Zwischenbilanz, Folge 7 – B wie Bonn

Im Jahre 1998 verschlug es mich, dem Ruf meines Arbeitgebers folgend, nach Bonn. Ich liebe diese Stadt, und es war Liebe auf den ersten Blick: die wunderschöne Bausubstanz insbesondere der Bonner Südstadt (wo ich auch zeitweise wohnte, wenn auch nicht ganz so wunderschön), der Rhein und das Klima: Es ist fast immer ein paar Grad wärmer als im heimatlichen Ostwestfalen, was mir sehr entgegen kommt.

Ich wurde häufig gefragt, ob in Bonn überhaupt noch was los sei, jetzt, da die große Politik in Berlin gemacht wird. Ja, hier ist immer noch genug los, sicherlich nicht weniger als vorher, als die Damen und Herren Politiker noch hier ihrem Tagwerk nachgingen, dafür sorgen die Ministerien beziehungsweise deren Außenstellen, die noch heute in Bonn ansässig sind, zahlreiche Bundesbehörden, und vor allem große bekannte Firmen, unter anderem die mit den Gummibärchen, die gelbe und die mit dem „T“, die ihren Sitz in Bonn haben.

Bonn muss sich einen gewissen provinziellen Ruf gefallen lassen. Ich kann das nicht bestätigen (wie auch, wenn man aus Bielefeld kommt), im Gegenteil, ich empfinde es nicht als Nachteil, dass man sehr viel zu Fuß erreichen kann. Ansonsten, wem es hier zu langweilig ist, für den ist Köln ja nicht weit.

Es mag übertrieben klingen und es gibt ja auch nur mein persönlich-subjektives Empfinden wieder, aber zurzeit kann ich mir keinen schöneren Ort zum Leben vorstellen als Bonn, habe allerdings großes Verständnis dafür, wenn andere genau das auch von i h r e r Stadt behaupten. Gut, vielleicht nicht gerade bei Bielefeld

Land unter

Heute tat ich, was in diesen Tagen viele tun: Rheinhochwasser anschauen, um die innere Schaulustigkeit zu befriedigen. Mein Weg führte mich hierbei von der Bonner Beethovenhalle Richtung Norden über die Friedrich-Ebert-Brücke und wieder zurück. Hier ein paar Eindrücke:

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Auf meinem Weg entdeckte ich im Bonner Norden Objekte, die eine gradezu faszinierende Trostlosigkeit ausstrahlen:

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Zwischenbilanz, Folge 6 – B wie Bielefeld

Böse Zungen sowie ganze Internet-Foren behaupten, Bielefeld gäbe es überhaupt nicht. Gut, die Welt wäre insgesamt nicht unbedingt ärmer, wenn das stimmte, dennoch muss ich dieser Behauptung vehement widersprechen: Es gibt Bielefeld, ich bin dort geboren, aufgewachsen und habe dort bis zu meinem zweiunddreißigsten Lebensjahr gelebt. Wem das als Beweis nicht genügt, dem sei eine Reise in die ostwestfälische Metropole empfohlen. Es gibt zwar zweifellos interessantere und schönere Städte, aber andererseits aus wesentlich hässlichere. Lassen Sie sich vom ersten Eindruck nicht täuschen, sondern gehen sie hinauf zur Sparrenburg, von wo aus man einen schönen Blick auf die Stadt hat. Und seh´n wir uns nicht in dieser Welt, so seh´n wir uns in Bielefeld.

Zu der Schönheit von Bielefeld-Stieghorst, meiner Heimat, äußerte ich mich ja schon.

Zwischenbilanz, Folge 5 – B wie Beatles

Im Februar 1967 erblickte ich das Licht der Welt im St. Franziskus-Hospital zu > Bielefeld, welches im Allgemeinen auch Klösterchen genannt wird (das Hospital, nicht Bielefeld). Es liegt in der Natur der Sache, dass meine persönlichen Erinnerungen an dieses Ereignis nicht nennenswert sind; dem Vernehmen nach soll es, kurz bevor für mich das Licht anging, noch zu einer dramatischen Wendung gekommen sein: Ich weiß nicht mehr genau, was meine wahren Beweggründe waren, kurz vor dem freudigen Ereignis drehte ich mich im Mutterleib, was dazu führte, dass ich per Kaiserschnitt ins Diesseits geholt werden musste. Ich möchte betonen, dass derartige Renitenz grundsätzlich nicht meiner Natur entspricht und dass ich auf Sonderbehandlungen aller Art normalerweise keinen gesteigerten Wert lege. Jedenfalls hatte ich gleich zu Beginn einen dramatischen Auftritt. Ob ich ein hübsches Kind war, mögen andere beurteilen, ich kam mit schwarzen Haaren auf meinem zerknautschten Babyköpfchen ans Licht, was den behandelnden Arzt zu der Aussage „jetzt kommen sogar schon Beatles zur Welt“ bewegt haben soll.

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Wie ich später erfuhr, handelte es sich bei den Beatles um eine recht erfolgreiche Band, die sich ungefähr zum Zeitpunkt meiner Geburt in Auflösung begriff. Einen direkten oder indirekten Zusammenhang weise ich weit von mir. (Wäre ich tatsächlich, wie der Arzt gesagt hatte, ein Beatle geworden, dann wäre diese Geschichte längst geschrieben und millionenfach verkauft worden.)