Abschied

Der letzte Urlaubstag ist stets mit einer gewissen Melancholie belegt. Die ersten Sachen sind gepackt, heute Abend noch einmal gut essen gehen in unserem Lieblingsrestaurant, das war es dann erstmal wieder. Es ist eine wesentliche Eigenschaft von Urlaub, dass er irgendwann vorbei ist, vorbei sein muss, nur so kann man ihn als Ausnahmezustand, als ersehnte Abwechslung vom Alltag genießen. Und zweifellos hat auch der Alltag in vertrauter Umgebung seine guten Seiten, meiner jedenfalls.

Der perfekte Urlaub ist, wenn alle Gedanken an den Alltag, vor allem an die Arbeit, zu Hause zurückgelassen werden und man die Tage des Ausnahmezustandes völlig im Hier und Jetzt verbringt und danach, mental und körperlich gestärkt, zurück kehrt. Das ist mir in den zurückliegenden zwei Wochen ganz gut gelungen, wobei sich meine Freude auf das Büro am Montag in Grenzen hält.

Und doch empfinde ich es als zutiefst in Ordnung, dass es morgen zurück geht (allein schon vom Wein- und Zigarettenkonsum der letzten Tage her), wir das provencalische Postkartenidyll verlassen müssen. Auch die Aussicht, bereits im September wieder hier zu sein, trägt sehr zu diesem Einverständnis bei. Im übrigen lässt ein Pastis das allgemeine Elend des Daseins etwas verblassen. Und den gibt es auch zu Hause.

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