Sturmfrei

Mal eine Woche alleine sein, die Wohnung für sich haben, ist nicht das schlechteste, dachte ich mir, als er plante, im Oktober noch mal eine Woche nach Frankreich zu fahren; ich hätte mitfahren können, wollte aber nicht, drei mal waren wir in diesem Jahr schon dort, und das ist mir persönlich genug. Ich würde die Woche schon ‚rum kriegen, die Zeit nutzen, abends ungestört an meinem Romandings weiter schreiben, meine geliebten Bruckner-Sinfonien durch die Wohnung schallen lassen (er hasst Bruckner), das eine oder andere Date klar machen, kurz, die scheinbaren Vorteile des Single-Daseins auskosten.

Am letzten Samstag morgens um sieben fuhr er los. Als das Auto um die Ecke war, kroch ich zurück in das plötzlich sehr große und sehr leere Bett, wo ich bis mittags blieb, dann kurz was einkaufen, dann frühstücken, alleine. Alleine frühstücken ist doof, vor allem am Wochende; kurz: er war kaum weg, schon vermisste ich ihn und ersehnte seinen Anruf, dass er gut angekommen sei.

Wie habe ich nun die Woche genutzt? Bruckners fünfte, gestern Abend, immerhin. Etwas geschrieben habe ich auch, nämlich das hier, immerhin. Dates? Fehlanzeige, keine Lust, kein Bedarf, keine Gelegenheit; nachher treffe ich Dennis auf ein paar Bier, immerhin.

Die Vorzüge des Single-Daseins? Es gibt sie nicht, jedenfalls erkenne ich keine.

Morgen Abend kommt er zurück, ich kann es kaum erwarten!

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