Woche 38/2026: Man muss die Gelegenheiten nutzen, solange es noch möglich ist

Montag: Manchmal muss man sich aufraffen. Und also raffte ich und besuchte nach einem von montäglicher Müdigkeit überschatteten Arbeitstag eine Chorprobe. Schon seit längerem reizt es mich, nach jahrelanger Gesangsabstinenz wieder gemeinsam zu singen, und so fand ich im Netz diesen gemischten Chor, der montagabends in fußläufiger Nähe zu unserer Wohnung probt. Dort versuche ich mich nun im Tenor, es ging schon ganz gut und war sehr erfreulich. Der gesellige Teil passt auch, nach der Probe begab man sich zum gemeinsamen Getränk in einen nahegelegenen Pub. Dadurch war ich erst recht spät zu Hause, weshalb vorstehende Zeilen erst am Dienstagmorgen notiert worden sind.

Dienstag: Während des Mittagessens sah ich draußen einen jungen Kollegen vorbeigehen in Hemd und eng geschnittener Anzughose mit (früher: zu) kurzen Beinen, unter denen seine bloßen Fesseln hervortraten. Soweit nichts besonderes. An den Füßen trug er keine oder nur minimale Socken und braune Lederslipper. Das sah, mit Verlaub, so richtig scheiße aus.

Die Büromüdigkeit von gestern setzte sich am Nachmittag fort, das ist ungewöhnlich, normalerweise legt sie sich ab dienstags. Vielleicht das Wetter, wobei das heute mit Sonnenschein von blauem Himmel sehr freundlich war, vielleicht die Zeiten an sich. Dem Vernehmen nach bin ich nicht der einzige, den derzeit erhebliche Müdigkeit plagt.

Büromüde ist auch Herr Buddenbohm, dem es wieder gelungen ist, mein Empfinden perfekt in Worte zu fassen, besser, als ich es könnte:

Es geht bei mir auch gar nicht darum, dass der Job so furchtbar wäre, andere Menschen machen fraglos Schlimmeres durch. Es ging eher darum, dass ich mit mir und meiner Freizeit so hervorragend klarkomme.

Ich habe keine Variante von FOMO, die mich seelisch benagen würde. Ich habe etliche Interessen, ich kann mich sehr gut selbst beschäftigen, und meist will ich das auch. Wenn ich das aber einmal nicht will, kann ich auch problemlos die vielsagenden Raufaserbetrachtungen dort fortsetzen, wo ich beim letzten Mal aufgehört habe. Und auch das ist gut so.

Nein, nicht der Horror des Büros ist das Problem. Es geht eher darum, dass mich diese Berufstätigkeit viel zu viel Zeit kostet. Nämlich entschieden mehr, als ich ihr an Bedeutung zumessen kann. Das mag bei manchen Traumberufen anders sein, wie ich neidlos zugestehen möchte, ich aber habe einfach nur einen Job und kann ihn kaum als Herzenswunscherfüllung betrachten. Oder nur zu eher geringen Anteilen.

Nach diesem Job sind jedenfalls erschreckend wenig Stunden des Tages übrig für so essentiell wichtige Dinge wie etwa Spaziergänge, Mittagsschlaf, Schreiben, Lesen und Denken. Es kommt mir seit Jahren schon unpassend vor, wie diese Sache mit der Berufstätigkeit den Alltag rücksichtslos dominiert – und dabei ist es in meinem Fall schon Teilzeit, seit vielen Jahren sogar. Problem.

Zu ergänzen wäre noch, dafür jeden Morgen zur Unzeit das Bett verlassen zu müssen. Der Bundeskanzler würde sich im Grabe umdrehen, wenn er nicht noch lebte.

Abends nach des Tages Mühen traf ich mich mit dem Kollegen im Biergarten. Man muss die Gelegenheiten nutzen, solange es noch möglich ist.

Biergartenhimmel

Mittwoch: WDR 4 spielt bekanntlich die größten Hits der Achtziger – Eine der wohl großartigsten Liedtextzeilen deutschsprachiger Musik hörte ich morgens beim Zähneputzen, sie steckt in „Monopoly“ von Klaus Lage und lautet: „Mama hebt Kaffeegläser auf für‘n Gelee – du bist schon ewig in der IG Chemie“. Lyrik vom Feinsten.

An der Adenauerallee hat der Rückbau der Radspuren begonnen, gelbe Streifen zeigen an, wie es wird, nachdem der erst vor einem Jahr (oder schon zwei? Die Zeit rast so) aufgebrachte rote Belag wieder abgefräst wurde. Wir erinnern uns: Unter der damaligen Grünen-Stadtführung wurden die äußeren Fahrstreifen der einst vierspurigen Straße umgewidmet zu Radspuren, zunächst nur testweise und befristet. Das führte zu heftiger Kritik, motorisierte Kreise prognostizierten den völligen Zusammenbruch des Straßenverkehrs. Der trat wider Erwarten nicht ein, jedenfalls nicht dort: Zwar staute es sich zu bestimmten Zeiten, das passierte indes auch schon vorher bei Vierspurigkeit. Als regelmäßiger Radfahrer hätte ich die breiten Spuren nicht unbedingt benötigt, wäre mit den vorherigen Schutzstreifen auch weiterhin zufrieden gewesen, dennoch war ich angemessen begeistert, dass sich nicht mehr alle anderen Verkehrsteilnehmer den Autos unterordnen müssen.

Dann wurden die Grünen-Oberbürgermeisterin abgewählt und die CDU übernahm. Eines ihrer Wahlversprechen war die Rückkehr zur vierspurigen Straße. Sehr gelegen kam da die plötzliche Sperrung der Nordbrücke über den Rhein für die nächsten Jahre wegen massiver Schäden. Der Verkehr sucht sich nun andere Wege, auch – logisch – über die Adenauerallee. Man ist ja auf das Auto angewiesen. Deshalb nun der Rückbau der Radstreifen. Der soll nicht nur den alten Zustand mit vierspuriger Autofahrbahn und Schutzstreifen für Fahrräder wiederherstellen, vielmehr soll der südliche Abschnitt für Fahrräder ganz gesperrt werden. Es gäbe ja Ausweichrouten durch die Kaiserstraße und am Rhein. Das stimmt, bedeutet jedoch Umwege, und die schätzen Radfahrer gar nicht. Ich werde also weiterhin morgens auf dem Hinweg auf der Adenauerallee fahren, so lange es erlaubt ist, einfach weil es die kürzeste Strecke ist.* Danach an der Kaiserstraße, über deren völlig absurde Aufteilung der Spuren für Autos, Fahrräder und Fußgänger ich später mal berichten werde. Es wird meinen Arbeitsweg nur unwesentlich verlängern. Zurück fahre ich seit Jahren ohnehin schon am Rhein entlang, weil es – abgesehen von einigen irren Renn- und Lastenradfahrern sowie Läufern auf dem Radweg – schöner ist und ich nachmittags mehr Zeit habe.

*Siehe Eintrag am Sonntag

Verkehr(t)spolitik

Übrigens fahren heute wieder sechs der im Juni wegen Sicherheitsmängeln aus dem Betrieb genommenen sechzig Stadtbahnwagen. Weiterhin fährt die Linie 66 nur zwischen Bonn Hbf und Villich, auf allen anderen Abschnitten ist Schienenersatzverkehr eingerichtet. Warum sie nicht wenigstens bis Siegburg fährt, dann eben mit Einzelwagen statt in Doppeltraktion, ist auch etwas, das ich nicht verstehe. Vielleicht weiß es die CDU, verrät es aber nicht.

Vormittags fühlte ich mich angemessen bezahlt, weil ich mir in einem Info Call Verbalien anhören musste wie „Wir brauchen einen Mindset-Shift“, „Da steckt die Musik drin“, „Was macht das mit [den Mitarbeitern]“, „Das ist fancy / techy“ und mehrfach in einem Vortrag „ähm … genau“.

Sehenswertes Licht morgens …
… und abends

Donnerstag: „bowls before bills“ las ich morgens auf einem Bodenaufsteller vor einem Speisewagen auf dem Marktplatz. Es mag einzig an meinen mangelhaften Englischkenntnissen liegen, dass ich nicht den Hauch einer Ahnung habe, was es bedeutet.

Wie am Dienstag vom Hamburger Mitblogger treffend dargelegt, gibt es viele Gründe, die gegen eine weitere Teilnahme am Erwerbsleben sprechen, vor allem zeitliche. Doch lassen sich, wenn man ein wenig darüber nachdenkt, sofern es die Zeit zulässt, auch welche finden, die für die Fortsetzung beruflicher Bemühungen sprechen, wenn auch vielleicht nicht ganz so viele. Neben dem regelmäßigen Einkommen, über dessen Höhe ich persönlich insbesondere im Verhältnis zur Tätigkeit keinen Grund zur Klage habe, sind das die sozialen Kontakte.

Dazu gehört die geschäftlich veranlasste Feier mit Essen, Trinken und angenehmen Gesprächen heute Abend in Köln-Porz-Wahn, mit Übernachtung im Hotel. Deshalb habe ich den planmäßig freien Tag dieser kleinen Woche vorsorglich auf morgen verlegt. Auch das gehört auf die Liste der Gründe für die weitere Berufstätigkeit: die Vorfreude auf den nächsten freien Tag. (Was, wenn man es unbedingt negativ sehen will, vergleichbar ist mit dem schönen Gefühl, wenn der Schmerz nachlässt.)

Die Zimmerausstattung des Hotels lässt keine Wünsche offen
Gleiches gilt für das kulinarische Angebot auf der Abendveranstaltung

Freitag: Als morgens früh das Hotel erwachte mit fernem Duschenrauschen, Türenklappen und Aufzugsurren, konnte ich noch liegen bleiben, was wiederum für ein Leben als Privatier bzw. Ruheständler spricht. Ansonsten war der Vorabend sehr unterhaltsam gewesen und vielleicht ein kleines bisschen zu alkoholisch.

Nicht nur Friseursalons und Fahrradläden legen sich Namen aus zweifelhaften Wortspielen zu wie „Haarmonie“ oder „Unplattbar“, mittlerweile scheuen auch Anbieter veterinärer Dienstleistungen nicht davor zurück. So sah ich heute während der Rückfahrt mit dem Bus aus Porz-Wahn in Niederkassel-Ranzel eine Praxis mit dem Namen „Physio-TIER-apie.

Ansonsten verdrömmelte ich einen großen Teil des freien Tages auf dem Sofa, weil der Vorabend etwas nachwirkte.

In der Kölner Innenstadt wird unterdessen eine öffentliche Toilette permanent überwacht, wofür direkt daneben ein kleines Wachhaus aufgestellt wurde, berichtet die Zeitung. Die jährlichen Kosten belaufen sich auf 344.000 Euro (somit weniger als ein Prozent der jährlichen Ausgaben für die Bonner Oper). Laut Stadt ist das erforderlich, um eine „missbräuchlichen Nutzung der Toilette (beispielsweise als Ort des Drogenkonsums oder als Schlafstätte)“ zu unterbinden. Da wundere sich noch jemand, dass die Kommunen pleite sind.

Wie die Zeitung weiterhin meldete, sind in Bonn seit heute neun Stadtbahnwagen wieder im Einsatz. Dadurch kann der Schienenersatzverkehr zwischen Villich und Siegburg am Montag enden. Ein Lichtblick; wenn es in dem Tempo weitergeht, kann man schon Weihnachten wieder mit der Bahn nach Bad Honnef fahren.

Samstag: Morgens fuhren wir ins Ostwestfälische, wohin die Nichte zur Hochzeit geladen hatte. Ein besonderes Erlebnis war die Fahrt zusammen mit dem Brautpaar in einem 1964 gebauten VW-Bus von Bünde-Muckum, wo in der örtlichen Kirche die Ja-Worte fielen, nach Melle-Wellingholzhausen, wo der Anlass angemessen gefeiert wurde. Während der Fahrt winkten immer wieder Passanten und hoben Daumen; ob sie dem Brautpaar, dem historischen Fahrzeug oder der Kombination aus beidem galten, war nicht eindeutig erkennbar. Dem dieses festhaltenden Kleinblogger auf der Rückbank sehr wahrscheinlich jedenfalls nicht. Der Pastor sprach übrigens wunderbares, breites Ostwestfälisch, was uns womöglich nur auffiel, weil wir seit nunmehr siebenundzwanzig Jahren im Rheinland leben.

Vor Abfahrt
Kurz danach

Es wurde gut gegessen und etwas getrunken, viel gelacht, geklönt und erinnert, später ausführlich getanzt. Auffallend hoch die Anzahl junger Anzugträger in weißen Sniekern. Erst in den frühen Morgenstunden waren wir im Hotel, das wir nach längerer Wartezeit in einem profanen Taxi anfuhren. Es reichte dann auch.

Sonntag: Nach Rückkehr in Bonn schloss sich der sonntagsübliche Spaziergang an, heute durch West- und Südstadt an den Rhein. Die Luft ist herbstlich, die Menschen wieder angezogener, die Daunenjackendichte deutlich erhöht, nur hier und da läuft noch eine kurze Hose durchs Bild. Das Laub der Kastanien nicht nur an der Poppelsdorfer Allee ist gelblich gefärbt, darunter liegen ihre stacheligen Fruchtkörper und braunglänzenden Früchte, die niemand mehr aufzusammeln sich die Mühe macht. In den Vorgärten der Südstadt legen die Hortensien ihre welkende Herbstpracht an, Astern blühen, außerdem eine einzelne verspätete Magnolienblüte.

Poppelsdorfer Allee
Magnolie

leckere belegte Brötchen preist ein Lokal per Außentafel an. Warum „lecker“? Abgesehen davon, dass dieses Wort für meinen Geschmack ein möglichst zu vermeidendes Unwort ist, was will man damit sagen? Fürchtet man, der Wohlgeschmack der Brötchen könnte ohne dieses Attribut in Frage gestellt werden? Immerhin, und das ist keineswegs selbstverständlich, wurde davon abgesehen, das Wort auch noch in Anführungszeichen zu setzen.

Wie ich weiterhin sah, hat die Stadt ihre Ankündigung wahrgemacht und verbietet nun per entsprechendem Schild das Radeln auf dem südlichen Abschnitt der Adenauerallee. Die motorisierte Mehrheit wird es gutheißen, also werde ich mich, obwohl ich die Entscheidung für grundfalsch halte, als Befürworter der Demokratie und gehorsamer Bürger fügen. Ab morgen also über die Kaiserstraße.

..

Außerdem sah ich eine Zahl, die mich gemahnte, endlich mal wieder eine der tausend Fragen zu beantworten.

Frage 129 lautet: „Woran denkst du, bevor du einschläfst?“ Für den Moment, nachdem das Licht gelöscht ist und ich mich in Erwartung möglichst angenehmer Träume in Seitenlage begebe, die Decke bis zu Hals hochgezogen, habe ich mir seit längerem angewöhnt, fünf Fragen zum scheidenden Tag zu beantworten: 1) Was war heute gut? (Mindestens drei Nennungen), 2) Was hat mir heute missfallen?, 3) Welchem interessanten Menschen bin ich begegnet?, 4) Wie gut war der Tag insgesamt (auf einer Skala von 1 bis 10) und 5) Was erhoffe ich für den nächsten Tag? Ursprünglich waren es mal zehn Fragen, doch kam ich selten über die fünfte (Was habe ich heute zum ersten Mal getan?) hinaus, weil mir dazu oft nichts einfiel und ich darüber einschlief.

***

Vielen Dank für die Aufmerksamkeit, kommen Sie gut durch die Woche und in den kalendarischen Herbst.

19:30

Woche 38/2025: Nichts verpasst

Montag: Der erste Arbeitstag nach dem Urlaub war so schlimm nicht. Erstmals seit ihrer Fertigstellung benutzte ich die weiterhin umstrittene Radspur neben der Adenauerallee, für die, o Frevel, je Richtung eine Fahrspur für die Autos geopfert wurde. Es radelt sich dort nun ganz vorzüglich, auch der Kraftfahrzeugverkehr rollte ohne erkennbaren Stauungen dahin. Vielleicht währt dieser Zustand nicht lange: Der Oberbürgermeisterkandidat der CDU, die gestern bei der Kommunalwahl die meisten Stimmen bekommen hat und der gute Chancen hat, nach der Stichwahl in zwei Wochen die bisherige Grüne Oberbürgermeisterin abzulösen, hat bereits angekündigt, die Vierspurigkeit für Autos wiederherzustellen. „Wir bauen auf, wir reißen nieder / So gibt es Arbeit immer wieder“ hieß es wohl früher in der DDR.

Im Büro konnte ich mir weitgehend ungestört einen Überblick über Verpasstes verschaffen (ich habe nichts verpasst). Ganz ohne Besprechungen ging es nicht; „quasi tatsächlich“ hörte ich einen sagen. Hätte er noch „genau“ im Satz untergebracht, hätte ich vielleicht aufgeheult.

Symbolbilder können sie bei dpa (aus GA-online)

Gehört: „Das ist die Wollmilch legende Eiersau.“ (Interessanterweise beanstandet die Rechtschreibprüfung weder Wollmilch noch Eiersau.)

Dienstag: In den frühen Morgenstunden wurden wir geweckt von einem fernen, auf- und abschwellenden Geräusch wie eine Mischung aus Schienenschleifzug und hochdrehendem Laubbläser. Wie der Zeitung zu entnehmen ist, war die Ursache ein außerplanmäßiges Dampfablassen beim städtischen Heizkraftwerk. Als ich Kind war, bliesen ab und zu bei der Feldmühle-Papierfabrik in Bielefeld-Hillegossen die Sicherheitsventile ab, was auch bei uns in Stieghorst, gut zwei Kilometer entfernt, noch deutlich zu hören war. In meiner Erinnerung grollte das wesentlich bedrohlicher als jetzt das Heizkraftwerk, vor allem nachts, wenn Geräusche ohnehin oft beeindruckender sind. Es mag aber auch an der Unschärfe meiner Erinnerung liegen.

Laubbläser brüllten mich auch morgens von allen Seiten an, als ich zu Fuß ins Werk ging. Es war trocken, deutlich kühler und dunkler als vor dem Urlaub, Jackenwetter. Dabei fällt mir auf, dass auch junge Leute offenbar zunehmend Gefallen an Bekleidung in Beigetönen finden. Textile Frühverrentnerung*.

Hinweg
Rückweg. Die untere Trinkebene des Rheinpavillons wird zusammengeräumt.

*Diesen Begriff erdachte ich vergangene Nacht während einer kurzen Wachphase und ich dachte: Musst du dir merken. Morgens das Übliche: Die Erinnerung daran, dass ich mir etwas unbedingt merken wollte, war noch da, nur nicht mehr an das zu Merkende. Erst als auf dem Rückweg vom Werk ein älterer Herr mit beiger Jacke vor mir herging, fiel es mir wieder ein.

Mittwoch: Es ist immer wieder beglückend, ein Wort zu lernen, von dessen Existenz ich bislang nichts ahnte, dessen Sinn, wenn auch nicht zwingende Notwendigkeit sich gleichwohl beim Lesen, spätestens beim Nachschauen im Duden (warum heißt das noch nicht dudeln? Egal:) unmittelbar ergibt. So las ich heute in einem Fachkonzept erstmals „konfligieren“, das Verb zu Konflikt, gleichsam ein gehobener Ausdruck für „zanken“. Ich bewundere den Wortschatz des Autors und nehme mir vor, es selbst gelegentlich anzubringen, wenn ich es nicht bald wieder vergesse.

Donnerstag: Mindestens genauso freut es mich, wenn ein Satz sich selbst bestätigt wie der folgende, heute gelesen in einem Verbesserungsvorschlag: „Nicht jeder schreib aber leserlich oder korrekt.“

Ansonsten war ich heute zu Fuß im Büro, obwohl kleine Woche ist und ich somit frei hätte. Aus familiärem Anlass der angenehmen Art ist der freie Tag auf morgen verschoben, was mir schon heute die Möglichkeit bot, mich von den Kollegen mit „Schönes Wochenende“ zu verabschieden.

Morgens

Freitag: Was schön war: Frühstück und Leutekucken mit den Lieben bei schon morgens milden Temperaturen vor dem Café in der Bonner Innenstadt, eine Hochzeit im Ostwestfälischen bzw. angrenzenden Niedersachsen, das Wiedersehen mit vielen lieben Menschen, gut unterhalten, gegessen, getrunken und gelacht, unter anderem hierüber (wie gut, wenn man Dinge sofort notiert): „Fußpils“ als Synonym für Gehbier, „Harnsteinzimmer“ als Umschreibung für Toilette und den (be-)merkenswerten Satz, hervorgebracht von der Nichte des Liebsten: „Wenn ich mich kompetent unterhalten möchte, führe ich Selbstgespräche.“ Die zunächst standesamtliche Trauung fand in Melle statt, die anschließende Feier bei perfektem Gartenpartywetter auf dem Land bei Melle. Im nächsten Jahr sehen wir uns wieder, wenn kirchlich geheiratet wird; jedenfalls gehe ich fest davon aus, dass das junge Glück bis dahin hält.

Auch optisch war es schön:

Abendlicht I
Abendlicht II
Später
Gesehen in Melle

Samstag: Mittags kamen wir zurück aus Bünde, wo wir im Hotel übernachtet hatten. Zur notwendigen Wiederbelebung diverser Lebensgeister unternahm ich als erstes bei immer noch sommerlichem Kurze-Hosen-Wetter einen Spaziergang. Gedanke dabei: Wenn nach meiner Beobachtung die Fahrer von Autos in der Stadt, die durch besonders aggressive Fahrweise und hohe Lautstärke auffallen, größtenteils männlich, dunkelhaarig und bärtig sind, ist das dann fremdenfeindlich, rassistisch gar, oder nur selektive Wahrnehmung?

Am frühen Abend stand bereits die nächste Gartenparty an: Die Gattin eines Mitglieds des Karnevals-Musikcorps feierte ihren sechsundsechzigsten Geburtstag, und also spielten wir ihr ein Ständchen. Die musikalische Qualität war mäßig und ich meine, eine gewisse Erleichterung in den Gesichtern der Gesellschaft wahrgenommen zu haben, als wir die Instrumente wieder einpackten. Höflich applaudiert wurde dennoch, Bratwurst und Bier bekamen wir auch.

Das leitet über zur Frage 66, die lautet: „Zu welcher Musik tanzt du am liebsten?“ Tanzen, wie lange ist das her … Aufgrund allgemeiner, nicht zu beklagender Ruhigerwerdung komme ich kaum noch dazu. Jedenfalls gibt es schon einige Lieder aus den Achtzigern und Neunzigern, die mich immer noch, wenn die Gelegenheit besteht, auf die Tanzfläche ziehen. Stellvertretend genannt seien „Shout“ von Tears For Fears, „True Faith“ von New Order und „Don‘t Look Back In Anger“ von Oasis. Nur komme man mir bitte nicht mit Paartanz. Wie schön früher dargelegt, habe ich dazu kein Talent.

Sonntag: Über Nacht verabschiedete sich die späte Sommerepisode wieder, morgens beim Aufwachen war sanftes Regenrauschen zu vernehmen. So sollte es laut Ankündigung den ganzen Tag bleiben, und deutlich kühler werden. Die Realität zeigte sich freundlicher: Die Temperatur ließ ein Frühstück auf dem Balkon zu, auch ein paar späte Wespen zeigten sich noch interessiert an Wurst und Käse.

Zum Spaziergang am Nachmittag wappnete ich mich für alle (Regen-)Fälle mit wasserdichten Wanderschuhen und Regenschirm, doch es blieb trocken, sogar die Sonne zeigte sich kurz. Der Schirm erfüllte seine Funktion als Regenverhinderungsschirm wieder perfekt. Auf dem Weg warf ich die Wahlbriefe für die Oberbürgermeister-Stichwahl am kommenden Sonntag ein, wäre das auch erledigt.

Auf dem Münsterplatz präsentierte sich der Bund der Vertriebenen mit Ständen, Bierbude und Bühne. Mit Verlaub, vielleicht ist das auch böse: Müssten die nicht inzwischen ausgestorben sein?

Eine Straße weiter eröffnet demnächst ein neuer Lieferdienst für Schnitzel, laut Anschrift am Ladenlokal mit der weltbesten Schnitzelbowl. Anscheinend erfahren Nahrungsmittel bei jüngeren Leuten nur noch Akzeptanz, wenn sie in einer Bowl gereicht werden. Vielleicht gibt es demnächst auch Brathering- und Mettbrötchenbowl.

Am Bahnübergang Weberstraße stand ich vor geschlossenen Schranken. Kurz darauf fuhr ein Triebzug von National Express durch, wie sie auf der RB 48 eingesetzt sind. Als Fahrtziel war nicht Wuppertal-Oberbarmen angegeben, sondern „Hamster on tour“, was auch immer das nun wieder zu bedeuten hat. Ich war zu überrascht, um ein Foto zu machen.

Aufgrund des unerwarteten Außenbierwetters gönnte ich mir zum Schluss beim bayrischen Wirtshaus in der Innenstadt eine Halbe Oktoberfestbier, das sie zurzeit im Ausschank haben. Das muss man ausnutzen.

Apropos Oktoberfest: Mitbloggerin Kaltmamsell aus München ist vor dem alljährlichen Wiesnwahnsinn nach England geflüchtet und offenbar gut angekommen; ihre Befürchtungen, was alles schief gehen könnte (sie ist mit der Bahn gereist) waren unnötig. Ich wünsche ihr, sofern sie es lesen sollte, sonst auch, einen angenehmen Aufenthalt und hoffe, in einer Woche ähnliches von mir vermelden zu können. Zwar reise ich nicht nach England sondern nur nach Büsum an der Nordsee, aber eben auch mit der Bahn.

Poppelsdorfer Allee
Adenauerallee mit neuen Radspuren, siehe Montag
Festbier

***

Vielen Dank für die Aufmerksamkeit. Kommen Sie gut durch die Woche und bleiben Sie zuversichtlich.

17:30

Woche 42/2023: Der deprimierende Anblick körperrasierter Jungmänner

Montag: »Der Mensch hat unter den Weiten des Himmelszeltes nicht mindere Rechte als das Reh im Wald, der Hase auf dem Feld oder die Robbe im Spülsaum der Ostsee«, befand laut Zeitungsbericht das Amtsgericht Lübeck über das ungeregelte Urinieren, vulgo Wildpinkeln in die Ostsee, was mich bereits am Morgen zum Lächeln veranlasste.

Es ist kalt geworden, zudem morgens dunkel; erstmals in diesem Herbst radelte ich mit Handschuhen und Warnweste zum Werk. Nur am Kopf war es kalt, weil die Helmunterziehmütze beim letzten Garagenräumen in Verlust geraten ist. Die jahreszeitgemäß gesunkenen Temperaturen sind auch ein beliebtes Thema auf den Fluren, bislang traf ich niemanden, der sie beklagt.

Ansonsten heute mehrere Besprechungen voller Traurigkeit wegen des Kollegen, der am Wochenende gestorben ist. Das wird uns noch einige Zeit begleiten.

Abends spielte ich mit der Eisenbahn, das war schön.

…
…

Dienstag: Morgens wurde ich Zeuge eines innerhalb einer Viertelstunde aufkommenden und wieder abklingenden Morgenrots, das zahlreiche Passanten zu Fuß und zu Rad veranlasste, kurz innezuhalten und das Datengerät zu zücken:

7:38
7:40
7:43
7:45
7:47
7:51

Keinen Blick für das Naturleuchten hatte ein stadteinwärts Radfahrender, der eine entgegenkommende Radfahrerin sehr aggressiv beschimpfte: „Dein Licht blendet!“, anstatt es positiv zu sehen, dass sie überhaupt mit Licht fuhr. Das ist keineswegs selbstverständlich, wie auch heute wieder festzustellen war; vor allem die jüngeren finden es offenbar uncool (oder wie die das heute nennen), mit Licht zu fahren. Auf sein Geschrei hin entfuhr mir spontan ein „A…loch“, nur leise, er wird es nicht gehört haben. An meiner Selbstbeherrschung ist noch zu arbeiten.

Aus einer internen Arbeitsanweisung, über den Umgang mit Fehlern: »Leitet gemeinsam im Team Lösungen davon ab, das der Fehler abgestellt wird.« Finde den Fehler.

Mittwoch: Wie bereits morgens im Radio gemeldet wurde, hat die Bonner Bezirksvertretung beschlossen, die Viktoriabrücke, die Nord- und Weststadt über sie trennende Bahnlinien verbindet, umzubenennen in Guido-Westerwelle-Brücke, nachdem mehrere Versuche gescheitert waren, eine Straße oder einen Platz nach dem ehemaligen FDP-Kanzlerkandidaten zu benennen. (Wer hätte schon gern eine Adresse, in der ein FDP-Politiker vorkommt, selbst wenn er nicht mehr lebt, von Genscher vielleicht mal abgesehen. Schlimm genug, dass mein Nachname identisch ist mit dem von Wolfgang K. aus SH.) Nachdem die Brücke mit der üblichen Überschreitung von Zeit- und Kostenrahmen saniert beziehungsweise neu gebaut wurde und bis heute nicht vollendet ist, eine eher zweifelhafte Ehrung.

Die gestern gekaufte neue Fahrradhelmunterziehmütze ist sowohl wärmend als auch frisurerhaltend, daher erscheint mir der Preis von fast zwanzig Euro für ein relativ kleines Stück Stoff zwar nicht angemessen, indes vertretbar.

Bei Wikipedia las ich den Begriff Wenigborster und dachte sogleich an den deprimierenden Anblick körperrasierter Jungmänner.

Abends lief ich nach ich weiß nicht wie vielen Monaten, vielleicht Jahren, erstmals wieder die Runde über die Kennedybrücke ans andere Ufer und die Nordbrücke zurück, mit nur einmal kurz Gehen zwischendurch, und empfand darob einen gewissen Stolz.

Donnerstag: Der ADFC erkennt laut einer Radiomeldung an, dass von Lastenfahrrädern auf Rad- beziehungsweise kombinierten Rad-/Fußwegen eine gewisse Gefahr ausgeht. Deshalb fordert er für große und schnelle Fahrräder eine Aufhebung der Pflicht, Radwege zu benutzen, vielmehr soll ihnen erlaubt werden, auch bei vorhandenem Radweg die Straße zu nutzen. Das wird die Autofahrer freuen. Als kombinierter Radfahrer und Fußgänger frage ich: Wie wäre es stattdessen, wenn die Nutzer großer und schneller Fahrräder anerkennen, dass sie nicht alleine sind im Verkehr?

Zu den Unarten der Radfahrer, unabhängig von Größe und Geschwindigkeit, gehört es übrigens, sich während der Fahrt die Nase zu säubern, indem sie ein Nasenloch zuhalten und durch das andere ihren Rotz in die Umgebung sprühen ohne Rücksicht auf Leute in ihrer Nähe, heute Morgen wieder beobachtet am Rhein. Widerlich. Dabei sind es augenscheinlich immer Radfahrer, die derart rotzen, noch nie sah ich eine Frau dergleichen tun. Vielleicht Zufall.

Nachdem am frühen Abend der Regen durch war, lag das gegenüberliegende Ufer in besonderem Licht

Freitag: Aufgrund familiärer Verwicklungen, die darzulegen hier zu weit führen würde, war ich morgens in Bad Godesberg zu Gast auf einer Hochzeitsfeier von mir bis dahin unbekannten (Ehe-)Leuten. Vorgestellt wurde ich als „der Anhang“, was mir recht war. Die Hochzeitsgesellschaft war nicht allzu groß, niemand der Anwesenden suchte das Gespräch über meine Verbindungen zum Brautpaar, auch das war mir recht. Interessanterweise – auch für die Standesbeamtin, wie sie einräumte – trugen Braut und Bräutigam bereits vor der Vermählung denselben Nachnamen, nicht weil sie Müller, Meier oder Schmitz (wir sind im Rheinland) hießen, sondern weil der Mann die Ex-Frau seines Bruders ehelichte, auch das eine familiäre Verwicklung der eher speziellen Art. Dessen ungeachtet mussten sie sich entscheiden, ob als gemeinsamer Nachname der des Mannes oder der Frau gelten soll, Gesetz ist Gesetz. (Sie entschieden sich für den des Mannes, wie amtlich beurkundet wurde.)

Nach dem Standesamt war geladen in die Wohnung der Frischvermählten, wo Sekt und Häppchen gereicht wurden. Letztere waren auf einem Büffet in einem Zelt im Hof platziert, wo sie zunächst das Interesse der Katze des Hauses weckten. Für die Mitnahme an den Platz standen gewöhnliche Unterteller bereit, vielleicht um möglicher Gier Einhalt zu gebieten. Ich wurde dennoch satt. Es ist erstaunlich, wie viele Häppchen man auf einem Unterteller platzieren kann, wenn es nichts anderes gibt.

Üblicherweise fremdle ich bei Zusammenkünften mit überwiegend unbekannten Leuten etwas. Linderung des damit einhergehenden Unbehagens bringt meist Alkohol: Hauptabnehmer für den Sekt waren der Vizeschwiegervater und ich, während der Geliebte sich in Zurückhaltung übte, da er Auto fahren musste. Nach Rückkehr zu Hause war ein längerer Mittagsschlaf erforderlich.

Samstag: Ich wachte bereits um sechs auf und schlief nicht wieder ein, was für einen Samstag etwas ärgerlich, jedoch nicht zu ändern ist. Während ich, weiterhin auf erfreuliche Träume hoffend, bis zur gewohnten Wochenendaufstehzeit im Bett liegen blieb, kamen mir ein paar ansatzweise gute Ideen zu einem (durchaus erfreulichen) Thema, über das ich mir ohnehin noch Gedanken machen wollte, wovon später, als ich sie notierte, schätzungsweise noch siebzig bis achtzig Prozent präsent waren. Um was es ging, darüber werde ich Sie zu gegebener Zeit in Kenntnis setzen.

Nach etwa fünfundzwanzig Jahren habe ich entschieden, mein Abonnement der Zeitschrift PSYCHOLOGIE HEUTE zu kündigen, vor allem aus zeitlichen Gründen. Die hierdurch freigewordene Lesezeit werde ich nutzen, um endlich den Stapel der ungelesenen Bücher zu reduzieren. Nicht ausschlaggebend für die Kündigung, gleichwohl zunehmend als störend empfunden ist die dort seit einiger Zeit praktizierte vermeintlich geschlechterneutrale Sprache in der Form, abwechselnd innerhalb desselben Artikels mal die männliche, mal die weibliche Form zu verwenden, also etwa so: »Wissenschaftlerinnen sind sich einig, dass viele Psychotherapeuten nicht alle Tassen im Schrank haben.« (Ausgedachtes Textbeispiel.)

Sonntag: Deutlich länger geschlafen als am Vortag mit einem abwechslungsreichen, bunten Traumprogramm. Womöglich besteht ein mittelbarer Zusammenhang mit dem in einem Partykeller verbrachten Vorabend, wo wir mit Freunden in Lederhosen, Weißwurst und Getränken den laufenden Monat feierten. (Anscheinend halten nicht wenige Leute nur für diesen zeitlich-saisonal beschränkten Zweck ganzjährig Lederhosen beziehungsweise Trachtenblusen vor.)

Während des Spaziergangs ging ich an einem am Straßenrand geparkten Wohnmobil vorbei, an dessen Seitenscheibe von innen ein Zettel geheftet war: »Probleme? +49 – 171 …« Für welche Art von Problemen der Besitzer des Wagens Lösungen bereithält, war nicht näher ausgeführt. Falls Sie gerade Probleme plagen, stelle ich Ihnen auf Anfrage gerne die vollständige Telefonnummer zur Verfügung.

***

Kommen Sie gut durch die Woche.

Woche 26: Provence, Vaucluse, Drôme – Hauptsache Südfrankreich

Südfrankreich finden wir schön, deswegen fahren wir da andauernd hin – auch wenn diese Sprache und ich wohl niemals richtige Freunde werden. Übrigens liegt unser Ort Malaucène nicht in der Provence, sondern im Vaucluse; die eigentliche Provence beginnt südlicher. Das macht aber nichts, ist genau so schön. Außerdem hält dies diverse Markthändler und Souvenirläden der Region nicht davon ab, ihre feilgebotenen Waren als „provençale“ zu bezeichnen, den Touristen stört es nicht, denn er wähnt sich ja in der Provence. So wie sich der Bonn(besuch)er in der Altstadt wähnt, wenn er in die Innere Nordstadt kommt. Egal.

Also waren wir in der vergangenen Woche wieder dort. Dieses Mal endete der Urlaub mit einem besonderen Ereignis: wir waren zur Hochzeit in einer befreundeten Winzerfamilie im Drôme eingeladen, was ohne Zweifel eine große Ehre ist. Hierbei lernte ich etwas über französische Vermählungen. Erstens: Wenn der Termin in der mairie für 16 Uhr angesetzt ist, dann heißt das noch lange nicht, dass das Brautpaar um 16 Uhr schon anwesend ist. Zweitens: Der Bräutigam darf die Braut schon vor dem Jawort küssen. Drittens: Die Stimmung während der Zeremonie in der Kirche ist angenehm locker, statt Orgel greift der Pfarrer zur Gitarre, Freunde und Familie werden aktiv in das Geschehen eingebunden, und wenns schön ist, darf applaudiert werden. Viertens: Auch der Ablauf des Abendessens weicht von gewohnten Gepflogenheiten ab – zwischen Vorspeise und Hauptgang gibts erstmal eine Stunde Party mit Tanzen, damit die Gäste wieder Hunger bekommen. Ob das in Frankreich so üblich ist, weiß ich nicht, hier war es so. Um Mitternacht dann die riesige Hochzeitstorte, das kennt man wieder. Ein schöner Abend, die Stimmung war trotz Gewitter und Regen ausgezeichnet.

Eine weitere angenehme Begleiterscheinung der Woche war das Wetter: zumeist sonnig um dreißig Grad, das vermisse ich besonders. Da hilft auch kein Regenbogen über der Eifel gestern Abend auf der Rückfahrt.

Ein paar Bilder habe ich die Woche auch wieder gemacht. Inspiriert durch Martins #weekstagram habe ich mir erlaubt, einige davon durch den bekannten Filter zu ziehen. Voila:

30-0130-0230-0330-0430-0530-0630-0730-0830-0930-1030-1130-1230-1330-1430-1530-1630-17