Machs gut, Papa!

Lieber Papa,

ich schreibe dir hier, obwohl ich mir sicher bin, dass du mein Blog nie gelesen hast, wahrscheinlich nicht einmal wusstest, was ein Blog überhaupt ist. Aber vielleicht kommt das ja jetzt bei dir an. Letzte Nacht endete für dich der Kampf, den du nicht gewinnen konntest.

Es begann vor fast zehn Jahren. Erst wusstest du nicht, wie du SMS-Nachrichten von deinem Mobiltelefon löschst, wie du den DVD-Spieler in Gang setzt, obwohl du früher einen technischen Beruf hattest, auch später im Ruhestand noch Nähmaschinen für Nachbarinnen und Bekannte repariertest. Auch körperlich bautest du etwas ab, konntest keine langen Strecken mehr laufen. „Papa wird langsam alt“, dachten wir uns.

Später, als du dir nicht mehr alleine die Schuhe anziehen konntest, mich manchmal nach meinem Namen fragtest, Sätze sagtest, die keinen Sinn ergaben, nicht mehr verstandest, was wir sagten, war klar, dass etwas von dir Besitz ergriffen hatte, das dich langsam auflöste, gegen das du keine Chance hattest, und das am Ende auch Mamas Kräfte überstieg.

Das ist nun vorbei. Ich bin mir sicher, dort, wo du jetzt bist, geht es dir gut. Und wer weiß, vielleicht sehen wir uns dort wieder, irgendwann.

Bis dahin: machs gut!

Dein Sohn

2 Gedanken zu “Machs gut, Papa!

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