Ein alter Hut

Modebewusstsein ist sicherlich kein Attribut, welches zur Kennzeichnung meiner Person besonders geeignet wäre. Dennoch gibt es ein Kleidungsstück, dessen Außermodekommen ich zutiefst bedaure: der Hut. Schaut man sich alte Filme oder Bilder an, so erkennt man, Mann ging nicht ohne Hut vor die Tür, niemals. Auch mein Großvater väterlicherseits war noch ein Hutträger alter Schule, der letzte mir bekannte.

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(Ja, auch ich durfte damals eine Kopfbedeckung tragen, wie sie sehen, doch was ist das für ein Käppchen im Vergleich zum Hut meines Opas?)

Vielleicht kehrt der Hut als alltäglicher und massentauglicher Ausstattungsgegenstand des Mannes ja irgendwann wieder zurück, aber bis dahin, fürchte ich, wird wohl noch viel Zeit vergehen, so viel, dass ich es nicht mehr erleben werde.

„Hey Carsten“, mögen Sie mir jetzt zurufen, „trag doch einen Hut*, machen doch inzwischen wieder viele!“ – Ja, stimmt, in den letzten Jahren scheint der Hut in der Tat eine gewisse Renaissance zu erfahren, hier und da taucht er immer öfter zwischen Baseballkappen und Barhäuptern auf. Aber mal ehrlich: wer trägt heutzutage Hüte? Jungs unter zwanzig, die cool sein wollen oder Männer, die in gewisser Weise, sagen wir mal, speziell sind, nicht jedoch der durchschnittliche Arbeitnehmer auf dem Weg ins oder aus dem Büro. (Unser Nachbar, deutlich über zwanzig, trägt ebenfalls gerne Hüte, was das vorgesagte eindrucksvoll unterstreicht.) Weder bin ich unter zwanzig, noch möchte ich cool sein, und speziell schon gar nicht. Trüge ich also tagtäglich diese schmerzlich vermisste Kopfbedeckung, könnte ich mir der mitleidigen Blicke meiner Kollegen und sonstiger Mitmenschen sicher sein.

Vor zwei Jahren im Frankreichurlaub habe ich es dennoch getan und mir auf dem Markt einen schönen Strohhut gekauft. Den trage ich ich seitdem. Wenn ich wieder in Frankreich im Urlaub bin.

CmHut

Aber meine Zeit wird kommen, bis dahin: hüten Sie sich!

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* bzw. „zieh doch einen Hut an“, falls Sie Rheinländer sind