Woche 49/2024: Für Fußgängerinnen sind keine Einschränkungen zu erwarten

Montag: Wegen der Dienstreise nach München war der Wecker auf halb fünf eingestellt, zwei Stunden früher als gewöhnlich an Arbeitstagen. Um kurz nach drei wachte ich auf, umgehend stellten sich die vor Reisen üblichen Gedanken darüber ein, was alles schief gehen kann, von Verschlafen über Stellwerksstörung bis Zugausfall, die mich am Weiterschlafen hinderten. Dennoch schlief ich nach mehreren Sorgenrunden nochmal ein, kurz vor dem Wecker wachte ich wieder auf und kam erstaunlich leicht aus dem Bett.

Ich möchte mich nicht allzu sehr in Eigenlob ergehen, jedenfalls war der Beschluss, eine Regionalbahn früher als die in der Bahn-App angezeigte nach Köln zu nehmen, obwohl alles pünktlich sein sollte, genau richtig, auch auf die Gefahr hin, dadurch eine Dreiviertelstunde in der Kälte des Deutzer Bahnhofs auf den ICE nach München warten zu müssen. Nach pünktlicher Abfahrt in Bonn stand der Zug später wegen einer Weichenstörung längere Zeit vor Köln-Süd, aus der Dreiviertelstunde in Deutz wurden schließlich wenige Minuten. Das Unbehagen wäre vermeidbar gewesen, da der ICE entgegen dem Fahrplan auch in Siegburg/Bonn hielt, das bequem und zuverlässig mit der Stadtbahn zu erreichen ist. Warum wurde das geheim gehalten?

Immerhin erreichte ich in Deutz den ICE, während die planmäßige Regionalbahn aus Bonn vermutlich noch vor Köln-Süd im Stau stand. Entgegen der Anzeige in der App war er nicht besonders voll, jedenfalls nicht Wagen 31. Schönheitsfehler: Mein reservierter Platz war einer von den allgemein beliebten, von mir indes gemiedenen Sitzen in einer Vierergruppe mit Tisch, obwohl ich das anders gebucht hatte. In Frankfurt, wo ein größerer Fahrgastwechsel erfolgte, fand ich einen zufriedenstellenden Reihensitz mit Fußfreiheit. Mit etwa einer Viertelstunde Verspätung kamen wir in München an, somit am unteren Rand des Rahmens meiner Planung.

Das Hotel, im wenig pittoresken Stadtteil Obergiesing gelegen, ist einfach und zweckerfüllend. Immerhin verfügt das Zimmer über zwei Jackenhaken, dafür keinen Kleiderschrank oder wenigstens Ablageflächen für Kleidung. Aber ich war hier ja nicht im Urlaub, für zwei Nächte reichte es.

Einfach und zweckerfüllend

Die Kollegen besuchten abends den Tollwood-Weihnachtsmarkt auf der Theresienwiese. Ich verzichtete zugunsten eines ruhigen Alleinabends mit Aussicht auf frühe Nachtruhe. Ob die den Namen verdiente, würde sich zeigen; die Tegernseer Landstraße ist nicht, wie der Name vermuten lässt, eine ruhige Allee zum gleichnamigen Gewässer, sondern eine brausende, sechsspurige Hauptverkehrsstraße.

Dienstag: Die Kollegen erschienen mit Restmüdigkeit zum Frühstück, nachdem sie um zwei Uhr nachts zurück ins Hotel zurückgekehrt waren. Ich erfreute mich hingegen einer der Tageszeit angemessen Munterkeit, sogar meine Abneigung gegenüber Hotelfrühstücksräume überwand ich. (Pluspunkt: ausreichend große Saftgläser.) Auch die Nachtruhe war gegeben, dank ausreichendem Schallschutz gegen den brausenden Verkehr.

Etwas rätselhaft zwei Bedienelemente über dem Kopfende des Bettes mit flackernden Buttons, über die wohl das Raumlicht zu steuern ist. So sehr ich auch drauftippte und -drückte, nichts ging an oder aus. Ein wenig fühlte ich mich wie Polizeichef Heribert Pilch im Dauerkampf mit dem Kaffeeautomaten in der Krimikomikserie „Kottan ermittelt“.

Satz des Tages in einer Besprechung: „Das Team zeichnet sich durch maximale Humorlosigkeit aus.“

Abends besuchten wir in größerer Gruppe den Augustiner-Bierkeller. Dort war es sehr laut, was die verbale Kommunikation nicht nur für mich erschwerte. Den Biergenuss, unter anderem eine nur mäßig gefüllte Maß, beeinträchtigte das indes nicht. Außerdem wurde Wiener Schnitzel als typisch bayrisches Gericht ausgewiesen. Auf meine Essensauswahl – Ente mit Rotkohl und Knödeln – hatte das keinen Einfluss. Laut Karte sogar eine Bauernente, was auch immer das bedeuten mag.

Mäßig

Mittwoch: Die Rückfahrt mit der Bahn verlief zufriedenstellend. Pünktlich verließ der ICE München, wegen Stockungen vor Frankfurt wurde der Zielbahnhof Siegburg/Bonn mit fünf Minuten Verspätung erreicht. Da kann man nun wirklich nicht meckern.

Ich reiste im Ruhebereich. Vor mir zwei junge Damen, die sich angeregt, jedoch wenigstens mich nicht sehr störend unterhielten. Eine weitere junge Frau daneben sah bzw. hörte das wohl anders: Empört wies sie die beiden zurecht, ehe sie sich wieder dem Film auf ihrem Datengerät widmete, dem sie über Ohrstöpsel lauschte. Man kann sich auch ein bisschen anstellen.

Ab Frankfurt saß eine Dame neben mir, die es mit dem Ruhebereich ebenfalls nicht so eng sah. Deutlich für mich und alle Umsitzenden telefonierte sie mit einem Lokal, wo sie gestern anlässlich einer Weihnachtsfeier einen Ohrring verloren hatte. Muss ein rauschendes Fest gewesen sein.

„Nenne fünf Dinge, in denen du gut bist“ lautet der heutige Themenvorschlag des Blogvermieters. Ich wäre schon froh, wenn ich eins nennen könnte.

Donnerstag: Kleine Woche – Inseltag. Statt der üblichen Wanderung gönnte ich mir einen ruhigen Tag mit Ausschlafen. Zu Frühstück und Zeitungslektüre suchte ich das Kaufhof-Restaurant auf, wie weitere ältere Herren ohne Begleitung an den anderen Tischen. Auch wenn es voraussichtlich noch ein paar Jahre dauert, nähren solche Tage die Vorfreude auf den Ruhestand deutlich. Nach Rückkehr begann es kräftig und für längere Zeit zu regnen, was den Nichtwanderbeschluss bekräftigte.

Nachmittags legte ich die Reihenfolge der Texte für die Lesung am Abend fest und beantwortete den Brief eines Blogkollegen.

Die Lesung hätte ein paar weitere Besucher vertragen können, war ansonsten für die Lesenden wie (hoffentlich auch) die Hörenden vergnüglich, die Zeit verging schnell. Vielen Dank an die Stage Gallery für die Bereitstellung des Raumes und ganz besonders an dich, lieber Lothar, dass ich wieder an deiner Seite vortragen durfte!

Freitag: Der letzte Arbeitstag der Woche war sogleich der erste im Büro. Regen und Sturmerwartung legten die Anfahrt mit der Bahn nahe. Auf der Etage war ich fast allein, die anderen zogen Heimbüro vor. Mir war es recht, so konnte ich nachmittags, als alle Besprechungen überstanden waren, in Ruhe Angefallenes wegarbeiten. Nachmittags war der Regen vorerst durch, was den Rückweg zu Fuß ermöglichte.

Für den Abend hatte der Liebste kurzfristig beim Franzosen unseres vollen Vertrauens reserviert. Seit Weggang des ambitionierten, schon von Sternen träumenden Jungkochs steht der Chef selbst in der Küche, das Niveau ist wieder traditioneller ausgerichtet und die Preise wurden gesenkt, was dem Restaurant nicht geschadet hat. Es war gut besucht, wir waren höchst zufrieden.

Samstag: Beim Aufwachen spürte ich eine gewisse postethanolische Unpässlichkeit, dabei war die Weinbegleitung am Vorabend nicht übermäßig gewesen. Manchmal ist das so, dann vertrage ich nicht viel. Vielleicht das Wetter?

Das, so morgens die Frau im Radio, starte heute mit dichter Bewölkung, erst zum Nachmittag hin werde es voraussichtlich „schöner“, so die Frau. Wieder frage ich mich: Was ist an Bewölkung, sofern sie uns nicht Starkregen, Hagel oder Orkan um die Ohren haut, schlecht?

Aus einem Zeitungsartikel über die anstehende Untersuchung einer der drei Bonner Rheinbrücken: „Radfahren­de und Fußgänger müssen daher in dieser Zeit die Brücke auf der jeweils anderen Seite überqueren.“ Für Fußgängerinnen sind demnach keine Einschränkungen zu erwarten.

Aus einem anderen Artikel über Modelleisenbahnen als mögliches Weihnachtsgeschenk:

Finde den Fehler (General-Anzeiger Bonn)

Sonntag: Im Radio sind nun wieder auf allen Sendern die Weihnachts-Popsongs mit künstlichen Glocken und Pferdeschlittenschellen zu hören, manche eine echte Ohrenplage. Vielleicht äußerte ich es schon in den Vorjahren, in diesem Fall verzeihen Sie mir bitte die Wiederholung: In meinen Ohren das diesbezüglich schlimmste Lied ist nicht das vielgeschmähte „Last Christmas“, sondern „Wonderful Christmas Time“ von Paul McCartney. Ding-dong, ding-dong … Grauenvoll.

Nachmittags verband ich den üblichen Spaziergang mit der Freilassung mehrerer Bücher in öffentliche Bücherschränke. In der Südstadt treiben die Magnolien schon Knospen aus. Sie werden wissen, was sie tun. Die Innenstadt war an diesem verkaufsoffenen Sonntag gefüllt mit kaufoffenen Menschen, die sich auf der Jagd nach Besinnlichkeit durch die Gassen des Weihnachtsmarktes schoben.

Nebenan auf der Hofgartenwiese feierten unterdessen die Syrer mit Flaggen und Freudenrufen die Vertreibung des Tyrannen aus ihrem Land, auch hupende Autokorsos waren später, als ich wieder zu Hause war, zu vernehmen. Ich freue mich mit ihnen. Hoffentlich entwickelt sich dort alles zum Guten, ein wenig skeptisch bin ich noch.

Schöne Adventszeit
Poppelsdorfer Allee
Am botanischen Garten

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Kommen Sie gut und möglichst adventsstressfrei durch die Woche. Ding-dong.

Woche 48/2024: Vielleicht werden jetzt auch die Vögel irre

Montag: Wie mir die DB Reisebegleitung per Mail mitgeteilt hat, ist meine Fahrt nach München am nächsten Montag „nicht wie geplant möglich“. Was genau nicht und wie sie stattdessen möglich ist und ob überhaupt, bleibt offen.

Der Arbeitstag war besprechungsvoll und endete früh, da wir nachmittags Abschied nahmen von einem lieben Menschen. Das war, sofern man einem solchen Anlass dieses Attribut zuschreiben möchte und kann, sehr schön. Anschließend wurde wieder gelacht, das wäre in seinem Sinne gewesen.

Dienstag: Wie morgens im Radio gemeldet wurde, ist geplant, im Kreis Heinsberg zwei Bahnstrecken für den Güterverkehr zu reaktivieren. Die Stadt Wegberg will das verhindern, weil dadurch angeblich Lärm erzeugt und Flächen verbraucht werden. Lieber weiterhin alles mit LKW durch die Gegend fahren. Ein weiterer Stein im Schotterbeet unseres Verderbens, wir können und wollen es nicht anders.

Außerdem will Erdogan entgegen der Verfassung bis 2033 Obertürke bleiben und die Anklagen gegen Trump werden fallen gelassen. Dagegen wirkt der erklärte Anspruch von Scholz, Bundeskanzler zu bleiben, geradezu drollig.

Manchmal ist es nur noch im Zustand angenehmer Angetrunkenheit zu ertragen. Anscheinend gibt es auf der Terrasse des Rheinpavillons in diesem Jahr keine Glühweinbude; in den vergangenen Jahren war sie um diese Zeit schon in Betrieb. Vielleicht ist auch hier der allgegenwärtige Personalmangel der Grund. Schade, aber der Weihnachtsmarkt bietet zum Glück Alternativen für ein Heimweggetränk.

Serviervorschlag

Mittwoch: In der Abenddämmerung am Rheinufer flogen mir unzählige Halsbandsittiche entgegen, nacheinander in mehreren Schwärmen zu schätzungsweise je hunderten Vögeln. Sie flogen tief und rasend schnell, dabei wichen sie geschickt Hindernissen wie Bäumen und Menschen aus. Augenscheinlich hatten sie große Freude dabei. Etwas später war der Reviergesang einer Amsel zu vernehmend, anscheinend hatte sie sich in der Jahreszeit vertan. Vielleicht werden jetzt auch die Vögel irre.

Abends hatte ich die Ehre und das Vergnügen, als letzter Vortragender bei der letzten Lesebühne im Limes aufzutreten. Eigentlich wollte ich nach grandiosem Scheitern vor vielen Jahren bei einem Poetry Slam nie wieder an einem Wettlesen teilnehmen, doch hier machte ich gerne eine Ausnahme, zumal am Ende zwar der Gewinner (nicht ich, sondern völlig verdient der liebe L.), nicht jedoch der Verlierer bekanntgegeben wird, beziehungsweise wurde, es war ja das letzte Mal. Für diesen Abend schrieb ich extra einen Text, der hier nachzulesen ist.

Foto: Lothar Schiefer

Donnerstag: Den zweiten Tag in Folge gab es aus terminlichen Gründen (gestern Lesung, heute Musikprobe) kein Abendessen für mich. Da ich unter der Woche außerdem nicht frühstücke, war das Mittagessen somit jeweils die einzige Mahlzeit des Tages. Dennoch hielt sich der Abendhunger in erträglichen Grenzen. Intervallfasten kann ich. (Die während der Musikprobe in größerer Menge verzehren Weingummis zählen nicht.)

Morgens

Freitag: Ich halte mich nicht für einen, der oft und gerne „Habe ich doch gleich gesagt“ sagt. Jedenfalls nehme ich die aktuelle Blamage der FDP wegen ihres D-Day-Konzepts mit gewisser Genugtuung zur Kenntnis. Oder wie der Ostwestfale sagt: Dä!

Samstag: Aus einer Laune heraus habe ich mich jetzt auch bei diesem Bluesky angemeldet. Mal sehen, wie lange die Laune dieses Mal anhält. Nach den Erfahrungen mit Mastadon und Threads nicht lange. Immerhin ähnelt Bluesky dem früheren Twitter, allerdings wird meine damalige Begeisterung, die ich letzterem entgegenbrachte, wohl nicht wiederkehren. Das ist nicht schlimm.

Sonntag: Die Bluesky-App zeigte morgens den Eingang einer Meldung an, jedoch war da nix, weder ein neuer Folgender noch ein Herzchen. Egal.

Erster Advent, in den Blogs und zu Hause werden zahlreiche virtuelle wie physische Türchen geöffnet; ich habe den Eindruck, jedes Jahr werden es mehr, vielleicht irre ich mich auch.

Der Sonntagsspaziergang führte über die Rheinbrücken ans andere Ufer. Zwar schien die Sonne vom fast wolkenlosen Himmel, doch kalter Wind gab einen Vorgeschmack auf den nicht mehr fernen Winter, was innere Wärmung durch einen Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt angezeigt erscheinen ließ.

Am frühen Abend packte ich den Rucksack für die Dienstreise nach München morgen. Die alternative Bahnverbindung, die sich nur geringfügig von der ursprünglichen unterscheidet, siehe Eintrag vom Montag, steht zum Zeitpunkt der Niederschrift noch, es besteht Hoffnung. Was leider ausfallen wird ist das Treffen mit der Blogfreundin morgen Abend, aus Krankheitsgründen. Liebe N., auch auf diesem Wege nochmal alles Gute, irgendwann werden wir wieder zueinander finden.

Das andere Ufer
So sind Menschen nunmal
Noch mehr komische Vögel

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Kommen Sie gut durch die Woche. Falls auch Sie eine Krankheit plagt, wünsche ich baldige Gesundung.

Wenn ihr wüsstet

Vorbemerkung: Heute fand zum letzten Mal die Lesebühne im Limes statt. Ich hatte die Ehre und das Vergnügen, daran teilzunehmen. Unter anderem las ich folgenden, extra für diesen Abend verfassten Text.

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Das Sharlie war eine Eckkneipe in der nördlichen Bonner Innenstadt. Keine ganz gewöhnliche Kneipe, auch wenn das an der Außenwand neben der Eingangstür angebrachte Schild, das das Lokal als Stützpunkt eines Männergesangsvereins auswies, nichts Außergewöhnliches erkennen ließ. Jedenfalls: Frauen waren als Gäste unerwünscht, um hinein zu gelangen, musste Mann einen Klingelknopf neben der Tür drücken, woraufhin einem nach Sichtprüfung durch eine Klappe in der Tür, sofern man zutrittswürdig erschien, aufgetan ward. (Vielleicht erfolgte die Einlasskontrolle auch über eine Kamera, ich erinnere mich nicht mehr genau, es ist rund zwanzig Jahre her.) Ich schien die erforderlichen Zugangskriterien zu erfüllen, zumindest war ich schon damals keine Frau oder „weiblich gelesene Person“, wie es heute korrekt heißt; meinem Einlassbegehren wurde stets stattgegeben.

Nach Überwindung der Pforte betrat man einen größeren Raum mit schummrigen Licht, rechter Hand die Theke, dahinter der Wirt, wegen seines robust-spröden Charmes von den Gästen „die Herrin“ genannt. Mit ihr legte man sich besser nicht an. Ihr beziehungsweise sein richtiger Name ist mir entfallen, vielleicht wusste ich ihn auch nie.

Links von der Theke führte ein Gang zu den Toiletten sowie einem weiteren, nur knapp beleuchteten und eher spärlich möblierten Raum. Soweit ich mich erinnere, war er gefliest, aus gutem Grund: Während vor der Theke gewöhnlicher Kneipenbetrieb herrschte mit Getränkeverzehr, Musik und mehr oder weniger gepflegtem Gespräch, diente das Hinterzimmer nicht etwa der wöchentlichen Chorprobe des Gesangsvereins, sondern anderen, sehr speziellen zwischenmännlichen Vergnügungen, nach denen eine unkomplizierte Reinigungsmöglichkeit des Raumes nicht von Nachteil war. Am Rosenmontag – der Bonner Zoch ging direkt am Sharlie entlang – konnte es dazu kommen, dass hier der böse Wolf den Matrosen vernaschte und der Schotte ihnen mit gehobenem Rock dabei zuschaute, während im Vorderzimmer „Es ist noch Suppe da“ gesungen wurde.

Irgendwann änderte sich der Name der Gaststätte von Sharlie in Kwai Lounge. Auch der Besitzer wechselte, statt der Herrin stand nun ein mäßig sympathischer Österreicher hinter der Theke, daneben sein jüngerer asiatisch gelesener Freund. Letzterer konnte ziemlich zickig werden, weshalb ihn manche wenig respektvoll „Asia-Muschi“ oder „Reisschüssel“ nannten. Am Grundkonzept des Ladens hatte sich nichts geändert: vorne Bier, hinten Gier.

Sehr lange gab es die Kwai Lounge nicht, schon nach wenigen Jahren schloss sie. Vielleicht fuhr Mann inzwischen für das besondere Unterleibsvergnügen lieber nach Köln, wo es zahlreiche Etablissements ähnlicher Zweckbestimmung gab, oft mit besonderen Motto-Veranstaltungen wie Sportswear, Underwear, Leder, Bären, U30, Ü40, Anzug, Stutenmarkt oder naked, ich möchte da nicht zu sehr ins Detail gehen. Woher ich das weiß? Das ist mir entfallen, es ist lange her.

Nach einiger Zeit wurde die Kneipe unter dem Namen Limes wieder geöffnet. Auch Damen sind nun gerne gesehen, man muss nicht mehr klingeln, um einkehren zu dürfen, im Sommerhalbjahr kann man draußen sitzen. Statt Fang-die-Wurst-Spielen im Separée gibt es einmal im Monat eine Lesebühne. Das Schild des Gesangsvereins ist noch immer angebracht.

Doch die Tage des Limes sind ebenfalls gezählt, zum Jahresende wird es geschlossen. Ich war nur wenige Male dort. Wenn ich heute durch die Theaterstraße gehe und durch das Fenster die Gäste an den Tischen im hinteren Raum ihr Bier trinken sehe, denke ich: Wenn ihr wüsstet.

Foto: Lothar Schiefer

Abschied

Aus gegebenem Anlass heute ein zweiter Beitrag.

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Lieber K,

zwei Wochen nach deinem vierundachtzigsten Geburtstag bist du gegangen. Es ging dir schon länger nicht gut. Vielleicht wusstest du schon länger von der Krankheit und dem unausweichlichen Ende, nur sagtest du es niemandem, nicht deiner Frau und den Söhnen. Vielleicht hattest du deinem Hausarzt verboten, es ihnen zu sagen, ich traue dir das zu. Du wolltest kein Aufheben um deine Person machen, niemandem zur Last fallen, so warst du. Ich verstehe das gut, vielleicht würde ich es genauso tun.

Verboten hast du zum Ende auch der Schwester im Krankenhaus, eine neue Ampulle für die Chemotherapie anzulegen. Du selbst hast bestimmt, wann es genug, vorbei ist, dann bist du ohne Schmerzen und Leiden für immer eingeschlafen. „Er hat es uns leicht gemacht, ihn gehen zu lassen“, steht in der Karte, die wir von deiner Familie erhalten haben. Besser kann man kaum aus der Welt gehen. Ich habe es anders erlebt, bei meinem Vater und meiner Schwiegermutter, die sich mit Demenz im Pflegeheim langsam auflösten, ihr Tod eine Erlösung.

Lieber K, ich habe dich erlebt als einen der liebsten, angenehmsten Menschen, die ich kennenlernen durfte. Danke, dass du mein Trauzeuge warst, bei der zweiten, kleinen Hochzeit, als wir endlich „richtig“ heiraten durften. Wie ich gingst du gerne spazieren, manchmal begegneten wir uns dabei, wechselten nur wenige Worte, ehe jeder weiter seines Weges ging. Die ersten Tage nach deinem Tod dachte ich manchmal beim Gehen durch die Stadt: Da drüben geht K, ehe es mir einfiel.

Du konntest gut allein sein, verbrachtest Wochen ohne Begleitung in Südfrankreich, in eurem Haus in Malaucène. Ich bin mir sicher, diese Zeiten hast du sehr genossen. Ein paar mal waren wir zusammen dort, du im großen, wir im kleinen Haus, ohne jede Verpflichtung, ständig etwas zusammen zu unternehmen. Doch pünktlich um sechzehn Uhr schautest du um die Ecke, da es Zeit war für das Nachmittagsgetränk.

Die Generation unserer Eltern, deine Generation verlässt nun langsam die Welt. Die nächsten sind wir. Angesichts der derzeitigen Weltlage kann ich nicht behaupten, dass mich das beunruhigt.

Heute haben wir deine Asche beigesetzt, in der Namen-Jesu-Kirche, ohne Pfarrer oder professionellen Trauerredner. Stattdessen sprachen deine Frau, deine Söhne und dein früherer Kollege ein paar Worte. Das war ergreifend schön, gerne hätte ich applaudiert. Anschließend gab es zu essen und trinken, auch Kölsch, wir stießen mit deiner Familie auf dein Wohl an, dabei wurde schon wieder gelacht. Ich bin mir sicher, das hätte dir gefallen.

Wir vermissen dich, du fehlst, als Nachbar, Freund, guter Geist des Hauses. Als nicht religiöser Mensch glaube ich nicht an Auferstehung und das ewige Leben. Doch wenn ich es täte, wäre die Aussicht auf eine Wiederbegegnung mit dir etwas, auf das ich mich sehr freuen würde.

Im April 2010 bei Malaucène

Woche 47/2024: O tosendes Novemberbrausen

Montag: Morgens zeigte die Wetter-App Regen an, womit sie im Widerspruch zum Blick aus dem Fenster stand. Dort war zwar kein blauer Himmel zu sehen, aber auch kein Niederschlag oder diesen ankündigende dunkle Wolken. Vorsichtshalber nahm ich dennoch die Stadtbahn, schließlich leiste ich mir nicht Monat für Monat das Deutschlandticket, um mit nassen Hosenbeinen im Büro zu sitzen. Der Regen setzte dann erst bei Ankunft am Werk ein, ab Mittag hörte er auf, kurz zeigte sich die Sonne. Somit hätte der planmäßigen Radfahrt nichts entgegengestanden. Dafür kam ich außerplanmäßig in den Genuss eines Spaziergangs zurück, immer das Positive sehen, auch und gerade in diesen Zeiten.

Morgens in Werksnähe

„Vielleicht kannst du ein paar Bulletpoints rüberscribbeln“, sagte einer in der Besprechung, damit war mein Tagesbedarf an derlei Geschwätz gedeckt.

In der Innenstadt wurden die letzten Weihnachtsmarktbuden aufgebaut, es wurde fleißig geschraubt, geräumt und geschmückt. Die große Glühweinpyramide auf dem Friedensplatz machte schon einen trinkfertigen Eindruck, doch der Eindruck täuschte. Freitag erst können wir uns wieder am warmen Trunk laben. Bis dahin gibts zu Hause Tee, das ist auch nicht schlecht. Immer das Positive sehen.

Dienstag: O tosendes Novemberbrausen: Auch dieser Tag begann überraschend mild, doch mit Regen, deshalb war wieder die Bahn das Verkehrsmittel der Wahl. Hinzu kam eine amtliche Sturmwarnung, deren Winde nicht nur den Gebrauch des Regenschirmes erschwerten, sondern auch den Turm umwehten und ihn wie ein altes Schiff knarzen ließen, was dem Arbeitstag bei aller Büronüchternheit eine gewisse Behaglichkeit verlieh. Abends regnete und blies es noch immer, zudem hat es sich spürbar abgekühlt, was den Fußweg zurück vereitelte. Den hatte ich ja bereits gestern. Dennoch mag ich den November.

Aus gegebenem Anlass nochmals der Hinweis an die lieben Kollegen: Anliegen, die mich per Teams-Chat statt Outlook-Nachricht erreichen, werden nachrangig oder, wenn ich nicht daran denke, gar nicht beantwortet. Jedenfalls unterbreche ich deswegen grundsätzlich nicht meine aktuelle Tätigkeit. So wie es sinnlos ist, zu versuchen, mich unangekündigt in eine laufende Teams-Besprechung hinzuzuziehen.

In letzter Zeit, vielleicht aufgrund der Weltlage, begegnet mir immer wieder das Wort „Eskapismus“, dessen Bedeutung ich recherchieren musste: Die Flucht vor den Unannehmlichkeiten der Realität in Illusionen und Vergnügungen. Auch ohne Kenntnis des Wortes beherrsche ich das Prinzip schon lange recht gut, denke ich.

Mittwoch: Da es morgens und abends trocken war, holte ich den gestern wetterbedingt versäumten Fußweg ins Werk und zurück nach. Vormittags zog ein Schneegestöber auf, nachmittags noch eins, dazwischen war ab und zu auch kurz die Sonne zu sehen. Im Büro war reichlich zu tun, mit Unterbrechungen durch zahlreiche Besprechungen. Mittags gab es Graupeneintopf mit einer Mettwurst, köstlich. Zum Feierabend war noch Arbeit übrig. Die kann und muss warten bis Freitag, morgen habe ich frei.

Morgens

Auch dem Rückweg durch die Kälte, die sich kälter anfühlte als das Thermometer am UN-Campus anzeigte, wäre ich einem Glühgetränk am Rheinpavillon zugeneigt gewesen, leider ist die Bude noch nicht aufgebaut. Dennoch war die Terrasse von Lichterketten illuminiert, an der Außentheke stand eine Gruppe und trank aus Pappbechern. Augenscheinlich eine Gesellschaft, deshalb verwarf ich die Idee, mich dazu zu gesellen.

Knüller des Tages: Herr Levin hat von mir geträumt und darüber geschrieben. Meines Wissens sind wir uns noch niemals begegnet; es tut mir leid, wenn ich ihn dennoch in seinen Träumen belästigte. Jedenfalls fühle ich mich sehr geehrt und erleichtert, dass es offenbar kein Alptraum war.

Donnerstag: Heute hat Namenstag, wer Amalberg im Ausweis stehen hat, steht in der Zeitung. Das denken die sich doch aus, oder?

Trotz Inseltag stand ich zur gewohnten Werktageszeit auf, da ich mit meiner Mutter in Bielefeld verabredet war. Als Verkehrsmittel wählte ich den Bahn-Nahverkehr. Der Zug auf der ersten Etappe von Bonn nach Köln war fast leer. Das ist wenig verwunderlich, da in der Viertelstunde vor meiner Abfahrt drei weitere Züge dieselbe Strecke fuhren: die verspätete RB 26, die RB 48 und der RE 5. Warum mit meinem Zug wenige Minuten später eine weitere RB 48 auf die Reise geschickt wird, weiß ich nicht. Es ist mir ja recht, einen ganzen Zug fast nur für mich zu haben, aber vielleicht könnte man die Mittel für andere Fahrten sinnvoller ausgeben. Wahrscheinlich fehlt mir da der Überblick, um das beurteilen zu können. In Köln zeigte sich der Triebfahrzeugführer per Durchsage erfreut und überrascht über die pünktliche Ankunft, oft scheint das nicht vorzukommen.

Während der zweiten Etappe bis Bielefeld zeigte die Bahn wieder die gewohnte und erwartete Betriebsqualität mit Umleitung, Warten wegen belegter Bahnhofsgleise und Baustellen, immerhin ohne Stellwerksstörung und Verzögerungen im Betriebsablauf. Während der Fahrt wünschte der Zugbegleiter neben meinem Ticket auch einen, so wörtlich, Lichtbildausweis zu sehen, ein schönes Wort aus einer vergangenen Epoche. Mit achtzehn Minuten Verspätung erreichten wir das Ziel, damit war ich zufrieden.

Ein Hauch von Winter in Neuss

Während der weiteren Fahrt zur Mutter sah ich in der Straßenbahn schräg gegenüber ein Mädel, das an einer Spargelstange knabberte, jedenfalls sah es nach einer solchen aus, vielleicht war es auch ein anderes Gemüse. Dabei zog sie mit den Zähnen jede Faser einzeln ab. In besonders billigen Erotikfilmchen sieht man manchmal, wie zweifelhafte Damen sich lasziv oral an einer Banane zu schaffen machen, auf dass die Hormone der Hetero-Herren brodeln. Die heute beobachtete Spargelszene wäre indessen geeignet gewesen, jegliche Lust auszutreiben.

Ein Plakat bewirbt ein Mittel zur „Augenbefeuchtung der Profis“, darauf einige junge Männer abgebildet, mutmaßlich Fußballprofis, ich kenne mich da nicht aus. Profis bevorzugen zur Befeuchtung der Augen also ein Drogerieprodukt. Amateure schauen sich dafür Wahlergebnisse an.

Auch die Rückfahrt verlief zufriedenstellend. Trotz Bundespolizeieinsatz im Zug und mehreren kleinen Verzögerungen, die vom Zugpersonal immerhin detailliert erklärt wurden, war ich zur vorgesehenen Zeit wieder zu Hause .

Freitag: Morgens hatte ich eine Voicemail-Nachricht auf meinem geschäftlichen iPhone. Beim Abhören stellte sich heraus, der Anrufer hatte nicht bemerkt, dass er mit dem digitalen Tonband sprach, vielmehr wähnte er mich selbst in der Leitung: „Hallo Carsten … hörst du mich? … Hallo?“ Ich wurde stutzig, da das bereits der dritte Gesprächsteilnehmer innerhalb der letzten Tage war, dem solches widerfuhr. Um der Sache auf den Grund zu gehen, rief ich mich selbst an, und siehe beziehungsweise höre da, der Grund war bald ermittelt: Nach mehrmaligem Tuten ein kurzes Rauschen, dann hörte ich meinen von mir selbst irgendwann eingesprochenen Namen, mehr nicht. Bislang war die Namensnennung eingebunden in die automatische Ansage einer virtuellen Dame: „Hallo, hier ist die Mobilbox von [kurze Pause, dann von mir selbst gesprochen:] Carsten Kubicki [kurze Pause, wieder die Dame:] Bitte hinterlassen Sie nach dem Signalton …“ und so weiter. Bei der Voicemail-Einstellung fand ich dann unter „Begrüßung“ eine Auswahl „Standard“ und „Eigene“, die man sich dort direkt anhören kann, das Häkchen war bei „Eigene“ gesetzt. Dort kam jetzt nur noch der Name ohne den ihn umkleidenden oben zitierten Text. Unter Standard hingegen die nervig-debile Siri-Stimme, den Anrufer duzend und mit neuem Text auf die Weiterleitung hinweisend. Offenbar hat es da in jüngerer Zeit eine Änderung gegeben, von der ich nichts mitbekommen habe, weil ich mal wieder zu bequem war, mir nach einer neuen Version die ganzen Informationseinblendungen durchzulesen. Kurz war ich versucht, die Einstellung so zu belassen und mich weiterhin am irritierten Gestammel der Anrufer zu erfreuen, setzte das Häkchen dann doch auf Standard. Sollen sie sich doch das dämliche Fräulein Siri anhören.

Büroblick morgens

Beim Kiezschreiber las ich übrigens für das zwang- und dauerhafte aufs Datengerät Schauen den schönen Begriff „Handy-Hypnose“. Gefällt mir, muss ich mir merken.

Nach dem Mittagessen umtoste heftiges Schneegestöber den Turm, wodurch Vorfreude auf den heute beginnenden Weihnachtsmarkt aufkam, auch wenn das eine mit dem anderen nichts unmittelbar zu tun hat.

Abends leisteten wir unseren Beitrag zur gelungenen Weihnachtsmarkt-Eröffnung, wo wir durch unsere Kopfdeckungen gewisse Aufmerksamkeit erregten.

Foto: Christine B. (unten rechts)

Samstag: Aus der Tageszeitung: „Denn aktuell ist Brutsaison für die Trichternetzspinne, dessen männliches Exemplar die giftigste Spinne der Welt ist.“ Mittlerweile mein Lieblingsfehler.

Tagsüber hatte ich Gelegenheit, an einem Seminar teilzunehmen zur Verbesserung des Vortrags bei Lesungen. Ob es was gebracht hat, können Sie beurteilen am kommenden Mittwoch auf der Lesebühne im Limes* und am 5. Dezember hier:

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*Lesebühne im Limes am Mittwoch, 27. November ab 19:30 Uhr, Theaterstr. 2, Bonn

Apropos Bühne: Abends hatten wir einen Auftritt mit der Karnevalsgesellschaft in Wachtberg-Niederbachem. Der Liebste und ich kamen etwas spät von zu Hause los, hinzu kam dichter Straßenverkehr in der Bonner Innenstadt: Um halb sechs sollten wir uns treffen, um sechs unser Auftritt sein. Laut Frau Navi würden wir erst um kurz vor sechs ankommen. Mich macht so etwas immer sehr nervös, ich trage ein ausgeprägtes Pünktlichkeitsgen in mir, das manchmal etwas anstrengend ist. Zur angegebenen Zeit kamen wir an, hektisch holte ich die Trommel aus dem Kofferraum, setzte den Dreispitzhut auf und eilte zum Veranstaltungsort. Siehe da: Die grün-weiß Uniformierten standen ganz entspannt vor der Theke, vor uns trat noch eine andere Tanzgruppe auf, wir frühestens um halb sieben. Meine innere Hektik war umsonst gewesen. Mal wieder, muss ich ergänzen: Nur selten habe ich erlebt, dass ein Auftritt pünktlich begann. Da ist noch etwas an mir zu arbeiten.

Sonntag: Auch heute besuchte ich eine Modelleisenbahnbörse, und zwar in Bonn-Duisdorf. Meine Erwartung, dort nichts Erstehenswertes zu finden, wurde erfüllt, das ist überhaupt nicht schlimm. Hauptzweck des Ausflugs war ohnehin, nach Hinfahrt mit der Bahn, der Spaziergang zurück durch das Messdorfer Feld und über mir bislang unbekannte Wege der Weststadt.

Wie angekündigt hat es sich deutlich erwärmt von gestern noch knapp über null auf heute nicht weit unter zwanzig Grad, dazu stärkerer Wind, der Blätter fliegen und Fahnenmasten sirren lässt. Einige gehen schon wieder in kurzen Hosen vor die Tür, vor den Gaststätten sitzt man draußen. Im Messdorfer Feld lassen Eltern mit den Kindern Drachen steigen, festgehalten per Smartphone-Kamera für das digitale Familienarchiv.

Mein Rückweg führte vorbei an der Müllverbrennungsanlage und dem Heizkraftwerk, in unmittelbarer Nähe auch das örtliche Freudenhaus mit viel Rot an der Fassade. An der nächsten Straßenecke sprach mich eine junge Dame mit eindeutigen Geschlechts Geschäftsabsichten an. Ich verzichtete auf die Abgabe eines Angebotes und ging weiter meines Weges.

Es schadet nie, wenn auch Offensichtliches erklärt wird
Messdorfer Feld
Heizkraftwerk

Unterdessen war der Liebste in der Fußgängerzone und berichtete von zahlreichen Menschen, die sich enttäuscht bis empört darüber zeigten, dass der Weihnachtsmarkt am heutigen Totensonntag geschlossen ist. Nun ja: Der Markt ist geschlossen mit Rücksicht auf die religiösen Gefühle der Christen, dagegen ist grundsätzlich nichts einzuwenden. Wenn man aber bedenkt, warum es überhaupt Weihnachten gibt, ist dann nicht so ein Weihnachtsmarkt mit Glühwein, Karussells, Krams- und Fressbuden überhaupt die größte denkbare Blasphemie? Nur der Gedanke eines Agnostikers, den es nicht weiter berührt.

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Kommen Sie gut durch die Woche und den Restnovember. Wenn Sie mögen, genießen Sie den Glühwein oder was Sie bevorzugen.