Stöckchen: Neunzehnhundertachtundachtzig

Frau serotonic hat ein virtuelles Stöckchen gefangen, mit welchem sie aufgefordert wurde, in ihrem Blog einen Blick zurück auf ihr persönliches Jahr 2003 zu werfen. Da ich das für eine schöne Idee halte, rief ich bereitwillig „hier“, als sie sich anschickte, das Stöckchen weiter zu werfen. Und da ich schon ein alter Sack bin und die Stöckchenwerferin das offenbar weiß, wies sie mir das Jahr 1988 zu – ganz schön lange her. Aber nach einem Blick ins Tagebuch und auf diverse Musikkassetten gelingt auch mir dieser Rückblick mühelos. Alsdann:

Mein Jahr 1988

Alter: süße 21 Jahre.

Beziehung: Weit entfernt von einer solchen, dafür verzweifelt auf der Suche. Zeitweise ahnte ich bereits, dass ich möglicherweise in die falsche Richtung schaute, was ich aber ein weiteres Jahr lang mehr oder weniger erfolgreich verdrängte.

Beruf: Im August beendete ich meinen Vorbereitungsdienst für den „mittleren nichttechnischen Postdienst“ und durfte mich nach erfolgreich bestandener Laufbahnprüfung fortan mit der Dienstbezeichnung „Postassistent zur Anstellung“ schmücken. Damals war es noch einfach, die Frage „Was machst du beruflich“ zu beantworten: Schalterbeamter bei der Deutschen Bundespost.

Musik: Nichts bestimmtes, dieses Zeug der späten Achtzigerjahre halt. Hier eine repräsentative Auswahl: „Ship Of Fools“ von World Party, „Standing On Higher Grounds“ von Alan Parsons Projekt, „True Faith“ von New Order, „Ayla“ von Flash And The Pan, „Never Tear Us Apart“ von INXS und „Heart´s Desire“ von Gerry Rafferty (B-Seite von „Shipyard Town“. Wenn Sie nicht wissen, was eine B-Seite ist, scheuen Sie sich nicht, zu fragen.)

Haare: Weiß ich nicht mehr genau, leider (oder zum Glück) gibt es von mir so gut wie keine Bilder aus der Zeit. Vermutlich etwas länger als heute. Jedenfalls war es morgens immer ein Kampf mit Geltube und Fön, den ich meist verlor – selten lagen sie so, wie ich es gerne gehabt hätte.

Aufenthaltsort: Bielefeld-Stieghorst, in meinem Elternhaus, inklusive Verpflegung und Wäscheservice gegen ein geringes monatliches Entgelt, welches „Kostgeld“ genannt wurde. Bis zur ersten eigenen Wohnung sollten noch fünf Jahre vergehen, auch wäre daran mit meinem schmalen Jungbeamtensalär 1988 noch gar nicht zu denken gewesen.

Fazit: Insgesamt war 1988 kein schlechtes Jahr für mich, jedoch liegt es mir fern, mich in jene Zeit zurück zu sehnen. Früher war nicht alles besser, nur vieles anders.

Wenn Sie nun auch das Stöckchen fangen wollen – die Adresse finden Sie oben.

Jetzt aber: 20 Stöckchen. Und 11 Fragen

Wie am Montag angekündigt, ergreife ich nun das Stöckchen, das jemand hat liegen lassen, und verrate Ihnen zwanzig völlig irrelevante Tatsachen über mich. Im Anschluss erlaube ich mir meinerseits, ein Stöckchen auszulegen. Greifen Sie zu!

***

1) Der Anblick einer Dampflokomotive lässt mein Herz höher schlagen.

2) Küsschen-links-Küsschen-rechts zur Begrüßung finde ich extrem affig. Besonders die Franzosen sind in dieser Hinsicht sehr anstrengend.
Meinetwegen betrachten Sie mich als reserviert, ich mag es einfach nicht.

3) Ich war noch niemals im Skiurlaub, und daran wird sich auch nichts ändern.

4) Ich war noch niemals in Paris, und das muss sich ändern.

5) Mit 17 habe ich angefangen, Zigarillos zu rauchen. Zigaretten erst mit 40. Ich rauche nicht viel, aber wenn dann gerne, es geht auch problemlos tagelang ohne.

6) Seit meinem 18. Lebensjahr schreibe ich regelmäßig Tagebuch, und zwar in selbst beigebrachter Sütterlin-Schreibschrift, damit es niemand lesen kann.

7) Ich besitze noch fast alle meine selbst im Radio aufgenommenen Musikkassetten.

8) Seit jeher benutze ich Stofftaschentücher. Außer bei starkem Schnupfen.

9) Als kleines Kind hatte ich wallende lockige Haare, die gleichaltrige Nachbarstochter ganz kurze. Wenn wir zusammen spielten, war ich das Mädchen und sie der Junge.

10) Mit 28 war ich zum ersten Mal in einem Darkroom. Ich fand es – obwohl nichts passierte – ganz schrecklich und musste sofort wieder raus. Das hat sich heute etwas gelegt.

11) Die Armbanduhr trage ich rechts, obwohl ich Rechtshänder bin. Mir wollte nie einleuchten, warum man sie dann links trägt.

12) Meine Lieblingsfigur in der Sesamstraße war Oskar in der Mülltonne. Zum Glück war ich dem Sesamstraßenalter entwachsen, als Samson und Tiffy das Sagen hatten; die fand ich unerträglich.

13) Ich hatte schon mal eine sprechende Rolle beim RTL-Strafgericht. Zum Glück ist davon nichts im Netz zu finden, glaube ich. Hoffe ich.

14) Ich habe die Abiturrede meines Jahrgangs geschrieben und gehalten, obwohl ich nicht der Jahrgangssprecher war. Sie kam sehr gut an. Leider ist sie verschollen.

15) Meine Auftritte beim „Rosenkrieg“, dem Bonner Poetry Slam, waren dagegen desaströs. Das werden ich vorläufig nicht wieder tun.

16) Mein Zweitname laut Personalausweis und Geburtsurkunde ist Rainer. Mein älterer Bruder wollte unbedingt, dass ich so heiße, weil ein Freund von ihm so hieß. Daher einigten sich Eltern und Bruder auf diesen Kompromiss. Ich bin meinen Eltern dankbar.

17) Seit jeher sage und schreibe ich „kucken“ statt „gucken“, warum, weiß ich nicht. Vielleicht weil der Vogel Kuckuck heißt, außer im Großraum Dresden. Auch wenn ich des öfteren auf diesen vermeintlichen Fehler aufmerksam gemacht werde: laut Duden darf man das.

18) Wenn ich alleine bin, neige ich zu Selbstgesprächen, oft völlig sinnloses Zeug. Peinlich wird es, wenn ich nur g l a u b e, allein zu sein.

19) Ich mag keine eBooks, obwohl ich schon selbst zwei bei Amazon Kindle veröffentlicht habe. Für mich muss ein Buch aus Papier sein, da bin ich altmodisch. Immerhin: die Tageszeitung beziehe ich inzwischen ausschließlich als ePaper, wegen der Mengen an Altpapier.

20) Fernsehen langweilt mich in der Regel sehr. Deshalb kann ich auch nicht mitreden, wenn es um irgendwelche Serien geht. Ausnahme: Downton Abbey, ich liebe es. Sarah O‘Brian würde ich heiraten.

***

Nachdem Sie nun also fast alles über mich wissen, so fern Sie nichts besseres zu tun hatten, als das zu lesen, darf ich Sie bitten, die nachfolgenden elf Fragen zu beantworten:

1) Wie schlimm wäre es für dich, wenn das Internet eine Woche lang ausfallen würde?

2) Was könntest du eher entbehren: Sex oder Internet?

3) Kannst du dir vorstellen, in einem Porno mitzuwirken?

4) Wie wichtig ist es dir, zu reisen?

5) Twitter oder Facebook? Warum?

6) Glaubst du, dass man Sex und Liebe trennen kann?

7) Wie definierst du Treue?

8) Bist du demnach treu?

9) Bist du der Meinung, dass ein Seitensprung zwangsläufig das Ende der Beziehung sein muss?

10) Rasierst du dich regelmäßig? Wenn ja: wo und warum?

11) Bist du tätowiert? Wenn ja, wo?

Für einen Kommentar nach Beantwortung mit Verweis auf Ihr Blog wäre ich sehr dankbar!

Statt Stöckchen

Zurzeit werfen sich die von mir verfolgten Netzteilnehmer gegenseitig Knüppel zwischen die Beine, Verzeihung: Stöckchen. Wer eines fängt, ist aufgefordert, zwanzig Fakten über sich selbst aufzuschreiben und in seinem Blog zu veröffentlichen; was er dabei über sich preisgibt, entscheidet er selbst, es gibt keinerlei thematische Einschränkung. Ohne Ironie: ich mag das, lese es gerne, egal ob ich denjenigen kenne oder nicht, nach dem Lesen kenne ich ihn jedenfalls ein klein wenig besser. [Anmerkung: Ehe ich nun der Geschlechterdiskriminierung oder gar Frauenfeindlichkeit gescholten werde – vorstehendes bezieht sich selbstverständlich auf weibliche wie männliche Personen, aber meine Ausführungen sollen ja lesbar sein.]

Obschon mich bislang kein Stöcklein traf, so habe auch ich mich hingesetzt und in stiller Stunde 20 Tatsachen über mich selbst niedergeschrieben. Diese wollte ich heute meiner geneigten Leserschaft unaufgefordert anheim stellen, doch muss ich Sie leider vertrösten. Warum?

Am Samstag fiel mir nach längerer Zeit mal wieder die aktuelle Ausgabe der NEON in die Hände, welche den Weg in unseren Haushalt gefunden hatte. Auf die Titelseite war ein kleines Heftchen geklebt, welches dieses Mal nicht die übliche Ansammlung unnützen Wissens enthielt, sondern „99 Fragen, die sich jeder mal gestellt haben sollte“. Da ich nichts besseres zu tun hatte, stellte ich sie mir also, wie vorgeschlagen, und beantwortete sie sogleich. Hier das Ergebnis.

***

1) Wonach bist du süchtig?
Twitter. Also gut: Aufmerksamkeit.
2) Was wäre die erste Sache, die du tätest, wenn du unsichtbar wärst?

Bestimmten Menschen gehörig in den Arsch treten, ich wüsste da so einige.
3) Bilder oder Pflanzen im Büro?

Pflanzen. Zu denen muss man nicht erklären, wer oder was oder wo oder wann das ist / war.
4) Welche Stelle an deinem Körper würdest du gerne schön zaubern?

Meine Füße. Aber die lasse ich ja gerade auf herkömmlichem Wege begradigen. Ansonsten hätte ich nichts gegen mehr Haare auf Brust und Beinen.
5) Kennst du Menschen, die sofort mit dir ins Bett gehen würden?
Ja, und das ist immer noch ein beruhigendes Gefühl.
6) Wie oft googelst du dich?

Selten, weniger als einmal im Jahr. Da steht eh immer nur dasselbe uninteressante Zeug. Was mich eher beunruhigt: Wie oft googeln mich andere?
7) Warst du schon mal depressiv?

Stunden- oder tagelange Schwermut zählt wohl nicht. Also: nein. Und das ist gut so, es muss die Hölle sein.
8) Was ist das Peinlichtste, das man von dir im Netz findet?

Vermutlich Schwanzbilder. Obwohl es hässlichere gibt. Der eine oder andere Tweet ist rückblickend aus recht peinlich.
9) Glaubst du, dass die Zeit wirklich alle Wunden heilt?

Das ist eine Frage der Zeitspanne. Auf sehr lange Sicht ja.
10) Welchen Erziehungsspruch deiner Eltern willst du nie zu deinem Kind sagen?

„Nun iss, damit du was auf die Rippen kriegst.“
11) Wie viele Minuten am Tag schaust du auf dein Smartphone?
Zu viele. Aber verglichen mit vielen anderen eher wenig.
12) Meldest du dich auch einfach so bei deinen Eltern?

Jeden Sonntag. Sonst anlassbezogen.
13) Weißt du, wie deine Eltern sich kennengelernt haben?

Ich glaube, ja.
14) Was vermisst du, wenn du auf Reisen bist?
Das kommt auf die Reise an. Bin ich alleine auf Dienstreise, dann meinen Liebsten. Sind wir zusammen in Südfrankreich, dann nichts.
15) Was ist das Wort deiner Kindheit?
Rischenkrug. So hieß der Wohnort meiner mütterlichen Großeltern. Es war für mich das Paradies.
16) Wann hast du das letzte Mal ein Spiel gespielt?

Ich kann mich nicht erinnern. Muss sehr lange her sein.
17) Beschäftigst du dich mehr mit deiner Zukunft oder mit deiner Vergangenheit?
Mit der Vergangenheit. Vielleicht, weil ich keine großen Ziele mehr habe.
18) Welche Sprache würdest du gerne perfekt beherrschen?
Französisch. Immerhin, für die Bestellung von zwei Bier und den Kauf eines Baguettes reicht es. Für eine Unterhaltung leider nicht.
19) Gibst du dir im Urlaub Mühe, nicht als Tourist erkannt zu werden?

Nein. Das kann nur peinlich sein.
20) Gefällst du dir besser, wenn du betrunken bist?
Grundsätzlich nein. Das kommt auf die Situation und vor allem den Grad der Betrunkenheit an.
21) Trinkst du zu viel?
Leider ja.
22) Wovor musst du dich schützen?

Vor der Sonne am Strand. Aber wann bin ich schon mal am Strand.
23) Mit welchem befreundeten Paar hättest du gerne mal Sex?

Ich gebe zu, dass mich der Gedanke, mal mit einem anderen Paar Sex zu haben, sehr reizt. Und ja, ich wüsste auch ein bis drei, werde aber hier selbstverständlich keine Namen nennen.
24) Was ist dir peinlich?

Mein Buch „Aus den Augen – aus dem Sinn?“ – ein bisschen.
25) Was kannst du besser als alle anderen?

Vermutlich nichts. Es gibt in allem immer jemanden, der besser ist. Ach so doch: In unserem Chor kann ich vermutlich die höchsten Töne singen. Aber ob das besser ist…
26) Wann hast du das letzte Mal etwas Gutes für andere getan?

Freitag habe ich bei meiner Entlassung aus dem Krankenhaus den Stationsschwestern den noch gut erhaltenen Blumenstrauß geschenkt, den mir der Liebste mitgebracht hatte. Ich weiß, keine große Leistung, aber das war das letzte Mal. Und sie haben sich augenscheinlich darüber gefreut.
27) Und wann, ohne eine Gegenleistung zu erwarten?

Genau da. Die Gegenleistung hatte ich in Form sehr guter Betreuung bereits erhalten.
28) Willst du Kinder? Wenn ja, wie viele?

Nein, keine.
29) Hast du Angst vor grauen Haaren?

Nein. Ich habe bereits welche, und sie sind der allgemeinen Lebensqualität in keiner Weise abträglich. Ich habe eher Angst vor keinen Haaren.
30) Welchem Tier siehst du ähnlich? (Hier zeichnen)

Das sollen andere beurteilen. Aber ich möchte es nicht sehen, bitte!
31) Wofür bist du absolut nicht geeignet?

Da ließe sich einiges aufzählen. Spontan fallen mir ein: Fußball spielen, Gruppenreisen, Babysitten, Skiurlaub, Busfahrer.
32) Welches Geheimnis darf dein Partner nie herausfinden?

Er weiß, glaube ich, alles über mich. Und wenn es etwas gäbe, stünde es hier nicht.
33) Welche drei Dinge darf auch sonst niemand von dir wissen?

Meine Zugangsdaten zum Online-Banking, die PIN meiner ec-Karte und das Passwort zu meinem Twitter-Konto.
34) Warum, glaubst du, sind deine Freunde mit dir befreundet?

Weiß nicht. Jedenfalls nicht, weil ich mich intensiv um sie kümmerte.
35) Wie viel Ähnlichkeit hat den Facebook-Ich mit dir?

Nahe 100 Prozent, denke ich. Aber das ist ja immer so eine Sache mit Eigen- und Fremdwahrnehmung…
36) Was stört dich an deinem Partner am meisten?

Seine Neigung zur Entropie. Er weiß das.
37) Warum veröffentlichst du Dinge im Internet?

Das ist wohl Geltungsdrang.
38) Hast du ein echtes Hobby?

Ja, mehrere: Eisenbahn, singen und schreiben.
39) Welche Suchworte gibst du bei Youporn ein?

Mache ich selten. Erinnern kann ich mich an ,James Deen‘ und ,hairy‘. Bringt aber selten die gewünschten Ergebnisse.
40) In wessen Facebook-Postfach würdest du gerne ungestört lesen?

In keinem. Ich lese ja mein eigenes kaum. Im Gegensatz zu Twitter finde ich Facebook extrem langweilig.
41) Wann hattest du das letzte Mal einen Tag kein Internet?

Im Frankreich-Urlaub vor zwei Jahren, glaube ich. Dank einer recht günstigen Wochen-Flat der Telekom sind auch diese Zeiten inzwischen vorbei. Eigentlich schade.
42) Was ist deine Schokoladenseite? (vorne, hinten, rechts, links)

Seit der ersten Fuß-OP vorne-rechts.
43) Welche Dinge willst du besitzen, obwohl du sie dir leihen könntest?

Dazu fällt mir spontan nichts ein. Ich besitze alles, was ich brauche.
44) Woran solltest du mal sparen?

Mäßig witzige Tweets abzusondern.
45) Wen hast du bestohlen?

Im Kindergarten habe ich mal die Bahnschranke einer Holzeisenbahn mitgehen lassen. Grund: das Haus meiner Großeltern stand an einem beschrankten Bahnübergang. Träger des Kindergartens war die evangelische Kirche, um die Frage abschließend zu beantworten.
46) Was ist dein Wohlfühlgewicht?

Ich fühle mit meinen rund 70 Kilo sehr wohl.
47) Welche Teil deines Körpers findest du am lustigsten?

Lustig? Nein, da ist nichts. Sollen andere beantworten, aber ich möchte die Antwort nicht kennen.
48) Trägst du eine Frisur oder hast du einfach Haare auf dem Kopf?

Meistens versuche ich es mit einer Frisur. Im Urlaub und am Wochenende lasse ich es schon mal sein.
49) Was ist deine Lieblingsblume?

Die Sonnenblume.
50) Lebst du in der richtigen Stadt?

Zweifellos: ja.
51) Welche historische Person wärst du gerne für einen Tag?

Loriot.
52) Wirklich schon zu alt, um eine Band zu gründen?

Wenn ich singen darf: nein.
53) Wie viele Gerichte kannst du auswendig kochen?

Eins: Spaghetti mit roter Soße von Miracoli.
54) Kannst du ein Gedicht auswendig?

Ja, mehre von Heinz Erhardt und Eugen Roth. Hier zum Beispiel: „
Ein Mensch zertritt die Schnecke achtlos / Die Schnecke ist dagegen machtlos / Zu spät erst kann sie, im Zerknacken / den Menschen beim Gewissen packen.“
55) Auf einer Skala von 1 bis 10: Wie schlau bist du?

Höchstens 6.
56) Auf einer Skala von 1 bis 10: Wie lustig bist du?

6. Nein, war nur Spaß.
57) Auf einer Skala von 1 bis 10: Wie schön bist du?

Bei aller Bescheidenheit, für mein Alter mindestens 7.
58) Was ist dein Beitrag zur Verbesserung der Welt?

Die Vermeidung abgedroschener Phrasen und pseudokluger Anglizismen.
59) Hast du dich schon mal in jemanden verliebt, den du eigentlich nicht leiden konntest?

Nein. Kann man das?
60) Bist du manchmal mit Absicht anstrengend?

Nein. Wenn, dann kann ich nichts dafür.
61) Gibt es Menschen, die dich hassen?

Ich kenne keine. Aber man weiß nie.
62) Welche Menschen hasst du?

Hassen ist ein starkes Wort. Aber gegen manche Angehörige und Würdenträger bestimmter Religionsgemeinschaften empfinde ich schon eine tiefe Abneigung.
63) Was fehlt dir im Leben?

Nichts. Vielleicht etwas mehr Offenheit gegenüber neuem und fremdem.
64) Bist du ein Nörgler?

Manchmal, ja. Aber eher selten.
65) Geht dir alles zu schnell oder zu langsam?

Mal so, mal so. Zu schnell tendenziell öfter.
66) Welche Angst hält dich im Leben auf?

Keine. Das heißt nicht, dass ich furchtlos wäre, aber keine meiner Ängste hält mich auf.
67) Schließ die Augen und denk an was schönes. An was denkst du?


Eine anfahrende Dampflokomotive vor einem schweren Güterzug.
68) „Feuchtgebiete“ oder „Shades Of Grey“?

Beides noch nicht gelesen, beides interessant.
69) Hast du in deiner Jugend alle Dinge gemacht, die du machen wolltest?

Nein. Das hat wohl keiner, oder?
70) Wenn nicht, was hindert dich daran, sie jetzt zu machen?

Entweder habe ich sie später nachgeholt, oder das Interesse daran verloren.
71) Warum gehst du nicht fremd?

Wer sagt, dass ich es nicht tue?
72) Dein Flugzeug stürzt ab. Wem schreibst du die letzte SMS?

Dem Liebsten. Nachdem ich es getwittert habe.
73) Kannst du dir einen Krieg vorstellen, dem du zustimmen würdest?

Nein. Für mich ist nichts vorstellbar, das einen Krieg rechtfertigen würde.
74) Ab welchem Kontostand wirst du unruhig?

Sobald es ins Soll zu geraten droht.
75) Verstehst du wenigstens ungefähr, wie die Eurokrise entstanden ist?

Ja, aber nur ganz vage.
76) Wenn du an diese Krise denkst: Wovor genau hast du Angst?

Dass wir unsere Wohnung nicht mehr bezahlen können.
77) Warst du schon mal in Lebensgefahr?

Neulich im Phantasialand in der Colorado-Bahn. Jedenfalls fühlte sich das so an.
78) Für wen würdest du dein Leben riskieren?

Für den Liebsten.
79) Hast du die schönste Liebeserklärung deines Lebens wohl schon bekommen?

Ja, habe ich.
80) Wann hast du deinen Eltern das letzte Mal gesagt, dass du sie liebst?

Noch nie. Und so würde ich es auch nie sagen, ohne mir amerikanisch-dämlich vorzukommen.
81) Sortiere folgende Bereiche nach Wichtigkeit in deinem Leben:

1. Partnerschaft, 2. Familie, 3. Job, 4. Sex, 5. Hobbys, 6. Freunde
82) Welche Macke würdest du dir gerne abgewöhnen?

Im Beisein anderer den Rotz hochzuziehen.
83) Meldest du dich öfter bei deinen Freunden oder sie sich öfter bei dir?

Sie sich öfter bei mir, fürchte ich. Auch eine abgewöhnenswerte Macke.
84) Welche Sorgen hat dein/e beste/r Freund/in?

Die Gesundheit.
85) Weißt du seine/ihre Telefonnummer auswendig?

Nein.
86) Erinnerst du dich an deine erste Telefonnummer?

Ja: 0XX1-20 27 95.
87) Wen rufst du am häufigsten an?

Kollegen, dienstlich. Privat telefoniere ich sehr ungern.
88) Wen rufst du an, wenn es dir schlecht geht?

Niemanden.
89) Mit welchem Expartner würdest du jetzt am ehesten wieder ins Bett gehen?

Da es nur einen gibt…
90) Liebst du den Menschen, der neben dir im Bett liegt, wirklich, oder ist es nur schön, nicht alleine zu sein?

Ich liebe ihn wirklich, ohne jeden Zweifel.
91) Bist du besser darin, dich zu entschuldigen oder darin zu verzeihen?

Es fällt mir leichter, um Entschuldigung zu bitten. Man kann sich im übrigen nicht „entschuldigen“, nur der andere kann verzeihen.
92) Was ist dein Lebensmotto?

„Sei immer du selbst.“
93) Wie gut kennst du deine Nachbarn?

Manche recht gut, die meisten weniger.
94) Welches Verbrechen würdest du begehen, wenn garantiert wäre, dass es nie rauskommt?

Bei dämlich geparkten Autos die Reifen zerstechen oder den Lack zerkratzen. Ansonsten neige ich nicht zu Untaten.
95) Hast du schon mal deinen Chef kritisiert?

Ja, habe ich. Aber da war schon klar, dass ich die Abteilung wechseln werde.
96) Für was würdest du auf die Straße gehen?

Für die vollständige rechtliche Gleichstellung homosexueller Menschen. Und die konsequente Trennung von Staat und Kirche.
97) Kannst du dich wehren, wenn du körperlich angegriffen wirst?

Vermutlich nein. Zum Glück war das noch nie erforderlich.
98) Wie viele Menschen kämen auf deine Beerdigung?

Weiß nicht… vielleicht 50 bis 100.
99) Was ändert sich, wenn du stirbst?

Mittel- bis langfristig gar nichts.

***

Vielleicht hat ja der eine oder die andere auch Lust, diese Fragen für sich (oder uns?) zu beantworten. Die 20 Stöckchen-Fakten reiche ich dann spätestens nächste Woche nach, Sie wissen schon, 5 Euro und so…

Nachtrag vom 26.10.2013:
Wider Erwarten haben mehrere Menschen diese Liste bis zum Ende gelesen und mir Rückmeldung gegeben, vielen Dank dafür! Zwei haben sogar das Stöckchen ergriffen und selbst die Fragen beantwortet, was mich besonders freut:
http://mettundnutella.wordpress.com/2013/10/23/am-stock-gehen/
http://thomass71.blog.de/2013/10/24/fragebogen-16669461/