The day after – Der Tag im Arsch

Wenn, so wie gestern, die Party gut war und das Bier reichlich floss, wenn dann am nächsten Tag, also heute, der Kater erbarmungslos seinen Krallen ausfährt und sie mir brutal ins Hirn rammt, dann kenne ich keinen Text, der dieses Gefühl besser auszudrücken vermag als der nachfolgende. Es ist die erste Strophe des Liedes „Morgen…“ der österreichischen Band „Erste Allgemeine Verunsicherung“ von der LP „Geld oder Leben“, erschienen 1985.

Lesen Sie selbst und leiden sie mit.


Morgen

Ich wach auf am Nachmittag, der Sodbrand ist enorm,
ja, gestern war ich wieder gut in Form!
Im Gaumen sitzt der „Pelze“-Bub, das Auge dunkelrot,
Die Hypophyse spielt das Lied vom Tod!

Während ich mich übergeb‘, schwör ich mir ferngesteuert:
sofern den Tag ich überleb, es wird nie mehr gefeiert.

Weil morgen, ja morgen,
fang i a neues Leben an,
und wenn net morgen,
dann übermorgen,
oder zumindest irgendwann
fang i wieder a neues Leben an!

Knopfaugen

Montag. Ein Montag, wie er montäglicher kaum sein kann: unendlich müde, die Nachwirkungen des Wochenendes stecken noch in den Knochen und, schlimmer, in allen Hirnwindungen; der Stachel meiner schmählichen Niederlage beim gestrigen Rosenkrieg piekst noch etwas, wenngleich er die Erkenntnis bringt, dass ich dieses Kapitel besser in die Kategorie „Dinge, die ich auch schon mal gemacht habe“ einordnen sollte.

Unendliches Vermissen, ich vermisse ihn, der im schönen Südfrankreich weilt, nur für eine Woche, während ich im Büro an meinem Schreibtisch sitze, unkonzentriert versuche, ein extrem langweiliges Dokument zu lesen ohne jede Chance, mich darauf konzentrieren zu können, immer wieder unterbrochen vom ständigen Quengeln meiner inneren Stimme, die da ruft „ich will das nicht lesen, nicht jetzt, nicht heute, ich will nach Hause, aufs Sofa, ins Bett“; dann auch noch eine Besprechung von halb eins bis fünf, immerhin recht interessant; Montag.

Und doch: alles ist gut. Endlich zu Hause. Mit ihm telefoniert. Die Zeitung gelesen, was gegessen, ein Glas Wein, noch eins, langsam lässt der Montag nach.

Die heilende Kraft der Musik wirkt erstaunlicher Weise immer wieder: Different Gear, Still Speeding, das Album von Beady Eye, der Nachfolgeband von Oasis, wenn man so will, der für mich immer noch besten Band aller Zeiten, keine Diskussionen darüber bitte. Eine wahre Hörenswürdigkeit, spontanes Lieblingslied: The Beat Goes On. Und der verbliebene Gallagher ist eine geile Sau, irgendwie.

Alles halb so schlimm, so ein Montag. Und am Samstag ist er ja wieder da.

Schmerzwach: Soundtrack of my Life

In seinem „Schmerzwach“-Blog fordert Jannis hier dazu auf, unter der Überschrift „Soundtrack of my Life“ dreißig Lieder aus bestimmten Kategorien zu benennen, die für einen selbst bedeutend waren und sind. Gute Idee, dachte ich mir, als ich es las, machst du später mal. Nun habe ich es doch sofort gemacht. Hier also mein

Soundtrack of my Life:

1. Ein Lied, das dich glücklich macht
> Night and Day, selbst gesungen zusammen mit den Kölner SPITZbuben, meinem Chor. Das ist pures Glück!

2. Ein Lied, bei dem du tanzen musst
> Shout von Tears For Fears

3. Ein Lied, bei dem du melancholisch wirst
> Sometimes Love Just Ain’t Enough von Patty Smyth. Weckt Erinnerungen an eine Zeit, als ich unglücklich verliebt war.

4. Ein Lied, das dich an eine schöne Situation erinnert
> Siehe Nr. 7.

5. Ein Lied, das dich an deine Kindheit erinnert
> A Glas Of Champagne von Sailor. Sailor waren damals die größten für mich, heute kennt die keiner mehr.

6. Ein Lied, bei dem du an deine große Liebe denkst
> The Power Of Love von Frankie Goes To Hollywood. Dabei denke ich sofort an Patrick B., meine erste wirklich große und schmerzhafte Liebe. Damals wusste ich noch nicht, dass ich verliebt war, das hat es nicht besser gemacht.

7. Ein Lied, das in einer dir peinlichen Situation lief
> Something Stupid von Robbie Williams. Es war das Lied unseres Hochzeitstanzes, bei dem wir uns ziemlich ungeschickt anstellten.

8. Dein Lieblingslied aus den 80ern
> True Faith von New Order, für mich immer noch der größte Hit aller Zeiten.

9. Dein Lieblingslied aus den 90ern
> Don’t Look Back In Anger von Oasis

10. Dein Lieblingslied aus den 00ern
> The Turning von Oasis

11. Ein Lied, das zu deinem Charakter passt
> Nineteen Forever von Joe Jackson. Es geht ums Nicht-erwachsen-werden-wollen.

12. Dein Lieblingsmusikvideo
> I Can’t Dance von Genesis. Werde nie vergessen, wie wir es in der Kneipe in Dieburg nach reichlich Bier nachspielten.

13. Ein Lied, das du gerne nachts hörst
> keins, nachts schlafe ich ganz gerne, ohne Musik.

14. Ein Lied, das dich morgens gerne wecken darf
> Morgens geweckt zu werden ist immer grausam, auch wenn es ein Lied ist.

15. Dein Klingelton am Telefon
> Keins; ich hasse Lieder als Handyklingelton, eine Zumutung, vor allem wenn der Idiot nicht dran geht!

16. Ein Lied, das dich mit einem guten Freund verbindet
> Turn To Stone, aber auch fast alles andere von ELO; erinnert mich an wunderschöne Zeiten mit Uwe damals.

17. Ein Lied, das für dich Lebensmut bedeutet
Kann denn Liebe Sünde sein

18. Das ultimative Partylied für dich
> siehe Nr. 8

19. Das ultimative Herzschmerzlied
> Damned I Wished I Was Your Lover von Sophie B. Hawkins. Selbes Herzleid wie bei Nr. 3.

20. Das schönste Duett
> Broken Strings von James Morrison und Nelly Furtado. Ohne besonderen Grund, einfach nur schön.

21. Das Lied, das dich am meisten nervt
> alles von Jan Delay und Xavier Naidoo!

22. Der schönste Song aus einem Film
> L’Homme de Suez, Titelmusik des Dreiteilers „Der Mann von Suez“, der in den 80ern im Fernsehen lief.

23. Dein Lieblings-Klassiker (wahlweise Oper, Klassik oder Musical)
> Der 1. Satz aus Bruckners 9. Sinfonie. Immer noch Gänsehaut, vor allem live in einem Konzert.

24. Ein Lied, das du bei einer Prüfung (z.B. Abi) als Motto hattest
> Dazu fällt mir nichts ein.

25. Ein Lied deines Lieblingssängers
> Love Kills von Freddy Mercury

26. Ein Lied deiner Lieblingssängerin
> Habe ich keine.

27. Ein Lied deiner Lieblingsband
> Force Of Nature von… na, raten Sie es? richtig: Oasis

28. Ein Lied für die verrückten Momente im Leben
> Bei den Fickpartys läuft meist irgend ein Techno-Zeugs, Titel kenne ich nicht und interessieren mich dann meistens auch nicht.

29. Ein Lied, das bei deiner Geburtstags-Überraschungsparty läuft
> woher soll ich das wissen? Dann ist es ja keine Überraschung mehr!

30. Ein Lied, das bei deiner Beerdigung gespielt werden soll
> siehe Nr. 1. Nur halt nicht mehr selbst gesungen.