Zu Hause

Zwei Wochen Ausnahmenzustand: Temperaturen um die dreißig Grad, während Deutschland bei Regen friert, morgens im Bett bleiben, so lange man mag, Frühstück im Höfchen am Haus, faule Tage auf der Dachterrasse, lesend, ein paar Touren in die Umgebung, Dörfer und Landschaften wie Postkartenmotive, Weingüter besuchen, Wein probieren, kaufen, abends gutes Essen, im Restaurant mit der unglaublichen Aussicht auf das Städtchen und die Berge, oder mit gutem Wein zu Hause, Tage in kurzen Hosen und T-Shirts. Keine Gedanken ans Büro, das weit weg ist.

Letzter Urlaubstag, packen, die übliche Urlaubsendemelancholie, noch einmal essen gehen, der letzte Absacker in ,unserer‘ Bar, Abschied, a bientôt, und wieder die Idee: Wie wäre es, für immer hier zu bleiben? Aber darüber ließ ich mich ja schon einmal aus: http://stancerblog.blog.de/2010/08/28/gedanken-urlaubsende-9267276/

Nach über zehn Stunden Autofahrt wieder hier, zu Hause, vertrauter Geruch, die Wohnung erst noch etwas fremd, aber das legt sich schnell; auspacken, ankommen, eine Flasche des mitgebrachten Weins öffnen, müde, schlafen, die erste Nacht im eigenen Bett.

Zurück im Regelzustand: heute also nun der wirklich letzte Urlaubstag, Sonntag. Die Sonne scheint, dieselbe wie über der Provence, mit uns ist das schöne Wetter zurück gekommen (wofür Sie uns gerne danken dürfen), T-Shirts und kurze Hosen auch wieder in Bonn. Auch hier gibt es Postkartenmotive, man muss nur hinschauen.

Das einzige, was den Tag etwas trübt, ist der Gedanke an morgen, erster Arbeitstag, frühes Aufstehen, E-Mail-Flut. Aber das ist jetzt noch relativ weit weg, und auch der Tag wird vorüber gehen, ganz bestimmt.

Und es sind ja nur sechs Wochen bis zum nächsten Urlaub.

Ein Gedanke zu “Zu Hause

  1. „Wie wäre es, für immer hier zu bleiben?“

    Bei der Frage muss ich automatisch immer an eine Short Story namens „Summer People“ von Shirley Jackson denken. Da beschließt ein älteres Ehepaar am letzten Urlaubstag spontan, nicht mehr nach Haus zurückzukehren. Doch am nächsten Morgen erleben die beiden eine böse Überraschung …

    Den Text habe ich leider nie gelesen, scheint vergriffen zu sein. Aber die bitterböse Geschichte wurde mal verfilmt. Ich habe das in den 80ern im TV gesehen und seitdem nicht mehr vergessen.

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