Werbung: BUBE, DAME, KÖNIG, JAZZ

Bekanntlich leihe ich meine liebliche Stimme mit großer Begeisterung den Kölner SPITZbuben. Damit sich die Strapazen mittwöchlicher Chorproben auch lohnen, gibts mal wieder was auf die Ohren für alle zu einem geradezu lächerlich günstigen Preis. Weitere Einzelheiten zu Terminen, Ort und Programm unten. Kommet zuhauf!

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Herzliche Grüße von den Kölner SPITZbuben!

Zum 10-jährigen Bestehen präsentieren die Kölner SPITZbuben unter der Leitung ihrer Dame Susanne Bellinghausen den König Jazz. Ob Swing, Chicago, Latin oder Fusion, kaum eine andere Musikrichtung bietet eine solche Vielfalt an Stilen und Formen, denen fast keine Grenzen gesetzt sind. Mit beschwingten Beats und coolen Grooves wandeln die Kölner Sänger etwa auf der „Green Dolphin Street“ bis zur „Tuxedo Junction“, um dort „The Autumn Leaves“ zu genießen. Wem das zu „Misty“ wird, kann auch den „April in Paris“ verbringen oder sich gleich nach „New York, New York“ aufmachen.

Cologne’s Finest Jazz-Trio begleitet die Buben nicht nur mit reichlich Blue Notes und abgründigen Bässen, sondern lässt seinem Drang nach Jazzimprovisationen freien Lauf. Rhythmisches Kopfnicken, kontrolliertes Schulterzucken und lässiges Fingerschnippen im Takt sind ausdrücklich erwünscht!

jazz

Wann:
Samstag, 27. September 2014, 20:00 Uhr
Sonntag, 28. September 2014, 17:00 Uhr

Wo:
Belgisches Haus
Cäcilienstraße 46, 50667 Köln

Ticketbestellung:
telefonisch unter 0221 / 16 930-436
per Email an vorverkauf@koelner-spitzbuben.de
Kartenpreis: 15 € + ggf. 0,70 € Versand

http://www.facebook.com/koelnerspitzbuben

Den Vogel abgeschossen

Wieder hat der Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften (BHDS) das Fingerspitzengefühl einer mittelgroßen Abbruchbirne bewiesen. Dieses Mal traf es Mithat Gedik, der, obwohl er beim Schützenfest in Werl-Sönnern den Vogel abschoss, aufgrund seines muslimischen Glaubens nicht Schützenkönig werden darf. Streng genommen hätte er als Muslim nicht einmal Mitglied in dem Verein werden dürfen, so der BHDS.

Bereits im März 2012 offenbarte der BHDS seine – freundlich ausgedrückt, da man mit Vergleichen aus dem fäkalfarbenen Spektrum schnell aneckt – mittelalterliche Gesinnung, als er dem schwulen Schützenkönig Dirk Winter aus Münster untersagte, öffentlich mit seinem langjährigen Lebenspartner aufzutreten. Nun gut, immerhin durfte der noch Schützenkönig bleiben, womöglich glaubt er diesen Kreuzkram.

Die jüngste Entscheidung der Schützenschützer zieht inzwischen weitere Kreise. Wie aus Rom verlautbart, erwägt Papst Franziskus, den BHDS und alle ihm angeschlossenen Schützenbruderschaften „wegen nicht mehr zeitgemäßer, diskriminierender und Gottes Schöpfung verachtender Weltanschauung“ aus der katholischen Kirche zu exkommunizieren, wodurch er Lob und Anerkennung aus aller Welt erfährt. Selbst der Europäische Verband bekennender Atheisten und Agnostiker (EVAA) zeige sich beeindruckt: „Respekt, so langsam kommt die katholische Kirche anscheinend im 21. Jahrhundert an“, so ein Sprecher.

Bereits Ende Juni erregte Franziskus Aufsehen, als er während einer Messe im italienischen Cassano allo Ionio kurzerhand alle Mafiaorganisationen aus seiner Kirche ausschloss: „Diejenigen, die den falschen Weg wählen, wie auch die Mafiosi, sind nicht in der Gemeinschaft mit Gott. Sie sind exkommuniziert.“ Ähnliche Worte soll Franziskus für den BHDS gefunden haben, wobei auch hier der hemmungslose Gebrauch von Schusswaffen eine wesentliche Rolle spielte.

Auch in Bayern ist man alarmiert: Wie gewöhnlich gut unterrichtete CSU-Kreise berichten, hat Horst Seehofer inzwischen alle Parteimitglieder zur Zurückhaltung in Bezug auf minderheiten- und ausländersensible Themen angehalten. Selbst die PKW-Maut soll auf der Kippe stehen. Über die FDP redet indes schon lange niemand mehr.

Nicht ganz dicht

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Offenbar wird dieses Blog ab und zu tatsächlich gelesen, mir wurde aus verlässlicher Quelle gar von Leser C berichtet, der es vom ersten Eintrag an nachgelesen hat, er mag seine Gründe haben. Ihm gelten mein Dank, Anerkennung und Mitgefühl. C bemängelte – zu recht – den letzten Eintrag vom 22. Juli: er sei für außenstehende nicht verständlich. Das ist verständlich, auch ich habe während der mich zu jenem Eintrag inspiriert habenden Präsentation nicht alles verstanden.

 

Darum heute, lieber C, wieder ein etwas längerer und hoffentlich nachvollziehbarer Aufsatz, zu welchem mich die Zeitungslektüre animierte. Ich wünsche viel Vergnügen, bleiben Sie mir als treuer Leser gewogen!

 

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Der Hauptbahnhof zu Bonn ist alt, wie die meisten Bahnhöfe, darum ist er nicht mehr ganz dicht. So standen dort kürzlich Bonner Bürger auf dem Bahnsteig und warteten – in Bahnhöfen, egal ob alt oder neu, ob Bonn oder Barlingerode nicht unüblich – auf ihren Zug; vielleicht hielten sie sich auch zum Zwecke des Erwerbs einer Obdachlosenzeitung dort auf, glaube ich allerdings nicht, noch niemals sah man jemanden eine Obdachlosenzeitung kaufen, vermutlich sind die unverkäuflich, wie die langstieligen roten Rosen, die an Wochenenden von Personen zumeist dunkleren Teints in diversen Gaststätten feilgeboten werden. Während die Bürger also warteten, auf was auch immer, fiel Regen auf die historische Bahnhofshalle. Also begab es sich, dass die Fluten undichte Stellen im alten Hallendach fanden und sich alsbald auf die Wartenden ergossen. 

 

Frage: Was würden Sie in dieser Situation tun? Hier einige Vorschläge: Einen Meter zur Seite gehen. Den Regenschirm aufspannen. „I’m singing in the rain“ singen oder „It’s raining men, halleluja“. Das beliebte Schnellrestaurant an Gleis 1 aufsuchen. Eine Ode an das Wasser komponieren. Empört einen Leserbrief an den General-Anzeiger vorformulieren. Oder nass werden und den Bundestagsabgeordneten einschalten. Für letztere Möglichkeit entschieden sich die oben erwähnten Bonner Bürger.

 

Der Bundestagsabgeordnete zeigte sich verärgert. Zunächst wohl, weil er wegen so etwas behelligt wurde. Dann fiel ihm jedoch ein, dass er gerne wiedergewählt werden möchte, und so wandte er sich an die Bahn und erfuhr, dass die marode Überdachung ob erheblicher Korrosionsschäden erst im kommenden Jahr erneuert wird. Folgerichtig empörte er sich öffentlich, so wird ihm der Satz „Jetzt rächt sich, dass die Sanierungsarbeiten durch die Bahn so lange herausgezögert wurden“ zugeschrieben. Müsste es nicht korrekterweise ‚hinausgezögert‘ heißen? Egal – meine Stimme hat er damit bei der nächsten Wahl ziemlich sicher, hin oder her.

 

Hoffen wir also für die Bonner Bahnreisenden und Obdachlosenzeitungskäufer, dass die Instandsetzungsarbeiten der Halle im kommenden Jahr ohne Baulärm beziehungsweise überhaupt irgendeine Geräuschentwicklung von statten gehen. Dem Vernehmen nach haben sich zwei Anwohner der Colmantstraße schon die Telefonnummer des Ordnungsamtes zurecht gelegt. Rein vorsorglich, versteht sich.

Quasi jederzeit brutale Transparenz

Ich sag mal: Ich bin quasi ein Freund von einfachen Lösungen. Hauptkriterium ist dabei sozusagen die Skalierbarkeit, wenn man so will, wird erst dann ein Schuh daraus. Im Prinzip bekommen wir sonst ein Thema. Zum Vorgehen sichere ich Ihnen brutale Transparenz zu, und das meine ich sehr ernst. Mit dem Termin bin ich fine. Sollten Sie Fragen haben, können Sie gerne jederzeit auf mich zukommen.

So weit meine Mitschrift während einer Präsentation, inhaltlich ist quasi alles wesentliche erfasst. Bei Fragen und Hinweisen können Sie gerne jederzeit einen Kommentar hinterlassen.

Wir hat jetzt Urlaub

weltmeister

Ja, entgegen meinem inneren Motivationsgefüge habe ich das Endspiel gestern gesehen. Eheliche Pflicht, Gruppenzwang, sowas halt. Der Götze hat was, gebe ich zu, Hummels und ein paar andere, deren Namen ich nicht erinnere, auch. Dennoch ist meine persönliche Fußballbegeisterung nach wie vor so ausgeprägt wie mein Verlangen, morgens um sieben zu sprechen.

Andererseits war es nicht schlimm, das anzukucken. Die vier Experten neben mir auf dem Sofa haben es wohl nicht übel genommen, dass ich ruhig blieb, während sie aufschrien. Heute war ich müde, den ganzen Tag, so wie alle anderen auch, die das Spiel freiwillig und mit Begeisterung schauten.

‚Wir‘ sind Weltmeister. Na gut. Kann ich mir jetzt irgendwie auch nichts für kaufen.