Schlussverkauf

Es ging durch die City von Halle*
Voll Kauflust ein alter Westfale.
Enttäuscht rief er: „Watt?
Ich will doch Rabatt,
Stattdessen gibt es hier nur SALE!“

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* Gemeint ist Halle/Westfalen. Es mag vermessen erscheinen, der Stadt mit ihren gut 21.000 Einwohnern eine City anzudichten, doch fiel mit keine andere westfälische Stadt ein, die sich auf Sale reimt. Zugegeben, so richtig reimt sich Halle hier auch nicht, erst recht, wenn man Sale englisch ausspricht. Aber das ist für obige Verse nicht vorgesehen. Sie sehen, ein Dichter hat es nicht leicht.

Let’s Dance – Zum Abschied von David Bowie

Lieber David Bowie,

die Nachricht Ihres Ablebens traf mich heute Morgen einigermaßen hart, obwohl ich mich nicht als ausgesprochenen Fan von Ihnen bezeichnen würde. Ich hörte nie bewusst eines Ihrer zahlreichen Alben; Ziggy Stardust und Major Tom kenne ich nur vom Hörensagen.

Und doch war Ihre Musik ein wichtiger Begleiter meiner Jugend, Ihre Hits aus den Achtzigern werden mir immer im Ohr bleiben, zumal viele davon bis heute regelmäßig im Radio gespielt werden: Let’s Dance, China Girl, Blue Jean, Cat People, Absolute Beginners. Daher bin ich zuversichtlich, Ihre Musik wird niemals sterben!

Mit Ihnen hat ein Mensch von ganz besonderer Ausstrahlung  diese Welt verlassen. Ein solcher war auch Freddy Mercury. Vielleicht machen Sie mit ihm ja bald mal wieder was zusammen, wie Under Pressure. Das wäre toll.

Ich glaube, ich bin doch ein Fan.

Baumleichen

Baumleichen liegen auf dem Weg,
An Hecken und Hydranten.
Was gestern strahlt’ im Lichterglanz
Freut bald die Elefanten.

Baumleichen - 1

Nachbemerkung:

Zu Weihnachten bekam ich den wunderbaren Gedichtband „Frühling, Sommer, Herbst und Günther“ von Marco Tschirpke geschenkt. Offenbar inspirierten mich seine Verse, es selbst einmal zu versuchen, ein erstes Ergebnis lesen Sie oben. Weitere Reime folgen in Kürze. Das kann ich Ihnen leider nicht ersparen, es tut mir leid.

Übertretungen

Ich gebe zu, rote Fußgängerampeln ignoriere ich. Ich gehe immer. Also natürlich nur, wenn frei ist und keine Polizei in Sicht. Der Vorwurf, ein schlechtes Vorbild für die Kinder zu sein, perlt an mir ab wie Wasser am Fell eines Bibers. Zum einen sehe ich mich nicht in der Verantwortung, fremder Leute Brut zu erziehen, zum anderen lernen sie noch was dabei: wunderbare Schimpfwörter und Verfluchungen, die mir Mama und Papa nachwerfen (beziehungsweise „der Florian“ und „die Corinna“, wie Kinder heute sagen), derweil sie ordnungsgemäß mit Ben-Luca auf das grüne Männchen warten.

Und zudem gewinnen sie die Erkenntnis, dass es das Leben erleichtert, wenn man ab und zu mal „dennoch“ sagt oder, bei Hang zur Geschwätzigkeit, „nichtsdestotrotz“. Sehr bald schon werden sie erkennen, dass der Florian und die Corinna das auch tun: im Straßenverkehr („Wieso fünfzig? Hier kann man locker achtzig fahren.“ – „Halteverbot? Bin ja gleich zurück.“), bei der Mülltrennung („Das wird eh alles im selben Ofen verbrannt“) oder der Steuererklärung („Nur Dumme zahlen Steuern!“). Vielleicht arbeitet Papa / der Florian auch bei einem großen Automobilkonzern und entwickelt Software zur Schadstoffoptimierung, oder Mama / die Corinna bei einem Rüstungskonzern.

Dagegen ist die Missachtung einer Fußgängerampel ja nun wirklich ein Biberfurz.