Woche 18: Liebeswerben überall

Montag: Warum man ausgerechnet am Tag der Arbeit nicht arbeiten muss, verstand ich schon als Kind nicht. Gleichwohl liegt es mir fern, eine Auflösung dieses scheinbaren Widerspruchs zu fordern.

Dienstag: Friedemann Karig in seinem Buch „Wie wir lieben“ zum Thema lebenslange Monogamie und nachlassendes Begehren:

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Mittwoch: Ein Gartenschlauchhersteller wirbt am Morgen im Radio für seine Impulsmessbrause, was auch immer das ist. Vielleicht habe ich mich auch nur verhört. Unterdessen weiß ich seit heute, was Smegma ist. Ein weiterer Ziegel im Monument meiner Überzeugung, nicht alles wissen zu müssen.*

Donnerstag: Heute geriet im Bus ein Schildchen in das Blickfeld meines morgenmüden Auges, welches Fragen aufwirft: 1) Wer soll von was zurückgehalten werden? 2) Warum bringt man Schilder mit gleich zwei Rechtschreibfehlern in öffentlichen Verkehrsmitteln an?

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Freitag: Beim Gang ins Werk erblickte ich junges Familienglück.

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Auf der anderen Seite des Weges, im Rhein, war wenige Minuten später eine sehr frühe Anbahnungsphase der Familiengründung zu beobachten: Zwei liebeshungrige Erpel stürzten sich auf eine Ente, die dadurch mehrfach vollständig unter die Wasserlinie geriet. Welcher der Herren letztlich den Vogel abschoss, oder ob sich die Dame angesichts des groben Werbens schließlich zur Kinderlosigkeit entschloss, entzieht sich meiner Kenntnis. Einen gänzlich anderen, wesentlich romantischeren Ansatz des Liebeswerbens wählte ein Mensch, der am frühen Abend auf einem von einem Kleinflugzeug gezogenen Banner eine gewisse SF Lina fragte, ob sie gewillt sei, ihn zu ehelichen. Hoffen wir, dass SF Lina mal nach oben schaute anstatt ständig auf den Bildschirm ihres Datengeräts. Wenn nicht, liest sie es ja vielleicht jetzt hier. Über eine positive Antwort wird er sich wohl auch noch heute freuen.

Samstag: Nur weniges lässt plötzliche Kindheitserinnerungen so hell aufblitzen wir der Duft frisch gemähten Rasens.

Sonntag: Noch einmal Liebeswerben: Kein Freund großer Worte scheint der Aufsteller eines Maibaumes in der Wolfstraße zu sein. Oder er kann sich nicht entscheiden, wen er lieber hat: Elke, Erika oder Ernst, die alle im selben Haus wohnen. Vielleicht handelt es sich aber auch um eine Ehrerbietung an Erdogan.

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* Sie haben es recherchiert? Und – stimmen Sie mir zu?

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