Jetzt aber: 20 Stöckchen. Und 11 Fragen

Wie am Montag angekündigt, ergreife ich nun das Stöckchen, das jemand hat liegen lassen, und verrate Ihnen zwanzig völlig irrelevante Tatsachen über mich. Im Anschluss erlaube ich mir meinerseits, ein Stöckchen auszulegen. Greifen Sie zu!

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1) Der Anblick einer Dampflokomotive lässt mein Herz höher schlagen.

2) Küsschen-links-Küsschen-rechts zur Begrüßung finde ich extrem affig. Besonders die Franzosen sind in dieser Hinsicht sehr anstrengend.
Meinetwegen betrachten Sie mich als reserviert, ich mag es einfach nicht.

3) Ich war noch niemals im Skiurlaub, und daran wird sich auch nichts ändern.

4) Ich war noch niemals in Paris, und das muss sich ändern.

5) Mit 17 habe ich angefangen, Zigarillos zu rauchen. Zigaretten erst mit 40. Ich rauche nicht viel, aber wenn dann gerne, es geht auch problemlos tagelang ohne.

6) Seit meinem 18. Lebensjahr schreibe ich regelmäßig Tagebuch, und zwar in selbst beigebrachter Sütterlin-Schreibschrift, damit es niemand lesen kann.

7) Ich besitze noch fast alle meine selbst im Radio aufgenommenen Musikkassetten.

8) Seit jeher benutze ich Stofftaschentücher. Außer bei starkem Schnupfen.

9) Als kleines Kind hatte ich wallende lockige Haare, die gleichaltrige Nachbarstochter ganz kurze. Wenn wir zusammen spielten, war ich das Mädchen und sie der Junge.

10) Mit 28 war ich zum ersten Mal in einem Darkroom. Ich fand es – obwohl nichts passierte – ganz schrecklich und musste sofort wieder raus. Das hat sich heute etwas gelegt.

11) Die Armbanduhr trage ich rechts, obwohl ich Rechtshänder bin. Mir wollte nie einleuchten, warum man sie dann links trägt.

12) Meine Lieblingsfigur in der Sesamstraße war Oskar in der Mülltonne. Zum Glück war ich dem Sesamstraßenalter entwachsen, als Samson und Tiffy das Sagen hatten; die fand ich unerträglich.

13) Ich hatte schon mal eine sprechende Rolle beim RTL-Strafgericht. Zum Glück ist davon nichts im Netz zu finden, glaube ich. Hoffe ich.

14) Ich habe die Abiturrede meines Jahrgangs geschrieben und gehalten, obwohl ich nicht der Jahrgangssprecher war. Sie kam sehr gut an. Leider ist sie verschollen.

15) Meine Auftritte beim „Rosenkrieg“, dem Bonner Poetry Slam, waren dagegen desaströs. Das werden ich vorläufig nicht wieder tun.

16) Mein Zweitname laut Personalausweis und Geburtsurkunde ist Rainer. Mein älterer Bruder wollte unbedingt, dass ich so heiße, weil ein Freund von ihm so hieß. Daher einigten sich Eltern und Bruder auf diesen Kompromiss. Ich bin meinen Eltern dankbar.

17) Seit jeher sage und schreibe ich „kucken“ statt „gucken“, warum, weiß ich nicht. Vielleicht weil der Vogel Kuckuck heißt, außer im Großraum Dresden. Auch wenn ich des öfteren auf diesen vermeintlichen Fehler aufmerksam gemacht werde: laut Duden darf man das.

18) Wenn ich alleine bin, neige ich zu Selbstgesprächen, oft völlig sinnloses Zeug. Peinlich wird es, wenn ich nur g l a u b e, allein zu sein.

19) Ich mag keine eBooks, obwohl ich schon selbst zwei bei Amazon Kindle veröffentlicht habe. Für mich muss ein Buch aus Papier sein, da bin ich altmodisch. Immerhin: die Tageszeitung beziehe ich inzwischen ausschließlich als ePaper, wegen der Mengen an Altpapier.

20) Fernsehen langweilt mich in der Regel sehr. Deshalb kann ich auch nicht mitreden, wenn es um irgendwelche Serien geht. Ausnahme: Downton Abbey, ich liebe es. Sarah O‘Brian würde ich heiraten.

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Nachdem Sie nun also fast alles über mich wissen, so fern Sie nichts besseres zu tun hatten, als das zu lesen, darf ich Sie bitten, die nachfolgenden elf Fragen zu beantworten:

1) Wie schlimm wäre es für dich, wenn das Internet eine Woche lang ausfallen würde?

2) Was könntest du eher entbehren: Sex oder Internet?

3) Kannst du dir vorstellen, in einem Porno mitzuwirken?

4) Wie wichtig ist es dir, zu reisen?

5) Twitter oder Facebook? Warum?

6) Glaubst du, dass man Sex und Liebe trennen kann?

7) Wie definierst du Treue?

8) Bist du demnach treu?

9) Bist du der Meinung, dass ein Seitensprung zwangsläufig das Ende der Beziehung sein muss?

10) Rasierst du dich regelmäßig? Wenn ja: wo und warum?

11) Bist du tätowiert? Wenn ja, wo?

Für einen Kommentar nach Beantwortung mit Verweis auf Ihr Blog wäre ich sehr dankbar!

Porno

Mit Musik geht bekanntlich alles besser, weniges nur befreit Herz und Seele so sehr wie ein fröhliches Lied, erst recht wenn man es selbst singt. Wer das nicht glaubt, den lade ich heute dazu ein. Gesungen wird es nach der Melodie „Cello“ von Udo Lindenberg / Clueso, die Begleitmusik finden Sie hier.
Ich wünsche viel Vergnügen!

(Hinweis: der nachfolgende Text ist für Jugendliche unter 16 Jahren nur bedingt geeignet.)

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Zu Hause auf dem Sofa
mit dem iPhone in der Bahn
wo immer ich auch war, hatte ich Youporn an

Schaute zu wie sie es trieben, Mann mir Frau, Mann mit Mann,
doch hätte ich es nie gedacht
dass ich mich in wen verlieben kann

Sah dich im Porno
Sah deine Lendengegend
Konnt‘ meinen Blick nicht mehr abwenden
Und ich fand dich so erregend

Porno

Du warst ein Sexgott für mich
Und immer sah ich dich an
Und ich dachte: Was für‘n Mann
Noch mal hin und her, dann war ich fertig
Du du du du du du du du du…

Ja ich war ständig scharf
Denn du hast mich überzeugt
Ich wollt‘ so gerne es mit dir treiben

Und überhaupt, da dein Dings, das war so groß
Das kann man gar nicht beschreiben

Und heute bist du nicht mehr dort
Auf Youporn nur noch „Hühner“
Komm pack dein Ding doch noch mal aus
Und mach‘s so geil wie früher.

(Zwischenspiel)

Sah dich im Porno
Sah dich die Lenden bewegend
Konnt‘ meinen Blick nicht mehr abwenden
Und ich fand dich so erregend

Porno

Du warst ein Sexgott für mich
Und manchmal sahst du mich an
Und ich dachte: Was für‘n Mann
Noch mal hin und her, dann war ich fertig
Du du du du du du du du du…

Gute Frage

Der Bonner General-Anzeiger stellt allwöchentlich mehr oder weniger prominenten Personen (die ich meistens nicht kenne) einen feststehenden Katalog an Fragen, welche dann mitsamt den Antworten unter der Rubrik GUTE FRAGE in der Wochenendbeilage zu lesen sind. Zum Glück bin ich nicht prominent, daher wird mich der General-Anzeiger nicht fragen. Dennoch habe ich mir erlaubt, mir die Fragen selbst zu stellen und sie zu beantworten.

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Was ist Ihr Lieblingsplatz?
Mein Stuhl im Glaserker über unserer Straße, von wo aus ich einen ausgezeichneten Überblick über das Geschehen draußen habe. Lieblingsszene: zwei Autos stehen sich gegenüber, einer will in die Tiefgarage, der andere kommt gerade heraus. Aneinander vorbei können sie nicht, keiner will zurücksetzen. Erst hupen, dann schreien sie sich an. Vermutlich wichtige Godesberger.

Und im Internet?
Dieses Blog.

Was muss immer im Kühlschrank sein?
Eine Flasche Rosé.

Wofür haben Sie zu letzt Geld ausgegeben?
Toilettenpapier.

Was würden Sie heute twittern?
Wieso „würde?“ Zuletzt: „Vor 55 Jahren wurde Laika ins All geschossen. Angesichts mancher heutiger Köter bedauerlich, dass sich das nicht durchgesetzt hat.“

Über welches Geschenk würden Sie sich freuen?
Einen kleinen Störsender für die Hosentasche, mit dem ich jedes Mobilgequatsche in der Bahn unterbinden könnte. Oder eine Glashütte-Original-Armbanduhr. Beides Dinge, die ich mir entweder nicht kaufen kann oder kaufen würde. Das heißt, den Sender würde ich schon kaufen, wenn es ihn gäbe.

Woran glauben Sie?
Vermutlich zu oft an das Gute im Menschen. Und dass nach dem Tod noch nicht alles vorbei ist.

Was wollen Sie noch lernen?
Gut zu schreiben. Schließlich will ich irgendwann mein Buch in der SPIEGEL-Bestsellerliste sehen, bei aller Bescheidenheit.

Wie viele Freunde haben Sie bei Facebook?
Keine. Wenn Sie die Leute meinen, mit denen ich dort verbunden bin: etwa hundert.

Wie viele hätten Sie gerne?
Freunde: ein oder zwei. Die anderen: die Anzahl ist mir schnurzegal.

Welche TV-Sendung lassen Sie sich nie entgehen?
ZDF heute. Ansonsten langweilt mich Fernsehen extrem.

Welche Schlagzeile würden Sie gerne über sich lesen?
„Bereits 1 Million Exemplare seines Romans verkauft“

Wen würden Sie gerne einmal treffen?
Loriot, aber das ist ja in diesem Leben nicht mehr möglich. Ansonsten einige Twitterer: @Agent_Dexter, @HerrAusragend, @hoch21, @schmerzwach, @Mindpenetrator1 und ein paar andere.

Im nächsten Leben werden Sie?
Auf jeden Fall Pornodarsteller.

Wie fühlen Sie sich gerade?
Leicht herbstdepressiv, ansonsten zufrieden, Danke.