die angeblich sogar danach riechen, wenn man daran reibt. Ich rieche allerdings nichts, jedenfalls nichts brotähnliches. Vielleicht ist nicht nur mein Gehör eingerostet.

Entrechaux

Daran schloss sich ein ruhiger, von sanftem Lufthauch umspielter Liegestuhlnachmittag an. Für das Abendessen hatten wir vormittags auf dem Markt eingekauft, im Haus waren ausreichend Getränke vorrätig, somit bestand kein Grund, das Grundstück heute noch einmal zu verlassen.

Einer der zahlreichen Vorzüge dieses Ortes: Man wird von keinerlei Fußballgetöse belästigt.

Donnerstag: Bezüglich des Wochentags gilt weiterhin der bereits in der Vorwoche geäußerte, mit noch deutlicherer Betonung auf och nö.

Ein sehr heißer Tag ohne nennenswerte Luftbewegungen. Nach dem Frühstück fuhr der Liebste zur Einkäufe-Erledigung nach Vaison, ich blieb im Schatten sitzen und widmete mich einer bereits vor drei Jahren begonnen, danach nicht mit gebotener Konsequenz weitergeführten Schreibarbeit. Der Schreibfluss stellte sich bald wieder ein, die Worte flossen zu Papier. In meinem Kopf ist die Geschichte, ganz ohne autobiografische Anteile, Liebesbeziehungsgewusel und Kopulationsanbahnungen, schon lange fertig, sie muss nur noch aufgeschrieben werden. Bis zu meiner Pensionierung könnte es geschafft sein, vielleicht auch erst wenig später. Es hat keine Eile.

Nachmittags brachten wir die Fahrräder zurück, anschließend kühlten wir uns innerlich unten im Ort per Getränke, ehe wir uns durch die Hitze wieder nach oben zu unserem Haus bemühten. Erstmals in diesem Urlaub erlag ich nach Rückkehr der Verlockung der äußerlichen Kühlung im Schwimmbecken und erwog kurz, auch das Abendessen darin einzunehmen.

Ich äußerte es bereits, wiederhole es aus gegebenem Anlass gerne: Roxanne von The Police ist ein ganz und gar furchtbares Lied.

Freitag: Auch den letzten Urlaubstag verbrachten wir ohne besondere Aktivität bei erheblicher Hitze. Nach dem Frühstück trug ich zum letzten Mal den Liegestuhl in den Garten unter die Zypresse, um mich der Lektüre zu widmen und am Dasein zu erfreuen. Die Rasenfläche drumherum ist übersät mit kleinen weißen Schnecken zwischen wenigen Millimetern und maximal etwa einem Zentimeter Größe. Nicht hunderte, es müssen tausende sein, die regungslos an den Halmen harren und dort die Hitze verschlafen, an manchen Büschen in größeren Gruppierungen. So viele, dass es nicht möglich ist, den Garten zu betreten, ohne einige von ihnen zu zertreten, wie sie, vergeblich, durch sanftes Knacken unter jedem Schritt kundtun. Tut mir leid.

..
Nur der HERR hat sie gezählet

Nachmittags suchten wir zur äußeren Kühlung nochmals das Schwimmbecken auf, wo ich, als Karma-Ausgleich für die zertretenen Schnecken, mehrere Großameisen, Minigrashüpfer und einen Marienkäfer vor dem Ertrinken rettete. Die Grashüpfer waren allerdings zu blöd und hüpften gleich wieder rein.

Auf den Gang in den Ort zur inneren Kühlung verzichteten wir wegen der Hitze, erst abends gingen wir runter zur traditionellen Letztabendpizza.

Ansonsten lag die übliche Urlaubsendmelancholie über dem Tag. Die meisten Sachen sind gepackt, morgen früh verlassen wir diesen wunderbaren Ort mit der Aussicht auf Rückkehr für eine Woche Anfang Oktober. Falls bis dahin Reisen nach Frankreich noch ratsam erscheinen, keine neue Pandemie ausbricht oder anderes Ungemach droht, man muss ja leider mit vielem rechnen. Bis dahin ist es zu Hause in Bonn auch ganz schön.

Samstag: Vielleicht um den Abreiseschmerz zu lindern lag morgens gelblicher Dunst in der schon warmen Luft, die nächste Lieferung Saharasand. Über den Bergen dunkle Bewölkung, Vorboten der für heute erwarteten schweren Gewitter, insofern war der Abreisetag gut gewählt. Die Gelbfärbung blieb während weiter Strecken der Fahrt erhalten, ab und zu fiel etwas Regen, der sandige Pusteln auf dem Wagen hinterließ.

À bientôt! (Warum das Schild – nicht nur hier – umgedreht ist, können Sie bei Bedarf hier nachlesen.)

Die Außentemperatur lag laut Anzeige stets um die dreißig Grad, sogar noch am frühen Abend in der Eifel, was einen interessanten Widerspruch bildete zum trüben Himmel und der Klimaanlagenkühle im Wagen. Nur bei den Halten zum Fahrerwechsel bestätigte sich die Richtigkeit der Anzeige.

Nach zehneinhalb Stunden Fahrt kamen wir zu Hause in Bonn an, wo der Geliebte im Rahmen seiner Möglichkeiten Wiedersehensfreude zeigte.

Zur Nacht kamen auch hier heftige Gewitter auf.

Sonntag: Eines der nächtlichen Gewitter grummelte bis zum Mittag noch etwas nach.

Während des Brausebades sang Bob Marley im Radio „No Woman No Cry“. Wenn du wüsstest, rief ich ihm gedanklich zu.

Auch heute passten meteorologische Optik und Temperatur nicht zusammen. Nur selten zeigte sich kurz die Sonne, dennoch war es auch für eine wandelnde Frostbeule wie mich im T-Shirt draußen gut auszuhalten. Der erste Sonntagsspaziergang nach dem Urlaub fiel daher lang aus mit Einkehr in der Südstadt. Am Nebentisch unterhielten sich zwei junge Frauen mit dem üblichen Vokabular wie „krass“, „what?“ und „mega“. Außerdem fiel mehrfach „random“, das ich nachschlagen musste. Danach war ich mir nicht sicher, ob es immer passte.

Ein Blick über den Rhein auf das sonnenbeschienene Siebengebirge brachte schließlich erneut die Erkenntnis: So ganz schlecht ist es hier auch nicht. Und der Juli-Inseltag steht schon im Kalender.

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Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. Kommen Sie gut durch die Woche.

Woche 25/2023: Wer nicht melden will, muss schwitzen

Montag: Meine Morgenstimmung hätte Erika Fuchs, die damalige Übersetzerin der Donald-Duck-Comics, wohl mit einem »SEUFZ!“ treffend auf den Punkt gebracht. Bei Ankunft im Werk lag eine Störung der Schließtechnik vor, die mir zwar Zugang zum Büro gewährte, jedoch nicht in den Gebäudeteil mit der Kaffeemaschine. Stöhn. Im Laufe des Morgens wurde die Störung behoben und die Stimmung hob an. Auch sonst zeigte sich der erste Arbeitstag nach zwei Wochen Urlaub recht freundlich, die Zahl der eingegangenen Mails war erstaunlich niedrig, darunter keine Problemfälle mit weiterem Seufzpotenzial.

Es ist heiß, die Rasenfläche hinter dem Bürogebäude ist verdorrt, bereits jetzt, dabei hat der Sommer noch gar nicht richtig begonnen. Wo soll das hinführen?

Am frühen Abend, als ich Brötchen für das Abendessen holte, ging ich durch die Innenstadt und dachte: Was für komische Leute. Ich kann das an nichts festmachen, objektiv gesehen waren es die gleichen wie sonst auch. Vermutlich, sofern sie mich überhaupt wahrnahmen, fanden sie mich genauso komisch. Ich kann es ihnen nicht verdenken.

Dienstag: Nur weil es etwas wärmer ist, ist das kein Grund, nicht zu Fuß ins Werk zu gehen.

Promenade
Provence am Mutterhaus

Nach langer Zeit mal wieder insgesamt fast vier Stunden Besprechung in Präsenz mit elf Menschen, Kaffee und Kaltgetränken in einem immerhin angenehm temperierten Besprechungsraum. Danach fühlte ich mich erschöpft. Man ist nichts mehr gewohnt.

Früher sagte man: „Der führt was im Schilde“; heute: „Der verfolgt eine Agenda“.

Mittwoch: Es musste so kommen. Vormittags kam jemand von der Haustechnik, um die Jalousie im Büro zu reparieren, die nicht mehr herunterfährt. Leider ohne Erfolg, die Fachfirma muss ran. Dass bis auf Weiteres nachmittags die Sonne ins Büro scheint und zusätzlich wärmt, kann ich niemanden zum Vorwurf machen, außer mir selbst. Erst am Montag habe ich die Störung gemeldet, obwohl sich das Teil seit Wochen nicht mehr bewegt. Im Winter hatte ich wochenlang gefroren, weil es im Büro wegen defekter Heizung (oder wegen Putin) an manchen Tagen nicht wärmer als achtzehn Grad wurde. Als dann eines Tages die Jalousie oben blieb, dachte ich: Muss ich mal melden, hat keine Eile. Dann kam der Urlaub. Wie die Oma schon wusste: Wer nicht melden will, muss schwitzen. Mein Zweitname sei Prokrastin. Der Ventilator ist einstweilen mein bester Freund.

Diese Besprechung hätte eine Mail sein können, dachte ich nach einer Teams-Runde, die für eine halbe Stunde angesetzt und schon nach wenigen Minuten beendet war. Das mal positiv sehen.

Ansonsten ein weiterer warmer Tag mit kurzem Gewitter am Nachmittag, dessen kühlende Wirkung sich binnen kurzer Zeit verflüchtigte. Eigentlich hatte ich mir für den Abend vorgenommen, zu laufen. Doch bei der Wärme – och nö.

Donnerstag: Die für heute angekündigten Unwetter zeigten sich zumindest hier bei uns einigermaßen gemäßigt. Planmäßig konnte ich zu Fuß ins Werk gehen, erst gegen Mittag kam der erste Regen auf, der sich zu einem Gewitterschauer aufbaute und bald wieder nachließ, das gleiche nochmal am späten Nachmittag kurz vor end of business. Außerhalb der Regenphasen war es weiterhin warm, die »Herbstliche Gnocchi-Gemüsepfanne« mittags in der Kantine brachte keine innere Abkühlung, ebensowenig die Schilder »Kein Winterdienst« in den Rheinauen.

Den diesjährigen Preis für Verpackung verdient dieses französische Keksprodukt

Freitag: Ich lasse es dem Universum als kleine Zankerei zum Wochenende durchgehen, dass morgens, gerade als ich eingeseift unter der Dusche stand und nicht eingreifen konnte, im Radio mal wieder Giesingers Lied über die frustrierte tanzende Mutter gespielt wurde, was mich danach noch längere Zeit ohrwurmend begleitete.

Morgens auf dem Fahrrad umspielte mich ungewohnt angenehme Junikühle, fast schon war es zu kalt ohne Jäckchen. Nachmittags auf dem Rückweg wieder Wärme.

Der Kollege, der immer gar wunderbare Wörter benutzt, schickte per Mail ein kurzes Heads-up, worin er einen Optionenraum aufzeigt. Es ging um Probleme mit einem neu eingeführten Prozess. Als ich vor Wochen die zugehörige Prozessanweisung las, war mein Gedanke: Das wird nicht funktionieren, doch verzichtete ich, da es nicht viel mehr als ein aus jahrelanger Erfahrung gewachsenes Bauchgefühl war und zudem mangels fachlicher Zuständigkeit, auf entsprechende Kommentare in Richtung der Verantwortlichen; man hätte es auf Wunsch von höchster Stelle so oder so eingeführt. „Ihr macht das schon“ ist oft klüger als „Ich würde das anders machen“.

Samstag: Der General-Anzeiger stellt in einer Beitragsreihe ab heute spannende regionale Ausflugslokale vor: »Ein kühles Getränk, ein Sitzplatz mit Aussicht und dazu am besten noch ein Sonnenuntergang.« Das ist vor Spannung kaum auszuhalten. Warum heißt es immer häufiger „spannend“, wenn „interessant“ oder einfach nur „nett“ gemeint ist? Ist das Bequemlichkeit, nach dem passenden Wort zu suchen?

Mittags in der Fußgängerzone sprach mich ein sehr junger Mann von der Seite an, was ich überhaupt nicht mag, nicht von jungen Männern noch von mittelalten Frauen. Da er nicht den Eindruck erweckte, um Bargeld anzuhalten und auch sonst ganz hübsch anzusehen war, ließ ich ihn sprechen, und also frage er, ob er mir etwas aushändigen dürfte. In seiner Hand hielt er einige Zettel und Prospekte, die als christlich-religiöse Druckerzeugnisse auszumachen waren. Ich lehnte dankend ab. „Darf ich wenigstens für Sie beten?“, fragte er dann, wogegen ich nichts einzuwenden hatte, etwas Fürbitte schadet nicht. „Wie heißen Sie denn?“, wollte er noch wissen. Das wurde mir etwas zu intim, daher verweigerte ich die Auskunft. Wenn er seinem Gott später sagt, dieser ältere Kerl mit kurzer Hose, Chucks und rotem Polohemd, wird der schon wissen, wem das Gebet gilt.

Sonntag: Ein ruhiger, warmer Tag. Auch die Sonntagszeitung widmet sich der Frage, warum den fünf Insassen des Tauchbootes, die auf dem Weg zum Wrack der Titanic ums Leben gekommen sind, mehr Aufmerksamkeit zuteil wurde als mehreren hundert Flüchtlingen, die kürzlich im Mittelmeer ertrunken sind. Vielleicht weil wir uns ein paar übermütigen Reichen näher fühlen als den namenlosen Menschen auf der verzweifelten Suche nach einem besseren Leben, was weiß ich. Menschen sind und bleiben seltsam.

Im Zusammenhang mit der zerdrückten Tauchkapsel ist hier und da das Wort „tragisch“ zu vernehmen. Das halte ich für falsch. Der geplatzte Tauchgang ist vergleichbar mit Jugendlichen, die im Übermut auf abgestellte Güterwaggons klettern und dort vom Schlag der Oberleitung getroffen werden. Das ist nicht tragisch, sondern einfach dumm.

Beim Spaziergang durch die Nordstadt und an den Rhein begegneten mir nur wenige Menschen. Auch im Lieblingsbiergarten waren die meisten Tische frei, das zahlreiche Personal unausgelastet. Entweder ist es den Leuten zu heiß, oder sie sind im Urlaub.

Keine Werbung, jedenfalls keine bezahlte

In einer Seitenstraße rollte vor mir langsam ein riesiger weißer Mercedes-SUV, dessen linker Vorderreifen platt war. Er fuhr in eine Parkbucht, der Fahrer stieg aus, ging in die Hocke und betrachtete das Schlamassel. Obwohl völlig unangebracht, musste ich ganz kurz innerlich grinsen.

Statt Alkohol bevorzugt die Jugend zunehmend Fruchtgetränke, das ist zu loben. Auch damit kann man manches falsch machen.

Falsch
Richtig

Beim Gehen fragte ich mich: Werden die eigentlich inzwischen mit diesen weißen Hörstöpseln in den Ohren geboren?

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Kommen Sie gut durch die Woche, möglichst ohne Seufzen und Stöhnen.