Woche 39/2026: Menschen in für bayrisch gehaltener (Ver-)Kleidung

Montag: Die Erfahrung lehrt, mit zunehmendem Alter fällt es immer schwerer, ein durchgefeiertes Wochenende zu verkraften, der Montag stellt die Quittung aus in Form tiefer Müdigkeit. Wie vergangene Woche berichtet, war ich seit dem Donnerstag mehr oder weniger gut am Glas, die Nächte kurz, dementsprechend die Erwartung an den heutigen Tag. Doch nichts davon, auch am frühen Nachmittag blieb die Müdigkeit im erträglichen Rahmen. Manchmal ist es überraschend.

Aufgelockert wurde der Arbeitstag vormittags durch eine Brandschutzübung, die sich durch selbsttätiges Zufallen der Flurtüren ankündigte, wenig später ging das Alarmgetöse los. Bei diesen Gelegenheiten wächst mir als eingewiesenem Brandschutzhelfer eine gewisse Autorität zu, sobald die grellorange Warnweste angelegt ist. Dann bin ich befugt, alle Anwesenden ungeachtet ihrer Stellung und Position aus den Büros zu treiben. Doch gab es nichts zu treiben, die wenigen, die heute überhaupt anwesend waren, verließen das Gebäude unaufgefordert.

Dienstag: „TICKETS HIER ERHÄLTLICH!“ schreit am Rheinufer den Flaneur das Plakat an einem Büdchen der Bonner Fähr- und Fahrgastschifffahrt entgegen. Wozu das Ausrufezeichen? Gilt heute nur noch das geschriene Wort?

Wenige Meter weiter mahnen Aufkleber an Lampenmasten: „Jemand liebt dich. Geh vorsichtig.“ Erst bei genauerem Hinsehen war zu erkennen, dass das Jesusreklame einer christlichen Initiative ist. Als überzeugter Skeptiker gegenüber Religionen aller Glaubensrichtungen beschleunigte ich meine Schritte wieder etwas, zumal der Beworbene, wenn es ihn gibt, auch bei unvorsichtigem Schritt vor Unheil bewahren sollte. Wobei ich den Spruch jenseits religiöser Zusammenhänge durchaus sympathisch finde. Etwas weiter ein weiterer Aufkleber, mit unklarer Aussage: „Anti Colonia“. Vielleicht von einer Düsseldorfer Bewegung angebracht.

Auf den Bürofluren herrschte gestern und heute angenehme Ruhe, weil alle, die wichtig sind, sich dafür halten oder dafür gehalten werden, auf einer Tagung weilten.

Mittags traf ich mich zum Essen mit einem lieben Kollegen, danach gingen wir ein wenig durch den Park. Dort trafen wir auf ein seltsames Insekt, das das allwissende Netz als Schwarzen Moderkäfer in Abwehrhaltung identifiziert.

Schwarzer Moderkäfer

Wie immer mit diesem Kollegen kamen wir auf das Thema Ende der Menschheit zu sprechen, wobei wir uns einig sind, dass der Mensch schon sehr weit fortgeschritten ist in seinen Bemühungen zur baldigen Auslöschung der Spezies. Die Frage ist nur noch, wann und wie. Im Falle eines Atomkriegs hoffe ich auf so viel Vorlauf, dass die Zeit reicht, um aus dem Keller die besten Weine zu holen und im Beisein meiner Lieben mit dem Glas in der Hand in angenehmem Rausch das Ende abzuwarten.

Apropos Rausch und Auslöschung: Überdurchschnittlich viele Blogs, die ich regelmäßig lese, kommen aus München. Unter den Bloggerinnen (fast alle sind Frauen beziehungsweise weiblich gelesene Personen) herrscht große Übereinstimmung bezüglich der Lästigkeit des derzeit tobenden Oktoberfestes, treffend auch als Intersuff bezeichnet. Gleichsam aus solidarischen Gründen suchte ich auf dem Fußweg von der Arbeit das Bayrische Wirtshaus in der Innenstadt auf und ließ ein Oktoberfestbier kommen.

Mittwoch: Anknüpfend an das Endzeitgespräch mit dem Kollegen gestern Mittag denkt der amerikanische Präsident entgegen aller Warnungen gar nicht daran, die Weiterentwicklung der Künstlichen Intelligenz zu bremsen, berichtet die Zeitung. Zudem wünscht er, künftig nicht mehr von Künstlicher, sondern „Superintelligenz“ zu sprechen. Wir sind verloren. Einziger Trost: Korkenzieher funktionieren rein mechanisch.

Donnerstag: Morgens begegnete mir in der Innenstadt ein Mann unter aufgespanntem Regenschirm, obwohl es weder regnete, noch zuvor geregnet hatte oder regnen sollte. Auch die im vergangenen Sommer besonders häufig zu beobachtende Gewohnheit, zum Schutz gegen die Sonnenglut einen Schirm aufzuspannen, schied als plausible Erklärung aus, da diese sich noch hinter Wolken über Beuel verbarg. Vielleicht befürchtete er, der Himmel falle ihm auf den Kopf, man weiß ja nie, was in den Leuten so vorgeht.

„99 – Nicht einsteigen“ lautete die Zielbezeichnung eines Linienbusses, darin zahlreiche Fahrgäste. Vielleicht Analphabeten.

Am Rheinufer staunte ich über einen Radfahrer, der während der Fahrt den Rucksack abnahm, darin kramte und ihn anschließend wieder – ja was eigentlich: anlegte? umschnallte? auf rheinisch: anzog – jedenfalls hing er am Ende wieder rucksackgemäß an seinem Rücken. Für jemanden wie mich, der nicht freihändig fahren kann, jedes Mal wieder eine bemerkenswerte Leistung.

Nach Ankunft am Turm hörte ich einen das Wort „Qualitätsarschloch“ in sein Telefon sprechen, vielleicht hatte ich mich auch verhört, wüsste allerdings nicht, was er stattdessen gesagt haben könnte. Jedenfalls ein Wort mit mannigfachen Deutungsmöglichkeiten.

Auf dem Rückweg genehmigte ich mir am Rheinpavillon ein Feierabendbier, auch wenn es zweifellos unvernünftig ist, ständig Bier zu trinken. Doch ist anzunehmen, dass der untere Trinkbereich direkt am Fluss bald wieder saisonal geschlossen wird, und wer weiß, wie lange wir überhaupt noch Bier trinken können, siehe oben.

Wolken über Beuel
Feierabend

Freitag: Manchmal kommen ohne äußeren Anlass Gedanken, zum Beispiel dieser: Das Wort „Demokratien“ könnte man analog zu Kroatien auch „Demokrazien“ aussprechen und hätte damit einen schönen Namen für ein Land, falls mal ein neues gegründet werden sollte.

Ansonsten, da sich heute in meiner persönlichen Hör- und Sichtweite nichts berichtenswertes ereignet hat, einige Wörter, die ebenfalls im Laufe der Zeit spontanen Gedanken entsprungen sind und zur späteren Verwendung notiert, indes nie verwendet wurden: Dreierlikör, Videoschelte, Urinanreicherung, Bandscheibenvorteil, Antipastis. Gelegentlich mehr davon.

Samstag: Der Rheinpegel hat ein weiteres Rekordtief erreicht, also noch niedriger als im Sommer, und daran soll sich in absehbarer Zeit nichts ändern. Dennoch fahren weiterhin Schiffe, wenn auch weniger als sonst und mit geringer Ladung. Während des an die Altglas- und Leergutentsorgung anschließenden Spaziergangs sah ich einen Schubverband mit Containern, der sich nicht viel schneller als Schrittgeschwindigkeit rheinaufwärts bewegte, als fürchtete der Schiffsführer, jeden Moment aufzusetzen. Vom Heck aus waren immer wieder kratzende Geräusche zu vernehmen, als hätte die Schiffsschraube Bodenberührung gehabt. Hier ist der Mensch machtlos, trotz technischem Fortschritt, Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz. Den Rhein kann nur ausgiebiger Regen im Süden füllen, und der ist nicht in Sicht.

Niedrigwasser
Vielleicht wären sie doch besser zur Schule gegangen und hätten Groß-/Kleinschreibung gelernt

Abends besuchten wir das Oktoberfest der Karnevalsgesellschaft, man muss dazu nicht nach München reisen. Auch hier zahlreiche Menschen in für bayrisch gehaltener (Ver-)Kleidung. Musikalisch begleitet wurde der Abend von der Tiroler Band „Wildbach“, die nicht nur sehr ausdauernd spielte, sie war auch richtig gut, mit einem sehr breiten musikalischen Repertoire. Dennoch war ich froh, als ich später im Bett lag; mein Bedarf an Geräusch, Menschen und Hellbier war gründlich gedeckt. Vermutlich spielte Wildbach da immer noch.

Sonntag: Nach Tagen, an denen morgens auf dem Fahrrad Handschuhe angebracht waren, ist der Sommer noch einmal zurückgekehrt mit Sonnenschein, blauem Himmel und Temperaturen deutlich über zwanzig Grad. Der übliche Spaziergang am Nachmittag führe an der Hofgartenwiese vorbei, wo sich zahlreiche Menschen in unterschiedlichen Entkleidungsstadien tummelten. Ich setzte mich auf eine freie Bank und schaute dem Treiben zu, vor mir spielten einige junge Männer Fußball. Bald geschah Unerwünschtes: Der Fußball rollte direkt auf mich zu, unter der Bank hindurch, kurz dahinter blieb er im Herbstlaub liegen, die Blicke der Fußballer gingen in meine Richtung. Ich hätte es ignorieren können, jedoch eine innere Macht, die nicht meinem Einfluss unterliegt, entschied, meine tiefe Fußballabneigung vorübergehend zu überwinden, mich von der Bank zu erheben und den Ball in Richtung der Jungs zu treten. Erster Gedanke, als ich wieder bei klarem Verstand war: Hoffentlich filmt das niemand. Es ging jedoch gut, ich traf den Ball, was keineswegs selbstverständlich ist, und er rollte in die gewünschte Richtung, man bedankte sich. Sicherheitshalber wechselte ich anschließend die Bank.

Hofgarten

„Moment der Wahrheit: Wenn dein Körper komische Geräusche macht. Zeit für Altersvorsorge.“ So wirbt eine Versicherung in der Südstadt. Verstehe ich nicht: Spätestens sobald ein Mensch das Sprechen erlernt hat, beginnt sein Körper, komische Geräusche zu machen.

Die Innenstadt ist wegen des Bonnfestes an diesem Wochenende voller langsam gehender Menschen, die Außengastronomien sind gut belegt, dazu an mehreren Stellen laute Leifmusik. Da sich mein Verlangen danach weiterhin in Grenzen hielt, sah ich entgegen sonstiger Gewohnheit und ungewohnter Vernunft folgend davon ab, mich auf ein Getränk niederzulassen. Stattdessen begab ich mich nach Hause auf den Balkon, wo dieser Wochenrückblick vollendet wurde.

Zum Schluss Werbung: Am Sonntag, 18. Oktober darf ich mit drei anderen Schreibern wieder was vorlesen, darauf freue ich mich sehr. Falls Sie in der Nähe sind und nichts besseres zu tun haben, kommen Sie gerne dazu. Weiteres dazu hier.

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Vielen Dank für die Aufmerksamkeit, kommen Sie gut durch die Woche.

17:00

Woche 13/2026: Gefangen in Besprechungsketten

Montag: Der erste Arbeitstag nach fast zwei Wochen Unterbrechung gelang einigermaßen zufriedenstellend, auch wenn ich aufgrund schon wieder viel zu vieler Besprechungen kaum dazu kam, Liegengebliebenes abzuarbeiten. Als hätten sie nur auf meine Rückkehr gewartet, um mich mit unnötigem Gequatsche zu drangsalieren. Zum Gelingen trug auch ein frühes Arbeitsende bei, weil nachmittags eine ärztliche Nachschau des operierten Ellenbogens anstand. Die Heilung schreitet in erfreulicher Weise voran.

Erfreulich auch der private Posteingang: ein Brief aus Duisburg und ein Paket aus München, letzteres zunächst nur in Form einer roten Benachrichtigung im Briefkasten. Das hole ich dann morgen auf dem Heimweg ab, so bleibt noch etwas Vorfreude. – In abgehender Richtung schrieb ich abends einen Brief nach Greven, der morgen auf die Reise geht.

Dienstag: Gegen halb sechs wachte ich morgens aus bizarren Träumen, deren Inhalt ich mangels Erinnerung nicht wiedergeben kann, auf und mein Körper oder Geist oder wer auch immer beschloss, genug geschlafen zu haben und also bis zum Wecker eine Dreiviertelstunde später wach zu liegen.

Auf dem Fußweg ins Werk blies mir kalter Wind entgegen, der Handschuhe angebracht erscheinen ließ, die ich nicht dabei hatte und deren linker mir am weiterhin bis über den Handrücken geschienten Arm im Übrigen nichts genützt hätte. Man macht was mit. Am Rheinufer wurden von einem Wagen mit Hubbühne aus, der auf der Radspur platziert worden war, die Bäume geschnitten. Das veranlasste die Radfahrer, sich entweder über den verbliebenen schmalen Streifen zwischen Hubbühne und Wegesrand zu quetschen oder vorübergehend auf den Fußweg zu wechseln. Dabei kam es nur wenigen von ihnen in den Sinn, die Geschwindigkeit zu reduzieren. Da mir keiner zu nahe kam, sah ich ab von Beschimpfungen. Die Baumschneider auf der Bühne interessierte es nicht, während des Stutzens hörten sie lautstark das Karnevalsmaus-Lied, das sich anschließend in meinem Kopf bis in den Nachmittag hinein als Ohrwurm hielt, auch als Hirnmutante „Ich bin der Karnevalsklaus“.

Auch heute schaffte ich nur wenig weg im Büro, weil ich wieder in einer durchgehenden Besprechungskette gefangen war, und morgen wird es voraussichtlich nicht besser. Ich sollte Besprechungsanfragen öfter mal ablehnen, so geht es nicht weiter. Vorsorglich habe ich für kommende Woche im Outlook-Kalender mehrere Lücken mit Eigenterminen geblockt.

Als ich abends das Paket im Laden abholen wollte, ließ man sich meinen Ausweis geben und glich meinen Namen mehrfach mit mehreren handgeschriebenen Listen ab. Leider ohne Erfolg. Somit hält die Vorfreude noch etwas länger an.

Mittwoch: Wegen einer geschäftbereichsinternen Veranstaltung („Townhall Meeting“) kam ich nicht nur wie erwartet zu nichts, auch waren deswegen heute besonders viele Kollegen anwesend, weshalb ich wiederum besonders oft die Frage nach dem verbundenen Arm beantwortet habe. Ich weiß, die Frage ist jeweils freundlich gemeint, dennoch bin ich nicht zuletzt auch deshalb froh, wenn ich die Schiene endlich los bin. Voraussicht- und hoffentlich morgen Nachmittag.

Eine andere Vorfreude, nämlich die auf das Paket aus München erfüllte sich leider nicht. Als ich den Code auf der Benachrichtigung nochmals scannte, teilte mir DPD mit, die Sendung konnte leider nicht zugestellt werden, deshalb würde sie nun an den Versender zurück gesandt. Scheißverein würde das Känguru sagen. Ich nenne es: eine äußerst liederliche Leistung.

Dafür kam der Brief, den ich gestern abgeschickt hatte, bereits heute in Greven an, wie mir die Empfängerin per Mail mitteilte. Auf die Post ist Verlass.

Donnerstag: Die Rheinpromenade in Richtung Süden ist gesäumt von Linden, deren junge Triebe zurzeit beschnitten werden, siehe Eintrag vom Dienstag. Warum man das gerade jetzt macht, wo die Zweige erste Blattknospen hervorbringen, wird seine botanischen Gründe haben. Einer der hunderten von Bäumen stach hervor durch eine im Gegensatz zu seinen Artgenossen deutlich fortgeschrittene Begrünung. Damit erinnerte er mich an meinen früheren Mitschüler Oliver S., der bereits in der Mittelstufe eine beachtliche Körperbehaarung aufwies, die beim Umziehen vor und nach den Schwimmstunden beeindruckte, während wir anderen Jungs noch überwiegend kindlich kahl waren.

Weg ins Werk

Während einer Besprechung erwischte ich mich dabei, zum Ausdruck von Zustimmung „absolut“ zu sagen. Das ist dringend zu vermeiden und darf keinesfalls zur Gewohnheit werden. Immerhin gut, dass ich es selbst gemerkt habe. Andere sagen zum Ende einer Besprechung gerne „super“, „perfekt“ und ähnliche Gefallensbekundungen, auch wenn das Besprechungsergebnis dazu keinen Anlass bietet. Ich sage maximal „Tschüs“ und freue mich ansonsten still, dass es vorüber ist.

Vormittag zogen aus Nordwesten dunkle Wolken auf, aus denen es schneite. Der April ist nicht mehr fern.

Der Arbeitstag endete zeitig, weil nachmittags die Fäden der Operationswunde gezogen wurden, auch die lästige Gipsschiene durfte ich in der Praxis zurücklassen. Da ist super und perfekt durchaus angebracht.

In der Bonner Inneren Nordstadt blühen bald wieder die berühmten Zierkirschen, die instagramaffine Menschenmassen aus aller Welt anlocken. Bei southpark las ich das Wort „Verdachtskirsche“ und freute mich darüber angemessen.

Freitag: Zahlreiche Kollegen wünschten schon heute frohe Ostern und verabschiedeten sich in den Urlaub ab nächster Woche. Es sei ihnen gegönnt; wer urlaubt, nervt nicht mit Besprechungsanfragen.

Was schön war: Morgens ohne fremde Hilfe geduscht. Mit dem Fahrrad zum Büro und zurück gefahren, wegen der Kälte mit Handschuhen. Nach jedem Toilettengang die Hände gründlich gewaschen. Mittags in der Kantine Matjesfilet mit Messer und Gabel und ohne gesprächige Mitesser gegessen. Es bedurfte der zweiwöchigen Stilllegung eines Armes, um mich danach an solchen Alltäglichkeiten zu erfreuen. – Damit soll zu diesem Thema auch genug geschrieben sein.

Samstag: Den heutigen laut kleiner kalender Etwas-am-Stiel-Tag verbrachte ich weitgehend stiellos zunächst auf dem Sofa, dann mit Samstäglichkeiten ohne besonderen Erwähnenswert.

Sonntag: Wegen der Umstellung auf die Sommerzeit (seit wie vielen Jahren will die EU die abschaffen? – Egal) frühstückten wir erst mittags, dafür draußen vor dem französischen Café. Das war zwar etwas kühl, dafür mit Leutekucken recht unterhaltsam. Unter anderem trug ein Vorbeigehender in einer kleinen Gruppe junger Männer einen Zylinderhut aus Kuhfell oder Kuhfellimitat, weiß-schwarz gefleckt. Warum auch nicht, jeder, wie er mag. Der Geliebte über eine andere Person: „Bei dem passt nichts zusammen. Wenn der liebe Gott den geschaffen hat, müsste man ihm den um die Ohren hauen.“

Direkt im Anschluss unternahm ich den Sonntagsspaziergang an den Rhein und durch die Südstadt. Eine der ewigen Bonner Baustellen, die Neugestaltung des Rheinufers unterhalb der Innenstadt, zeigt – jedenfalls mir – weiterhin nur geringes Vorankommen, weiterhin knubbeln sich Fußgänger und Radfahrer auf einem gemeinsamen schmalen Pfad, gerade an Tagen wie heute. Warum dauert das so lange? Auf ein Spaziergangsgetränk verzichtete ich: Draußen war es entweder (im Schatten) zu kühl oder (in der Sonne) zu voll, nach Drinnenbier war mir nicht der Sinn. Muss auch nicht, das Wochenende war wieder alkoholisch genug.

Mauerblümchen und Moos in der Südstadt

Die Fliegenden Bretter über den nun wohl doch nicht geretteten Wal in der Lübecker Bucht:

Derweil sich halb Deutschland einen Kopf macht um das arme Tier, rollen Tag für Tag 3,6 Millionen Tiere in Tiertransporten durch eben jenes Deutschland, um dann als Produkte in Bedien- und SB-Theken zu landen. Nun bin ich bekanntlich weder Vegetarier noch Veganer, aber bin ich der einzige, dem das ein kleines Bisschen befremdlich dünkt?

Nein, ist er nicht.

Wie die Freundin aus München mitteilte, hat sie einen erneuten Versand des Paketes veranlasst. Auch dieses Mal mit DPD, der Versender ließ sich nicht davon abbringen. Vielleicht schaffen sie es dieses Mal. Andere können es ja auch.

***

Vielen Dank für die Aufmerksamkeit, kommen Sie gut durch die Woche und in den April. Wenn Sie welchen haben, wünsche ich einen schönen Urlaub. Wenn Sie wie ich arbeiten dürfen: Auch diese Woche endet, für mich dank Leifsteil-Teilzeit und anschließenden Osterfeiertagen bereits am Mittwoch. Das ist ja nun auch nicht schlecht.

19:00