Let’s Dance – Zum Abschied von David Bowie

Lieber David Bowie,

die Nachricht Ihres Ablebens traf mich heute Morgen einigermaßen hart, obwohl ich mich nicht als ausgesprochenen Fan von Ihnen bezeichnen würde. Ich hörte nie bewusst eines Ihrer zahlreichen Alben; Ziggy Stardust und Major Tom kenne ich nur vom Hörensagen.

Und doch war Ihre Musik ein wichtiger Begleiter meiner Jugend, Ihre Hits aus den Achtzigern werden mir immer im Ohr bleiben, zumal viele davon bis heute regelmäßig im Radio gespielt werden: Let’s Dance, China Girl, Blue Jean, Cat People, Absolute Beginners. Daher bin ich zuversichtlich, Ihre Musik wird niemals sterben!

Mit Ihnen hat ein Mensch von ganz besonderer Ausstrahlung  diese Welt verlassen. Ein solcher war auch Freddy Mercury. Vielleicht machen Sie mit ihm ja bald mal wieder was zusammen, wie Under Pressure. Das wäre toll.

Ich glaube, ich bin doch ein Fan.

Baumleichen

Baumleichen liegen auf dem Weg,
An Hecken und Hydranten.
Was gestern strahlt’ im Lichterglanz
Freut bald die Elefanten.

Baumleichen - 1

Nachbemerkung:

Zu Weihnachten bekam ich den wunderbaren Gedichtband „Frühling, Sommer, Herbst und Günther“ von Marco Tschirpke geschenkt. Offenbar inspirierten mich seine Verse, es selbst einmal zu versuchen, ein erstes Ergebnis lesen Sie oben. Weitere Reime folgen in Kürze. Das kann ich Ihnen leider nicht ersparen, es tut mir leid.

Übertretungen

Ich gebe zu, rote Fußgängerampeln ignoriere ich. Ich gehe immer. Also natürlich nur, wenn frei ist und keine Polizei in Sicht. Der Vorwurf, ein schlechtes Vorbild für die Kinder zu sein, perlt an mir ab wie Wasser am Fell eines Bibers. Zum einen sehe ich mich nicht in der Verantwortung, fremder Leute Brut zu erziehen, zum anderen lernen sie noch was dabei: wunderbare Schimpfwörter und Verfluchungen, die mir Mama und Papa nachwerfen (beziehungsweise „der Florian“ und „die Corinna“, wie Kinder heute sagen), derweil sie ordnungsgemäß mit Ben-Luca auf das grüne Männchen warten.

Und zudem gewinnen sie die Erkenntnis, dass es das Leben erleichtert, wenn man ab und zu mal „dennoch“ sagt oder, bei Hang zur Geschwätzigkeit, „nichtsdestotrotz“. Sehr bald schon werden sie erkennen, dass der Florian und die Corinna das auch tun: im Straßenverkehr („Wieso fünfzig? Hier kann man locker achtzig fahren.“ – „Halteverbot? Bin ja gleich zurück.“), bei der Mülltrennung („Das wird eh alles im selben Ofen verbrannt“) oder der Steuererklärung („Nur Dumme zahlen Steuern!“). Vielleicht arbeitet Papa / der Florian auch bei einem großen Automobilkonzern und entwickelt Software zur Schadstoffoptimierung, oder Mama / die Corinna bei einem Rüstungskonzern.

Dagegen ist die Missachtung einer Fußgängerampel ja nun wirklich ein Biberfurz.

Allgemeiner Wahnsinn 2015

Das menschliche Zusammenleben ist begleitet von merkwürdigen Ereignissen, Zufällen und Gelegenheiten. Wer nun glaubt, die Welle der Jahresrückblicke sei überwunden, der sei um etwas Geduld gebeten, einer kommt noch. Die nachfolgenden Meldungen standen 2015 neben Tod, Terror und Tofu-Würsten ebenfalls in der Zeitung.

Januar – Gerichtsurteil: Ein Mann, der es es bevorzugt, nach alter Männersitte seine Notdurft im Stehen zu verrichten, muss seinem Vermieter keinen Schadensersatz leisten für Beschädigungen des Marmorfußbodens im Bad durch Pipispritzer.

Februar – Ergebnis einer Forsa-Umfrage: Die Mehrheit der Deutschen findet Fasten sinnvoll; je höher der Schulabschluss, desto größer die Zustimmung.

Menschen, die viel und lange arbeiten, neigen eher zu höherem Alkoholkonsum, wie eine andere Studie zeigt.

März – Verirrt: Im saarländischen Nonnweiler verläuft sich nachts ein Saunagänger und klingelt nackt an einer fremden Haustür. Vielleicht hatte er zuvor viel gearbeitet…

Eine andere Begegnung der sonderbaren Art haben Bewohner von Moers mit einem in der Fußgängerzone herumlaufenden Hausschwein. Nach einer Suchanzeige des örtlichen Tierheims meldet sich der Besitzer. Zitat einer Tierheim-Mitarbeiterin: „In diesem Fall sahen wir sofort, dass Tier und Besitzer zusammengehören.“ Woran, wird leider nicht näher erläutert.

April – Die Türkei ist mal wieder angepisst: Anlässlich des 100. Jahrestages der Massaker an Armeniern verwendet (nicht nur) Bundespräsident Gauck den bösen Begriff „Völkermord“.

Mai – Die Bundeswehr möchte „einer der attraktivsten Arbeitgeber“ werden und bildet daher eine „Arbeitsgruppe Attraktivität“. Ob mit Erfolg, ist unbekannt.

Juni – Im rheinland-pfälzischen Braubach können sich nun Hund und Herrchen gemeinsam bestatten lassen. Vielleicht demnächst in Moers dann auch Bauer und Sau.

Eine chinesische Tierschützerin kauft 100 Hunde und erspart ihnen damit ein Ende im Kochtopf.

Juli – Der australische Premier Tony Abbott verbietet Investitionen in Windkraftanlagen, weil angeblich laut einer Studie Windturbinen menschliche Gehirne erregten und somit gesundheitsschädlich seien. Kohle sei dagegen „gut für die Menschheit“, so Abbott. Ob er sich zuvor längere Zeit in der Nähe einer Windkraftanlage aufgehalten hatte, kann nur vermutet werden.

August – Kermit und Miss Piggy geben das Ende ihrer langjährigen Beziehung bekannt.

Pumuckl darf wieder ein Bäuchlein zeigen.

Die Grundfesten abendländischer Kultur sind in Gefahr, weil in den Supermärkten die ersten Dominosteine und Spekulatius erhältlich sind; engagierte besorgte Bürger rufen in sozialen Netzwerken zum Boykott auf.

September – Die Deutsche Umwelthilfe beklagt die zunehmende Vermüllung durch Papp-Kaffeebecher.

Im niedersächsischen Handeloh läuft ein Experiment mit aus dem Ruder: 30 Heilpraktiker irren im Drogenrausch herum und verursachen damit einen Einsatz von 150 Rettungskräften.

Verteidigungsministerin von der Leyen verkündet die Beschaffung eines neuen Sturmgewehres als Ersatz für das umstrittene G36. Vielleicht ein Ergebnis der „Arbeitsgruppe Attraktivität“, siehe Mai.

Oktober – In Kalifornien wird das Verbot aufgehoben, Wäsche zum Trocknen auf einer Leine aufzuhängen.

Eine Amerikanerin verklagt ihren zwölfjährigen Neffen auf Schadensersatz von umgerechnet 111.000 Euro, weil er sie mit seiner stürmischen Begrüßung zu Fall brachte, wobei sie sich ein Handgelenk brach. Die Klage wurde abgewiesen.

November – Laut Studie eines Meinungsforschungsinstituts nutzt jeder fünfte Deutsche kein Internet.

Apropos andere Hobbys: Der Duisdorfer Stiefelclub wählt einen neuen Vorstand. Hierbei handelt es sich nicht um eine Vereinigung zur Pflege eines sexuellen Fetisches unter Einbeziehung von Fußbekleidung, sondern die Mitglieder treffen sich seit 45 Jahren regelmäßig zum gemeinsamen Bierverzehr aus Glasstiefeln.

Dezember – Laut einem Gerichtsurteil kann der Urlaubsanspruch eines gestorbenen Arbeitnehmers an die Nachkommen vererbt werden.

Ein peruanischer Priester weigert sich, ein Kind auf den Namen Lucifer zu taufen.

Die beliebtesten Vornamen in Deutschland für Neugeborene sind Mia und Ben.

In Indien entwickeln sich getrocknete Kuhfladen zu einem Verkaufsschlager, die auch über einen bekannten großen Online-Händler beziehbar sind; auf Wunsch in einer Geschenkverpackung.