Aus gegebenem Anlass

Wieder ist es so weit: Ich werde gefragt, wo ich mir das Fußballspiel anschauen werde, erhalte Einladungen zum Kollektivkucken, auch von Leuten, die sonst nicht gerade zu den ausgewiesenen Fußballfans zählen. Wieder ernte ich Unverständnis, wenn ich dann sage, ich werde es mir gar nicht anschauen, weil mich Fußball nun einmal überhaupt nicht interessiert.

„Aber es ist doch EM, das ist doch was anderes, da muss man schauen!“ – Was ist anders? Fußball ist Fußball, ob auf dem Sportplatz von Kleinwiershausen oder im von aller Welt betrachteten Stadion von… ja wo eigentlich?

„Aber ,wir‘ spielen doch!“ – Wir? Also ich nicht, jedenfalls nicht, dass ich wüsste.

„Auch nicht, wenn Deutschland spielt?“ – Deutschland spielt? Falsch: Deutschland sitzt kollektiv vor der Glotze und missbraucht das arme Wörtchen ,wir‘.

Wirklich, ich gönne allen ihr Fußballvergnügen, ob alleine in ihrer Stube oder mit vielen vor dem Großbildschirm. Genau so gesteht mir bitte zu, dass ich mich derweil anderweitig vergnügen werde, wie, weiß ich noch nicht, aber ich werde mich ganz bestimmt nicht langweilen. Vielen Dank!

Fußball

2 Gedanken zu “Aus gegebenem Anlass

  1. Grundsätzlich teile ich deinen Mangel an Fußballbegeisterung. Auch wenn „Deutschland“, bzw. die DFB-Auswahl deutscher Fußballer auf dem Platz steht, verfolge ich das Geschehen eher gelangweilt als gefesselt. Abgesehen davon bekomme ich in diesem Fall eh mit, wenn „Deutschland“ ein Tor schießt, weil überall in der Nachbarschaft lautstarker Jubel losbricht und Böller krachen. Dann kann ich ja immer noch umschalten und mir die Wiederholung anschauen.

    Auch heute hätte ich mir auch gut das Konkurrenzprogramm zum Spiel Deutschland-Portugal anschauen können. Leider scheinen mehrere Sender kurzfristig ihre Planung geändert zu haben und zeigen ein anderes Programm, als in meiner TV-Zeitschrift angeündigt ist.

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  2. *hehe*

    Heute lief ja wohl das Spiel Deutschland-Holland. Und ich musste nicht einmal meinen Fernsehapparat einschalten oder ins Internet schauen, um zu wissen, dass Deutschland ganz offensichtlich gewonnen hat.
    Ansonsten würde ich jetzt kein Hupkonzert hören, sondern Totenstille.

    Anhand der Böllerfrequenz tippe ich entweder auf das Endergebnis 2:0, 2:1 oder 1:0. Denn vielleicht waren die Böllerschüsse vol. II einfach nur der Tatsache geschuldet, dass der Sieg in trockenen Tüchern war. So genau habe ich nicht auf die Uhr geschaut, ich hatte wichtigeres zu tun.

    Soweit ich mich in der Fußball-Historie auskenne, sind die Niederlande ja wohl spätestens seit 1974 zumindest im fußballerischen Sinne unser (Pardon: „unser“) Erzfeind. Ich hab das Phänoment vor Jahren selbst mal im Rahmen einer Schulung mitgekriegt. Da hat ein Schulungsteilnehmer bei der allgemeinen Vorstellung dummerweise verraten, dass er aus Holland kommt. Und erhielt prompt zur Antwort, ob er sich denn wohl noch erinnern könne, wie man ihn vierundsiebzig tüchtig eingeseift hätte. Nach meiner Einschätzung hat der Mann Anno 1974 bestenfalls am Schnuller genuckelt und konnte grad mal „Mama“ und „Papa“ sagen. Oder wie das halt auf Holländishch heißt.

    Aber vielleicht ist diese Feindschaft ja auch wesentlich älter und hat nur im Fußball ihr Ventil und ihren Ausdruck gefunden.

    Mehr dazu gleich noch in meinem eigenen Blog.

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