Woche 49: Adventskalendern wird eine zu große Bedeutung beigemessen

Montag: Erkenntnis: „Sehr gut“ als Antwort auf die Frage „Wie gehts dir“ führt ebenso in Erklärungsnot wie „Nicht so gut“. – So schlecht es mir jedoch gehen mag: Niemals werde ich ein Produkt erstehen, zu dessen Anpreisung man sich grüner Schleimmonster bedient.

Dienstag: Wer zu Fuß geht, nimmt mehr um sich herum wahr als bei jeder anderen Art der Fortbewegung. Behaupte ich einfach mal. Und auch nur, wenn er dabei nicht aufs Display starrt. Sehend und nicht starrend fand ich heute am Rheinufer auf dem Weg zum Büro vier rätselhafte Fragen an Lampenpfähle geklebt:

Weitere Informationen dazu fand ich hier: http://die-erinnerungsguerilla.org

Obschon ich jede Art der unbefugten Beklebung, -malung oder -schriftung fremden und öffentlichen Eigentums ablehne, finde ich diese Initiative sympathisch, zumal sich die Aufkleber angeblich leicht und rückstandsfrei entfernen lassen.

Mittwoch: Rätselhaft sind auch heutige Eltern. Ihre lieben Kleinen, die niemals alleine vor die Tür dürfen und die sie am liebsten in (zuckerfreie) Zuckerwatte packen würden, karren sie morgens und abends in einem Fahrradanhänger durch Eiseskälte und dichten Straßenverkehr. – Wurde eigentlich schon erforscht, warum vor allem männliche junge Radfahrer am liebsten im Stehen radfahren, auch in der Ebene? Stirbt der Fahrradsattel irgendwann aus?

Donnerstag: Dank eiserner Disziplin meinerseits hatte die erste betriebliche Weihnachtsfeier des Jahres gestern Abend nur geringe negative Auswirkungen auf meine heutige Arbeitskraft. – Der Adventskalender enttäuscht mal wieder durch ein einfaches Schokoladenkügelchen, bei welchem die Mühe, die bunte Metallfolie abzuknibbeln, in keinem akzeptablen Verhältnis zum anschließenden Genuss steht. Überhaupt bin ich der Meinung, Adventskalendern wird eine viel zu große Bedeutung beigemessen.

Freitag: Auch in fortgeschrittenem Alter sollte man das Staunen nicht verlernen. So erstaunte mich gestern ein Herr mit getönter Brille und einem weißen Blindenstab, der mir in der Straßenbahn gegenüber saß. Sein Blick (?) war gerichtet auf ein Lesegerät für elektronische Bücher, das er mit den Fingern bestrich. Können diese Dinger mittlerweile sogar Blindenschrift darstellen?

Samstag: Anlässlich eines Besuchs in Ostwestfalen brachten wir den Eltern anhand eines konkreten Beispiels das Prinzip Polyamorie näher. Ich bin mir indes nicht sicher, ob sie es verstanden haben.

Sonntag: Man hört und liest gar nichts mehr über Horroclowns. Hat sich das womöglich mit der Wahl des Ober-Horrorclowns erledigt?

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