Woche 37/2026: Man muss es sich schön machen

Montag: Zurück in der rauhen* Wirklichkeit des Erwerbslebens, wobei der erste Nachurlaubstag erträglich war. Im Maileingang eine gemeinsame Nachricht einer Kollegin und eines Kollegen aus Herford, mit Bild der beiden. Darin gratulieren sie mir (und sich selbst) zum vierzigjährigen Dienstjubiläum, wir fingen zusammen am 1. September 1986 an und sind die letzten Verbliebenen unseres Jahrgangs, die noch diesem Unternehmen angehören.

*Ich weiß, nach gültiger Rechtschreibung schreibt man „rauen“. Wie schon früher dargelegt, erscheint es mir unvollständig ohne h. Aus ähnlichen Gründen schreibe ich weiterhin „Phantasie“.

Ansonsten fand ich manche Gewerke, die ich vor dem Urlaub zurückließ, weiterhin unerledigt vor, wobei in den zwei Wochen nichts angebrannt ist, wie manche es auszudrücken pflegen. Vielmehr haben sich andere Kollegen der Themen angenommen, was die nicht neue und beruhigende Erkenntnis bestätigt: Jeder ist ersetzbar. Aus Zeitgründen schaffte ich es nach dem Mittagessen nicht, in den Pressespiegel zu schauen, wie mir erst jetzt anlässlich der Tagesnotiz auffällt. Ich werde wohl nichts verpasst haben.

Am frühen Abend zog ein kleines Gewitter westlich vorüber. Die häusliche Stimmung ist unterdessen unbewölkt.

Dienstag: Ebenfalls nicht neu die Erkenntnis am Morgen im Bad, nur bislang (mutmaßlich, ich habe diesbezüglich keinen genauen Überblick mehr, manchmal staune ich beim Lesen älterer Beiträge, was schon alles notiert ist ) noch nicht aufgeschrieben: Die Radiosender Nostagi in Frankreich und WDR 4 haben eine größere musikalische Schnittmenge.

Man muss sich auch den Alltag möglichst schön machen. Dazu gehört für mich, zweimal die Woche zu Fuß zum Büro und zurück zu gehen, was in Zeiten der gesperrten bzw. im Abbruch befindlichen Nordbrücke und weiterhin stillstehender Stadtbahnwagen in Bonn ohnehin die derzeit sinnvollste Art der Fortbewegung ist.

Auch das schrieb ich vermutlich schon – Nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub: Unser Haus für den nächsten Aufenthalt in Malaucène ist reserviert. Es ist immer schön, wenn man sich auf etwas hinfreuen kann, und wenn es erst in einem Jahr ist.

Auf dem Rückweg hielt ich Einkehr am Rheinpavillon. Man muss es sich schön machen. Bei Bedarf mit etwas Alkohol.

Morgens – bitte nehmen Sie die leuchtenden Fenster des Hotels rechts mit demselben Entzücken zur Kenntnis wie ich
Nachmittags

Mittwoch: Bekanntlich wird eine Behauptung durch ständige Wiederholung nicht wahrer, auch wenn mancher Präsident das glaubt. Ebenso verliert so manche Tatsache dadurch nicht an Wahrheit, wie heute wieder ein während der Rückfahrt vom Werk entgegenkommender Radfahrer bestätigte: Die einfachste und effizienteste Methode, einen gutaussehenden Mann zu entstellen, ist ein Schnauzbart.

Spontaner Gedanke, woher auch immer er kam; manchmal kommen sie einfach und verschwinden schnell wieder, wenn sie nicht sofort notiert werden wie dieser: Ehrgeiz ist ein seltsames Wort, jedenfalls in Bezug auf seine Bedeutung. Gleiches gilt für Eifersucht.

Donnerstag: Ein neues Lokal am Friedenplatz bietet Loaded Kaiserschmarrn an. Ich werde es wohl in absehbarer Zeit nicht aufsuchen.

Gehört in einer Besprechung: „Du musst aufpassen, dass du sie nicht lost lässt.“

Nachmittags sah ich im Empfangsbereich einer Arztpraxis ein kleines Plakat, darauf Snoopy und Charly Brown von hinten. Es schien dort schon etwas länger zu hängen, denn das darauf besprochene Thema ist längst nicht mehr Gegenstand allgemeinen Interesses, gleichwohl ließe sich der kleine Dialog auf zahlreiche andere Themen übertragen. Sprechblase über Snoopy: „Die beste Waffe gegen Corona ist gesunder Menschenverstand.“ Antwort Charly: „Oh je, wir sind verloren. Die meisten sind unbewaffnet.“

Freitag: Dann war die erste Arbeitswoche nach dem Urlaub schon wieder vorbei, sie zog sich nicht mehr als eine Urlaubswoche. Was wiederum verdeutlicht, wie schnell die Zeit vergeht.

Erkennbar wird das auch daran: Heute ist der elfte Neunte, oder Neinilewen, wie modern wirken wollende Menschen sagen. Vor fünfundzwanzig Jahren ereigneten sich die spektakulären Anschläge in Amerika mit den Einstürzen der beiden Bürotürme als grausiges Finale; vielfach wieder der Satz zu hören und lesen, wohl jeder könne sich noch erinnern, wo er gerade war, als er die Nachricht vernahm. Trotz allem Grauen und Leid, das diesem Tag innewohnte, bin ich auch heute noch fasziniert von der organisatorischen Meisterleistung der Täter: von der Idee über die Planung bis hin zur Ausführung. Missverstehen Sie mich bitte nicht, selbstverständlich war und bin ich darüber genauso entsetzt wie Sie. Man kann auch missbilligend fasziniert sein. Im Übrigen weiß auch ich, was ich an diesem Tag gemacht habe: Ich besichtigte nachmittags eine Wohnung in der Weststadt, in die wir wenig später einzogen.

Zurück im profanen Alltag: Ein Kollege bescheinigte den Mitarbeitern eines Dienstleisters „junioriges Denken“, was ich mir merken muss; das lässt sich bestimmt hier und da anbringen.

Ansonsten gehört: „Das ist so semi-geil“. Muss ich mir nicht unbedingt merken.

Nachmittags sah ich erstmals wieder zwei Stadbahnwagen des zurzeit stillstehenden Bautyps über die Kennedybrücke fahren. Das lässt hoffen, dass bald weitere folgen.

Samstag: Nach einem insgesamt angenehmen Tag, an dem mir nichts ein- oder aufgefallen war, das hier zu notieren wäre, fuhren wir abends auf Pützchens Markt, der Großkirmes auf der anderen Rheinseite. Nicht, weil wir uns nach Lärm und Menschenmassen sehnten, sondern weil wir Bier-Freimarken von der Bonner Ehrengarde hatten, die wir nicht verfallen lassen wollten, weil das womöglich Unglück bringt, und das will keiner.

Wo wir schon mal dort waren, kämpften wir uns durch bis zum Riesenrad und fuhren damit. Von oben erhielten wir einen guten Überblick über das bunte Markttreiben und die teils irrsinnigen Fahrgeschäfte, wo man in hoher Geschwindigkeit in alle vertikalen wie horizontalen Richtungen geschleudert wird und hinterher womöglich nicht mehr seine eigene Geschlechtszugehörigkeit weiß. Da lobe ich mir die gemächlichen Rotationen des Riesenrades, auf und nieder immer wieder, bis man wieder wohlbehalten aussteigt.

Anschließend, vielleicht noch im Höhenrausch, gelüstete es mich nach einer Fahrt im Aeronaut, eine Art großes Kettenkarussell, bei dem die rotierenden Sitze bis zur Spitze eines hohen Mastes gefahren werden. Wie hoch, weiß ich nicht in Metern, jedenfalls höher als das Riesenrad. Da meine Lieben es bevorzugten, stattdessen Bier zu trinken, stellte ich mich allein in die Warteschlange, nachdem ich das Ticket erworben hatte. Hierfür machte ich eine Ausnahme vom Grundsatz, nichts ohne Notwendigkeit zu tun, für das ich längere Zeit in einer Schlange stehen muss; in der Tat war das Verhältnis zwischen Warten und Fahren ungünstig. Jedenfalls hat es sich gelohnt und mit beglücktem Grinsen kehrte ich anschließend auf den Boden und zu den Lieben zurück.

Äußerst beglückend auch die Ruhe, als wir wieder zu Hause waren und den Abend mit Rosé auf dem Balkon abschlossen.

..

Sonntag: Seit dem Vormittag regnete es, deshalb erfolgten Frühstück und anschließende Lektüre der Sonntagszeitung auf dem Balkon unter der Markise, das war sehr gemütlich. Weniger gemütlich und noch weniger erheiternd die Themen in der Zeitung: Erstarken der AfD, Gefährdung der Stromversorgung durch Anschläge, Klimawandel sowieso, Warnung der KI-Produzenten vor ihrem eigenen Produkt, das schon sehr bald die Weltherrschaft übernehmen könnte.

Regen war kein hinreichender Grund, auf einen Spaziergang zu verzichten. In der Südstadt lächelten mir zwei Flaneurinnen zu, in wortlosem Einvernehmen bestätigten wir uns gegenseitig die Richtigkeit und Notwendigkeit unseres Tuns. Dass ich trotz großem Regenschirm anschließend mit nassen Hosenbeinen heimkehrte, nahm ich gerne in Kauf.

Balkonblick
Südstadt

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Vielen Dank für die Aufmerksamkeit, kommen Sie gut durch die Woche.

18:00

Woche 34/2026: Ein kollektives „Endlich“

Montag: Was sich als Thema für Smoltok bewährt hat, gilt für Blogs gleichermaßen: Wetter geht immer. Die große Hitze scheint vorläufig vorüber zu sein, der Tag begann mit Regen, ein allgemeines Aufatmen, ein kollektives „Endlich“ war zu vernehmen.

Da ich ungern mit nassen Hosenbeinen im Büro sitze, fuhr ich nach längerer Zeit mit der Bahn zum Werk, die trotz weiterhin halber Zuglänge und dank Sommerferien nicht sehr voll war. Es bleibt zu hoffen, dass die Stadtwerke es bis zum Ende der Ferien schaffen, wenigstens einen Teil der sechzig immer noch außer Betrieb befindlichen Wagen wieder einzusetzen, auch hier wäre ein „Endlich“ dringend erforderlich.

Bei Ankunft im Turm waren die Jalousien am gesamten Gebäude weiterhin herabgelassen und sie ließen sich nicht hochfahren. Mein Anruf bei der Haustechnik wurde freundlich aufgenommen, man gebe es weiter. Nach dem Mittagessen ein weiterer Endlich-Moment: Sie fuhren hoch und erlaubten nach einer Woche im abgedunkelten Büro wieder den ungehinderten Blick nach draußen, was der Arbeitslust zuträglich war.

Mittags drang durch die geöffneten Fenster leichter Brandgeruch ein. Der große Waldbrand im Hohen Venn ist auch in Bonn präsent.

Da es nachmittags wieder trocken war, endete der Arbeitstag außerplanmäßig mit einem Fußmarsch nach Hause, heute ohne Weggetränk.

Dienstag: Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Schirme. Da ich einen guten, recht großen habe, konnte mich der leichte Regen am Morgen nicht vom Fußweg ins Werk abhalten. Das war sehr erbaulich.

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Während des Mittagessens in der Kantine saß in meinem Blickfeld ein junger Kollege in alterstypischer Speisehaltung: links die Gabel, rechts das Datengerät, von dem er auch nicht abließ, als er fertig gegessen hatte und das Tablet zum Rückgabeband trug; auch beim Verlassen der Kantine klebte sein Blick auf dem Display. „Jung und europäisch“ lautete der Schriftzug auf dem Rücken seines T-Shirts. „Und digital versklavt“ rief ich ihm nach, selbstverständlich nur gedanklich.

Mittwoch: Im Berliner S-Bahn-Verkehr kam es morgens wegen einer Signalstörung zu Verzögerungen, ist in der Bonner Zeitung zu lesen. Das mag interessant sein für Menschen innerhalb des hauptstädtischen S-Bahn-Netzes, das ziemlich groß ist, jedoch nicht bis ins Rheinland reicht. Wozu also diese Meldung, sogar mit Bild? Muss das Sommerloch gefüllt werden? Berichtete die Zeitung auch nur im halben Umfang über jede Signalstörung zwischen Lindholm und Lindau, bliebe kein Raum für weitere Nachrichten, was an manchen Tagen vielleicht gar nicht so schlecht wäre.

„Da bin ich wohl ziemlich biased“ sagte einer in einer Besprechung. Vielleicht sagt man das jetzt in sich für modern haltenden Kreisen.

Donnerstag: Der Fußweg ins Werk führt üblicherweise am Groß-Frisiersalon Hagemann vorbei, bei dem auch ich längere Zeit zufriedener Kunde war und vermutlich immer noch wäre, wenn sich nicht inzwischen eine kostengünstigere Alternative in Wohnungsnähe gefunden hätte. Erst heute fiel mir im Vorbeigehen ein: Es ist wohl ein Zeichen von Professionalität, dass sie sich noch nicht umbenannt haben in Haargemann.

Der letzte Arbeitstag vor dem Urlaub endete mit der diffusen Sorge, irgendetwas Wichtiges vergessen zu haben. Das hielt mich nicht davon ab, zu angemessener Zeit den Rechner auszuschalten und im Schreibtischrollcontainer zu verstauen; mit ihm ließ ich auch fast jedes Interesse an all den Dingen, mit denen ich mich sonst von Montag bis Freitag im Büro beschäftige, zurück.

Auf dem Rückweg ging ich in der Fußgängerzone an zwei Greenpeace-Aktivisten vorbei, die augenscheinlich darauf lauerten, arglose Passanten zu belästigen. Obwohl ich direkt auf einen zuging und mich ihm auf weniger als einen Meter näherte, freilich unter strikter Vermeidung von Augenkontakt, sonst hat man bei denen schon verloren, blieb ich unangesprochen. Vielleicht sieht man mir inzwischen an, dass ich in Fußgängerzonen auf keinen Fall von angesprochen werden möchte. Vielleicht stehe ich in Aktivistenkreisen inzwischen auch auf einer Schwarzen Liste, mit Bild und dem Vermerk: Stets freundlich, aber zwecklos.

Zur Feier des Vorurlaubsabends begaben wir uns abends zum Restaurant am Friedensplatz. Auf dem Weg dorthin wurden wir Zeuge, wie ein Straßenbahnwagen aus der Thomas-Mann-Straße mit hoher Geschwindigkeit in den Berliner Platz einfuhr, offensichtlich nachdem er zuvor das Haltesignal missachtet hatte: Wenige Meter vor Erreichen der Fußgängerampel wechselte diese auf grün und die Passanten gingen los, ohne auf die Straßenbahn zu achten, warum auch, sie hatten ja grün. Der Fahrer betätigte die Glocke, ohne die Geschwindigkeit zu drosseln, woraufhin die Fußgänger zurück wichen. Das hätte böse enden können, daher bin ich geneigt, das den Stadtwerken, vielleicht auch der Polizei zu melden. Wagennummer und Uhrzeit habe ich vorsorglich notiert.

Freitag: Erster Urlaubstag. Nach dem Frühstück verließen wir Bonn mit Zwischenziel Beaune im Burgund, von wo aus es morgen weitergeht nach Malaucène. Während der Fahrt las ich (als Beifahrer) unter anderem die im Reader angesammelten Blogbeiträge, die Mitblogger waren wieder fleißig. Gerade als ich zum Blog „es regnet“ kam, schlugen Tropfen auf die Windschutzscheibe und ich sagte zum Liebsten völlig überflüssiger Weise, er sah es als Fahrer ja selbst: Es regnet.

Ansonsten sind auch in Frankreich die Folgen der Hitzewelle und Dürre nicht zu übersehen. Die Wiesen in der Lorraine erstrecken sich trocken-vergilbt über die Kuppen, darauf Kühe, bei denen nicht klar ist, was sie dort tun; grasen kann man es nicht nennen. Bei Dijon fuhren wir an einer beeindruckenden Gewitterfront vorbei, die die Trockenheit auch nicht zu lindern vermochte.

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Nach sechs Stunden Fahrt erreichten wir unser Stammhotel in Beaune, wo wir wieder wie alte Freunde begrüßt wurden. Es ist überraschend warm hier, nachdem das Thermometer während der Fahrt durch einen Regenschauer zwischenzeitlich fünfzehneinhalb Grad angezeigt hatte.

Hotelfensterblick
Der Chronist im Zustand größerer Zufriedenheit beim ersten Urlaubswein (Foto: der Liebste)

Samstag: Ein weiteres „Endlich“ ergab sich am Nachmittag, als wir Malaucène erreichten. Seit nunmehr zwanzig Jahren fahren wir mindestens einmal im Jahr nach Südfrankreich, seit neunzehn nach Malaucène und immerhin vier in dieses Haus mit dem großen Garten etwas außerhalb des Ortes. Der Himmel ist wolkenlos blau, die Temperatur unter dreißig Grad, im Kühlschrank kühlt Rosé. Zudem ist es hier auffallend grüner als erwartet.

Unsere Herberge im Abendlicht

Ob es Ausdruck guter Urlaubslaune ist weiß ich nicht, jedenfalls, da das mögliche Schadensereignis im Konjunktiv blieb, habe ich mich entschieden, den am Donnerstag beschriebenen Straßenbahnvorfall nicht zur Anzeige zu bringen. Vielleicht war der Fahrer gestresst, weil seine Bahn wegen des bonnüblichen Verkehrsgewühls bereits erhebliche Verspätung hatte und er deshalb von der Leitstelle angemahnt wurde, vielleicht braucht auch er Urlaub.

Sonntag: Einer guten Tradition folgend verbrachte ich den ersten Tag in Malaucène ohne größere Aktivität im beschatteten Liegestuhl. Ein angenehm warmer Windhauch streicht unter weiterhin blauem Himmel durch die Bäume und lässt deren Blätter rauschen, aus der Küche kommt leise Radio Nostalgi, in Hörweite hinter mir geht ein nervöses Insekt seinem Tagesgeschäft nach, ohne mein Nichtstun zu stören. Während der Niederschrift dieser Tagesnotiz testet der Liebste die Wassertemperatur der Piscine, wahrscheinlich mache ich das später auch noch. Auf all das habe ich mich seit Wochen gefreut, was auch diesen Tag mit einem „Endlich“ versieht. Dennoch will die gewohnte Urlaubsstimmung noch nicht so recht eintreten. Das kommt bestimmt noch.

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Vielen Dank für die Aufmerksamkeit, kommen Sie gut durch die Woche.

16:30

Woche 39/2022: Nahezu perfekt und relativ glücklich

Montag: Die bekannte Fischrestaurantkette bietet als „Fang der Woche“ Wels-Currywurst mit Pommes an, wie ich morgens auf dem Weg zum Bahnhof sah. Guten Appetit.

Ich reiste ins Allgäu, wo ich vier Tage lang den ersten Alleinurlaub seit – lassen Sie mich überlegen: sechsundzwanzig Jahren verbrachte. (Zuletzt war ich 1996 allein auf Gran Canaria, nachdem sich mein damaliger Freund von mir getrennt hatte und der Kessel brummte; das ist eine andere Geschichte.) Hier im Allgäu machten wir oft mit der Familie Urlaub, deshalb war es auch eine Reise in meine Jugend.

Die Bahnfahrt verlief nicht pünktlich, doch immerhin so wenig verspätet, dass ich in Ulm den Anschluss noch bekam. Bis Ulm reiste ich im Abteil, weil der gebuchte Intercity in der ersten Klasse, die ich mir gönnte, nur Abteilwagen aufwies. Derart reise ich ungern wegen der Gegenüberfußproblematik und der Gefahr, ins Gespräch verwickelt zu werden. Es sprach trotz fünf belegter Plätze jedoch niemand, einschließlich Gruß- und Abschiedsformel. Zudem hatte ich einen Fensterplatz mit Blick auf den Rhein, also nahezu perfekt.

„Tragen Sie Ihre Maske aktiv über Mund und Nase“, wurde regelmäßig durchgesagt. Wie trägt man eine Maske aktiv, und wie passiv?

Ab Memmingen nahm ich erstmals trotz verhüllter Nase den regionaltypischen Kuhdungduft wahr und lächelte unter der aktiv getragenen Maske. Sie werden vielleicht zu recht einwerfen, dass die bedenkliche Ausbringung von Gülle Ursache dieser olfaktorischen Empfindung ist. Dem widerspreche ich nicht, möchte damit nur zum Ausdruck bringen, dass genau dieser Geruch für mich untrennbar mit den früheren Familienurlauben verbunden, somit positiv besetzt ist.

Bei Ankunft am Zielbahnhof lächelte ich noch mehr
Die Dieseltriebzüge der Baureihe 633 weisen nicht nur eine übelgelaunte Physiognomie auf, sie sind auch recht unkomfortabel und dröhnen innen sehr laut. Für längere Reisen nicht zu empfehlen.
Im Hintergrund der Niedersonthofener See

Nach Ankunft in Martinszell (eigentlich Oberdorf, der Ort Martinszell liegt etwa einen Kilometer vom gleichnamigen Bahnhof entfernt) schloss sich ein etwa einstündiger Spaziergang zur Unterkunft in Niedersonthofen an, den ich bei Sonnenschein auch innerlich strahlend zurück legte. Ich sah viel Vertrautes; gleichwohl hat sich in den vergangenen zweiunddreißig Jahren, seit ich das letzte Mal hier war, einiges verändert.

Gegen Abend der See nochmal aus der Nähe
Der Grünten, gleichsam der Mont Ventoux des Oberallgäus

Abendessen im Restaurant. Der Landgasthof ist für Einzelesser nicht optimal möbliert. So belegte ich alleine einen Sechsertisch und hatte fast ein schlechtes Gewissen, als ich das zweite Bier bestellte. Hauptsache, mir wurde kein auf Englisch das Gespräch suchender Beisitzer zugeteilt. (Da ich diesen Gedanken bei Tisch ins Notizbuch schrieb, halten sie mich jetzt vielleicht für einen Testesser von Michelin. Mal sehen wie der Service in den nächsten Tagen wird.)

Als Absacker bestellte ich einen Enzian. Schmeckte gar nicht mal so gut, außerdem ist er klar, nicht blau. Heino lügt. (Kleine Gaudi am Rande, verzeihen Sie. Ich weiß natürlich, dass Enzian blau blüht.)

Dienstag: Bereits vor dem Weckergetöse wachte und stand ich auf. Bis mittags regnete es andauernd, was mich dank Lektürevorrat nicht grämte. Als der Regen kurz nach zwölf nachließ, machte ich mich auf zu der Tour, auf die ich mich seit Buchung dieses Aufenthalts am meisten freute. Sie führte über Oberdorf (bitte nicht verwechseln mit Oberstdorf) durch das Werdensteiner Moos, über Eckartz, Freibrechts und Gopprechts zurück nach Niedersonthofen.

Auf dem Weg nach Oberdorf
Mont Grünten in Wolken, rechts hinten die Oberst(!)dorfer Alpen
Letztere aus anderer Perspektive
Zwischen Oberdorf und Eckartz
Ebenso, nun sonnenbeschienen
Gopprechts
Es muss schlimm sein, den Tag mit so einer Glocke am Hals zu verbringen. Immerhin wurden ihnen nicht, wie den meisten Artgenossinnen, in jungen Jahren die Hörner weggeätzt. Insgesamt wirkten sie relativ glücklich.

Das Werdensteiner Moos ist ein ehemaliges Torfabbaugebiet, das ab den Neunzigerjahren renaturiert worden ist. Bis dahin war es ein unzugänglicher Wald, so kannte ich es noch aus früheren Urlauben. Heute führt ein Rundweg hindurch, mit Informationstafeln zur Geschichte des Torfabbaues und Natur des Mooses/Moores.

Zwischendurch regnete es immer wieder. Dennoch – und trotz nach Rückkehr feuchter Füße – stimmten Vorfreude und Ereignis völlig überein.

(Während dieser Niederschrift übt im Gasthof nebenan die örtliche Blaskapelle. Ich mag Bayern sehr, trotz Söder, Scheuer und [bitte denken Sie sich hier ein besonders intensives Würgegeräusch] Dobrindt.)

Mittwoch: Wie morgens beim Frühstück zu hören war, werden in Kempten händeringend Busfahrer gesucht. Dabei stelle ich mir vor, wie Leute diverser Verkehrsbetriebe sich in eine wild aufgemischte Menschentraube drängen, jeden fragen „Sind Sie Busfahrer?“, und sobald jemand ja sagt, stürzen sich alle auf ihn und es kommt zum Handgemenge.

Es regnete durchgehend den ganzen Tag, wie angekündigt. Das hielt mich nicht von einem längeren Spaziergang durch Oberdorf und Martinszell ab; nach monatelanger Vorfreude blieb ich nun nicht wegen Fußfeuchtegefahr im Zimmer. Nach Rückkehr waren die Schuhe komplett durchnässt, das war es wert. Vielleicht sollte ich mir mal wasserdichte Wanderschuhe zulegen.

Niedersonthofener See im Regen, Blick zum Westufer

Mein Unterkunft gewährendes Gasthaus hatte heute Ruhetag, deshalb aß ich abends (ebenfalls sehr gut) in einem Wirtshaus etwas außerhalb des Ortes. Es heißt „Sonne“, immerhin ein Lichtblick an diesem Regentag. Und doch: Alleine zu essen macht auf Dauer keinen Spaß. Drei Tage Alleinzeit sind vorerst genug, ich freue mich auf die Rückkehr in die Arme der Lieben morgen Abend.

Auf dem Rückweg vom Essen war der Grünten verschwunden, vergleiche Montag, letztes Bild

Donnerstag: Tag des Abschieds vom Allgäu. Noch immer regnete es, was den Abschiedsschmerz auch hier (siehe vergangene Woche) ein wenig linderte.

Ein letzter Blick zurück auf das umwölkte Niedersonthofen

Die Züge waren sehr voll, bereits der (viel zu kurze) Regionalexpress nach Ulm in der zweiten Klasse vollbesetzt. Wo wollten die vielen Leute hin an einem gewöhnlichen Donnerstagmittag? Vorausschauend hatte ich ja erste Klasse gebucht und fand ein angenehmes Plätzchen. Hinter Kempten geleitete die Zugbegleiterin ein älteres Paar, dessen männlicher* Teil nicht gut zu Fuß war, in das Erste-Klasse-Abteil und bat uns bereits darin Sitzende um Verständnis. Meine Frage, wofür, schließlich hatte ich nur für einen Platz bezahlt und den auch bekommen, wurde mit Kaffee-Gutscheinen für alle Abteilinsassen beantwortet, den ich allerdings zurückließ, da er nur an bestimmten süddeutschen Bahnhöfen einlösbar war, von denen ich bis Jahresende voraussichtlich keinen mehr aufsuchen werde.

*mutmaßlich, man darf das ja nicht mehr einfach so behaupten anhand äußerlichen Anscheines.

Im ICE nach Mannheim saß vor mir eine Frau, die allerlei Business-Blödsinn in ihr Telefon absonderte, und diesen Satz: „Tobi und ich haben diese Challenge, wer zuerst die Heizung andreht.“ Cool, hätte man wohl früher gesagt; wie man heute sagt, weiß ich nicht und es ist mir auch egal.

Ab Mannheim wurde mir das außergewöhnliche Vergnügen zuteil, in einem Panoramawagen der Schweizer Bundesbahn Platz zu nehmen. Eine angenehmere Art zu reisen ist kaum denkbar, obwohl man sich auch hier gegenüber sitzt, immerhin ohne diesen beengenden Tisch dazwischen.

Wenn gegen Ende einer längeren Reise das Siebengebirge zu sehen ist, geht mir jedes Mal das Herz auf

Weitere Beobachtungen und Erkenntnisse innerhalb und außerhalb des Zuges:

  1. In Memmingen gibt es Lärmschutzwände mit Lurchlöchern. Das sind kleine Öffnungen am Boden, darüber in etwa ein Meter Höhe jeweils ein Schild mit einem stilisierten Schwanzlurch oberhalb eines auf der Spitze stehenden Dreiecks, somit für die Durchgang begehrenden Lurche viel zu hoch angebracht.
  2. Selbst Fabrikschornsteine wurden im neunzehnten Jahrhundert schmuckvoller gebaut als heute die meisten Wohnhäuser.
  3. Bei Jungs mit knöchelfrei getragenen Hosen schwanke ich häufig zwischen „wie erotisch“ und „wie albern“. Bei Männern über vierzig bin ich mir sicher.
  4. Es ist lächerlich, einen Fachhandel „Küchen Kompetenz Centrum“ zu nennen.

Freitag: Immer noch Urlaub. Dies nahm ich zum Anlass, auswärts zu frühstücken, in einer Gaststätte in der Bonner Südstadt, die bei Ankunft wenige Minuten nach Öffnung schon gut besucht war, nicht nur von Menschen im Rentenalter. Haben die nichts zu tun? Grund mag das anheimelnde Ambiente des Lokals sein; die Qualität des gereichten Frühstücks spricht indessen nicht dafür: Zum „Französischen Frühstück“ wurde kein Baguette serviert, dafür ein Körbchen mit einem Croissant (immerhin), einer Scheibe Vollkornbrot und einem Brötchen. Letzteres war offenbar billigste Aufbackware, das bereits beim Aufschneiden in mehrere Teile zerbröselte. Daher werde ich dort wohl nicht mehr so bald frühstücken.

Im Rewe sind die ersten Weihnachts-Süßwaren erhältlich, was wieder einige Konsumenten auf die Palme (beziehungsweise Tanne) bringen wird. Ich blieb am Boden, freute mich und packte einige Nougat-Marzipan-Riegel ins Körbchen.

Samstag: Ein ungewöhnlich milder Tag. Mittags in der Fußgängerzone bemerkte ich, wie nur drei Tage Allgäu ausgereicht haben, mich von Menschen in größerer Zahl zu entwöhnen und wie wenig ich es vermisst habe – Leute, die langsam vor mir her gehen und einfach stehen bleiben; Kinderwagen, die mir in die Hacken geschoben zu werden drohen; Fahrräder und Elektroroller im Fußgängerslalom; Tier-/Kinder-/Umwelt- Wasauchimmerschützer, die arglose Passanten an ihre Stände zu zerren suchen, um ihnen ein Gespräch aufzuzwingen.

Sonntag: Zwei Wochen Urlaub sind zu Ende, somit die großen Vorfreude-Ereignisse für dieses Jahr aufgebraucht. Erfreuen wir uns also weiterhin an Kleinigkeiten, die das Leben auch im Alltag bereithält.

Wie solches – das Ende eines jeden menschlichen Seins kann schöner kaum beschrieben werden:

… sie werden wohl jenen unbeliebten, aber notwendigen natürlichen Prozessen zum Opfer gefallen sein, mittels welcher die Kreisläufe des Organischen immer weiter zu kreisen befähigt sind.

Max Goldt: Preisung der grotesken Dame

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Ich wünsche Ihnen einen erfreulichen Feiertag, eine angenehme Woche und mir einen nicht allzu unlustschweren Neustart in den Arbeitsalltag. Zum Glück erst Dienstag.

Woche 36/2022: Ein bedauerliches Versehen der Evolution

Montag: Die vorläufig letzte Dienstreise führte heute nach Neu-Ulm. Auf der Hinfahrt überholten wir auf der Autobahn einen LKW der Firma Allfred. Daraufhin spielte mein Ohrwurm stundenlang „Fred vom Jupiter“.

Nach Ankunft machte ich einen Spaziergang durchs Dorf. Es liegt mir fern, Neu-Ulm als Dorf zu diffamieren, doch befindet sich das Hotel in einem dörflichen Ortsteil namens Finningen. Es hat eine regionaltypische Zwiebelturmkirche und einige Häuser bayrischer Anmutung, ist ansonsten wenig pittoresk und ziemlich verkehrslaut. Immerhin liegt Landduft in der Luft, und man kann in der Ferne das Ulmer Münster sehen.

Dienstag: Der erste Tag unserer Veranstaltung lief gut, danach spazierte ich erneut durch Dorf und Feld. Auf den zweiten Blick ist es doch ganz schön hier.

Die Briten bekommen eine neue Regierungschefin. Ist es nicht erstaunlich, dass es immer noch Menschen gibt, die sich in solchen Zeiten ein solches Amt freiwillig antun, nicht nur in Großbritannien? Was mag passieren, wenn sich niemand mehr dafür findet? Also nicht immer auf dem Kanzler rumhacken.

Die Menükarte für das Abendessen verhieß als Dessert ein „Schokoladen-Duett an süßer Begleitung“. Letztere erwies sich als eine überflüssige Physalisbeere, insofern blieb meine Hoffnung auf einen attraktiven, zweierlei Sorten Mousse au chocolat servierenden Jungkellner unerfüllt.

Mittwoch: Trotz durchgehender viertelstündiger Uhrzeitverkündung durch die Kirchturmglocke in Hotelnähe schlief ich sehr gut; dank rechtzeitiger Bettruhe nach mäßiger Alkoholzufuhr am Vorabend erwachte ich frisch und folgenlos.

Auf der Rückfahrt kamen wir an einem Autobahnparkplatz mit dem schönen Namen „Nachtweide“ vorbei, der sofort ein Bild erzeugt: Auf einer Wiese in Südniedersachsen haben sich mehrere Kühe unter einer großen Kastanie zur Ruhe gelegt, ihre Körper schmiegen sich wärmend aneinander. Vielleicht sind es schwarz-weiß gefleckte, vielleicht auch braun-weiß; das fahle Licht des abnehmenden Halbmondes lässt es nicht genau erkennen. Das einzig vernehmbare Geräusch ist das rhythmische Ticken des Aggregates, das im Sekundentakt Stromschläge in den Weidezaun jagt.

Donnerstag: Morgens regnete es, das war sehr schön, wenngleich dadurch der donnerstägliche Fußmarsch ins Werk nur bis zur Bahnhaltestelle führte.

Der Arbeitstag war überfüllt mit zahlreichen Besprechungen; nach drei Tagen Dienstreise hatte sich offenbar einiges an Gesprächsbedarf aufgestaut. Nach solchen Labertagen bin ich abends zumeist besonders wortkarg, was bei den Lieben nicht immer auf Verständnis stößt.

Abends regnete es wieder, allerdings in der Ferne.

Dunkle Wolken auch über England: Die Queen ist tot. Somit bekommen die Briten binnen einer Woche neben einer neuen Regierungschefin auch einen neuen König.

Freitag: „Wenn es nicht nötig ist, in Grundrechte einzugreifen, dann ist es nötig, nicht in Grundrechte einzugreifen“, so der Bundesjustizminister zu den beschlossenen Corona-Maßnahmen. Worte, wie sie nur Politiker zu finden vermögen.

Samstag: Im Rheinauenpark sind die sich ungehindert vermehrenden Nutrias nun zum Abschuss freigegeben. Dazu schrieb Hermann P. in einem Leserbrief: »Was ein Lebewesen ohne natürliche Feinde anrichten kann, erleben wir seit Jahrzehnten leider auch bei der Menschheit, die allerdings selbst zur Vernunft kommen muss und vielleicht auch kann.« Dem erlaube ich mir hinzuzufügen: Zunehmend glaube ich, die menschliche Existenz ist auf ein bedauerliches Versehen der Evolution zurückzuführen. Und ich bin mir sicher, die Menschen werden nicht aus eigenem Antrieb zur Vernunft kommen, vielmehr hat die Evolution ihren Irrtum bereits bemerket und wird ihn in bewährter Weise korrigieren.

Sonntag: Manchmal sind es unbedeutende Kleinigkeiten, die zu einer Beeinträchtigung des zwischenmenschlichen Friedens führen, ich werde das nicht weiter ausführen. So ein Tag war heute. Aber wer sagt, das Leben müsse stets einfach und harmonisch sein – Disharmonien sind nicht immer zu vermeiden und gehören dazu.

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Kommen Sie gut durch die neue Woche.

Woche 32: Es besteht noch Hoffnung

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Montag: Während ich von Montagmorgenmelancholie erfüllt zähneputzend dem Radio lausche, frage ich mich, wie die Welt wohl wäre, wenn Leute wie Trump, Putin, Erdogan, Assad, Kaczynski, Orban, Kim, Maduro und (nein, heute mal nicht Helene Fischer sondern:) Max Giesinger schlagartig verstummten.

Dienstag: Der neue Duden ist raus. Ob „proaktiv“ es wohl hinein geschafft hat? Oder „Heimscheißer“? Oder „Wohngebietsgeschwindigkeitsreduzierungskreisel“?

Mittwoch: Auch so eine besondere Spezies: Leute, die ihr eigenes Essen mit in die Kantine nehmen. – Brigitte Macron will mehr als Deko sein, schreibt die Zeitung.

Donnerstag: Die Welt steht kurz vor einem Atomkrieg, im Morgenradio kommt „Who wants to live forever“ von Queen und es regnet ohne Unterlass. Zeit, sich nach den Preisen für Apfelbäumchen zu erkundigen.

Freitag: Um 4:30 Uhr aufgewacht. Den Regen gehört. Lächelnd wieder eingeschlafen.

Samstag: Bei einem namhaften Autobahnraststättenbetreiber ist jetzt die Kids-Box am Start, plärrt es aufgeregt aus dem Radio. Somit besteht noch Hoffnung für die Welt.

Sonntag: Heute ist Tag der Linkshänder. Laut Westfalen-Blatt sind allein in Bielefeld vierzigtausend betroffen. Doch sorget euch nicht: Das Gesundheitsamt gibt Tipps.

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