Woche 14/2026: Wirsing, Wanderlust und Weltfrieden

Montag: Die Müdigkeit am ersten Arbeitstag in Sommerzeit war nicht größer als sonst. Wobei der Begriff „Sommerzeit“ angesichts der derzeit herrschenden Kühle unangebracht erscheint.

Beklagte ich vergangene Woche ein deutliches Zuviel an Besprechungen, so begann diese diesbezüglich moderat. Nur ein für eine halbe Stunde angesetzter Regeltermin, der bereits nach einer Viertelstunde endete, beanspruchte meine Zeit, und selbst der hätte nicht sein müssen. Ließe man ihn dauerhaft ausfallen, hätte das keinerlei schädliche Auswirkung. Vielleicht sollte ich das dem Initiator gelegentlich vorschlagen. Doch stellt dieser Tag eine Ausnahme dar, ab morgen ist der Kalender schon wieder reichlich gefüllt.

In die Kantine ging ich erst spät, weil dann die Chance auf ungestörtes Alleinessen, wonach mir heute war, größer ist. Dort wählte ich das „Wirsinggemüse untereinander mit Rinderhackfleisch und Kartoffeln“. Die Optik des Gerichtes war sehr unvorteilhaft, eine gräuliche-brockige Pampe von breiiger Konsistenz; die darübergestreuten Lauchschnipsel vermochten kaum die deutliche Ähnlichkeit mit bereits Gegessenem, wie es sonntagmorgens gelegentlich auf Gehwegen und in Hauseingängen vorzufinden ist, zu kaschieren. Geschmacklich war es hingegen einwandfrei. Aus demselben Grund aß ich früher weder Wurstebrei noch Labskaus, weigerte mich, es nur zu probieren. Mittlerweile esse ich beides gerne.

Im Briefkasten lag nachmittags die Karte von DPD, das Paket aus München konnte auch im zweiten Versand nicht auf Anhieb zugestellt werden. Weiß der Himmel, wie DHL, Hermes und Amazon das fast immer schaffen. Laut Benachrichtigung kann ich es wieder im nahegelegenen Laden abholen. Morgen Abend der nächste Versuch.

Dienstag: „Ei-nmalige Deals“ las ich morgens auf einem mit Hase und bunten Eiern dekorierten Plakat in einem Schaufenster. Da kann man froh sein, dass Ostern bald vorüber ist.

Vorüber auch das Warten auf das Paket aus München: Heute Abend konnte ich es endlich aus dem Laden abholen. Es enthielt mehrere Flaschen Bier aus der berühmten Klosterbrauerei am Ammersee. Liebe N., herzlichen Dank dafür, mindestens eine Flasche davon trinke ich auf Ihr Wohl!

Eine weitere, unerwartete Sendung erreichte mich: Abends lag ein Brief aus Bonn-Lannesdorf im Briefkasten, über den ich mich ebenfalls freue. Darin unter anderem dieser Satz über Anzüge: „Ich finde, Anzüge sollten entweder komplett abgeschafft werden oder wieder mehr zum Standard gehören.“ Die Oder-Option ist mir deutlich sympathischer. – Lieber T., herzlichen Dank! Antwort kommt.

Mittwoch: An diesem 1. April blieb ich von Aprilscherzen aller Art verschont, jedenfalls bis zum Zeitpunkt der Notiz am frühen Abend. Vielleicht habe ich es auch nur nicht gemerkt und nahm Tageserlebnisse ernst, die als Spaß gedacht waren, wobei mir tagesrückblickend nichts einfällt, das anzuzweifeln wäre, jedenfalls nicht mehr als an anderen Tagen. Generell scheinen Aprilscherze in den letzten Jahren aus der Mode gekommen zu sein, was wenig verwundert in Zeiten, da man ohnehin nicht mehr weiß, was wahr ist und was gelogen beziehungsweise halluziniert.

Seit der neuen Windows-Version weist der Bürorechner eine kleine Verschlechterung auf: Bislang startete ich ihn bei zugeklapptem Deckel über einen Knopf der Docking-Station. Wenn ich das nun versuche, erscheint auf dem Monitor der Sicherheitswolf, ansonsten passiert nichts. Ich muss vielmehr das Laptop aufklappen und über dessen Einschaltknopf starten. Erst dann kann ich es wieder zuklappen. Meine Kollegen machen das schon immer so, lange vor dem neuen Windows, viele von ihnen lassen das Laptop den ganzen Tag aufgeklappt, zusätzlich zum großen Monitor, was ich nie recht verstanden habe. So hat ein jeder seine Gewohnheiten. Vorteil der neuen Version: Um den Bildschirm zu entsperren, muss man vor Eingabe von Nutzerkennung und Passwort nicht mehr Strg + Alt + Entf drücken, es genügt irgendeine Taste. Immerhin das ist eine kleine Verbesserung, wie ich in der letzten Woche mit bewegungsbeschränkter Hand merkte.

Im Büro bekam ich ansonsten einiges geschafft, weil mein Tatendrang von nur zwei Besprechungen unterbrochen wurde, deren letzte allerdings sehr spät lag und auch noch überzogen wurde. Dadurch geriet der Arbeitstag recht lang, worüber hinwegtröstet, dass es für mich der letzte dieser Woche war; morgen habe ich frei, danach beschert uns das Christentum vier freie Tage, jedenfalls denjenigen, die das Privileg der gewöhnlichen Fünftagewoche genießen. Gepriesen sei der Herr.

An erfreulichem privaten Posteingang herrscht momentan kein Mangel; zurzeit pflege ich vier aktive Brieffreundschaften mit Mitbloggern, das finde ich sehr schön. Heute erhielt ich wieder eine Postkarte aus Duisburg, die mich in einen gewissen Zugzwang bringt, da der kürzlich erhaltene Brief desselben Absenders noch der Beantwortung harrt. Ich weiß, er nimmt es mir nicht übel, in den nächsten Tagen finde ich hoffentlich Zeit dafür. Lieber M., herzlichen Dank!

Donnerstag: Auch diesen freien Tag nutzte ich für eine Wanderung. Wegen eines Gesundheitstermins am Nachmittag durfte sie nicht zu lang und nicht mit einer längeren An- und Abreise verbunden sein. Auch sollte sie wegen des genesenden Ellenbogens möglichst geringe Stolper- und Sturzgefahr aufweisen. Somit kamen Rhein-, Sieg- und Ahrsteig nicht in Frage. Stattdessen fuhr ich nach dem Frühstück in einem Bäckereicafé mit der Straßenbahn nach Bonn-Oberkassel, eine Viertelstunde später konnte es losgehen. Der knapp 17 Kilometer lange Rundweg führte über den Ennert, eine Erhebung östlich von Bonn, durch Wälder, Felder und die Dörfer Vinxel und Oberholtorf. Es ist ohne größere Anstrengung zu schaffen, das erhoffte Wanderglücksgefühl erfüllte mich schon nach wenigen Kilometern. Dazu trug das überwiegend sonnige Wetter bei milder Temperatur bei, erst gegen Ende zog es sich zu, blieb jedoch trocken. Und: Endlich beginnt es deutlich und augerfreuend zu grünen, vielen Bäumen sprießen die Blätter, auch die Rapsfelder hinter dem Hügel deuten erstes Gelb an. Über den Feldern zwitschern die Lerchen ihr Frühlingslied (ich muss immer nachschauen, ob es „Lerchen“ oder „Lärchen“ geschrieben wird, nicht dass ich Ihnen was von fliegenden Nadelbäumen erzähle und Sie dann denken: Jetzt wird der auch bekloppt), bei Vinxel umspielte unaufdringliche Landluft die Nase. Knapp vier Stunden später, einschließlich Mittagspäuschen auf einer Bank bei Niederholtorf mit Blick auf eine wenig pittoreske Neubausiedlung, erreichte ich wieder Oberkassel und fuhr mit der Stadtbahn zurück.

Im letzten Viertel der Runde verließ mich Komoot, indem die Anzeige der geplanten Tour einfach abbrach, nicht zum ersten Mal erlebte ich das mit dieser App. Das war nicht schlimm, dank weiterhin angezeigter Karte konnte ich die letzten Kilometer problemlos improvisieren. Dennoch frage ich mich, wieso ich Geld bezahlt habe für eine App, die nicht zuverlässig funktioniert und den Wanderer im wahrsten Sinne im Wald stehen lässt.

Oberkassel, Ausgangs- und Endpunkt
Endlich grün
Blick vom Ennert über Bonn
Aussichtsbühne über Oberkassel
Bei Vinxel
Weiher mit Reiher bei Vinxel
Bei Vinxel
Seltsames Gewächs am Wegesrand. Weiß jemand, was das ist bzw. werden will?
Obstblüte in Vinxel
Ein Aufkleber mit doppelter Interpretationsmöglicheit: 1) Leider, wir tun es trotzdem, steter Tropfen und so, 2) Deshalb lasst es sein.
Mit herzlichen Grüßen nach Augsburg
Der Dornheckensee oberhalb von Oberkassel, ein ehemaliger Basaltsteinbruch, heute beliebtes Ausflugsziel für Männer, die gerne Männer treffen
Von ihr können wir was lernen in unserer hektischen Welt. Oder ihm, wer weiß das schon so genau.

Die wandertagsübliche Pflichtcurrywurst mit Bier gab es nach dem Gesundheitstermin auch noch. Da wollen wir nichts einreißen lassen.

Freitag: Das „Kar“ in Karfreitag kommt vom althochdeutschen Wort kara für Klage und Kummer, wie unter anderem hier nachzulesen ist. Und nicht von K wie Kreuzigung, dem zur besseren Verschriftlichung ar angehängt wurde, damit man nicht „Kfreitag“ schreiben muss. Gewiss, K-Freitag oder Kafreitag würde dann auch gehen, für Freunde des Deppen Leerzeichens auch K Freitag, für MarketingKasper KFreitag.

Das darf auch in diesem Jahr nicht fehlen

Bleiben wir noch ein wenig bei K: Die Kirschblüte in der Inneren Nordstadt hat begonnen, ungefähr ein Drittel der rosafarbenen Blüten sind aufgegangen, die schon fleißig instagramiert werden. Erstmals in diesem Jahr wurden Straßenabsperrungen installiert, damit die erwarteten Menschenmassen an den Hauptblühtagen nicht von Kraftfahrzeugen belästigt werden. Wer dort wohnt und in der Zeit aufs Autofahren nicht verzichten will oder kann, hat Pech gehabt, was zieht er auch in dieses Viertel. Eine dieser Absperrvorrichtungen befindet sich an der Kreuzung nahe unserer Wohnung. Heute war sie noch heruntergeklappt, so dass Fahrzeuge passieren können. Vielleicht ist sie defekt oder falsch montiert, denn jedes Mal, wenn ein Auto darüber fährt, entsteht ein Geräusch, wie wenn Flaschen in einen Altglascontainer eingeworfen werden, nur lauter. Das kann für die unmittelbaren Anwohner noch heiter werden in den nächsten Nächten.

Symbolbild

Von Kar zu De – Gunkl schrieb: „Man kann sich überlegen, wie denn, wenn „de-“ eine verneinende Vorsilbe ist, wie der jeweilige Grundzustand vor einer Dekoration oder Dekorierung aussieht.“ Oder einer Demokratie. Oder eines Deodorants.

Spaziergangssichtung

Samstag: Das Frühstück nahmen wir im Bäckereicafé zu uns. Dabei wurden wir Zeuge des folgenden, nur sinngemäß wiedergegebenen Dialogs:

Kunde: „Einen Café zum Mitnehmen bitte. – Wie heißt’n du überhaupt?“

Verkäuferin: „Sandra*.“

Kunde: „Hallo Sandra, ich bin der Bob*.“

Sandra: (Gibt ihm den Kaffee)

Bob: (Bezahlt und geht)

*Namen geändert bzw. nicht gemerkt

Mittags verband ich die Altglas- und Leergutentsorgung (die Lieferung vom Dienstag ist bereits vollständig verzehrt, nochmals vielen Dank nach München) mit einem Spaziergang an den Rhein, ein wenig auch aus Gründen der Prokrastination. Zum einen stand für heute Fahrradpflege im Kalender, zum anderen wollte ich weiter an der Kurzgeschichte für die Anthologie-Ausschreibung arbeiten. Während ich das Fahrrad direkt im Anschluss an den Spaziergang putzte, tue ich mich mit der Geschichte schwer. Je mehr ich schreibe, desto weniger gefällt sie mir. Ich fürchte, mir fiktive Geschichten auszudenken fällt mir nicht halb so leicht wie Beobachtetes und tatsächlich Erlebtes aufzuschreiben. Das ist vermutlich auch der Grund, warum ich an meinem Romandings nicht weiterkomme. Die Figuren bleiben blass, die Konflikte und ihre Auflösung harmlos. Bis Ende dieses Monats habe ich noch Zeit, vielleicht streift mich ja noch der Muse Kuss. Vielleicht überlasse ich es lieber anderen, die es besser können.

Immerhin gelang es mir bereits gestern, den am Mittwoch erwähnten fälligen Brief zu schreiben und einzuwerfen.

Sonntag: Der Liebste ließ es sich nicht nehmen, uns mit österlicher Schokolade in größerer Menge zu beschenken, was auch im mittlerweile fortgeschrittenen Alter immer noch Freude bereitet. Das schöne am diesjährigen Ostern ist, es ist für uns mit keinerlei Unternehmungen, Reisen und Besuchspflichten verbunden. Daher war dieser Ostersonntag von einem gewöhnlichen Sonntag mit lange Schlafen, Frühstück, Sonntagszeitung und Spaziergang kaum zu unterscheiden. Der Spazierweg führte auch durch die Innere Nordstadt, wo ich kurz den zahlreichen Menschen beim Kirschblütenkucken zuschaute, ehe ich weiterzog in Richtung Weststadt, Endenich und Poppelsdorf. Unterwegs hoffte ich auf Inspiration, die oben genannte Kurzgeschichte betreffend. Leider vergeblich.

Was mir keine Freude bereitet: Bin ich eigentlich der einzige, der es ärgerlich findet, wenn sich beim Aufruf eines Links kein neuer Tab öffnet und man nur über den Zurück-Button des Browsers wieder zur vorherigen Seite gelangt?

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Vielen Dank für die Aufmerksamkeit, kommen Sie gut durch die Woche.

17:00

Woche 16: Wertschätzung durch konsequenten Spuckverzicht

Montag: Ein gewisser Stephan beklagt in der Zeitung, der Flohmarkt in den Rheinauen sei zu kommerziell geworden. Darauf muss man erstmal kommen.

Ansonsten ein angenehm ereignisloser Urlaubstag mit Ausflug durch nördliche Provence und Drôme mit zwei Besuchen bei Winzern, wo die Gläser nicht trocken blieben.

Dienstag: Laut Zeitungsbericht hat ein schwäbischer Landwirt seine Gattin mit Gülle getötet. Freundlicherweise erspart der Artikel unappetitliche Details, wie etwa die gewählte Darreichungsform.

Aus der Berichterstattung über den Brand der Pariser Kathedrale Notre-Dame: „Ein fürchterlicher Brand“ (die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo auf Twitter); „Notre-Dame von Paris den Flammen ausgeliefert. Emotion einer ganzen Nation“ (Emanuel Macron auf Twitter); „Notre-Dame von Paris ist Notre-Dame von ganz Europa“ (Donald Tusk auf Twitter); „Es tut weh, diese schrecklichen Bilder der brennenden Notre-Dame zu sehen.“ (Steffen Seibert auf Twitter); „Es gibt wahrscheinlich keine andere Kathedrale wie diese auf der Welt“ (Donald Trump, vermutlich auf Twitter); „Ich kann es nicht fassen“ (eine ältere, mit den Tränen ringende Dame auf der Straße). Rätselhaft-mysteriös dagegen die Feststellung eines unbekannten Mannes in der Menge nach Erlöschen der Flammen: „Das ist ein schlechtes Zeichen. Das Feuer hat nun nichts mehr, womit es sich füttern kann. Es ist alles aus.“ Immerhin verzichtet die Zeitung auf die sonst übliche Chronik der schönsten Kirchenbrände der letzen hundert Jahre.

Weitere Meldung: Heidi Klum färbt Ostereier. „In einem weiteren Video hängen mehrere fantasievoll bemalte Eier an Fäden befestigt von der Decke. Zwei davon ähneln Klum und ihrem Verlobten Tom Kaulitz (29)“, so die Zeitung.

Dessen ungeachtet besuchten wir an diesem trüben Tag die Weinmesse découvertes en Vallée du Rhône in Tain l’Hermitage. Genau genommen ist eine Weinmesse nichts anderes als ein großer, gesellschaftlich weitgehend akzeptierter Drogenumschlagplatz.

Trotz Urlaubs hier eine Leseempfehlung aus dem Werkswahnsinn mit hohem Wiedererkennungseffekt.

Mittwoch: Tag zwei der Weinmesse, heute im Papstpalast zu Avignon. In zwei Sälen reihen sich Stand an Stand, wo sachkundige Besucher die Erzeugnisse der südlichen Côte du Rhône verkosten. Dazu machen sie sich Notizen, vielleicht „samtig perlend im Abgang“, „Anmutung von Rosenkohlsud mit einem Hauch von grünem Spargel“, „Ananasaroma mit einer leichten Note von grüner Kokosnuss“ oder „Duft gelber Kakteenblüten“, bevor sie das Probierte in bereitstehende Behälter speien. Ich hingegen nehme meine Rolle als Importeursgattin sehr ernst und erweise den Winzern, die sich bei der Herstellung der Weine große Mühe gaben, die gebotene Wertschätzung durch konsequenten Spuckverzicht.

Donnerstag: Präsident Macron soll ein Gesetz annulliert haben, wonach es verboten ist, den Luftraum über dem Ort Châteauneuf-du-Pape mit einer fliegenden Untertasse zu passieren. Urlaubsbedingt fehlen mir zurzeit die Möglichkeiten, Wahrheitsgehalt und Hintergründe zu recherchieren. Da ich diese Information vom Liebsten erhielt, besteht indes kein Grund, daran zu zweifeln. Das bleibt nicht ohne Folgen: In der vergangenen Nacht träumte ich, als Briefzusteller der Post meine Tätigkeit in einer fliegenden Untertasse wahrzunehmen. Allerdings in Lemgo, nicht in Châteauneuf-du-Pape, dort ist es ja verboten.

Freitag: Vor einem Geldautomaten sehe ich junge Eltern mit Kinderwagen, Papa und Mama an Arm und Bein großflächig tätowiert. Wie lange mag es dauern, bis sich auch das Kind über seine erste Tätowierung freuen darf?

Samstag: In Frankreich ist eine normale Schachtel Zigaretten mit acht Euro fünfzig nicht nur besonders teuer, sondern im einheitlichen Gruftschwarz mit dem vorgeschrieben Spaßverderbebild auch ziemlich hässlich.

Zwei weitere von vielen guten Gründen, die letzte Zigarette zur letzten Zigarette zu erklären, bevor mein Körper mir diese Entscheidung abnimmt. Also: Schluss damit. Das gilt ab sofort. Unverzüglich.

Sonntag: Die Christen feiern das Osterfest. In Frankreich bringt üblicherweise nicht ein Hase die Eier, sondern, etwas plausibler, ein Huhn.

Wobei auch hier Fragen offen bleiben: Wie hat das Tier seine Füße durch die Eierschale bekommen, ohne sie zu beschädigen? Warum schlüpft es bereits mit einem Kamm aus dem Ei? Vor allem: Warum liegt da Stroh rum? Ich weiß, mein Sinn für dekorative Elemente ist nicht besonders ausgeprägt.

Nach einer Woche Provence fahren wir zurück ins Rheinland, wo es auch ganz schön ist, wenn auch nicht überall so anichtskartenhaft-pittoresk. Immerhin, auch bei uns blühen bald Flieder und Kastanien. Und Rapsfelder, die in der Provence eher selten sind. Die sollen sich mal nicht zu viel einbilden auf ihren Lavendel.