Nicht-Vorsätze für 2018

Man nennt diese Tage nach Weihnachten „zwischen den Jahren“, auch wenn das streng genommen natürlich Unsinn ist. Dennoch passt es ganz gut: Obwohl wir formal immer noch 2017 haben, erwarten wir von diesem Jahr nicht mehr viel. So ähnlich wie von der derzeit noch amtierenden Bundesregierung, mit dem großen Unterschied, dass ab kommenden Montag ganz sicher 2018 ist, ohne langwierige Sondierungen und Koalitionsverhandlungen sowie von Politikern wie Nahles oder Dobrindt vorab heraustrompetete Forderungen und Zurückweisungen.

Ich mag diese Zeit sehr. Der Weihnachtswahnsinn mit Geschenken und Vollfresserei ist vorüber, nur noch einige Plätzchen und Reste sind übrig, die in den nächsten Tagen dem Nahrungskreislauf zugeführt werden. Von weihnachtlichen Pflichtbesuchen ist man zurückgekehrt oder hat, sofern man selbst Besuch hatte, diesen verabschiedet. Angenehme Ruhe, endlich. Die Weihnachtssongs im Radio verstummen für die nächsten etwa fünfzig Wochen wieder. Nahezu himmlischer Frieden auch im Büro, sofern man sich diese Tage nicht ohnehin frei genommen hat.

Schon blicken wir dem Jahreswechsel entgegen. In diesen Tagen erstellen wieder viele Menschen eine Liste mit Dingen, die sie im neuen Jahr besser, öfter, weniger, gar nicht mehr oder überhaupt endlich machen wollen. Läsen sie diese Liste nach zwölf Monate erneut, stellten sie fest, dass sie nichts von alledem in die Tat umgesetzt haben. Zu ihrem Glück werden sie die Liste jedoch spätestens Ende Februar vergessen haben.

Ich dagegen erstelle jahresendlich eine Liste mit Dingen, die ich im neuen Jahr nicht angehen, umsetzen, erreichen oder ändern will. Das Erfolgserlebnis am Jahresende ist garantiert. 2018 werde ich nicht:

  • Amazon-Prime-Kunde werden
  • Mich mit Alexa unterhalten oder sie auch nur in meiner Wohnung dulden
  • Siri etwas fragen
  • Einen Hund anschaffen
  • In die USA reisen
  • Fußball-WM kucken, auch nicht wenn „wir“ spielt
  • Porschefahrer als vollwertige Verkehrsteilnehmer respektieren
  • Wörter mit Binnen-I schreiben
  • Mit einem Kaffeebecher durch die Gegend laufen
  • Am Wochenende freiwillig in einer Gaststätte frühstücken
  • Bei einem Umzug helfen
  • Der aktuellen Mode entsprechend auch bei geringen Außentemperaturen die bloßen Fußfesseln präsentieren. (Ich bin viel zu alt dafür, zudem erscheinen mir meine Knöchel nur wenig präsentabel.)
  • Ohne zwingenden Grund zu Hause aus arbeiten
  • Morgens vor neun Uhr freiwillig mehr sprechen als unbedingt erforderlich
  • Mich im Dezember wundern, wo das Jahr schon wieder geblieben ist

Wie immer ist die Auflistung keineswegs vollständig, sondern sie gibt nur die spontanen Einfälle wieder. Was die künftige Bundesregierung betrifft: Die sollen sich ruhig noch Zeit lassen. Ich finde, es läuft im Moment ganz gut zwischen den Regierungen.

Ihnen allen einen angenehmen Jahresausklang und einen guten Start ins neue Jahr! Schauen Sie ab und zu wieder hier rein, es würde mich freuen.

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