Woche 36: Das geht gar nicht

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Montag: In Beuel gibt es die Musikschule „Metronom“. Das ist, finde ich, ein sehr schöner Name für eine Musikschule. Allemal schöner als „Sekundreibung“ oder „forzato“.

Dienstag: Vorteil einer Bahnreise: Man kann unterwegs arbeiten. Man muss es aber nicht.

Mittwoch: Gewiss ist Fernweh kein Schmerz, welcher mich plagt. Als ich jedoch am Morgen aus geschäftlichen Gründen mit dem IC nach Duisburg fuhr, fragte ich mich einen kurzen Moment, wie es sei, einfach im Zug sitzen zu bleiben. Andererseits – was sollte ich um zwölf Uhr sechzehn in Norddeich Mole? – Auf der Rückfahrt aus Duisburg tat ich, was ich während Zugfahrten am liebsten tue: aus dem Fenster schauen. Auf einer Wiese erblickte ich ein Pferd, welchem man eine Art Mantel mit Zebramuster übergeworfen hatte. Ich weiß nicht, ob Pferde zur Schamempfindung in der Lage sind; wenn ja, dann hatte dieser Gaul allen Grund dazu.

Donnerstag: Nachdem im Radio Max Giesinger mal wieder die frustrierte Mutter hatte tanzen lassen, berichtete man von Julian, achtzehn Jahre alt und somit erstmals zur Wahl berechtigt. „Was macht das mit ihm?“, fragt die Radiofrau.

Freitag: Am Mittag brach mir bei Köttbullar in der Kantine ein Zacken aus der Krone. Backenzahn unten links, vier.

Samstag: „Vor­ne im Au­to qual­men, wenn hin­ten Kin­der sit­zen – das geht Ex­per­ten zu­fol­ge gar nicht.“, steht in der Zeitung. Ein Lob dem Expertenscharfsinn und dem Journalismus, der das aufgedeckt hat. Die Tage wurde übrigens ein SPD-Experte zitiert. Bemerkenswert, auf welchen Gebieten es alles Experten gibt.

Sonntag: „Ausspähen unter Freunden – das geht  g a r  nicht„, so einst Frau Merkel. Ging dann aber doch irgendwie. Was hingegen  g a r  nicht geht sind kleine Stoffbärchen an Rucksäcken erwachsener Menschen.

Woche 2: Karneval gibt es auch in Recklinghausen

Montag: Die Stadtbahn verspätet, Bahnen, Straßen und Büroflure voller Menschen. Sie sind wieder da. Unterdessen hebt die offizielle Bestätigung eines schon lange geraunten Gerüchtes, dessen Inhalt ich Ihnen erspare, die Laune der Belegschaft. Frohes neues Jahr.

Dienstag: Ich mag meine beiden Bürokolleginnen sehr. Doch es gibt Tage, an denen ich die Erfindung des Telefons verfluche. – Zitat des Abends: „Ich kann auch nett, bringt aber nichts.“

Mittwoch: Ein die Straßenbahngleise blockierender LKW beschert mir in Verbindung mit einem zwar angekündigten, gleichwohl unsichtbaren Schienenersatzverkehr einen Feierabend-Spaziergang durch die Bonner Südstadt. Immer positiv denken, auch bei Regen und eisigem Wind. – Abends erste Chorprobe des Jahres mit Sekundreibung, Quintenfallsequenz und Nonenvorhalt.

Donnerstag: Warten auf Egon – Ruhe vor dem Sturm.

Freitag: (Schne)egon spaltet die Menschen in Nordrhein-Westfalen. Während die einen auf schneeglatten Straßen verzweifeln, fragen die anderen bei WDR 2 an, wo denn der versprochene Schnee bliebe, auf den sich ihre Kinder so gefreut haben.

Samstag: Nach einem Gesangsauftritt auf der Prunksitzung der Fidelen Burggrafen in der Godesberger Stadthalle wurde ich nach einer Autogrammkarte gefragt. Die Dame wollte mich ein wenig veräppeln, nehme ich an.

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Sonntag: Karneval gibt es auch in Recklinghausen. Wer hätte das gedacht. Gut, sie rufen „Helau“ dabei, aber wer bin ich, dass ich darüber richtete?