Wenn weiße Wagen wühlen

Mit Einbruch der Dunkelheit tauchen sie auf, schleichen durch die engen Straßen der Altstadt – weiße Lieferwagen mit zwielichtigen Insassen und auswärtigem Kennzeichen. Gleich bleicher Honigbienen bewegen sie sich von Haufen zu Haufen, auf der Suche nach brauchbarem, verkäuflichem, Metall die bevorzugte Beute. Darum seien Fahrräder an diesem Abend besonders gut verschlossen, Tische und Stühle der Außengastronomie rechtzeitig herein geholt; Menschen mit eisernem Willen oder Nerven wie Drahtseilen sollten die Altstadt meiden, wollen sie sich nicht jäh in einem der weißen Wagen wiederfinden.

Was einst der gelbe Wagen brachte, holt nun der weiße wieder ab. Was tagsüber sorgsam am Straßenrande gestapelt, ist bald zerwühlt, geplündert, großflächig gestreut, ein Bild blinder Brutalität; schwefeliger Dunst in der Luft, in der Ferne heisere Schreie, Hundebellen. Bis am Morgen der orange Wagen kommt und die gewohnte Ordnung wieder herstellt. Zurück bleiben Kühlschränke, Fernseher und Farbeimer, die niemandem mehr gehören.

Alle drei Monate wieder. Die genauen Termine finden Sie in Ihrem Abfallkalender.

Kirschblüte in der Bonner Altstadt

Japan ist nicht nur Namensgeber der gleichnamigen Blüten- oder Zierkirsche, sondern gilt auch als sehr dicht besiedeltes Land. Das dürfte in diesen Tagen anders sein, vermutlich bekommt man zurzeit in der Tokioter U-Bahn mühelos einen Sitzplatz, auch im Berufsverkehr, denn anscheinend ist die Hälfte der Bevölkerung nach Bonn gereist, um die alljährliche Kirschblüte in der Altstadt (die eigentlich gar nicht die Altstadt ist, sondern die Innere Nordstadt, aber wir wollen nicht kleinlich sein) zu besichtigen und fotografieren.

Hierfür habe ich volles Verständnis, sehen Sie selbst:

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