Woche 27/2026: Kollektives Aufatmen und irgendwas mit Fußball

Montag: Über Nacht ist es etwas – nun ja, kühler wäre das falsche Wort, mit unter dreißig Grad immerhin etwas weniger warm geworden; überall, in Gesprächen, Nachrichten, den Blogs ist kollektives Aufatmen zu vernehmen. Bis zur nächsten Hitzewelle, die ganz sicher kommen wird. (Vorstehendes schrieb ich nur aus chronistischen Gründen, falls ich oder irgendwer anderes das irgendwann nachlesen sollte. Zum Zeitpunkt, wenn Sie es lesen werden, also in einer Woche, werden Sie es schon mehrfach woanders gelesen oder gehört, vor allem selbst bemerkt haben. Oder wie Herr Fischer schrieb:

[Irgendwas mit Abkühlung und willkommen und so] Nur, damit ich es auch geschrieben hab.

Klammer zu.)

Auch im Büro ist es wieder deutlich kühler als vergangene Woche, zeitweise überzog leichte Gänsehaut die kurzbeärmelten Arme, was nicht viel bedeutet, manchmal fröstelt es mich auch bei vierundzwanzig Grad.

Schweißtreibend dagegen nachmittags der Sport im überraschend vollen Studio, nach zwei Runden durch den Parcours war mein Bewegungsdrang befriedigt.

Gunkl meint: »Um der Beschreibung der Welt etwas Positives hinzuzufügen, sollte es gegenüber von „leider“ auch das Wort „freuder“ geben, finde ich.« Finde ich auch.

Dienstag: Nachts wachte ich auf durch regelmäßige wiederkehrendes Gruppengeschrei aus der erweiterten Nachbarschaft, das wechselnd nach Jubel und Entsetzen klang, wobei sich, wie wir wissen, letzteres durchsetzte. Ich blieb unentsetzt, blieben uns doch stundenlang durch die Stadt lärmende Autokorsos erspart.

In einer Mail las ich AFAIU und musste recherchieren, was es bedeutet: „As far as I understand“. Woraufhin der Sprachnerv etwas zuckte.

Auf dem Fuß-Rückweg vom Werk sah ich auf einem Bildschirm vor einer Gaststätte einen Experten sprechen, ich glaube Thomas Hitzelsperger, kenne mich da nicht so aus. Vermutlich beantwortete er die bei Sportreportern so beliebte Frage, woran es gelegen habe. Niemand der Gäste hörte hin.

Feierabend am Rheinpavillon. Denken Sie sich gerne ein Erfrischungsgetränk dazu.
Abendbalkonblick. Hier dürfen Sie ebenfalls ein Begleitgetränk mitdenken.

Mittwoch: Und schon ist das erste Halbjahr ver- und die Welt nicht untergangen. In wenigen Wochen wird wieder Klage geführt wegen in Supermärkten erhältlicher Dominosteine, als hätte die amtierende Wirtschaftsministerin einen Kaufzwang verordnet.

Aus gegebenem Anlass nochmals Gunkl: „Irgendwie ist oder war gerade etwas mit Gruppenphase. Näheres entnehmen Sie bitte der Fachpresse.“

Vor vier Wochen, in unserer ersten Urlaubswoche, notierte ich meine Beobachtung bezüglich radfahrender Paare, bei denen meistens das Männchen vorneweg fährt. Hierzu ist bei Herrn Pesch gleichsam die Innenansicht eines solchen Paares nachzulesen.

Es ist immer wieder beruhigend, wenn man für sich eine Frage, die mit „Bin ich eigentlich der einzige, der …“ beginnt, mit Nein beantworten kann: Der Mitblogger aus Hamburg teilt meine tiefe Abneigung gegen den zunehmenden Bindestrichverzicht. Hier ein besonders schmerzhaftes Beispiel aus der Inneren Nordstadt:

Archivbild

Donnerstag: Morgens auf dem Weg ins Werk sah ich neben den Wohnhäusern am Rhein eine Frau stehen, mir den Rücken zugekehrt und rauchend. Sie trug ein quergestreiftes Oberteil, das auffallend mit den heruntergelassenen Jalousien vor dem Fenster daneben harmonierte. Leider bemerkte ich das erst richtig, als ich schon an ihr vorbeiging, für ein Foto war es da zu spät; bitte denken Sie sich ein entsprechendes Bild.

An den Laternenpfählen am Rheinufer werden per Plakaten Selbstverteidigungskurse für Frauen* angeboten, wie vorstehend mit Sternchen hinter „Frauen“. Wofür das Sternchen steht, ist zumindest für mich nicht zu erkennen, es verweist nicht auf eine Fußnote. Vermutlich wird vorausgesetzt, dass modern-urbane Menschen auch ohne Fußnote den Unterschied zwischen besternten und unbesternten Frauen kennen.

Der ersten Besprechung des Tages trat ich mit mehrminütiger Verspätung bei, weil ich zuvor während der Bearbeitung eines Gewerkes in eine Art Flow-Zustand geraten war, der mich die Zeit vergessen ließ. Bald war klar, dass ich nichts verpasst hatte, wie man in versäumten Regel-Besprechungen ohnehin selten etwas verpasst.

Dort hörte ich erstmals das Wort „Impediment“ als Synonym für Hindernis, wie eine kurze Recherche ergab. Vier Silben für den pseudogebildeten Begriff, immerhin eine weniger als „Herausforderung“, dafür zwei mehr als das in Berater- und Geschäftskreisen geächtete „Problem“. Werde ich mir wohl nicht merken.

Freitag: Laut kleiner kalender beginnen heute die Ehrentage der Klimaanlage, warum auch nicht, irgendwas ist bekanntlich immer. Eher Mitgefühl empfinde ich für das mobile Klimagerät im Kiosk um die Ecke, das wie Sisyphus seinen Auftrag nicht erfüllen kann, weil die Ladentür den ganzen Tag offen steht.

Samstag: Für den Abend waren wir zur Feier eines hundertdreißigsten Geburtstags eingeladen: Die Kollegin wurde sechzig, ihr Gatte, ebenfalls ehemaliger Kollege, siebzig. Gefeiert wurde in einer Gaststätte im rechtsrheinischen Ortsteil Niederholtorf, von uns aus mit dem Bus bestens zu erreichen, auch wenn er auf dem Rückweg wegen irgendwas mit Fußball im Stau stand und wir deshalb ab Beuel zu Fuß weitergingen, was uns einen angenehmen Spaziergang bescherte. Wir hätten auch im Bus sitzen bleiben können, er traf fast exakt zur selben Zeit bei der Zielhaltestelle ein wie wir zu Fuß, nur wäre uns dann der Spaziergang entgangen.

Unter den Gästen der Feier waren mehrere teils länger nicht gesehene Kolleginnen, davon zwei bereits im Ruhestand, die glaubhaft versicherten, dass ihnen die Arbeit überhaupt nicht fehle, ach was. Musikalisch begleitet wurde der Abend zeitweise durch eine örtliche Hobbyband, die mit großer Ausdauer und ansprechender Qualität Hits aus vergangenen Zeiten spielte. Wobei ich mir auch hier die bereits früher geäußerte Anmerkung erlaube, manche Lieder sollten nicht nachgespielt werden, die Band kann dabei nur verlieren, in diesem Fall „Music“ von John Miles. Meine ebenfalls mehrfach geäußerte grundsätzliche Abneigung gegen Livemusik als Störfaktor auf Veranstaltungen, wo man sich mit anderen Menschen unterhalten möchte, schlug nicht an, da die Band drinnen im Saal spielte, während wir mit den Kolleginnen im Außenbereich saßen und uns bestens unterhielten. Sehr entgegen kam mir auch der Wunsch der Gastgeber, statt eines Geschenks eine Spende für den Verein „Lebensqualität im Alter“ zu hinterlassen. Liebe A., lieber J., vielen Dank für den schönen Abend bei und mit euch!

Sonntag: Apropos hundertdreißig – Zeit für die nächste Frage aus der Liste. Nummer 130 lautet: „Welcher Tag der Woche ist dein Lieblingstag?“ Ganz klar der Samstag. Ich kann (meistens) ausschlafen, weil ich nicht ins Büro muss, und der ebenfalls freie Sonntag liegt noch vor uns. Den Sonntag mag ich auch sehr, zumal mittlerweile nur noch sehr selten ab dem späten Nachmittag das Vorgrauen (mir fiel kein besseres Wort für das Gegenteil von Vorfreude ein) auf den Montag die Stimmung trübt.

Zu einem gelungenen Sonntag gehört der in der Regel mehrstündige Spaziergang am Nachmittag. Der führte heute rüber nach Beuel, um Straßenbahnen zu fotografieren. (Wiederum nur für die Chronik, die meisten von Ihnen wird es nicht interessieren, lesen Sie deshalb gerne nach der Klammer weiter: Wegen Bauarbeiten wird die Stadtbahnlinie 66 in Richtung Königswinter / Bad Honnef zurzeit umgeleitet über Beuel, Limperich und Küdinghofen. Deshalb fahren vorübergehend die großen Stadtbahnzüge durch die Beueler Innenstadt, wo sonst ausschließlich Niederflur-Straßenbahnwagen verkehren.)

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Da die Autobahnbrücke im Bonner Norden weiterhin gesperrt ist, hat die Stadt Maßnahmen ergriffen, um die daraus resultierenden Verkehrstumulte zu lindern. Eine davon ist, dass die Fahrradspuren auf der Kenndybrücke nur noch in jeweils eine Richtung benutzt werden dürfen: die nördliche nach Bonn, die südliche nach Beuel. Zu meinem großen Erstaunen halten sich die meisten Radfahrer daran, während zweimaliger Brückenüberquerung zählte ich insgesamt nur vier Falschfahrer.

Am Straßenrand in Beuel parkte ein Wagen mit der Anschrift „Gesellschaft für Endlagererkundung“. Vielleicht das Dienstfahrzeug der örtlichen Friedhofsverwaltung.

Es ist mit um die zweiundzwanzig Grad deutlich kühler geworden, zeitweise fiel etwas Regen. Man sieht wieder Leute in Jacken, vereinzelt sogar Daunenjacken. Sicher ist es sinnvoll, auf Unbill vorbereitet zu sein. Der Schneeschieber neben einem Hauseingang erschien mir indes etwas übertrieben.

Auch in Beuel

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Vielen Dank für die Aufmerksamkeit, kommen Sie gut durch die Woche. Mein Lieblingstag außerhalb des Wochenendes ist übrigens der Donnerstag, vor allem in kleinen Wochen, wenn ich frei habe. Wie in der kommenden, voraussichtlich bei Wanderwetter.

18:00

Woche 31/2025: Es schadet ja nicht

Montag: Der Regen am Sonntag vertrieb vorerst die sommerliche Wärme und brachte Jackenkühle ins Land. Morgens ließ sich bereits ein erster Hauch von Herbst erahnen, vorläufig noch eher ein Gefühl denn eine Wahrnehmung, doch sehr lange dauert es nicht mehr, bis es deutlich wahrnehmbar später hell und früher dunkel wird, die Luft ein erstes herbstliches Aroma annimmt. Die Mauersegler sind bereits fort und in München wird das Oktoberfest aufgebaut.

Beim Brötchenkauf am Abend nahm ich einen Gesprächsschnipsel zwischen zwei jungen Männern wahr, deren einer also sprach: „Ich muss meine Agenda vorantreiben“. Ich berichte das, weil das Gesagte in erfrischendem Widerspruch stand zu der Form, wie es gesagt wurde: Während der Satz sich in bestem Businesskasperdialekt liest, bediente sich der Sprecher reinster Kanakensprache, Verzeihung: Kanaksprak.

Dienstag: Ein weiteres Kennzeichen des nahenden Herbstes ist alljährlich die absurde Empörung über Dominosteine in den Supermärkten im Spätsommer, als gäbe es eine Kaufverpflichtung. WDR 4 fragte morgens gar seine Hörer nach ihrer völlig unmaßgeblichen Meinung dazu. Vielleicht sollte man Marzipankartoffeln, Spekulatius und Dominosteine einfach ganzjährig anbieten, dann hätte sich diese unsinnige Diskussion erledigt. Käufer fänden sich bestimmt.

Auf dem Fußweg zurück vom Werk ging ich einer dunkel dräuenden Wolkenfront entgegen, die laut Wetter-App nördlich vorüber ziehen würde. Leider fühlte sich die Front nicht an die Vorhersage gebunden, vielmehr trieb sie mich mit Wind und dicken Tropfen in eine Gaststätte. Was soll man machen.

Noch in sicherer Entfernung

Im Feuilleton der Tageszeitung ein Gedicht von Ernst Jandl: „das stück, darin / ich keine Rolle spiele / ist meines.“ Ich fühle mich seltsam angesprochen.

Mittwoch: Heute gingen Anzugwetter und Anzugtragelaune eine günstige Konstellation ein, was meine Bekleidungsauswahl am Morgen entsprechend beeinflusste. Manchmal muss es sein, auch wenn ich auf der Etage anscheinend der Letzte bin, der daran noch Freude hat. Deshalb erst recht.

Warum halten es manche für intellektuell schick*, „wishlist“ sagen zu müssen, wenn sie Wunschzettel meinen? Oder „out of office“, wenn sie keine Lust haben, ins Büro zu kommen?

*vor einiger Zeit gelesen bei Frau Anje, für gut befunden und notiert. Mit herzlichem Gruß nach Greven oder Borkum.

Vielen Dank an den Schweizer Tagesanzeiger für das erhellende Lesebeispiel:

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Vormittags kehrte der Liebste wohlbehalten von der Geschäftsreise aus Amerika zurück. Meine leise Befürchtung, sie könnten ihn dort behalten oder gar nicht erst reinlassen, weil sie im Blog seines Gatten, also hier, antipräsidiale Lästereien ausgemacht haben, hatte sich zum Glück nicht bewahrheitet. Man muss ja mittlerweile auf alles gefasst sein.

Donnerstag: Morgens gehe ich regelmäßig an der recht neuen Filiale der großen amerikanischen Cafékette am Marktplatz vorbei. Sie wirkt sehr einladend. Vermutlich würde ich sie gelegentlich aufsuchen, wenn es nicht die große amerikanische Kette wäre.

Am Rheinufer kläffte mich morgens ein Dackel an. Da mir Dackel grundsätzlich sympathisch sind, verzichtete ich auf eine Unmutsäußerung gegen das Tier und bemerkte in Richtung der Halterin: „Der hat ja eine große Klappe.“ Daraufhin erwiderte sie: „Ja, der ist total bekloppt.“ Das fand ich auch sehr sympathisch.

Vergangene Woche äußerte ich mich lästerlich gegen Klappfahrräder und deren Nutzer. Völlig unklar ist mir hingegen der Sinn dieser Fahrradmonster mit Walzenreifen dick wie Feuerwehrschläuche, deren grobstolliges Profil ein bedrohlich klingendes Singen erzeugt, wodurch ihr Herannahen schon aus der Ferne zu vernehmen ist. Ungefähr so sympathisch wie sogenannte Sportwagen mit knallfurzendem Auspuff.

Auf dem Rückweg sah ich einen Jugendlichen, der die meisten Klischees erfüllte: Trinkflasche in der Hand, Ohrstöpsel, und vor jedem vierten Fenster blieb er stehen, um sich in dessen Spiegelung die Alpakalocken zurecht zu wuscheln, die danach genauso lagen wie vorher. Auch irgendwie sympathisch.

Gelesen unter einem Blogartikel: „Dieser Beitrag erschien zuerst am 31. Mai 2018 und wurde leicht geändert, aber nicht gegendert.“ Wie mögen die drei letzten Wörter zu verstehen sein: als Trotzreaktion oder als Entschuldigung?

Gedanke: Kann es sein, dass bei Kolleg*innen, Kund*innen und Expert*innen jeweils männliche Personen ausgeschlossen werden, bei Lehrer*innen, Radfahrer*innen und Stahlträger*innen hingegen nicht?

Freitag: Was schön war: Die für heute angekündigten Schauer mit Starkregen und Gewitter fielen zumindest hier aus, so dass ich weitgehend unberegnet zum Werk und nicht allzu spät zurück radeln konnte; auf dem Rückweg fielen nur wenige Tropfen, die nicht weiter störten. Auch sonst bot dieser letzte Arbeitstag der Woche keinen Grund zum Unmut. Man muss sich auch über kleine Dinge freuen können, ganz wichtig.

Samstag: Nachdem wie berichtet vor zwei Wochen der Pride Bonn stattfand, schloss sich heute Beethovens Bunte an, gleichsam der Bonner CSD. Warum es innerhalb so kurzer Zeit zwei derartige Veranstaltungen mit identischem Anliegen gibt, weiß ich nicht, aber es schadet ja nicht. Vor zwei Wochen äußerte ich mich erleichtert darüber, dass es keine Störungen durch sogenannte Rechte* gab. Das war heute anders: Am Rande des Münsterplatzes hatte sich mittags ein Grüppchen dunkel gekleideter junger – nun ja: Männer mit einem Banner platziert; ein pickelgesichtiger Jüngling plärrte etwas unbeholfen akustisch schwer verständliche, mutmaßlich homophobe Parolen in ein Megafon. Sie waren zu siebt, laut Zeitung waren sechzig angemeldet. Den sieben Zwergen ohne Schneewittchen stand eine wesentlich größere Gruppe linker Aktivisten gegenüber, die deren verbale Absonderungen lautstark übertönten. Was genau sie erwiderten, war ebenfalls akustisch schwer zu verstehen, doch fand ich ihre Überzahl beruhigend, auch wenn ich mit den Zielen und Aussagen linker Aktivisten nicht immer vorbehaltlos übereinstimme.

*Es fällt mir weiterhin schwer, sie so zu nennen, steckt dasselbe Wort doch auch in Menschenrechte, Gerechtigkeit und Rechtsprechung.

Als ich nachmittags im Rahmen des Leergutentsorgungsgangs nochmals den Münsterplatz aufsuchte, waren sowohl die rechten als auch die linken Schreihälse verschwunden, man hatte sich wohl gegenseitig heiser geschrieen. Stattdessen fand das CSD-Fest im gewohnt friedlichen Rahmen statt mit Bühnenprogramm, Informationsständen und einem Getränkestand, wo ich zum Zeichen der Verbundenheit zwei Kölsch trank und das regenbogenbunte Treiben betrachtete. Hoffentlich ist das noch lange ungestört möglich. Heute waren es nur sieben.

Anfang September 1999 gab es diese Veranstaltung unter der Bezeichnung „Schwul-lesbisches Sommerfest“ zum ersten Mal in Bonn. Damals war ich mitten dabei und bekam doch nicht viel davon mit, weil ich selbst in der Getränkebude stand, wo viel zu tun war. Sechsundzwanzig Jahre ist das her, wie die Zeit vergeht.

Das bringt mich zur nächsten Frage. Nr. 26 lautet: „Warst du ein glückliches Kind?“ Ja, das war ich, auch wenn ich auf Schulsport und den zu häufig gehörten Satz „Du musst mehr essen, damit du was auf die Rippen bekommst“ gerne verzichtet hätte. Doch das Gute überwog bei weitem, es hat mir an nichts gefehlt, dafür bin ich sehr dankbar.

Aus einem Zeitungsartikel über unterschiedliche Serienkuckgewohnheiten von Männern und Frauen: „… 44 Prozent der weiblichen Zuschauenden, aber nur 38 Prozent der männlichen …“

Sonntag: Neununddreißigtausend Rolltreppen, amtlich „Fahrtreppen“ gibt es in Deutschland, steht in der Sonntagszeitung. Außerdem ist heute nationaler Senftag, weiß der kleine kalender. Somit wissen Sie das nun auch, falls Sie mal danach gefragt werden sollten oder auf einer Party sind, wo die Gespräche zu versiegen drohen.

Beim Spaziergang sah ich einen, der mit einer Hand einen Kinderwagen schob, in der anderen hielt er – nein, kein Datengerät, sondern eine Bierflasche. Vielleicht sollte man auch für Elternschaft eine Art Führerschein einführen.

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Vielen Dank für die Aufmerksamkeit, kommen Sie gut durch die Woche.

Redaktionsschluss: 17:00