Blogparade: Mein Vorname

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Bloggissimo hat wieder zu einer Blogparade aufgerufen. Dieses Mal geht es um die Frage, wie zufrieden ich mit dem mir zugewiesenen Vornamen bin. Kurze Antwort: Es hätte schlimmer kommen können.

Langversion:

Wäre es nach meinem älteren Bruder gegangen, hieße ich Rainer. So hieß wohl einer seiner Freunde, und so sollte bitte auch der neue Bruder heißen. Meine Eltern hingegen fanden, nachdem es beim zweiten Mal wieder ein Junge und kein Mädchen geworden ist, Carsten schöner. Nach Einwendungen meines Bruders – ich hatte noch kein Mitspracherecht – einigte man sich schließlich auf Carsten Rainer, so steht es auch in meinem Personalausweis und in einigen amtlichen Dokumenten. Niemand nennt mich so, einfach nur Carsten, wofür ich dankbar bin. Wobei ich überhaupt nichts gegen Rainer habe, ein früherer guter Schulfreund von mir, den ich nach dem Abitur leider aus den Augen verloren habe, hieß so; ein ebenfalls mittlerweile aus meinen Kontakten verschwundener früherer Kollege Reiner. (Sollte einer von beiden das hier wider Erwarten lesen, meldet euch gerne mal.)

So wie es bei Rainer/Reiner zwei Schreibweisen gibt, gibt es sie auch bei Carsten und Karsten. Ich persönlich finde die mit C etwas klangvoller, das ist Geschmacksache. Das erste Mal bewusst wurde mir das im Kindergarten, wo wir aus einer Knetmasse, die später im Backofen gehärtet wurde, Halsumhängedinger mit dem Anfangsbuchstaben bastelten. Als mich die Kindergärtnerin (so wurden Erzieherinnen früher genannt) fragte, ob ich mit C oder K geschrieben werde, war ich ahnungslos, Buchstaben kannte ich noch nicht. Zur Verdeutlichung malte sie mit dem Finger ein C und ein K in die Luft; da mir der Kringel sympathischer war als die eckigen Zuckungen, entschied ich mich für das C. Treffer. Die Frage, ob C oder K, kam später und kommt auch heute noch immer wieder auf. Etwa von den Kollegen meiner früheren Dienststelle. „Du schreibst dich mit C? Dann heißt du ja Zarsten.“ Witz komm raus. Von da an hatte ich den ersten Spitznamen weg, jedenfalls den ersten, von dem ich weiß. Sie liebten es, mich Zaaasten mit besonders langem a zu rufen. Von mir aus.

Noch heute habe ich regelmäßig Teams-Besprechungen, an denen neben mir Kollege Karsten teilnimmt. Immer wieder kommt es dabei mangels Spitznamen zu Unklarheiten, wenn der Name fällt („Welcher jetzt?“). Auf die alberne Idee mit Zarsten ist zum Glück noch keiner gekommen. Ein kleiner Nachteil, wenn sich überall nur noch geduzt wird. Mein Vorschlag, man möge doch Carsten K. und Karsten F. sagen, hat sich bislang nicht durchgesetzt. Eine Kollegin versuchte es mal mit „C-Carsten“ und „K-Karsten“, was jedoch von zweiterem wegen eines gewissen fäkalen Beiklangs abgelehnt wurde.

Eine zeitlang fand ich es übrigens schick, mit „Carsten R. Kubicki“ zu unterschreiben, bis ich selbst merkte, wie albern das ist.

Laut Wikipedia stammt der Name von Christian ab, was wiederum auf Jesus Christus zurückzuführen ist. Um Himmels Willen, auch das noch. Ansonsten haftet ihm wenig Prominenz an, mit den Herren Maschmeyer und Linnemann möchte ich ungern in Verbindung gebracht werden. Dasselbe gilt für Wolfgang Kubicki beim Nachnamen. Erst gestern wurde ich wieder nach etwaiger Verwandtschaft mit ihm gefragt, was ich heftig verneinte. Gäbe es eine, würde ich sie verleugnen.

Carsten ist ein typischer Name meiner Generation X, wie Stefan, Christian, Thomas, Ralf, Thorsten, Markus, Frank, Dirk und Rainer. Wie bereits ganz oben ausgeführt, es hätte schlimmer kommen können: Ein Freund meines Bruders hieß Traugott, in meiner Jahrgangsstufe gab es einen Siegmund und einen Horst. Alles nette Menschen, wegen der Namenswahl ihrer Eltern bedauerte ich sie ein wenig.

Hätte ich selbst einen Sohn, hätte ich ihn wohl Tobias, Florian oder Daniel genannt, auch auf die Gefahr hin, dass andere daraus Tobi, Flo bzw. Dani machen. Für Carsten gibt es hingegen keine gängige Abkürzung, jedenfalls keine mir bekannte. Ein früherer Mitsänger im Chor hatte Freude daran, mich Casi zu nennen, zum Glück eine Ausnahme, auch wenn der stets Kasi genannte Kasimir aus der Puppenserie „Hallo Spencer“ ein lieber Kerl war, vielleicht erinnern Sie sich.

Fazit: Mit meinem Vornamen bin ich im großen und ganzen zufrieden. Rainer wäre indes auch in Ordnung gewesen. Vielleicht hieße ich Kerstin, wenn ich ein Mädchen geworden wäre. Oder Reinhild, hätte sich dann mein Bruder durchgesetzt. Oder Kerstin-Reinhild, warum nicht.

Meine Initialen CK mag ich übrigens sehr.

Woche 4: Hochwasser-Tourismus und ein Tusch

Montag: An manchen Tagen ist mir schwarz-weiß schon zu bunt. Warum muss erst etwas Schlimmes passieren wie die Erkrankung einer lieben Kollegin, ehe man begreift, wie unwichtig all das ist, weswegen man täglich acht Stunden und mehr in einem Büro verbringt? Alles Gute, liebe M!

Dienstag: Wenn die Absage einer Besprechung üblicherweise in etwa das Wohlgefühl einer Kugel Zitroneneis an einem heißen Sommertag hervorruft, dann erfreut eine ausgefallene Dienstreise das Herz fast so sehr wie ein mittelgroßer Lotteriegewinn. Danke, Verdi!

Mittwoch: Bei frühlingshafter Milde verband ich meinen Morgenspaziergang ins Büro mit einem Hauch Hochwasser-Tourismus:

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Donnerstag: Vor längerer Zeit hörte ich Mirja Boes, eine mir bis dahin gänzlich unbekannte Prominente, in einem Radio-Interview nämliches sagen: „Ich bin da total nerdartig positiv.“ Daraufhin verlor ich jedes Interesse, herauszufinden, worin ihre Prominenz gründet. Heute sonderte Jan Müller von der Band Tocotronic gegenüber einem Fernsehreporter dieses ab: „Man muss seine Relevanz schon beweisen.“ Warum nur müssen manche Menschen so dummes Zeug reden, wenn man ihnen ein Mikrofon unter die Nase hält?

Freitag: Heute beginnen die Koalitionsverhandlungen von CDU/CSU und SPD zum Zwecke der großkoalitionären Vereinigung. Bereits vor Karneval möchte man damit fertig sein, um sich nicht dem Gespött der rheinischen Jecken ausgesetzt zu sehen. Darauf einen Tusch.

(Bitte denken Sie sich hier ein Foto vom Abendrot über Bonn, sich in den vom Rheinhochwasser überfluteten Auwiesen vor Schwarzrheindorf spiegelnd, welches ich leider nicht anfertigen konnte, da ich beim Laufen niemals ein Mobiltelefon dabei habe.)

Samstag: „Sie­ben mut­maß­li­che Mit­glie­der ei­ner in­ter­na­tio­nal ge­such­ten Ban­de von Ju­we­len­räu­bern sind der To­kio­ter Po­li­zei ins Netz ge­gan­gen“, steht in der Zeitung. Ich finde das irritierend. Also nicht so sehr die Juwelenräuber, sondern das zweite T in „Tokioter“, das in Zusammenhängen mit der Hauptstadt Japans immer wieder zu hören und lesen ist. Wo kommt es her? Welchen Zweck erfüllt es? Die Einwohner von Oslo werden doch auch nicht als „Osloter“ Bürger bezeichnet, auch las ich noch nie von der „Hengeloter“ Straßenbahn (was daran liegen mag, dass es dort möglicherweise keine gibt; mein diesbezüglicher Wissensdurst reicht momentan nicht aus, dies zu recherchieren).

Sonntag: Bei einem Radioquiz würde ich schon wegen der dämlichen Moderatorenfrage „Was machen Sie gerade?“ niemals anrufen. Warum auch sollte ich die WDR 2-Hörern darüber in Kenntnis setzen, dass ich die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung lese, die heute in einem Artikel zum Thema gutes Benehmen am Arbeitsplatzplatz dieses schreibt:

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Ach, würden meine Kollegen das nur beherzigen – endlich könnte ich wieder unbeschwert niesen. Ach ja, und wenn sie sich dann noch dieses „Mahlzeit“ abgewöhnen könnten, wenn sie sich in der Kantine an den Tisch setzen …